Ran
Norweger
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Re: der Weg in die Zukunft 13.07.2010 21:17:17 --- 1 Jahr, 7 Monate her
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" Ich bin's." Was anderes fiel ihr da in der Tür stehend nicht ein. Den kurzen Weg zu Angeliques Quartier hatte sie fieberhaft überlegt wie sie das Gespräch anfangen sollte ohne gleich mit der Türe ins Haus zu fallen.
" Wenn ich störe, kann ich auch später wieder kommen." Anstatt zu gehen , betrat sie das Zimmer und setzte sich auf einen freien Schemel. Angelique würde sie nicht wegschicken, da war sie sich sicher. " Lies ruhig erst deine Briefe zu Ende, ich kann warten. Wir haben ja soviel Zeit hier." Sie sah sich gelangweilt um. Dazu kam, dass sie Burgen nichts abgewinnen konnte. Die Mauern waren kalt und fremd. Ein Zelt oder eine Jurte waren dagegen warm und freundlich.
Dann hielt sie es doch nicht mehr aus. " Angelique, stell dir vor. Auf dem Hof unten in einem der Vorratshäuser, habe ich vorhin meine Jurte gefunden. Meine alte Jurte, die ich, als ich aus dem Osten hier her kam, mitbrachte.
Ich werde sie draußen am Wald, in der Nähe des Wassers aufbauen. Am besten ich werde es gleich tun, eh die Sonne unter geht." Sie sah Angelique an. " Würdest du in den nächsten Tagen zu mir kommen? Ich werde mich in zwei bis drei Tagen dort häuslich eingerichtet haben. " Sie stand auf und ging ohne sich umzusehen aus Angeliques Zimmer.
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Arvid
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Re: der Weg in die Zukunft 14.07.2010 13:06:08 --- 1 Jahr, 7 Monate her
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Verwundert schaute ich Ran hinterher. Seltsam warum sagt sie mir das heute? Sonst war sie auch oft tagelang unterwegs, ohne mir zu sagen wo genau sie sich befand. „Sicher doch, ich komme dich gerne besuchen“,
erwiderte ich noch, obwohl ich genau wusste, dass sie es nicht mehr hören konnte. Kopfschüttelnd nahm ich Ithils Brief und vertiefte mich in ihn.
Während des Lesens hatte, sich einige Tränen hervor gestohlen und rollten über meine Wangen. Obwohl ich alleine war wischte ich sie schnell und verstohlen weg. Nachdem ich den Brief mehrmals gelesen hatte und fast auswendig kannte, faltete ich ihn zusammen und steckte ihn unter mein Unterkleid, ich wollte ihn immer bei mir haben.
Noch am gleichen Tag antwortete ich Ithil.
QUOTE: An meinen innig geliebten Schatz
Deinen Brief habe ich fast verschlungen und stellte fest, meine Worte können es nicht besser ausdrücken, wie sehr du mir fehlst. Ich danke dir für dein Vertrauen in meine Treue. Einst verspreche ich dir jetzt, sollte ich dich jemals enttäuschen, so darfst du richten wie du magst.
Ja es wirklich an der Zeit das wir noch mehr von ein einander erfahren. Der Dienst dem Volke gegenüber, geht nun einmal vor.
Allen die sich in meiner Nähe befinden sind wohl auf. Ich hoffe bei dir sieht es genauso aus.
Eine Bitte habe ich nun an dich, überbringe unserer Thanin eine Nachricht.
Sie erwartet von mir den Namen eines Mannes dem ich auf einem Schlachtfeld begegnete. Sage ihr bitte sein Name wäre ….Andre von Mure…..
Was es mit jenem Manne auf sich hat erzähle ich dir lieber wenn wir uns Auge in Auge gegenübersitzen. Mach dir keine Sorgen, es hat mit meiner Herkunft zu tun und ich hoffe dieses Thema hat sich erledigt.
Ich schließe nun lieber den Brief, damit mein Herz nicht vor Traurigkeit überfließt.
