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Schwedens junge und alte Wilde 31.05.2010 16:29:29 --- 3 Monate, 1 Woche her
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Ein Jahr war es nun her, dass wir zurückgekehrt waren nach Vaestmansland.
Dem wohltuenden und beruhigenden Sommer war die geschäftige Zeit der Ernte gefolgt und der endlose, endlose Winter. Die Burg und der Hof hatten bis auf die Zeit, in der sich die jungen Krieger bei der Räuberjagd bewiesen hatten, gebrummt vor Leben. Und immernoch erfüllte die Anwesenheit fast aller Soldaten und Jarle jeden Tag.
Fast schien es so, als habe der Krieg in unserem Lande zu einer besonderen Einheit geführt und was früher pure Überheblichkeit gewesen war, fußte allmählich auf wahrem Stolz und echter Kampfkraft. Es war nicht mehr die schiere Kraft und wilde Entschlossenheit, die einem mit einem Schweden entgegenstand, es kam inzwischen auch ein Wissen hinzu, eine Taktik, ein Absicht. Zu verdanken hatten wir dies erfahrenen Kriegern, die sich den Jungen annahmen, die zu uns geströmt kamen als wären die schwedischen Familien jetzt erst aufgewacht aus einem Jahrhundertschlaf. Zu viele hatten wir fallen sehen unter der Übermacht Stauferscher und Sächsischer Schmiedekunst, als dass man dieses Opfer noch einmal bringen wollte. Und so erfüllte das Ächzen harten Waffentrainings den Hof der Burg und die Schmieden standen nicht still.
Bis in die Nachtstunden saßen wir dann später zusammen über den Karten unseres Landes, hörten den Berichten von Kundschaftern und Boten aus den Jarlstümern über den Wiederaufbau zu, entschieden, wohin das Augenmerk, die Handwerkskunst und das Silber als nächstes fliessen sollte.
Und nun – zum Beginn des zweiten Sommers nach dem Krieg wollten wir am ersten Sommervollmond für Odin ein Schlachtfest beginnen – ein Turnier zu Ehren der Ahnen und Toten, der Krieger, die uns erwarteten in der Großen Halle.
Ein zweites Fest sollte auf Inkubus‘ Jarlstum stattfinden. Unser Großer Krieger war schwach geworden und er war mürrisch in diesen Friedenszeiten. So sollten sich die Jungen ab dem ersten Herbstneumond vor seinen Augen beweisen.
Thunder und ich gingen auf in diesem Trubel und Leben. Ich zwischen den Kindern und dem Wiederaufbau des Landes und Thunder zwischen Waffengängen und den Nachrichten aus dem Rest der Welt. Unser ältester Sohn Thargor war stets an seiner Seite, übte wie ein Besessener den Axtkampf und das Reiten, war ein Krieger durch und durch. Meistens schlief er bereits beim Abendessen am Tisch vor Erschöpfung ein. Aric hingegen beobachtete. Sein kleines dunkles Gesicht tauchte überall auf, wo es spannend war und oft sah ich ihn noch spätabends hinter einer Säule hervorspähen und den Geschichten lauschen. Währenddessen war Solveig immer noch der Liebling aller und wusste genau, welchen der Jarlen sie den Bart um den Zeigfinger wickeln musste, um eine Extra-Hüpfpartie durch den Hof zu bekommen.
Oft sah ich meinen Mann erst im Licht der Nachtkerze, wenn er spät und immer öfter merklich betrunken zu mir unter die Felle kam. Er vertrug nicht mehr so viel wie früher, um seine Augen und unter dem Mund zeigten sich Falten und seine Haut war nicht mehr so ebenmäßig hell. Die Sesshaftigkeit hatte dazu geführt, dass er weicher und runder geworden war. Dann schmiegte ich mich an ihn und umfasste seinen großen Leib und flüsterte spöttisch und verliebt: „Glaube ja nicht, dass ich es nicht geniesse, jeden Tag mehr von dir umarmen zu können, aber ich fürchte, beim Turnier wirst du dich ordentlich ins Zeug legen müssen, mein großer, starker Thane.“ Wenn ich Glück hatte, schlief er dann schon.
