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Treffen der Bruderschaft 07.09.2010 12:01:54 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Der Krieg mit Norwegen war vorüber, doch herrschten weiterhin unruhige Zeiten. So berichteten die Kundschafter von Kämpfen auf Susdaler Boden. Aus diesem Grund beschloss der Großfürst, dass sich die Moskauer in Heeresformation zum Turnier nach Welikij Nowgorod begaben. Mit sich führte das Heer eine Truhe voll Silber, welches zum Aufbau der zerstörten Grafschaften in Nowgorod dienen sollte. Zumindest die äußeren Schäden des Krieges sollten so schnell, wie möglich wieder geheilt werden.
Am Ziel angekommen errichteten die Moskauer ein Heerlager vor den Toren der Burg, denn für so viele Menschen gab es nicht genug Unterkunft. Der Großfürst bezog ein Gemach auf der Burg, da die Oberhäupter der Bruderschaft in den nächsten Tagen viel zu besprechen hatten. Doch ließ er ebenfalls ein Zelt im Heerlager herrichten, wo er sich bei Tage sooft, wie möglich aufhalten wollte. In den letzten Monaten waren viele Ritter aus niederem Adel zum Heer gestossen und hatten tapfer für die Sache der Bruderschaft gekämpft. Nun galt es, diese Ritter näher kennenzulernen, denn Land musste verteilt werden und es lag ihm viel daran, dieses Land in die richtigen Hände zu geben.
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Re:Treffen der Bruderschaft 07.09.2010 14:03:23 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Längst war sie wieder in den Armen des Heerlagers gelandet und hatte kaum auch nur eine freie Minute gehabt, seit Anastasia erneut Moskauer Boden betreten hatte. Und längst hatte sie sich wieder an den monotonen Ablauf des Aufbauens, Abbauens und Marschierens gewöhnt. Um so ungewöhnlicher war die Tatsache, dass man doch nicht vorhatte in eine Schlacht zu ziehen, sondern nach Nowgorod reiste, genauer gesagt weliki Nowgorod, die dortige Burg. Schon bevor sie die Burg erreicht hatten, hatte Anastasia ihre Nase neugierig in die Luft gereckt und versucht die neuen Eindrücke von Weitem aufzunehmen. Denn der Trubel dort war schon aus der Ferne deutlich zu vernehmen.
Händler, Reisende, Schaulustige und natürlich Kämpfer, die dem Turnier beiwohnen wollten, zierten die überfüllten Straßen, die auch die Heerzüge passieren mussten, ehe man sich außerhalb der Burg „häuslich“ einrichten konnte.
Sobald die nötigen Vorkehrungen getroffen waren, das Lager an seinem rechten Platz stand, stahl sich die junge Moskauerin wie so oft aus dem Gefolge und machte ihre eigenen Erkundungstouren durch die Stadt. Interesse blitzte immer wieder in den Augen der Frau auf, wenn sie die bunten Bänder, edlen Broschen und Geschmeide oder teuren Waffen sah. Aber sie musste sich verzweifelt in Zurückhaltung üben, um nur ja nicht aufzufallen und so stöberte nur durch die Auslagen, ließ sie aber weitestgehend unberührt.
Auch Händler mit edlen Rössern und ausgedienten Gäulen standen hier bereit, um das fahrende Rittersvolk mit Pferden zu versorgen. Edle Tiere von stattlichem Geblüt und vor Jugend strotzend, aber auch die alten, ausgedienten, die zwar ihre besten Tage hinter sich hatten, nichts desto Trotz jedoch noch recht agil wirkten. Vor der Burg, auf den saftigen Wiesen, gab es dutzende Händler, wie auch einen bärtigen Nowgoroder, der hier seine Tiere anbot.
Hier konnte Anastasia nicht einfach so vorbei gehen, als ein wohliges Schnauben zweier Nüstern sich ihr entgegen blähte und die warme weiche Haut des Maules gegen ihre Wange stieß. Anastasia hatte die Stute zuerst nicht gesehen, wurde jedoch offenkundig von dieser auserwählt ihr Interesse zu bekunden. Als Anastasia genauer hin sah, blickte sie in ein weise wirkendes Augenpaar, das Erfahrung und ein doch recht hohes Alter bekundete, jedoch nichts von Lebendigkeit eingebüßt hatte. Leise seufzend strich sie der Stute über die Nüstern.
„Na Hübsche? Hat man dich hier vergessen?“
Als ob die Stute verstanden hatte, stob sie für einen Augenblick nach vorn, um Anastasia erneut anzustubsen und ihr in einem stummen Zwiegespräch zu erklären, dass sie nur auf sie gewartet hätte. Ein kurzes heiseres Lachen und Nastjenka schüttelte den Kopf.