Es grüßt dich voller Liebe, mit dem Wunsche, dir so viele Küsse mit zu senden, wie ich Sterne in der Nacht sehe.
Deine dich unendlich mit Sehnsucht erwartende Kleine
Schnell versiegelte ich den Brief, nahm ihn und mein Silbersäckchen und verließ das Zimmer. Auf dem Burghof suchte ich einen Boten überreichte diesem den Brief und das nötige Silber. Um mich abzulenken wollte ich nun in anbetracht des nahenden Frühlings meine Garderobe auffrischen.
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Re: Der Weg in die Zukunft 14.07.2010 22:23:07 --- 1 Jahr, 7 Monate her
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Donnerhuf wieherte. Er mochte den Wald, mit seiner kalten Vertrautheit, nicht. Wieso konnte ich mir jedoch nie erklären. Es gibt doch nichts schöneres, als irgendwo in den Wald zu gehen sich an einen Baum setzen und über sein Leben nachdenken. Vielleicht denkt Donnerhuf nicht gerne über sein Leben nach dachte ich, immerhin ist er auch nicht mehr der Jüngste. Mir ging es anders, ich dachte gerne über mein Leben nach, was wird es noch mir noch bescheren, was ist sein Ziel, was ist der Sinn. Mir fiel die Geschichte von einem Spanier namens Don Quijote ein. Er war ein sehr mutiger Mann und hat viele Heldentaten vollbracht. Ich versuchte seinem Vorbild zu folgen und auch ein heroischer Krieger zu werden, vielleicht wird so irgendwann einmal auch eine Geschichte über mich geschrieben und jemand folgt meinem Vorbild, vielleicht sogar einer meiner Nachfahren oder ein Nachfahre dieses Spaniers.
Nach einer langen Zeit in meinen Erinnerungen schwelgend ritt ich zurück zum Heerestross. Er wäre beinahe ohne mich losgezogen. Im Lager angekommen übergab mir einer meiner Gefolgsleute einen Brief, ich steckte ihn weg und wollte ihn später lesen, wenn wir irgendwo rasten. Leider gewährte uns Sveid an diesem Tage erst spät am Abend eine Pause, sodass der Brief beinahe in Vergessenheit geriet.
Als wir endlich rasteten holte ich das Schreibstück hervor und begann es zu lesen. ich verschlang die Zeilen förmlich, doch bereiteten mir einige Dinge kopfzerbrechen. Ich gin zu Sveid und überbrachte ihr die Nachricht von Angelique und machte mich sogleich auf eine Antwort an meine Ehegattin zu schreiben.
QUOTE:
An Angelique, die Kleine mit dem grossen Herzen
Es tut gut deine Worte zu lesen. Ein kleiner Lichtblick am Horizont des dunklen Abgrunds zwischen uns. Auch freue ich mich zu hören das es wenigstens den Meisten gut geht.
Eure Nachricht über Andre habe ich Sveid bereits mitgeteilt, aber ich hoffe du wirst mich diesbezüglich noch einweihen. Ich habe Sveid noch nie so böse gesehen als ich ihr davon berichtete. Falls dich etwas bedrückt teile dies mir mit ich kann dir helfen, auch wenn zwischen uns eine grosse Distanz liegt.
Lass mich dir helfen, wenn du welche benötigst.
Der Namensgeber des Andreaskreuz's
Ithil
Ich übergab einem Boten den Brief und zog mit dem Heer weiter, bis wir spät in der Nacht endlich wieder das Lager aufschlugen.
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Letzte Änderung: 2010/07/14 22:24 von .