Wer sich selbst zum Lamm macht, den fressen die Wölfe.
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 02.06.2010 13:21:13 --- 3 Monate, 1 Woche her
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Es waren nur noch knapp 20 Tage bis zum Beginn des Großen Turniers und es regnete in Strömen.
Während in der Hauptstadt unablässig die Strassen mit neuen Holzplanken ausgelegt wurden, Gräben angelegt wurden, um Überschwemmungen vorzubeugen und die Menschen in den Häusern dichter zusammenrückten, da täglich mehr Volk angereist kam, um von dem Turnier zu profitieren, erreichten uns Nachrichten aus vier Grafschaften über vollkommen Erntevernichtung durch das nasse Wetter und der massenhaften Verbreitung von Schädlingen. Das Vieh ging an Hungers ein und die Bevölkerung litt Not. Was waren das nur für Zeiten?
Auf der anderen Seite waren bereits Gäste zum Turnier angekommen, die begrüsst und bewirtet werden wollten. Ausgerechnet Abygur aus Moskau, mit dem ich in Nowgorod so aneinandergeraten war und sein Berater Spartan waren angereist. Ich hoffte zutiefst, meine Unbeherrschtheit von damals nun wieder gut machen zu können.
Zudem drangen immer mehr Gerüchte über neue Kriege der Sachsen zu uns durch und in nicht wenigen Kriegern kam der alte Hass wieder hoch.
Noch 20 Tage und eigentlich sollte es ein fröhliches Fest werden...doch im Augenblick war dies nur schwer vorstellbar...
Wer sich selbst zum Lamm macht, den fressen die Wölfe.
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 03.06.2010 18:40:10 --- 3 Monate her
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Es war eine stürmische Überfahrt nach Schweden. Fast kam es Abyrgur so vor, als wollten ihn die alten Götter von seinem Besuch im Norden abhalten. Seine Laune wurde auch nicht besser, durch die Übungseinheiten mit Spartan, der ihn in den letzten Wochen so manche Blessur und Lektion erteilt hatte. Der junge Großfürst murmelte vor sich hin und war gespannt auf die Schweden. Das letzte Aufeinandertreffen verlief wenig harmonisch und so hatte er sich über die erhaltene Einladung sehr gewundert. War er gar zu leichtsinnig hierher zu reisen, wo gleichzeitig Norweger in Russland wüteten? War er überhaupt sicher? Er wischte den Gedanken beiseite. Wahrscheinlich wollten die Schweden ihm nur ihre Stärke demonstrieren. Aber sie würden sich über die Moskauer Ritter wundern. Er hoffte innigst, das Andy und Yatsu es noch rechtzeitig schaffen würden.
Endlich kam Land in Sicht und wenig später erreichten sie den Hafen. Sie gingen von Deck und einer seiner Bediensteten erkundigte sich, wo sie sich zu melden hatten.
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 03.06.2010 21:13:52 --- 3 Monate her
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Bjarki verlor sich. Seine Augen begannen zu glänzen und seine Mundwinkel hoben sich. Die Zeigefinger tanzten zwischen seinen Knien, wo er sich mit den Ellenbogen aufgestützt hatte. Sie tanzten nach links und nach rechts und wieder nach links und verfolgten dabei die hübschen, die straffen, die überaus appetitlichen Hinterbacken des Mädchens, das eben an ihm vorbeigegangen war. Er hatte sich nach ihr gereckt, um ihren Duft aufzufangen und hatte den Geruch von Kräutern und Honigwaben wahrgenommen. Das Wasser war ihm im Mund zusammengeflossen. Rechts, links, rechts, links…oh, das Leben konnte so schön sein…verdammt! Er hatte einen Auftrag! Bjarki sprang auf. Aaaah, die Litauer Flagge. Das Schiff aus dem Osten war schon im Hafen! Vergessen war die Schöne. Wie ein Besessener drängte er sich nun durch die Menge auf das Schiff zu, nutzte seine Ellenbogen für sinnvolleres.
