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Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom
 
Thorhall Hakonson

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Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      07.09.2010 12:23:55 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Es klopfte an Fabiennes Tuer. "Bist du wach? Ich bin es, Biljana." So trat ich in den Raum. "Ich habe die ganze Nacht zu unserem Herrn gebetet und bin zum Schluss gekommen, dass ich fuer die Seele meines Vaters in Rom um Erlösung bitten will. Wir brechen heute noch auf!" Mit diesen Worten warf ich Fabienne ein Buendel zu. Einfache Ausruestung, eine Decke fuer die Nacht und etwas Proviant. "Mehr brauchen wir nicht. Dein Pferd steht unten im Hof. Sieh zu, dass du dich beeilst wenn du mich begleiten willst. Am Hafen liegt ein Schiff, welches heute noch in See sticht. Wir sehen uns dort."



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Cathy von Greifenstein

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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      07.09.2010 18:05:56 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Es würde wohl noch eine Weile dauern bis sie, wenn sie aufwachte, wusste wo sie war. Der Schlaf war traumlos und dennoch nicht erholend gewesen.
Fabienne hatte sich aufgesetzt. „Ja“, hatte sie gemurmelt, „natürlich ich bin wach“ Reflexartig hatte sie das Bündel aufgefangen.
Rasch stand sie auf, ging zu dem Tisch auf dem ein Krug mit Wasser und eine Schüssel stand. Sie goss Wasser in die Schüssel und schmiss sich das kalte Nass ins Gesicht. Jetzt war sie wach! Jetzt schon? Erst jetzt wurden ihr die Worte bewusst. Peter? Ihr Magen krampfte sich zusammen. Was würde aus Peter werden? Panik schoss in ihr hoch. Flehend sah sie aus dem Fenster zum Himmel. „Herr, bitte lass ihn mich noch einziges Mal sehen und lass ihn hier ungeschoren weg. Es ist doch alles nur meinetwegen!“ Ihr Kloß im Hals wuchs. Was konnte sie nur tun? Die Wachen haben gesagt dass erst am Abend jemand zu ihm durfte. Dann kam ihr eine Idee. Sie würde ihm einen Brief hinterlassen. Nachdem sie alle Vorkehrungen für die Reise getroffen hatte, viel hatte sie schließlich nicht mitzunehmen, besorgte sie sich einen Bogen Pergament, Feder und Tinte.

QUOTE:
Lieber Peter,
ich kann in Worten nicht fassen wie sehr mir das alles Leid tut. Wie sehr ich es bedaure fort gelaufen zu sein. Wie konnte ich nur? Doch ich musste es tun, etwas in mir hat nach etwas gegriffen was ich nicht in Worte fassen kann.
Peter, ich habe mich für 4 Jahre Söldnerdienst verpflichtet. Ich denke du wirst das nicht verstehen, ich kann es selber nicht. Ich möchte es rein waschen. Ich möchte das Blut an meinen Händen nicht mehr sehen. Ich möchte die schreienden Menschen in meinen Träumen nicht mehr sehen.
Ich hoffe es ist im Gottes Sinne und er schenkt mir eines Tages Vergebung.
Wie kann ich dir jemals danken? Was muss ich tun damit wir uns eines Tages wieder sehen werden? Jetzt schon spüre ich süße Sehnsucht die von Stunde zu Stunde wächst. Wie Trauben am Weinberg wird sie süßer und süßer, je länger sie nicht gepflückt werden. Ich hoffe so sehr, dass diese Sehnsucht nicht verdorrt weil sie niemand haben will.
Ich werde heute noch auf eine Pilgerfahrt nach Rom aufbrechen.
Möge Gott immer über dich wachen.
Deine Fabienne