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Arvid
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Re: Der Weg in die Zukunft 15.07.2010 16:07:55 --- 1 Jahr, 7 Monate her
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Unschlüssig wanderte ich durch die Straßen Telemarks, auf der Suche nach neuer Kleidung. Dabei gelangte ich irgendwann in jene Gassen, wo allerlei Lederwerk angeboten wurde. Von Satteln, Schuhwerk, Gürtel, Riemen, Beutel bis hin zu Handschuhen. Mein Blick fiel irgendwann auf jene Handschuhe, welche ich schon öfter bei älteren Kriegern bemerkt hatte. Handschuhe die gleichzeitig die Arme schützten. Kurz entschlossen trat ich zu dem Händler und fragte nach dem Preis. Bei seinem mich abtaxierenden Blick, wurde mir gleich klar, die Verhandlungen würden zäh werden. So war es dann auch, es dauerte eine ganze Weile bis wir uns über den Preis einigen konnten. Im Nachhinein meinte er, ich müsse ihn verstehen, die Zeiten wären hart, jetzt wo fast alle Krieger außer Landes, sich auf den verschiedensten Schlachtfeldern tummelten. Nun wo mein Silberbeutel fast leer war, hatte ich keine Lust mehr mir noch andere Waren anzuschauen und machte mich auf den Rückweg.
Unterwegs fiel mir wieder Rans Bitte, nach einem Besuch in ihre Jurte, ein. Was mochte sie wohl von mir wollen? Warum sollte ich sie dafür extra draußen besuchen? Sie hätte es doch gleich mit mir bereden können. Langsam erwachte meine Neugier.
Mit der aufkommenden Dunkelheit gelangte ich wieder zur Burg.
Am nächsten Morgen wachte ich ausgeruht, mit den ersten Sonnestrahlen auf. So lange, gut und ohne diese entsetzlichen Träume zu schlafen, war eine Wohltat. Plötzlich wurde mir bewusst, jede Nacht die ich auf unserer Burg verbrachte, brachte mir Ruhe und Frieden. Es war ganz so als ob jemand einen Schutzzauber über die Burg gesprochen hätte.
Nach einem guten Frühstück, wollte ich nicht mehr länger warten und machte mich auf dem Weg zu Rans Jurte. Hoffentlich würde ich sie dort antreffen. Ich wusste doch wie gerne sie durch die Wälder streifte.
Von weitem sah ich schon, dass Ran noch in ihrer Jurte war, denn eine kleine Rauchwolke zeigte mir, dass ihre Feuerstelle von ihr genutzt wurde.
Etwas zögernd trat ich zum Eingang. Plötzlich überfiel mich ein merkwürdiges Gefühl. Zuerst tief Luft holend, fragte ich, ob ich eintreten dürfte.
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Ran
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Re: Der Weg in die Zukunft 17.07.2010 17:57:08 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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„Freunde sind immer willkommen.“ Ran hatte sie an der Stimme erkannt. Sie legte, ohne weiter nach Angelique zu sehen, ein paar wohlriechende Kräuter nach. Ran sog die Luft tief in die Nase ein. Kaum ein Geräusch drang von draußen herein. Um die Feuerstelle waren Teppiche ausgelegt. Durch die Dachluke fiel gedämpftes Licht. „ Das Wetter lässt auf einen guten Sommer hoffen. Die Fischgründe sind reich und das Wild läuft einem direkt in die Arme.“ Sie wusste das Angelique nicht deswegen gekommen war. Ran füllte ein Horn mit Met und gab es Angelique. „ Der Beste den ich in den Vorratskammern der Burg finden konnte.“ Selber trank sie einen Becher Wasser. „ Die ersten Tage zu Hause, wie geht es dir? Wir waren lange nicht hier. Es hat sich vieles verändert.“ Ran sah neben sich. Die kleine Ylva schlief ruhig und friedlich. „ Was machen deine Träume, ich hoffe sie sind angenehmer geworden.“ Ran sah lächelnd der dünnen Rauchfahne hinterher, die sich zur Dachluke hinaus schlängelte.