Das musste er sein. Das mussten sie sein. Moment…sollten da nicht fünf sein? Egal, die da so rumstanden in ihren feinen Gewändern, die mussten es sein.
Bjarki rannte und räusperte sich gleichzeitig, kramte nach seinem russisch und kam erst kurz vor den Herrschaften zu stehen. Der eine recht jung, der andere alt, beide eher Nordländer hatte die Herrin gesagt. Etwas linkisch verbeugte er sich.
„Verzeiht die Herren. Den Velikji Knjaz und den Knjaz Moskaus ich soll empfangen. Seid ihr es? Meine Herrin, die Frau des Thanen mich schickt, sie zu begleiten zur Burg und zu zeigen ihre Zimmer und zu laden für den Abend. Ich habe Pferde. Ein Wagen ist nicht gut, weil die Stadt ist zu voll, aber wenn die Herren wollen, können gutes Stück reiten.“
Nach dieser Ansprache richtete sich Bjarki auf und nickte zufrieden über sein fliessendes Russisch und sah die Herren erwartungsvoll an.
Wer sich selbst zum Lamm macht, den fressen die Wölfe.
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 04.06.2010 07:59:59 --- 3 Monate her
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Jemand drängelte sich durch das Gewühl im Hafen auf sie zu. Mit einem überraschend guten russisch sprach er Spartan und ihn an.
"Danke für Euer Angebot, aber wir haben unsere Pferde dabei. Ein Ritt wird uns und den Tieren nach der langen Seereise guttun. Und ja, Ihr habt Recht. In den nächsten Tagen sollten noch der Bojar Andy der Große und der Knjaz Yatsu hier eintreffen. Wenn ihr dafür sorgen könntet, dass sie ebenfalls zur Burg geleitet werden, wäre ich Euch dankbar."
Sie warteten ab, bis ihr Gepäck und die Pferde vom Schiff gebracht wurden. Abyrgur wechselte noch ein paar Worte mit dem litauischen Kapitän und vereinbarte einen Termin, wann er ihn wieder abholen sollte. Seinen Worten verlieh er Nachdruck mit einigen Münzen. Als alle bereit waren machten sie sich auf dem Weg zur Burg. Der Weg dorthin war schlammig und beschwerlich. Scheinbar hatte es auch hier in den vergangenen Tagen heftige Regenfälle gegeben. Schließlich erreichten sie ihr Ziel und wurden in einen Raum geführt, wo Ihnen zur Begrüssung etwas zum Trinken gereicht wurde.
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 04.06.2010 11:35:56 --- 3 Monate her
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Die Götter hatten ein Einsehen. Oder wollten sie nur einfach nicht auf das Spektakel verzichten? Schliesslich trugen wir es ihnen zu Ehren aus...
Irgendeiner von ihnen hatte wohl die Gnade für sich entdeckt und so hörte es gerade noch rechtzeitig vor dem Turnier zu Regnen auf. Noch gurgelte und gluggerte es an allen Ecken und Enden, war allenthalben das Schmatzen des Schlamms zu hören, doch ebenso unermüdlich wie die lauthals zwitschernden Amseln, die sirrenden Schwalben, die keckernden Elstern und anderes Getier, das endlich wieder aus den Löchern kriechen konnte, rannten die Menschen umher, holten auf, was die letzten Tage, ja Wochen nicht zu erledigen gewesen war und begannen sich und die Stadt im Eiltempo herzurichten.
Ich war eben in eine Diskussion mit dem Rüstungsschmied verwickelt, inwieweit ein Rabenschnabel auf meinem Helm meine Kampffähigkeit beeinträchtigen würde, als ich aus den Augenwinkeln Reiter wahrnahm. Abygur! Oh, er war tatsächlich schon da. Ich blickte an den Himmel. Es war ja auch schon nach Mittag.