Sie war sich nicht sicher gewesen ob sie den Brief wirklich so schreiben konnte. Ob die Worte bedacht waren. Er war viel zu persönlich. Doch in ihrer Eile konnte sie die Worte nicht bedacht wählen, sie musste die Worte wählen die ihr auf der Seele lagen.
Nachdem die Tinte getrocknet war, humpelte sie erneut die langen Gänge entlang in Richtung des Kerkers. Natürlich war ihr der Zugang verwehrt. Ja, waren sie wohl so eben bei ihm gewesen.
„Bitte gebt ihm diesen Brief!“ bat sie den Wächter sanft. Viel zu sanft für eine Söldnerin. Doch wie konnte sie hart wirken, wenn sie vor Sehnsucht fast verging?
Ohne auf eine Antwort zu warten, lief sie die Treppen hoch, hinaus in den Hof wo schon ein Pferd auf sie wartete. Dankend sah sie nach oben. Dem Himmel sei Dank, ich muss nicht laufen! Ihr Fuß war nicht gebrochen, doch er schmerzte bei jedem Auftritt. Er würde heilen können auf der langen Schiffsreise.
Suchend sah sie sich nach Biljana um.


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Thorhall Hakonson

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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      08.09.2010 10:20:54 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Am Hafen trafen wir uns. Das Schiff war zur Abreise bereit, und nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten ging die Reise los. Das Ziel war Rom, und der Händler steuerte geradewegs darauf zu. Es wuerde einige Tage dauern bis wir die Kueste erreichen wuerde. Langweilige Tage, in denen nur Wasser zu sehen sein wuerde. Ich hasste Seereisen. Es gab nichts zu tun, und die meisten Seeleute waren nicht wirklich als Gesprächspartner geeignet. Ein Glueck, dass Fabienne mit dabei war. Wir hatten noch keine Gelegenheit gehabt uns ueber Vater zu unterhalten. So fragte ich sie, was sie von ihm wusste. Wie er gelitten hatte, was ihn fuer ein Tod erwartete oder wohl schon eingetroffen wäre. Und eines wusste ich. Burgund wuerde dafuer bezahlen, dass sie mir meinen Vater genommen hatten, auf die eine oder andere Weise.



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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      08.09.2010 11:44:05 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Welch Glück dass sie dieses Mal nicht so schutzlos an Bord ging wie damals. Ihr war ein Schauer über den Rücken gefahren als sie das Schiff betreten hatte. Doch sie fing sich rasch wieder. Zum einen war sie jetzt nicht mehr unbewaffnet, zum anderen war Biljana bei ihr.
Fabienne hatte Biljana aus den Augenwinkeln beobachtet. Wie selbständig und erfahren sie war. Kurz musste sich daran erinnern wie unbeholfen sie heute noch war, wenn es darum ging eine Reise zu planen. Lernte man das in Sizilien? Dieses Land war ohnehin so anders, ganz anders. In Burgund lebte man in Schichten. Sie hatte in zwei verschiedenen gelebt und konnte klar sagen dass es gewaltige Unterschiede gab. Doch in Sizilien, in dem Land was so viele fürchteten, war man freier als ein Ritter es in Burgund sein konnte. Die vielen Jahre im Heer, in denen ihre Seele mehr und mehr gestorben war, fühlte sie sich so allein und verlassen. Niemand scherte sich um den anderen. Hier war es anders. Hier war es fast kameradschaftlich.
Als alles an Bord getan war und es nur noch galt zu warten bis man am Ziel angekommen war, fragte Biljana sie nach ihrem Vater. Fabienne war sich sicher, dass man ihr zwischenzeitlich den Brief gegeben hatte, doch sie verstand die Fragen. Es war etwas anderes es zu lesen als aus dem Mund eines Beteiligten zu hören.
Viel würde sie nicht sagen können. Es war eher ein Zufall dass sie von der Gefangenschaft erfahren hatte. Die Folter hatte sie, dem Himmel sei Dank, nicht mit ansehen müssen.
„Dein Vater war der stolzeste Mensch den ich je gesehen habe“, begann sie. Natürlich würde das jeder sagen der über einen Toten sprach. Doch die Dunkelhaarige meinte es so wie sie es gesagt hatte. Sie sah auf, nachdem sie den Blick gesenkt hatte um die passenden Worte zu wählen. „Ich kannte deinen Vater nicht. Ich wusste nicht einmal dass man ihn gefangen genommen hatte. Ich wusste überhaupt nichts was in Burgund geschieht. Alles geschieht, alles wird entschieden ob wir das wollen oder nicht. Wir werden nicht gefragt, wir führen nur aus.“ Sie schwieg einen Moment. Nein, sie wollte nicht ihre Schuld los werden. Dieses elende Gefühl das wie Pech an ihr klebte. „Ich weiß, dass sein Stolz, trotz Folter, eigenartiger Folter nicht gebrochen wurde.“ Fabienne versuchte sich an jenen Tag zu erinnern. „Ich glaube die schlimmste Folter, das was ihm wirklich zu schaffen machte, dass er nicht wusste was mit seiner Frau und seinem ungeborenem Kind geschehen war.“
Die ehemalige Burgunderin schwieg um die gesagten Worte wirken zu lassen. Was wohl in dem Kopf einer jungen Frau, ja fast noch eines Mädchens vor sich ging dessen Vater man auf entsetzliche Art und Weise umgebracht hatte?