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Arvid
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Re: Der Weg in die Zukunft 20.07.2010 06:21:44 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Mit leichtem Herzklopfen betrat ich Rans Jurte und schaute mich verstohlen um. Verwundert stellte ich fest wie gemütlich und wohnlich Ran sich ihre Behausung eingerichtet hatte. War es die anheimelnde Wärme oder der Wohlgeruch der Kräuter, langsam beruhigte ich mich. Meine innere Anspannung löste sich, dankbar nahm ich trotz der frühen Morgenstunden das Methorn und trank einen Schluck. „ Ja wirklich, ich habe selten solch ein gutes Met getrunken“, waren die ersten Worte die ich sprach. Mein Blick folgte ihrem Blick zu ihrer kleinen Tochter und sofort sah ich das Bildnis von dem kleinen Max vor. Ob ich ihn noch erkennen würde wenn er mir in den nächsten Tagen gebracht würde? Ich hörte Rans Frage und antwortete ihr:
„Seit ich auf der Burg nächtige geht es mir sehr gut. Ich fühle mich geborgen und die Träume scheinen mich verlassen zu haben. Wenn nun mein Sohn in den nächsten Tagen zu mir kommt fehlt mir zu meinem Glück nur noch mein Mann.“
Ich schaute zu Ran und sah ihr Lächeln, ein seltsames, nein eher ein wissendes Lächeln. In diesem Augenblick erkannte ich das Sveid Recht hatte, Ran verfügte über das Wissen der alten Mächte. Nur merkwürdig war, dass sie es nie nutzte. Mir war es wenigstens noch nie aufgefallen und ihre Kenntnisse in der Kräuterkunde hatte ich ihrer Herkunft zugeschrieben.
„Kannst du mir sagen, ob die Träume mich verlassen haben weil ich in der Burg schlafe und vor allen Dingen ob sie wiederkehren wenn ich woanders nächtige? Bestimmt kannst du das. Ich hätte dich bestimmt noch um Hilfe gebeten, denn Sveid teilte mir mit, dass du das Wissen dazu hast. Ich hatte sie in einem Brief um Hilfe gebeten.“Nach meiner Bitte schaute ich sie voller banger Hoffnung an.
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Ran
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Re: Der Weg in die Zukunft 23.07.2010 21:17:24 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Die Rauchsäule stieg gerade nach oben. Ein kleiner Luftzug, sie kam ins Wanken. Da waren sie, Ran spürte ihre Anwesenheit. Sie trugen all das Wissen in sich. Das Wissen über Vergangenes, das Jetzt und die Zukunft. Sie hatten Ran Einblick gewährt. In jedem Ding wohnte etwas. Es gab nichts was ohne sie existierte. Das alte elementare Wissen existierte neben den Göttern. Sie beeinflussten sich. Wobei die Götter greifbarer für die Menschen waren.
Angeliques Frage holte sie zurück. Wie sollte sie es ihr erklären. Die Antwort war einfach aber auch wieder nicht. „ Hier ist der Glaube an die Götter noch stark. Das alte Wissen wird gepflegt. Man ehrt sie.“ Ran streute ein paar Kräuter in die Glut. Die Rauchsäule begann wild zu tanzen, verteilte sich im Raum, um dann wieder fast gerade nach oben zu steigen. „ Du selbst hast es am eigenen Leib erfahren. Von einer Völva geheilt.“ Ran nickte um ihre Aussage zu bekräftigen. Während dessen füllte sie ein Leinensäckchen mit ein paar Kräutern. Band es dann sorgfältig zu und hielt es Angelique hin. „ Sieh am Kopfende unter deine Felle, tausche das Säckchen mit dem hier aus. Die Götter mögen dir einen sanften Schlaf schenken.“ Sie zwinkerte ihr zu. „ Die Burg alleine ist es nicht. Das was in ihr wohnt und sie umgibt macht sie zu dem was sie ist. Ein Ort der dir Geborgenheit schenkt. Mit Hilfe der Götter und...“
Die kleine Ylva quengelte. Ran nahm sie auf den Arm und beruhigte sie. „ Du wirst auch außerhalb der Burg wieder gut schlafen können.“ Ran gab Ylva ein Küsschen auf die Stirn und sang leise. „ Die Götter und ein kleiner Teil von mir werden dafür sorgen.“ Flüsterte sie. Dann wandte sie sich dem Met zu und nahm selber ein Horn. „ Auf unsere Männer, bitten wir die Götter um eine gesunde Heimkehr.“
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Arvid
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Re: Der Weg in die Zukunft 24.07.2010 14:04:17 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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„Auf unsere Männer“, kam es wie ein Echo aus meinem Munde, während ich auch einen Schluck Met trank. Seit dem Zeitpunkt wo Ran Kräuter ins Feuer warf und sich die seltsamsten Rauchgebilde durch die Jurte bewegten, um sich dann zu vereinen und in einer Säule empor zu steigen, war mir als wäre mein Geist gefangen. Alles denken wurde bis auf eins abgeschaltet, ich konnte nur noch den Worten Rans lauschen und in mich aufnehmen. Keine Fragen stellen nur zu hören.