„Ich will es aber und Schluß!“, waren meine letzten Worte an den sturen Schwedenkopf von Schmied, dann rannte ich über Umwege und durch eine Seitentüre in die Burg, schleuderte vorher in hohem Bogen meine schlammverkrusteten Stiefeln von den Füßen, rannte barfuß in meine Kammer, klopfte Schlamm von meiner Hose, wusch die Hände in der Waschschüssel, schlüpfte in eine der besseren Westen – sonnengelb mit blauen Stickborten, sehr repräsentativ – schnappte mir einige Haarklammern und steckte sie zwischen die Lippen, steckte im Rennen die Haare auf, rannte durch die Küche, fand dort mein Töchterchen auf dem Tisch sitzen, folgte einer Eingebung und schnappte sie mir, bremste kurz vor der Türe ab - und betrat schliesslich gemessenen Schrittes, adrett und auf den ersten Blick relativ sauber die Halle, in der bereits Abyur und seine Begleiter warteten und hoffte, Solveigs Zauber würde die Herren ein wenig von meiner bescheidenen Erscheinung ablenken.
Erst in dem kurzen Stück zwischen der Türe und den Gästen schoss mir durch den Kopf, dass ich gar nicht wusste, ob Abygur eigentlich Kinder hatte. War er überhaupt verheiratet? „Das ist ja mal wieder typisch, Elaine. Wenn du dir da mal nicht wieder selber einen Fuß gestellt hast…“, dachte ich. Doch nun war es zu spät. Und dann stellte ich fest, dass ich mich aufrichtig freute, Abygur wiederzusehen und lächelte.
„Abygur Strutterson, ich freue mich sehr, dass du unserer Einladung gefolgt bist. Dass du in diesen Zeiten die Reise auf dich nimmst, um unsere Bände zu bekräftigen und zu erneuern, kann nicht hoch genug anerkannt werden. Doch ganz abgesehen davon freue ich mich, dass du und dein Begleiter unserem Turnier ein gutes Mass an Spannung verleihen werdet.“
Die Worte strömten ganz natürlich aus mir heraus und ich wollte eben meine freie Hand auf Abygurs legen, als Solveig aus ihrer anfänglichen Erstarrung und Verwunderung über den plötzlichen Ortswechsel erwachte und begann, sich protestierend auf meinem Arm zu winden und so geschickt in meine Haare zu greifen, dass sie nahezu alle Haarklammern auf einmal herauszog.
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 04.06.2010 19:14:42 --- 3 Monate her
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"Habt Dank für die Begrüssung. Ihr seht Eurer Schwester verblüffend ähnlich, obwohl ich gar nicht darüber informiert war, dass die Frau des Thanen eine solche hat. Aber Ihr könnt unmöglich Elaine sein, denn sie würde mich nach meinen Erfahrungen in Nowgorod sicherlich nicht so herzlich willkommen heißen." Ein schalkhaftes Grinsen legte sich auf seine Züge und verstärkte sich noch, als die Tochter Elaines, die Frisur ihrer Mutter ruinierte.
"Mein Waffenmeister Spartan und ich fühlen uns geehrt hier teilnehmen zu dürfen und werden unser Bestes geben, Euren Kriegern alles abzuverlangen."
Er betrachtete die kleine Tochter Elaines und seine Gedanken schweiften ab zu seinem eigenem Kind, dass er nur einmal gesehen hatte. Der Kontakt zu seinem Eheweib war in den letzten Monaten gänzlich erloschen. Mit einem leichten Seufzer nahm er einen tiefen Schluck.
"Sagt, kommen auch Gäste aus den anderen nordischen Reichen?"