„Aber nicht doch, ich kann mir dich gar nicht leisten. Und stehlen würde ich vielleicht, wenn wir nicht gerade hier wären.“
Jetzt hatte auch der Händler davon Wind bekommen und näherte sich schon das Geschäft witternd und mit einem Verkäufergrinsen der jungen Frau. Er pries die Stute, deren Namen Maria lautete, wie sich herausstellte, mit allen Mitteln an. Erfahrenes Turnierpferd, Viele Schlachten überlebt, und und und. Aber als Anastasia ihm erklärte, dass das zwar alles schön und gut sei, sie aber kaum Silber hatte, runzelte auch der Händler zunächst die Stirn.
Einige Zeit verstrich, der Händler wog alle Vor – und Nachteile ab und schlussendlich nach mühsamen Verhandlungen, feilschte ihn Anastasia dann so weit herunter, dass zwar der Großteil ihres Vermögens bei diesem Kauf für die Stute drauf ging, sie aber beinahe mit einem gewinnenden Lächeln das in die Jahre gekommene leichte Schlachtross abführte. Beschwingt von ihrem Geschick und der neu erworbenen Freundin, die offensichtlich nicht minder erfreut darüber war, ließ sie sich, obgleich auch unerfahren für sämtliche Turniere auf der Burg einschreiben.
Dass sie nun kaum mehr Silber für sich zur Verfügung hatte, störte die junge Frau nicht, denn Silber war ein Gut, dass man schneller wieder in der Tasche hatte als alles andere, dessen war sie sich gewiss.
Zurück im Heerlager versorgte sie zunächst ihr neues Ross, und begann sich dann allmählich erst um den Zustand ihrer Ausrüstung zu kümmern, der für die kommenden Tage außerordentlich gut sein musste. Denn die mangelnde Kampferfahrung musste sie ja irgendwie wieder wett machen, obgleich sie sich kaum Chancen ausrechnete. Nichts desto trotz freute sie sich auf das Turnier, es war eine willkommene Abwechslung, um sie von Gedanken abzulenken, die sie sonst schwerlicher ausblenden konnte.
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Re:Treffen der Bruderschaft 08.09.2010 11:07:11 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Der Großfürst nutzte die Zeit vor dem Turnier, um den großen Markt und die Schmieden im Händlerviertel aufzusuchen. Nicht selten begleitete ihn dabei die junge Lalapeja, doch lag Ihr Auge mehr auf feine Stoffe und Geschmeide, prüfte er verschiedene Waffen oder Weine aus dem Ausland. Dennoch ließ er sich von Ihr überzeugen zum Anlass des am Abend stattfindenden Festmahls einen neuen Mantel zu erwerben.
Bei einem Händler kaufte er Mengen von Vodka, Wein und Bier ein. Dies ließ er auf Wagen laden, die ihn zum Lager der Moskauer begleiteten. Dort angekommen suchte er nach seinen Bojaren, welche er nach einiger Zeit auch fand.
„Nicht alle Moskauer werden heute abend am Festmahl teilnehmen können, aber Ihnen soll es auch an nichts mangeln. Sorgt dafür, dass alle genug bekommen und bei Laune gehalten werden.“ Er deutete auf die mitgebrachten Wagen. „Dies sollte reichen um den Durst zu stillen, fürs leibliche Wohl lasse ich Euch noch Speisen schicken. Und gebt weiter, dass ich jeden Ritter, der am Turnier teilnimmt, auf dem Festmahl sehen möchte.“
Es folgte noch ein kurzes Gespräch über aktuelle Ereignisse im Lager, dann machte er sich daran, jenes zu inspizieren. Hier und da wechselte er ein Wort mit den Männern und kehrte dann in sein Gemach auf der Burg zurück, um sich fürs Fest vorzubereiten.
Er hatte Vikov mitteilen lassen, dass er eine Tischdame mitbringen würde und doch bitte dafür gesorgt wird, dass sie einen Platz neben ihn erhält. Der Abend begann mit einer Willkommensrede von Vikov und alle freuten sich bereits auf die Speisen, als Abyrgur aufstand und das Wort ergriff.