Ich spürte wie der Met durch meine Kehle rann und hörte meine eigenen Worte. Verwirrt ein paar Dankesworte murmelnd verließ ich die Jurte und trat meinen Heimweg an. Unterwegs bemerkte ich, dass meine linke Hand noch immer das Säckchen umklammerte. Was hatte sie gesagt? Ich sollt es austauschen? Dies würde ja bedeuten, sie hatte mir schon vorher geholfen.
Kurz vor der Stadt angekommen legte ich eine kleine Pause ein und setzte mich in den Schatten einer alten Rotbuche, die etwas abseits vom Wegesrand stand. Diese Pause brauchte ich, nicht das ich müde war, nein meine Gedanken sollten wieder in geordneten Bahnen fließen. Noch einmal betrachte ich das Leinensäckchen bevor ich es dann doch wegsteckte. Ich sog die würzige warme Sommerluft ein und betrachtete das leichte Spiel des Windes, mit den vergilbten Halmen der verschiedensten Gräser. Auf sanft schaukelnden, blassrosa bis violette Blüten der Kratzdisteln, tummelten sich die verschiedensten Insekten. Von den nahen Bäumen vernahm ich die verschiedensten Vogellaute.
Meine Hände auf den Boden gestützt hob ich nun den Kopf und betrachtete die verschieden Wolkengebilde, die eilig dem Waldrand entgegen trieben.
Leicht fröstelnd erwachte ich, schaute verwirrt um mich, bis ich begriff wo ich war. Eilig stand ich auf und schlug den Weg nach Telemark ein.
Auf dem Burghof war jene seltsame Ruhe, die nur dann dort zu bemerken ist, wenn nur wenige Gäste und Besucher mit ihrem Gefolge anwesend sind.
Suchend schaute ich mich nach einem bekannten Gesicht um, welches mir vielleicht Nachricht von Ithil bringen würde.
Dann sah ich sie da sitzen, ein fremdes junges Ding. Ihre ganze Haltung drückte nur Ärger und Zorn aus. Ohne sie anzusprechen ging ich neugierig an ihr vorbei. Hübsch war sie, ihre Eltern sollten gut auf sie aufpassen. Aber so wie sie drein schaute war sie bestimmt wehrhaft. Ihre blauen Augen streiften mich kurz ehe sie wieder ins Tal schauten. Irgendwie erinnerte sie mich an meine ersten Tage hier. Trotz des herzlichen Willkommens hatte ich mich sehr einsam gefühlt.
Sie war bestimmt nicht alleine gekommen, vielleicht waren sie Ithil begegnet.
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Letzte Änderung: 2010/07/24 14:06 von Arvid.
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Re:Endlich, ich darf Ritter werden... 24.07.2010 21:44:00 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Was guckt die so? Sucht die Streit? Aoife striff die fremde Frau nur kurz mit ihrem Blick. Freundlich war er nicht und sollte es auch nicht sein.
