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Rinaya ritt eine Weile umher und erkundete die Gegend. Dabei hatte sie immer den Weg im Blick - den Weg herauf vom Hafen zur Burg.
Schließlich bemerkte sie eine große Kutsche - groß genug für fünf Personen!
Sie trieb ihr Pferd an um die Kutsche abzufangen.
Obwohl sie nicht sicher sein konnte, wer in der Kutsche saß, schlug ihr Herz heftig vor Aufregung, als sie sich mitten im Weg platzierte.
Der Kutscher hielt an und sah fragend zu der Frau, die eilig vom Pferd sprang und auf die Kutsche zulief.
Beinahe gleichzeitig öffnete sich die Tür und ein Mann mit halblangem Haar sprang heraus, die Hand schon an seinem Schwertgriff.
Die grünen Augen blitzten aus seinem sonnengebräunten Gesicht hervor und er blinzelte mehrfach, als könne er nicht glauben, was oder wen er sah.
Über Rinayas Gesicht breitete sich ein breites Lächeln aus, als sie realisierte, dass ihre Hoffnung wahr wurde - sie stand vor ihrem Mann.
Schnell lief er auf sie zu und sie umarmten sich.
"Tha gràdh agam ort, mo chridhe" flüsterte Rinaya gerührt und presste ihr Gesicht an seinen Hals.
Sie ließ erst wieder von ihm ab, als sie Kinderarme um sich spürte. Es war Lucas. Schnell umarmte sie ihren Sohn und sah zu ihrer Tochter, die sich leicht abseits hielt.
Rinaya erkannte an ihrem Blick, dass Aileen versuchte, die starke zu spielen. Diesen Blick kannte sie von sich selbst.
"Ich habe...gute Quartiere für uns alle gefunden" begann sie dann, um Contenance bemüht.
"Ist mir egal, Mama, ich schlaf bei dir!" erklärte Lucas sofort und Aileen verdrehte die Augen.
Rinaya küsste ihren Sohn, woraufhin dieser erwartungsgemäß angewidert das Gesicht verzog und von ihr abließ.
Grinsend zwinkerte sie Cadrael zu und ging dann zu Aileen, um diese herzlich zu umarmen und auf die Stirn zu küssen.
"Ich hab dich auch vermisst, mein großes Mädchen" flüsterte sie und bemerkte nun, wie Aileens gespielter Widerstand brach.
Sie hatte ihre Familie um sich!
Es war wundervoll. Es war-
"Mama, weißt du schon das neueste?" irgend etwas war Aileen eingefallen, denn ihre Backen waren rot und ihre Augen glänzten.
Irritiert sah Rinaya zu Cadrael und schütteltet dann den Kopf.
"Ähm...nein? Was denn?"
"Onkel Ed hat geheiratet und es ist eine ganz tolle Frau und er vermisst mich!"
"Soooooooo" antwortete Rinaya gedehnt, sichtlich bemüht, diese Informationen zu sortieren.
Ed hatte geheiratet. Und er hatte ihr nichts gesagt. Das hätte sie sich mal erlauben sollen!
"Das ist aber...ganz schön dreist von ihm, oder? Mein armes Mädchen!" antwortete sie schließlich.
"Warum denn, Mama?"
"Na, wolltest nicht du ihn heiraten?"
"Oh..." offenbar war dieses Detail Aileen entfallen gewesen und Rinaya biss sich vergnügt auf die Unterlippe.
Doch ihre Tochter fing sich schnell wieder und erklärte strahlend "Das macht nichts, ich finde schon jemand anderen!"
Ihr Blick wanderte zu ihrem Vater und Rinaya zog sie leicht am Ohr.
"Mama, versprich mir, dass du Onkel Ed schreibst!"
"Ist gut, ich verspreche es."
"Wirklich!"
"Wirklich."
"Heute noch!"
"Ab in die Kutsche mit dir, damit wir bald in unseren Quartieren sind! Dann denke ich darüber nach!"
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