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Der Sturm heulte wie ein hungriger Wolf und der Schnee peitschte wie Hiebe der völlig Erschöpften ins Gesicht. Die Kälte umklammerte ihre Beine mit eisiger Hand und hinterte sie einen Schritt nach dem anderen zu setzen. Sie schnaubte, sie fiel, sie erhob sich, setzte mühselig einen Fuss vor den nächsten...fiel wieder zu Boden, stand wieder auf. Sie kämpfte, denn ihr Wille war fest entschlossen.
Doch dann, unwillkürlich, wurde sie zum Halten gezwungen. Ihr Ross stand hinter ihr, trotzig, nicht Willens weiter zu laufen. Resigniert fiel sie vor ihrer Stute in die Knie und tätschelte mit ihrer klirrenden Hand die von Schnee bedeckte Schnauze. Seine Nüstern war weich und warm und in schweren Stössen schnaubte das Tier heissen Dampf in die frierende Hand der jungen Frau. Mit letzter Kraft zog sich Vendela am Halfter hoch und küsste sanft die Stirn des Pferdes. "Ich weiss Liebes. Ich weiss." Was sollte sie nur tun? Weit und breit sah sie nichts ausser einer weissen Wand aus Schnee und der heulende Sturm übertönte jegliches Geräusch, sogar ihres eigenen Atmens. Sie kniff ihre Augen zusammen und blickte verzweifelt um sich.
Dann, wie eine Geistererscheinung, tauchte ein Umriss im Schneegestöber auf. Zunächt noch unklar, doch dann immer wirklicher. Jemand oder etwas maschierte geradewegs auf sie zu. Nicht zu wissen, was es war, bekam sie leichte Panik und griff hastig nach ihrer Axt, doch waren ihre klammen Finger nicht im Stande den Griff zu umschliessen und zu ziehen.
Es war ein Reiter, der zielstrebig auf sie zuritt, vor ihr hielt und abstieg. Fragend blickte sie auf den Schatten. Wer mochte das sein? Näher und näher kam er und als er seine Stimme erhob, die, auch wenn sie der Sturm in Fetzen riss, laut und kraftvoll an ihr Ohr drang, erkannte Vendela ihn wieder. Es war Iwan. Seine Stimme kämpfte gegen die Witterung an, und für sie war es schier unmöglich, zu erfahren, in welcher Absicht er mit ihr sprach. Doch vernahm sie sein Angebot, ihm zu folgen und er schützte ihren frierenden Leib mit einem Pelz, den er ihr über die Schultern legte.
Vendela war erschöpft, so unsagbar erschöpft, dass sie Iwan ohne Widerworte folgte. Sie schlossen sich weiteren Reitern an, die ganz offensichtlich auf sie warteten. Trotz, dass Vendela durch den peitschenden Schnee niemanden wirklich erkennen konnte, hatte sie die starke Vermutung, dass auch der Moskauer Herrscher unter ihnen sein würde, doch in diesem Moment war es für sie einerlei, denn sie wollte nur fort von hier...
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