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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      08.09.2010 11:57:49 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Ich hörte Fabiennes Worten zu, senkte den Blick und sprach vor mich hin. "Der Herr bestimmt unsere Wege. Vaters mussten so enden wie es geschah. Das kann man nicht ändern. Es ist an mir seine Seele zu retten. Doch auch wenn ich weiss, dass es so ist, kann ich Burgund nicht vergeben. Es nahm mir meinen Vater. Ich werde suendigen um diese Tatsache zu heilen. Dafuer verfluche ich Burgund noch mehr. Der Herr wird meinen Weg lenken, egal ob mit dem Schwert oder dem Olivenzweig."



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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      08.09.2010 12:13:36 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Fabienne presste die Lippen zusammen. Natürlich empfand sie Wut. „Ich verstehe deinen Zorn Biljana.“ Dann holte sie tief Luft. Sie konnte nicht mit ansehen wie sehr sich die junge Frau selbst folterte mit ihren Rachegefühlen. „Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebet, so wird euch vergeben.“ Wieder schwieg sie. „Ich weiß, es wurde dir genommen und du willst nehmen. Doch überlege ob du dich dann wirklich besser fühlst. Ich empfand auch so…“ Fabienne schluckte. „Als ich mein Dorf sah. Die vielen Frauen die geschändet und getötet wurde. Ich wollte Rache, ich wollte Blut vergießen, ich wollte Sizilien auslöschen.“ Unvermittelt wurde Fabienne rot. Ja, auch jetzt kamen ihr die Gefühle hoch, die sie an jenem Tag gefühlt hatte. „Doch als ich es tat. Als ich nahm, was mir zustand, hätte mein Leid nie größer sein können. Es war, als Strafe Gott mich!“ Fabienne blickte auf das Meer hinaus. „Aber ich sage euch, die ihr zuhöret: Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen. … Ich wünschte so sehr ich hätte darauf gehört.“


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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      08.09.2010 13:52:43 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
"Auge um Auge, Zahn um Zahn." setzte ich die Zitateliste fort. "Du verstehst das nicht, Fabienne. Wir sind kein Reich wie du es kennst. Wir leben nicht von den Gaben des Bodens oder des Meeres. Wir sind Krieger, und unsere Werkzeuge sind unsere Waffen. Um zu ueberleben muessen wir kämpfen. Ich weiss, dass dies nicht der Weg des Erlösers war. Doch bedenke, dass der heilige Stuhl oft genug zum Kampf gegen die Ungläubigen aufrief. Wenn der heilige Vater den Krieg gutheisst, und der Kampf gegen Heiden ist die Aufgabe eines katholischen Kriegers, dann ist der Krieg von Gott gewollt. Wer bin ich dem heiligen Vater zu widersprechen? Burgund hat unter deinem Kommando Sizilien angegriffen. Warum? Weil Sizilien euch angriff. Auf eurer Seite fielen Christen in den Staub, und auf unserer Seite ebenso. Die Bauern meines Lehens sind katholisch, so wie sie waren bevor ich es mir nahm. Katholiken töten Katholiken. Wie ist dies zu erklären wenn nicht mit den Worten der heiligen Schrift? Gott hat uns alle mit Aufgaben versehen, und mit unserem inneren Kampf diese zu erfuellen. Es liegt nicht bei uns dies in Frage zu stellen. So ich fuer die Taten die ich tue Vergebung erwarten will, so ist unsere Mutter Kirche der Ort an dem ich sie erhalte."