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 04.06.2010 20:31:04 --- 3 Monate her
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Abygurs Worte verwirrten mich derart, dass ich Solveig gewähren liess. Schwester? Erst als ich sein verschmitzes Grinsen wahrnahm, gewahrte ich, dass er einen Scherz gemacht hatte und bekam glühend rote Wangen. Rasch huschte mein Blick zu seinem Begleiter, der mit ernster Miene neben seinem König stand. Ich räusperte mich und fing mit einer Hand Solveigs Händchen ein, schüttelte den Kopf, um die Haare endgültig frei fallen zu lassen und blickte dem König, der kaum älter sein konnte als ich in die Augen.
„Nun, Elaine werdet ihr ja dann vielleicht auf dem Turnierplatz wiedersehen.“ Ich zwinkerte.
„Nein, ich fürchte, ihr werdet euch in einer rein schwedischen Horde zurechtfinden müssen. Die Dänen und die Norweger sind ja – wie ihr vielleicht wisst - im Heeresverbund auf Reisen und die Isländer haben selbst eben ein grosses Turnier abgehalten.
Doch ihr habt einen langen Weg hinter euch. Wenn ihr erlaubt, führt euch Bjarki zu euren Zimmern, wo ihr euch etwas erholen könnt. Und wir erwarten euch heute Abend in der Grossen Halle, wo ihr zum Vorabend des Turnieres sicherlich eure Mitstreiter und – so Odin will - auch meinen Mann antreffen werdet. Solltet ihr Wünsche haben, zögert nicht, sie Bjarki kund zu tun.“
Nachdem sie gegangen waren, angelte ich mir in der Küche eine Magd und sagte ihr, sie solle die Schlafstatt des Waffenmeisters noch etwas aufpolstern. Er schien mir nicht mehr der Jüngste zu sein.
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Letzte Änderung: 2010/06/04 20:32 von Elaine Lilly.
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 04.06.2010 22:45:46 --- 3 Monate her
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Schnell verging die Zeit und ewig schienen sie nun schon wieder in Frieden zu leben. Schweden hatte sich schnell von dem Krieg erholt und das Volk hatte einen Stolz entwickelt, wie es ihn vorher nicht gegeben hat. Thunder versuchte während den Amtsgeschäften so viel Zeit als möglich mit den Kindern zu verbringen. Thargor zog es ohnehin vor sich mit ihm im Kampf zu messen und Aric bestaunte die immer wieder scheiternden Angriffe seines großen Bruders. Solveig, seine kleine Prinzessin, unterhielt meist die Krieger mit ihrem lebensfrohen Wesen. Auf den Weg von der Trainingsarena zur Burg durfte die Kleine immer Platz auf Thunders Schultern nehmen, was sie auch herzlich ausnützte, um ihn am Bart und den Haaren zu ziehen, worauf er sie wieder runternahm und kitzelte. "Freches kleines Biest", meinte er dann immer scherzhaft, „Ganz die Mama.“ Thargor und Aric hatten natürlich ihren Spaß damit und spielten Soldaten, die den Thanen beschützen müssen, wobei Thargor natürlich immer einen Heerführer und Kriegsveteranen spielte und sich sein Bruder mit der Rolle als Reiter begnügte.
Als sie eines Abends zurück in der großen Halle waren, wartete ein Bote auf Thunder, es wäre dringend, bekräftigte er und überreichte ihm einen geöffneten Brief, da er nur eine Hand frei hatte, hielt er doch mit der anderen seine kleine Tochter fest, die zappelnd über seine Schulter lag. Aric war schon vorgerannt, seine Mutter zu suchen, und Thargor versuchte, einige Zeilen zu lesen. "Bring deine Schwester zu Bett und wasch sie vorher", sagte er zu Thargor und setze die Kleine auf den Boden, strich ihr lächelnd über die Wange, worauf sie mit ihrem Bruder mitging.
"Wie viel ist zerstört", fragte er darauf knapp. "Beinahe alles", antwortete der Bote und kurz darauf pfiff Thunder eine der Wachen herbei. "Ruf den Rat zusammen, in weiten Teilen des Landes hat eine Seuche die Ernte vernichtet, wir müssen schnell handeln.", erklärte er klar und machte sich auf den Weg zu einem seiner Befehlshaber. "Ich brauche eine Eskorte um Silber in einzelne Grafschaften zu bringen, und das schnell", befahl er knapp und fand sich im Beratungsraum ein.