„Edle Damen, edle Ritter. Ich will Euch nicht länger, als nötig aufhalten, doch…“, er reichte Lalapeja die Hand und half Ihr sich zu erheben, „…möchte ich hier vor den tapfersten Rittern der Bruderschaft kundtun, dass ich die edle Dame Lalapeja zu meiner Frau nehmen werde.“ Fäuste hämmerten auf die Tische und Hochrufe wurden laut. Mit einer Handbewegung versuchte der Großfürst für Ruhe zu sorgen. „Diesen Tag möchte ich mit Euch gemeinsam begehen, daher lade ich Euch alle zu unserer Hochzeit nach Moskau ein.“
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Re:Treffen der Bruderschaft 08.09.2010 14:35:17 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Ah, weliki Nowgorod. Eine schöne Stadt, wie Vlad fand, und er besuchte sie immer wieder gerne. Es war das Tor zur Welt für die Bruderschaft und so konnte man dort unzählige fremdartige Dinge entdecken. Nachdem er den Aufbau des wepsischen Lagers komplett kundigen Händen überlassen hatte, nutzte Vlad die freie Zeit um mit seiner Familie durch die Stadt zu wandern. Das offizielle Treffen mit dem Rest der Bruderschaft würde früh genug beginnen...
Das Festmahl kam nicht wirklich überraschend, Vlad hatte etwas in der Art erwartet, wo alle Ritter der Bruderschaft vorm Turnier nochmal zusammen kommen würden. Nachdem sie ihre zwei jüngeren Kinder der Obhut der älteren beiden überlassen hatten, machten sich Vlad und Milonja auf zum Festmahl.
Die Stimmung war ausgelassen und Vlad, der nach neugierig nach den "wichtigeren" Leuten der Bruderschaft Ausschau hielt, fiel sofort die junge Dame an Abyrgurs Seite auf. Er rätselte, hatte er seine Tochter mitgebracht oder war sie das, was er dachte...?
Die Auflösung gab wenig später Abyrgur selber und Vlad staunte nicht schlecht. Die junge Dame konnte kaum älter sein als Vlads eigene älteste Tochter. Er bezweifelte dass hier Liebe im Spiel war, doch sowas war im Adel nicht ungewöhnlich und es ging ihn im Grunde nichts an...
Nachdem die Jubelrufe ein wenig abgeebt waren, erhob sich Vlad mit seinem Becher in der Hand und es wurde augenblicklich ruhiger als man sah dass der König der Wepsen etwas sagen wollte. Dieser prostete Abyrgur und Lalapeja zu.
"Meine Glückwünsche, auf euer Wohl trinke ich gern! Es wird zeit, dass dieser starke Mann durch eine starke Frau, die ihn unterstützt, ergänzt wird. Wann wird die Hochzeit denn sein?"
Nein, Fiona ist nicht wahnsinnig.
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Re:Treffen der Bruderschaft 08.09.2010 19:45:33 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Verwirrt hatte Lalapeja die Information aufgenommen, dass das Turnier erst einen Tag später begann und bereits am heutigen Abend das Bankett stattfinden sollte. Zum Glück war sie am frühen Tage noch mit Abyrgur auf dem Markt gewesen und hatte dafür gesorgt, dass er einen neuen Mantel gekauft hatte. Flink machte sie sich für den Abend zurecht. Sie kämpfte mit ihrem Haar und ließ es zu guter Letzt offen über ihre Schultern fallen. Sie wusste, dass Abygur diese Form der Frisur an ihr mochte und sie hatte nicht die Nerven sich weiter mit einer hoch gesteckten Frisur abzuquälen.
Auf dem Fest führte der Großfürst sie nah an seiner Seite. Lalapeja spürte ein leises mulmiges Gefühl in der Magengegend. So viele Gesichter sahen sie fragend und skeptisch an. Doch Pej straffte die Schultern und entschied, dass es ihr nicht helfen würde, wenn sie das verängstigte Mädchen aus dem Walde spielte. Sie richtete den Blick geradeaus und lächelte, wenn man ihr zunickte. Nein, sie würde eine gute Figur neben dem Fürsten abgeben!
Insgeheim ärgerte sie sich ein wenig darüber, dass sie ihn nicht in die Verlegenheit bringen konnte, die blauen Flecken ihres ersten Kampfes zu erklären. Naja, vielleicht kam sie ja noch auf anderem Wege zu diesem Spaß.
Mutig lächelte sie erneut, als Abyrgur die Stimme erhob und verkündete, dass er und sie heiraten würden. Erschrocken zuckte sie zusammen als Fäuste und Krüge auf die Tische klopften und man laut Glückwünsche rief. Verstohlen blickte Pej zu ihrem zukünftigen Gemahl und argwöhnte, dass er eine Schramme ihrerseits vermutlich nur mit Stolz und geschwellter Brust vorzeigen würde... Welcher Großfürst konnte schon eine kämpfende Frau vorzeigen - wäre das nicht das perfekte Anzeichen für einen zukünftigen starken Sohn.. ?