Ich verweilte kurz in meiner Haltung, dann sah ich Fabienne an.
"Ich war nicht ganz aufrichtig zu dir, Fabienne. Ja, wir sind auf Pilgerfahrt um fuer die Seele meines Vaters zu beten. Doch ist dies nur ein Teil. Was ich dir verschwieg ist, dass ich in Rom sehen will ob der Vatikan an einem katholischen Söldnerheer interessiert ist. Sizilien hat mehr Christen in seinen Reihen als es den Anschein hat. Und so der heilige Stuhl bereit ist diese zu bezahlen, stellen wir unsere Fähigkeiten in den Dienst des heiligen Vaters. Das war es warum ich dich und niemanden anders auf meiner Reise bei mir haben wollte. Du bist eine Edelfrau, eine burgundische Gräfin, und deine Stimme könnte in Rom mehr zählen als die der Tochter des Söldners Widar Thorhallsson. Ich weiss nicht ob du meine Familiengeschichte kennst und wer mein Grossvater war. Ein Leumund kann mir in Rom helfen, und du bist ein solcher Leumund." Ich blickte ihr tief in die Augen und erwartete eine Reaktion.



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Letzte Änderung: 2010/09/08 13:55 von Thorhall Hakonson.
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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      08.09.2010 14:58:06 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Fabienne hörte schweigend zu. Es war sinnlos, Biljana´s Trauer war zu tief um irgendetwas zu erreichen, schlussfolgerte sie. Die Zeit heilt alle Wunden, hoffentlich auch ihre. Nun dachte Fabienne nach. Wenn Burgund eines Tages dafür zahlen würde, dann würde auch sie, ihre Töchter, ihr Mann dafür zahlen. Bei dem Gedanken an ihre Familie war es als riss jemand eine alte Wunde auf die nun unbarmherzig blutete. Was erwartete Biljana? Sollten all diese Menschen sterben, nur weil ein Mensch gestorben ist? Der Tod ihres Vaters war schrecklich und Fabienne verstand die Trauer der Anderen, doch hatte sie kein Recht das zu tun. Abermals presste sie sie Lippen zusammen und die Worte, die ihr auf der Zunge lagen, zu fesseln. Meine Kinder, dachte sie, sie werden sterben. Ungewollt spannten sich ihre Muskeln. Sie wollte nicht mehr zuhören, sie wollte wütend sein.