Schon nach kurzer Zeit war beschlossen, wie viel Silber in die einzelnen Jarltümer gehen soll, um etwas gegen den Schaden unternehmen zu können. Das ganze Silber in Truhen für die Jarltümer aufgeteilt, konnte es auch schon losgeschickt werden. Die Eskorte stand binnen weniger Minuten bereit und waren abmarschbereit, also konnte das Silber ohne Verzögerung losgeschickt werden.
Total erledigt konnte er sich erst spät Nachts zu Elaine unter die Felle legen, um das ganze Spiel am nächsten Morgen wieder zu beginnen, denn als er das Zimmer am nächsten Tag verlies, wartete der nächste Bote auf ihn, und wieder war schnelles Handeln notwendig. Räuber in Uppland hieß es und schon ließ Thunder seine Reiter zusammenrufen. Thargor hatte alles mitbekommen und machte sich reisefertig, ehe Thunder ihm etwas sagen konnte. Zurück im Zimmer öffnete der Thane die schwere Truhe vor dem Bett und holte die Kriegsrüstung sowie den Rest der Ausrüstung heraus und legte sie an. Noch einmal lehnte er sich über Elaine die noch schlief und gab ihr einen Kuss ehe er aufbrach. Vor der Tür wartete schon Thargor, der mit ernster Miene berichtete, dass er die Pferde satteln hätte lassen und die Reiter bereitstünden. Thunder musste lachen und zerzauste die Haare seines Jungen als er vorbeiging.
Der Ritt war kurz und schnell gewesen bis endlich ein kleines Lager zu sehen war und die Reiter anhielten, sodass die Späher sich die Lage ansehen konnten. "Volltreffer", strahlte der Spähtrupp-Führer Thunder an, als er berichten durfte, dass es die Räuberbande war. Seit Tagen regnete es und nicht nur die Pferde, sondern auch die Soldaten sahen aus als hätten sie im Schlamm gebadet. "Macht euch bereit zum Kampf, ich will keine Überlebenden", wies er die Krieger an und lehnte sich zu Thargor rüber. "Du bleibst an meiner Seite, haben wir uns verstanden?", sagte er leise zu ihm und als dieser nickte drückte er dem Pferd die Fersen in die Seite und startete den Angriff.
Als würde der Donnergott selbst auf die Gesetzlosen zustürmen, brauste die schwere Reiterei auf das Banditenlager zu und ließ den Großteil dieser Brut vor Angst erstarren. Mit gekonnten Hieben schickte er einen Banditen nach dem anderen zu Boden, immer ein Auge auf Thargor gerichtet, der zwei Räuber getötet hatte, als sich sein Pferd aufbäumte und er zu Boden fiel und das Bewusstsein verlor.
Sofort sprang Thunder vom Pferd und kümmerte sich um seinen Sohn, der bereits wenige Sekunden nach dem Aufprall wieder zu sich kam. "Verdammt", brüllte er und schlug mit der Faust in den Schlamm, der in die Gesichter der Beiden spritzte. Thunder nahm ihn in den Arm und half ihn wieder auf die Beine, da seine Knie noch etwas zittrig waren. "Ich würde vorschlagen, dass wir deiner Mutter davon nichts erzählen", sagte er nun wieder lächelnd und zog seine Axt aus dem toten Leib eines der Räuber. Nachdem er sich einen Überblick verschafft hatte, und sich davon überzeugt hatte, dass alle erledigt waren, trat die Gruppen die Heimreise an und übernachtete nicht weit entfernt von dem Räuberlager.