Dieser und einige andere Gedanken gingen ihr durch den Kopf, während sie den Fürsten beobachtete, der nur grinste und dankend nickte, wenn man ihn direkt ansprach, ihn beglückwünschte und auf sein Wohl getrunken wurde.
Na wunderbar, wenn sie sich nicht versah würde sie bald von einem Haufen betrunkener, wilder Männer umgeben sein... Das waren geradezu phantastische Aussichten. Was die starke Frau anging, von der einer der Männer sprach, nun, das würde sich wohl noch zeigen müssen.
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Letzte Änderung: 2010/09/08 19:47 von .
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Re:Treffen der Bruderschaft 09.09.2010 09:59:48 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Iwan war aufgeregt, nicht nur, dass er zum ersten Mal an einem Turnier teilnehmen würde, nein, er war auch noch zum Fest auf der Burg geladen worden. Mit ihm sollte seine Verlobte Natascha und hoffentlich auch bald seine Ehefrau an dieser Veranstaltung teilnehmen.
Und so kam es, dass Iwan durch das Lager schlenderte, kaum, dass er ihre Zelte errichtet hatte.
Er freute sich darauf, alte Bekannte zu treffen und neue Freundschaften zu schliessen. Außerdem hoffte er, bei diesem Anlass endlich mal wieder seinen Grafen zu treffen, der ihm doch die erste Zeit auf seinem Lehen sehr geholfen hatte und ihm mit dem ein oder anderen Silberstück unterstützt hatte.
Mit vielen Moskauern hatte er bisher nur wenig Kontakt gehabt, außer er traf sie zufällig in der Nähe seines Lehens, focht mit ihnen ein Trainingsduell aus, in dem mal die eine, mal der andere gewann. Und ganz selten, wenn Iwan das Glück hold war, oder er zum Speer griff, gewann er so manch vergnügliches Duell.
Auch hatte er schon in mehreren Schlachten an der Seite der Moskauer gefochten, doch entweder ging er früh zu Boden, oder lachend erinnerte er sich an seine allererste Schlacht.
Sein Pferd wollte auf einmal in einem fliegenden Galopp auf die Feinde zusprengen und warf ihn dabei auch noch ab, kurz bevor diese erreicht wurden. Peinlich war das Ganze, doch inzwischen war Iwan ein erfahrener Ritter geworden, der wusste, wie man mit welcher Waffe wie umzugehen hatte und auch gerne den ein oder anderen niederstreckte.
Und so begab sich Iwan zusammen mit Natascha zum Festschmaus, über seine Turnierteilnahme grübelnd, rechnete er sich doch wenig bis keine Chancen aus, nachdem er bei der Auslosung erfahren hatte, dass er zweimal gegen Milonja antreten müsse... und wie Recht er damit behalten sollte.
Da Iwan nur ein einfacher Ritter, durchaus mit einem gewissen Reichtum gesegnet, aber eben nur einer der einfacheren Ritter war, nahmen er und Natascha im unteren Bereich des Saales Platz.
Freudig trommelte er mit den anderen auf die Tische, als Abyrgur die Verlobung mit Lalapeija bekannt gab.
Immerhin kannte er diese flüchtig, hatte er ihr doch immerhin in ihren ersten Moskauer Tagen ein erstes Trainingsduell verschaffen können, in dem sie sich ganz wacker geschlagen hatte.
Und so freute sich Iwan auf einen feuchtfröhlichen Abend im Kreise seiner Freunde und war gewillt, neue Bekanntschaften zu schliessen und bestehende zu Freundschaften zu vertiefen...
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Letzte Änderung: 2010/09/09 10:00 von .
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Re:Treffen der Bruderschaft 09.09.2010 10:33:25 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Der erste Turniertag war um und der Großfürst hatte einen Wellenbad von Gefühlen durchlaufen. Zunächst hatte ihn die Nachricht vom Tode seines Waffenmeisters erreicht, was ihn sehr betrübt hatte. Zu gerne, wäre er noch einmal gegen den alten Haudegen angetreten.
Dann litt er mit Lalapeja mit, die sich tapfer gegen einen erfahrenen Ritter wehrte. Er hatte das Gefühl jeden erlittenen Treffer ihrerseits zu spüren. Schließlich musste er selber antreten und Sadolou bereitete ihm zunächst viele Schwierigkeiten, doch konnte er sich letztendlich durchsetzen. Doch mit Leonid Hempejevitsch wartete in der 2. Runde ein gefährlicher Gegner auf ihn. Ohne Probleme hatte dieser seinen Landsmann niedergestreckt. Abyrgur war beeindruckt und wünschte sich gerade in diesen Momenten die Ratschläge seines alten Waffenmeisters.
