Genug!
Das dachte sich Arthur, als er wieder mal in der Kirche einen Gott
anbeten musste, der nicht der seine war.
Schon seit Jahren war er kein Christ mehr. Wärend des Überfalles der
Wikinger auf das Zarenreich wurde er zum nordischen Glauben bekehrt.
Lange Zeit hatte er dies verborgen gehalten. Doch nun war das vorbei.
Schluss mit dem christlichen Leben als Sowetnik Mordwinas.
Den Name des Wikingers, der ihn zum einzig wahren Glauben geführt
hatte, hatte er nicht vergessen. Saphiron. Ein Jarl der Schweden war
er damals gewesen. Ein großer, kräftiger Wikinger. Damals war Arthur
noch jung gewesen, und deshalb wurde er nicht wie die älteren Männer
in einem Kerker gefangen gehalten, sondern nur in einem Dorf
festgehalten. Als die Wikinger am Feuer zusammen saßen, hatte Arthur
immer aufmerksam zugehört, bis ihn der Wikinger mit dem Namen Saphiron
entdeckte und ihn auf russisch fragte, warum ihn die nordischen
Geschichten so interessierten. Arthur war erstaunt darüber, dass der
Wikinger seine Sprache konnte, und antwortete, dass er gerne mehr über
den nordischen Glauben erfahren wolle.
Der Hühne erzählte Arthur jeden Abend Geschichten aus der nordischen
Mythologie, bis er beschloss, dem christlichen Glauben abzuschwören
und von nun an an die nordischen Götter zu glauben.
Als die Wikinger wieder abzogen und das Land wieder unter mordwinische
Herrschaft gestellt wurde, wurde Arthur schon bald in die Streitmacht
eingezogen und kämpfte von nun an für sein Vaterland. Oder war es
überhaupt sein Vaterland, dieses Land an der Küste des Schwarzen
Meeres? Er wusste es nicht. Seine Eltern hatte er nie kennengelernt,
und wo sie herkamen, das wusste er nicht.
Nein, seine Entscheidung war gefallen. Er würde nach Schweden ziehen.
Der Wikinger damals hatte ihm versichert, Arthur wäre immer willkommen
in den nordischen Völkern.
Arthur schrieb noch eine Botschaft an Vendela. Eventuell würde sie ja mitkommen wollen? Doch da hatte er wenig Hoffnung. Aber er würde auch
ohne sie gehen. Er hielt es in diesem Land, in dem ein Blender, ein
Lügner als Gott angesehen wurde, nicht mehr aus.
QUOTE:
Vendela,
ich weiß, du kannst meine Liebe zu Dir nicht erwiedern. Auch deshalb werde ich Mordwinien verlassen und gen Schweden ziehen.
Lebe wohl.
QUOTE:
Werter Zar,
lange habe ich treu Eurem Volk gedient, doch nun muss ich es
verlassen. Mich zieht es in den Norden, zu den Wikingern.
Ich weiß, Ihr werdet dies nicht akzeptieren und Ihr werdet mich
verfolgen lassen. Doch wenn Ihr diese Nachricht erhaltet, bin ich
längst nicht mehr in Eurer Reichweite.
Hochachtungsvoll,
Arthur, ehemaliger Sowetnik des mordwinischen Reiches.
Er gab die Botschaft an Vendela gleich einer Brieftaube, die an den
Zaren einen Tag später irgendwo in einem makedonischen Dörfchen seiner eigenen Taube, die er mitgebracht hatte.