Dann aber sah sie doch auf. Biljana´s Stimme hatte nun einen anderen Ton.
Die plötzliche Aufrichtigkeit ehrte sie und doch ließ sie diese schaudern. Ein Heer für den Papst? Ihre Augen weiteten sich. Sie, Fabienne sollte Einfluss haben? Sie war doch nur Fabienne, ein Bastard von Blendia von Greifenstein. Noch dazu war sie eine Verräterin. Ein Heer würde jedoch bedeuten dass sie wieder kämpfen, ja töten musste. Alles im Namen des Herrn? Ihre Gedanken überschlugen sich. Wenn sie im Namen des Papstes unterwegs waren, so würden sie wenigstens nicht Burgund angreifen – noch nicht. Ihre Familie würde weiter leben können. Vielleicht würde Fabienne somit genug Zeit haben ihren Gatten zu warnen. Er soll die Mädchen weg bringen, weit weg.
Fabienne hielt den Blick Biljana´s stand. „Ich habe Sizilien, dir Biljana, 4 Jahre Söldnerdienst versprochen. Auch wenn es nicht ausgesprochen wurde, so beinhaltet dies auch, dass ich alles erdenkliche tun werde um die Ziele Siziliens, deine Ziele zu erreichen. Ich kenne keine Geschichten von deiner Familie, was vermutlich auch besser ist.
Sobald du bereit bist und wir zahlreiche Gebete für deinen Vater gesprochen haben, werden wir vor den Papst treten.“
Zahlreiche Gedanken schwirrten in ihrem Kopf. Vatikan, Papst, sie hatte so viel in den Büchern von Blendia gelesen. An einige Namen würde sie sich wohl erinnern müssen. Vielleicht kannte man ihre Mutter sogar noch.
„Sei aber nicht enttäuscht, wenn mein Name im Vatikan wertlos ist!“


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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      08.09.2010 15:49:26 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Ein Lachen folgte als Antwort. "Sei unbesorgt, Fabienne. Unsere Namen werden dort sicher bald bekannt sein." Wieder in einem ernsteren Ton fuegte ich hinzu. "Niemand zwingt dich in Sizilien zu irgendetwas. Dies hast du falsch verstanden. Wir sind freie Menschen und haben einen freien Willen. Siziliens Ziele? Du musst noch viel ueber uns lernen. Sizilien hat keine Ziele. Wir versuchen nur das Beste aus unserem Dasein zu machen."



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Re:Fuer Widars Seelenheil - Die Reise nach Rom      08.09.2010 16:32:48 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Das Beste aus seinem Dasein machen? Es war schon sehr lange her dass sie diese Worte gehört hatte. Ihre Ziehmutter hatte sie oft gesagt. Mal, wenn die Ernte verdorrt war, mal als eine schwere Krankheit viele dahingerafft hat und auch schließlich dann als ihr Ziehvater gestorben war. Ja, sie hatte das Beste aus ihrem Leben gemacht und war vermutlich die glücklichste Frau die sie kannte.
Doch sie Fabienne hatte das noch nie gemacht. Sie war immer ein Werkzeug von jemandem gewesen. Sei es als züchtige Bauerstochter, als Novizin, als Eheweib oder als Gräfin.

Andächtig nickte Fabienne und wusste nicht was sie sagen sollte. Vielleicht wirkte Biljana deshalb so klug. Sie durfte ihre Erfahrungen machen. Sie konnte selbst herausfinden was richtig oder was falsch war. Nur so lernte man.

„Ich beneide dich Biljana“, entfuhr es ihr plötzlich. „Weißt du, ich war mein Leben lang gefangen und befolge seit ich denken kann Befehle. Ich weiß nicht wie es sich anfühlt frei zu sein!“ Ihr Blick sank. „Auch jetzt nicht!“, flüsterte sie fast.

Natürlich, sie konnte sich frei bewegen, war nicht in Ketten und doch war sie gebunden, ja fast gefangen in dem Durcheinander ihrer Gefühle. Burgund, Sizilien, Krieg, Frieden, Friedrich, Archim, Peter… All die Eindrücke der letzten Jahre haben sie unfähig gemacht etwas frei zu entscheiden oder ihrem Herzen zu folgen. Nun sollte sie es?

Seufzend hob sie den Kopf und strich sich eine lockige Strähne aus dem Gesicht. „Ich werde wohl noch viel lernen müssen wie man frei entscheidet.“ Ein Lächeln glitt ihr über die Lippen. Es war das erste seit sie Sizilien betreten hatte. „Ist es nicht auch schrecklich anstrengend Entscheidungen zu treffen? Und was ist, wenn es die Falsche war? Werdet ihr von eurem König nicht bestraft? Es muss doch eine Ordnung geben.“


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