Ihr war das Land hier zu kalt. Selbst mitten im Sommer erfaßte sie oft ein Wind, der das junge Mädchen frösteln ließ. Die Menschen hatten einen merkwürdigen Gesichtsausdruck und trugen komische Kleider. Sie wunderte sich schon immer über ihre Eltern, obwohl der Brat sie in diesem Moment warm hielt, aber hier sahen die Leute noch dümmer aus. Und diese Sprache.... Aoife verdrehte die Augen und wischte sich zornig die flatternden Haare aus dem Gesicht. Sie hatte sich wehemend geweigert, sie zu lernen, aber ihr schien es nicht vergönnt zu sein, unwissend zu bleiben. Sie hatte die fremden Worte schneller verstanden als ihre Geschwister, aber zugeben würde sie dies niemals.
Immernoch trug sie die einfache Kleidung vom Schwarzmeer, die leichten Pumphosen, die luftigen Hemden der Petschenegen. Sie weigerte sich auch die traditionellen Kleider der Iren zu tragen. Affig fand sie ihre Mutter und so richtig altmodisch, wie ein kleines Fass sah sie aus und die roten Locken kräuselten sich so merkwürdig ganz oben auf. Abfällig schnaubte Aoife: Was Vater an dieser Frau wohl fand? Niemals würde sie es wagen diese Gedanken laut auszusprechen, aber der Zorn darüber, in diese babarischen Gefielde verschleppt worden zu sein, wuchs gerade erst an.
Der Stein in ihrer Hand flog in hohem Bogen die Mauer herab. Aoife war es egal, wo dieser Stein landete. Er flog mit all ihrer Kraft und Wut. Sie griff ihren Stock und begann erst langsam, dann immer schneller werdend die Mauer zu traktieren. Mitten in ihren Bewegungen hinein, zerbrach plötzlich das Holz und sie flog mit Schwung dem Rest des Stockes nach, um an der Wand abzuprallen. Ein Schrei tönte durch den Burghof, zornig, wütend und traurig, verzweifelt zugleich. CHARLIIIIIIIIIIIIIIIIIII....BEFREI MICH ENDLICH AUS MEINEM GEFÄNGNIS!!! Tränen liefen ihr über die Wange. Mußte das jetzt auch noch passieren! Verdammter Stock! Arg... Sie stampfte mit den Füßen auf den Boden, immer wieder, bis sie sich selbst dabei schnaubend im Kreis drehte, die Hände zu Fäusten geballt fest an ihren schmalen Körper gedrückt.
Als Aoife bewußt wurde, welch Bild sie nun abgeben mußte, wurde sie noch wütender. Ohnmächtig, ohne für sich einen Ausweg zu finden, drehte sie sich abrupt um und rannte Richtung Tor. Sie wollte sich nur noch verkriechen und hoffte, niemand hatte sie gesehen und die komische Frau war auch schon weg.
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Arvid
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Re:Endlich, ich darf Ritter werden... 31.07.2010 10:58:46 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Wir hatten uns kaum an das Burgleben gewöhnt, als uns Seeleute der Handelschiffe erzählten, sie hätten unterwegs eine große Stauferflotte gesichtet. Eilig hieß es nun für unsere kleine Truppe alles zusammenpacken und die Küste entlang patroulliieren.
In Romsdal angekommen berichteten uns Späher, dass ein weiteres Stauferheer in Fjordland angelandet wäre. Eilig ging es nun zurück und mutig stellten wir uns dem Kampfe.
Zusammen mit den Milizen wollten wir unser bestes geben, obwohl wir wussten, dass unsere Chance gering wäre.
Wir konnten Fjordland nicht halten, hatten dem Feind aber empfindliche Verluste zugefügt. Verwundet zogen wir uns nach Oppland zurück.
Ich selber nutzte die Gelegenheit und besuchte nach Jahren mein Lehen Freinsheim.
Nach einem Tag der Erholung empfing ich meinen Verwalter.
Er berichtete mir von den Fortschritten des Ausbaus und wir verabredeten uns für den nächsten Tag zu einem Rundgang.
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