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Der lange Weg heim 27.07.2010 19:26:49 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Die Unterkunft, die er bewohnte war seines Standes angemessen. Nichts des so trotz war es ein Gefängnis. Jedoch waren ihn die Mauern seines momentanes Zuhauses immer noch lieber als das Kerkerloch, welches ihn wahrscheinlich in Spanien erwarte hätte.
Ein Bote überbrachte Seraphon eine Nachricht vom Duc der Bretonen. Alle Mauren wurden frei gelassen und es wurde ihnen gestattet, wieder in ihre Heimat reisen zu dürfen. Der Bey ließ jedem der bretonischen Diener und Wachen einige Goldstücke zukommen, bevor er die Stadt verließ um dort auf seine beiden Söhne zu treffen, welche dort mit einem kleinen Gefolge auf ihn gewartet hatten.
„Vater, haben sie euch ein Leid angetan? Wenn ja, dann werde ich sie dafür bezahlen!“ Crean´s Gesicht war rot vor Wut. „Nein, mein Sohn, sie haben mich gut behandelt. Sie haben alle von uns gut behandelt.“ Der Bey legte seine Hand beruhigend auf die Schulter seines ältesten Sohnes. „Wir haben keine Zwist mit den Bretonen.“ Die Blicke von Vater und Sohn trafen sich und nach einigen Sekunden nickte Crean. „Ihr habt Recht. Ich werde alles für unsere Abreise vorbereiten. Entschuldigt mich bitte.“ Er verbeugte sich und entfernte sich. „Er ist etwas zu unbeherrscht Vater.“ Mit einem Schmunzeln im Gesicht sah Seraphon seinen jüngsten Sohn an, der diese Worte gesprochen hatte. „Sprich ruhig weiter mein Sohn.“ „Mein Bruder ist ein großer Krieger und ein guter Feldherr. Aber ihm fehlt das Fingerspitzengefühl im Umgang mit Anderen. Deswegen würde er gute Berater brauchen, wenn er einmal euer Erbe als Bey antreten wird.“ Der maurische Herrscher war stolz auf seinen Jüngsten. Obwohl er noch ein Knabe war, zeigte er eine große Auffassungsgabe und Weitblick. „Wenn er denn Bey wird.“ Ohne noch mehr zu sagen, ging Seraphon davon und ließ seinen Sohn nachdenklich zurück.
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Re:Der lange Weg Heim 29.07.2010 19:30:08 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Die Stadt und ihr Hafen lagen vor ihm. Die Eskorte aus bretonischen Soldaten, welche den Zug bis hierher begleitet hatte, erhielt ebenfalls eine Belohnung aus der Schatztruhe des Bey´s. Noch immer rätselte Seraphon, was ihre Aufgabe gewesen war. Bewachung oder Schutz? Die Bewohner des Landes, denen sie begegneten wirkten zwar reserviert und zurückhaltend, wenn der Zug die Orte passierte oder auch in dem einen oder anderem Gasthof einkehrte, jedoch hatte er keinen Hass in den Gesichtern der Menschen erkennen können, eher Neugier.
Ein Schiff war bereits gemietet und wartete darauf, den Bey an Bord nehmen zu dürfen um ihn nach Tunis bringen zu dürfen. Der Kapitän hatte zwar erst einen Wucherpreis für die Passage verlangt, aber letztendlich war man sich einig geworden. Seraphon stand an Deck und sah hinaus auf das Meer. Wie anders und fremd das Wasser hier doch wirkte. War die See an der Küste seines Reiches meistens ruhig, schien sie hier rau und wild zu sein. Der Wind war stärker und kälter. Auch wenn er es anderen gegenüber niemals zugeben würde, hatte ihm das letzte Abenteuer in Spanien gesundheitlich doch etwas zugesetzt. Jeden Morgen spürte er das Alter mehr und mehr. Die Tage im Sattel wurden mehr und mehr zu einer Belastung. Früher konnte er sich nichts schöneres vorstellen, als unterwegs zu sein. Jetzt sehnte er sich nach der Geborgenheit seiner Gemächer. „Leinen los!“ Der Ruf des Kapitäns riss den Bey aus seinen Gedanken. Langsam setzte sich das Schiff in Bewegung.
