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Forsch sprach die junge Frau mit ihm. Furchtlos und ohne Rücksicht darauf, ob er vielleicht beleidigt sein konnte. Eine mutige junge Frau. Hätten noch irgendwelche Zweifel bestanden, nun wäre Aidan sicher gewesen, dass sie Rinayas Tochter war.
Doch ihre Worte waren überlegt gewählt und nicht nur dahergeredet. Und es wurde deutlich, dass sie nicht nur auf seine Geschichte reagierte. Offenbar hatte Aileen bereits sehr ausführlich darüber nachgedacht, wie eine Familie auseinanderbrechen ... nein, auseinander gerissen werde kann.
"Es ist einfach, einem einzelnen die Schuld zu geben. Und es ist einfach über jemanden zu urteilen, den man nicht kennt.
Ein König mag hart erscheinen, wenn er die Bauern in den Kriegsdienst ruft. Wenn er sie von ihren Höfen holt, und in einer Armee zusammenzieht. Er weiss, dass viele von ihnen sterben werden, aber er ruft sie trotzdem.
Ist er ein Tyrann?
Ja, vielleicht ist er das.
Oder er hat erkannt, dass es das beste für sein Volk ist, wenn wenige sich zusammentun und ihr Leben lassen um den Feind von den Höfen mit den Frauen und Kindern, dem Vieh und der Ernte fern zu halten.
Er wählt das kleinere Opfer.
Aileen, eine Entscheidung die man trifft muss nicht immer leicht sein.
Ich würde mich immer wieder so entscheiden.
Und wenn es bedeutet, dass ich dies mein Leben lang bereue, so ist dies eben mein Preis dafür."
Sie schaute ihn erwartungsvoll an und Aidan erkannte, wieso sie bis nach Frankreich gereist war.
Aber wie hatte er denn erwartet, dass sie war? Hatte er erwartet Rinaya in jung vorzufinden? Vielleicht Cadrael in jung? Nein, nichts dergleichen.
Wie sie war? Das konnte er nicht wirklich beurteilen.
Doch ihr Verhalten verriert einige ihrer Eigenschaften.
"Ob du bist wie ich es erwartet habe?"
Er liess nachdenklich seinen Daumen und Zeigefinger durch seinen Bart gleiten.
"Wie du bist vermag ich nicht zu beurteilen. Ich kenne dich zu kurz um mir ein Urteil zu erlauben.
Doch ich will dir sagen, welchen Eindruck ich von dir habe.
Ich denke du bist eine mutige, unvorsichtige, kluge und ungestühme junge Frau. Du hast ein wohlüberlegtes Weltbild, und du trittst für deine Meinung ein.
Alles in allem bist du vor allem reifer, als ich es erwartet hatte. Und ich denke aus dir wird eine hervorragende Herrscherin werden. Und - nunja..." er grinste "... irgendwie mag ich dich.
Bleib wie du bist. Doch erweitere dein Sichtfeld. Es gibt oftmals noch eine andere Seite. Und die wenigsten Dinge sind so, wie sie zunächst scheinen.
Lerne diese Lektion und du wirst deine Mutter übertreffen."
Papst Aidan I. Erlangte 500 EP bei der Befreiung Jerusalems. Sieger des Duellwettstreits im Weltturnier von 1077/1078.
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