Der nächsten Morgen war noch immer verregnet und erst im Laufe des Frühstücks begann es aufzulockern. Das Tageslicht offenbarte die mit Schlamm und Blut getränkten Kleidungsstücke und hätten sie nicht das Schwedenbanner mitgeführt, so hätte man auch sie für Räuber halten können. Die Stimmung im Trupp war ausgezeichnet und als ihnen ein Bote von der Burg entgegenkam und berichtet, dass der Herrscher Moskaus gekommen war, seine Kräfte mit den Nordleuten zu messen, freute sich besonders Thunder, den Sohn des ehemaligen Großthanen wieder zu sehen, hatte er doch des Krieges wegen das Friedensturnier in Nowogrod früher verlassen müssen.
Gegen Mittag erreichte die Truppe endlich die schwedische Hauptstadt und schnell fiel Thunders Laune wieder in den Keller als er am Haupttor einen Wanderpriester sah, der allen Ernstes versuchte, Leute zu bekehren. Aus einer der Satteltaschen holte er nun ein Seil und machte an ein Ende eine Schlinge, die andere Seite band er an den Sattel und ritt los in Richtung des Christen. "Elender Bastard, verschwindet endlich aus dem Norden", brüllte er ihn an und warf ihn im Vorbeireiten die Schlinge um den Hals, die sich mit einer Bewegung des Handgelenks zusammenzog und schon ging es im vollen Ritt zu einer großen Eiche, wo er den leblosen Körper auf hing, sodass ihn sich die Raben holen würden, dann ritt er zu den anderen und stellte mit ihnen die Pferde ein, ehe sie in die Große Halle gingen. Das ganze Schauspiel am Tor hatte einige Zuschauer angelockt, die nun zu der Eiche zogen um sich davon zu überzeugen, dass sie eben nicht geträumt hatten.
Am Brunnen hatten sie sich noch Hände und Gesicht gewaschen, dann betraten sie die Halle und holten sich jeder ein Met. Thargor machte sich auf zu seinem Bruder um ihn von der Jagd zu erzählen und Thunder begrüßte die Gäste. Als er Elaine und Abyrgur erblickte, gesellte er sich zu ihnen, gab seiner Gemahlin einen Kuss und begrüßte anschließend die Gäste. "Werter Velikij Knjaz Abyrgur und geschätzter Knjaz Spartan, ich darf euch willkommen heißen hier in Vaestmansland, möge es euch an nichts fehlen während eures Aufenthalts. Natürlich genießt ihr vollkommenes schwedisches Gastrecht. Ich hoffe Moskau ist es gut ergangen in der Zeit des Friedens, Schweden hatte ja erst vor kurzem noch unter den Folgen eines Krieges zu leiden, der den Großteil aller Christen an unsere Grenzen ziehen ließ.", sprach er zu den beiden Moskauern und nahm seine Tochter auf den Arm, die an seinen Fingern gezogen hatte und hoch wollte. Thunder musste auch kurz schmunzeln, da sich seine Prinzessen bei all dem Dreck und Blut recht wohl zu fühlen schien, und so gab er ihr ein Küsschen auf die Stirn ehe er sich wieder voll und ganz seinen Gästen widmete und hoffte nicht zulange abwesend gewesen zu sein.
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Re:Schwedens junge und alte Wilde 05.06.2010 00:01:56 --- 3 Monate her
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Jede Menge Botschaften aus vielen Teilen der uns bekannten Welt erreichten mich jeden Tag. Manche waren zum Lachen, andere verbrannten sehr schnell im Feuer aufgrund ihrer Sinnlosigkeit und wieder andere machten mich nur Sprachlos und wütend.
All die Informationen Berichte und Gerüchte gingen mir wieder durch den Kopf als ich zwischen unserer Hauptstadt und dem Lehen unseres Schildbruders Inkubus hin und her reiste um meinen Aufgaben als Vater und Ehemann und Huskjarl gerecht zu werden und trotzdem am Turnier unsere Jungritter teilnehmen zu können.
So kam es auch das ich tief in Gedanken durch die Hallen der Burg auf Vaestmansland ging und nur am Rande bemerkte ich wie Elaine ein Gespräch mit, mir fremden Kriegern, beendete und Thunder die selbigen zu begrüßen schien.
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