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Re:Der lange Weg heim 31.07.2010 13:20:16 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Die meiste Zeit der Reise verbrachte der Bey an Deck. Er genoss die Sonne und den Wind. Auf dem Vorderdeck war ein Zelt für ihn errichtet worden. Ausgelegt mit mehreren Teppichen und Kissen verbrachte der maurische Herrscher hier den Großteil des Tages. Zusammen mit Nasir, seinem Leibwächter und engem Vertrauten saß er dort und trank Tee.
„Nasir, ich bin müde.“ Diese Worte ließen den Gefolgsmann zusammenzucken, verstand er diese Bedeutung doch all zu gut. „Ihr habt in eurem Leben viel erreicht. Und den größten Teil davon habe ich euch begleitet. Seit damals, als ihr zum Emir Cordobas ernannt wurdet.“ Ein Lächeln huschte über das Gesicht von Seraphon, als er sich an diese Zeiten erinnerte. An die Zeit, wo er unter Führung des Kalifen Filp gegen die Christen gekämpft hatte. Wie er zum Turnier nach Tunis gereist war und ihm dort die Herrschaft über die Mauren angetragen wurde. Nicht alles, was er getan hatte, hatte sich als richtig erwiesen. „Es ist ein erfülltes Leben, auf das ich zurück blicken kann Nasir. Die Mauren sind unter meiner Herrschaft gewachsen. Das einzige, was ich als Fehler ansehe, war der Versuch mit Spanien ein Bündnis einzugehen und möge Allah mir dafür verzeihen.“ „Es gibt nichts, was euch zu deswegen zu verzeihen ist. Ihr habt damals gedacht, sie seinen ein zuverlässiger Helfer gegen das Kalifat. Das außer großen Worten von ihnen nichts kam, war etwas, was ihr selber herausfinden musstet.“ „Du hast Recht. Außer großen Worten kam nichts. Sie haben nur versucht durch uns einen Brückenkopf in Afrika zu haben. Doch waren wir es, die dafür bluten mussten, während sie nur tatenlos zusahen, wie unsere Ländereien in Flammen aufgingen.“ Die Miene des Beys verfinsterte sich, als er an diese düsteren Tage zurück dachte. „Aber erinnert ihr euch auch daran, wie wir den Cordobaren vor der Nase wegsegelten um Andalusien anzugreifen? Das war doch damals ein Spaß.“ „Das war wirklich ein starkes Stück. Und Allah hatte damals wirklich seine schützende Hand über uns gehalten. Auch wenn wir damals nicht viel ausrichten konnten, zeigte es doch, dass wir nicht zur Untätigkeit verdammt waren.“ Für einen kurzen Moment hellte sich Seraphons Miene wieder auf. „Trotzdem war es ein Fehler, sich mit dem feigen, großmäuligen und ehrlosen Pack aus Iberien einzulassen. Ich denke, mein Erbe wird sich noch mit denen abgeben müssen.“ „Das hat aber hoffentlich noch Zeit. Also mit eurem Erben.“ „Ach Nasir, wie ich sagte, ich bin müde. Ich sehne mich nach den Gärten des Palastes und nach Ruhe. Für Kriege und Schlachten sind wir beide zu alt mein Freund.“ „Aber wer soll die Mauren führen, wenn ihr nicht mehr seid? Crean scheint mir nicht der geeignete zu sein. Und euer zweiter Sohn ist noch zu jung.“ Der Bey lächelte nur. „Ich werde es früh genug bekannt geben. Doch nun gieß mir noch etwas von dem köstlichen Tee ein und lass uns die Reise genießen. Der Tag ist zu schön, um über solch unerfreuliche Dinge wie mein Ableben zu reden.“
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