Weiter ging es mit dem Tjosten, wo er auf Vikov traf. Da sein Pferd über kaum Erfahrung verfügte und er erstmalig mit ihm an einem Tjosten teilnahm, sah er seine Chancen nur als sehr gering an. Umso überraschter war er dann gewesen, als er bereits nach zwei Durchgängen, als Sieger feststand. Sein nächster Gegner würde Vlad von Urkenburg sein. Er hatte sich mit seiner Kanzlerin Magdalena ein beeindruckendes Duell geliefert.
Vor dem abschliessenden Melee stärkte sich der Großfürst noch einmal. Er nahm sich vor in der Nähe von Lalapeja zu bleiben, um sie zu schützen. Doch wie immer sind alle schönen Pläne hinfällig, wenn die Schlacht einmal entbrannt ist. Vlad von Urkenburg fiel nach einem Treffer von ihm, war dies ein gutes Omen für den morgigen Tag? Danach fällte er einen ihm unbekannten Ritter, bevor Leonid Hemejevitsch ihm zum Opfer fiel. Abyrgur füllte sich gut. Dieses Melee könnte er gewinnen. Doch je länger der Kampf dauerte, umso mehr Treffer musste er einstecken und der Großfürst begann allmählich zu keuchen. Einen weiteren Ritter schickte er zu Boden. Dann folgte ein Treffer gegen seinen Kopf, er drehte sich um und schlug zu. Es war Elena, welche ihn angegriffen hatte. Zwei Schläge später lag auch sie im Staub. 5 Gegner hatte er bereits in den Staub geschickt und noch 4 Gegner standen. Er suchte sich Yatsu aus. Dieser wirkte noch erschreckend frisch und traf den Großfürsten hart, so dass dieser zurücktaumelte. Ein weiterer Treffer, woher war dieser gekommen?, streckte ihn endgültig nieder.
Er erwachte, als eine Ladung eiskaltes Wasser sein Gesicht traf. Zunächst glaubte er sich noch bei der Feier am Vorabend, wo es hoch hergegangen war und er nach dem Festmahl durch die Reihen ging, um den ein oder anderen Moskauer Adligen besser kennenzulernen. Natürlich musste Lalapeja ihn dabei begleiten. Auch wenn er das Gefühl hatte, dass sie sich nicht wohl fühlte, musste sie diese repräsentativen Auftritte schnellst möglich verinnerlichen. Eine weitere Ladung Wasser traf ihn und der Großfürst stieß einen lauten Fluch aus und erhob sich ächzend vom Boden. Er spürte jeden Knochen in seinem geschundenen Körper und Ärzte und Schmiede würden viel Arbeiten haben, ihn und seine Ausrüstung bis zum nächsten Tage hinzubekommen. So begab er sich in sein Zelt und wartete auf die Ärzte und eine Nachricht vom jungen Spartanow, wann die Beisetzung seines Vaters erfolgen sollte.
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Letzte Änderung: 2010/09/09 10:37 von Hjorvarth Abyrgurson.
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Re:Treffen der Bruderschaft 09.09.2010 10:55:41 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Iwan erwachte am nächsten Morgen mit einem gewissen Brummschädel in seinem Zelt, wie war er nur dort hingekommen?
Und so rekonstruierte er Stück für Stück den vergangenen Abend und das Bankett.
Iwan erinnerte sich daran, dass er erstmals die Hand des Großfürsten schütteln durfte und sie sich über das ein oder andere Thema, sein Lehen betreffend unterhalten hatten. Auch hatte er ihn nach seinem Grafen Spartan gefragt, doch erhielt er dort von Abyrgur nur eine ausweichende Antwort.
Irgendwie vermisste er diesen alten Zausel, der früher und auch noch heute einer der besten Moskauer Kämpen war und ist...
Anschliessend trank Iwan den ein oder anderen Wodka über seinen Durst hinaus, schäkerte mit seiner Natascha und küsste diese einmal kurz, war er sich doch noch nicht sicher, wann und ob sie von ihrer Verlobung künden sollten.
Und so erwachte Iwan mit einem Kater, mühsam rappelte er sich nach oben und kämpfte erst gegen seine Müdigkeit erfolgreich mit einem Eimer Wasser an, um sich dann anschliessend mit Nataschas Hilfe in seine Rüstung zu quälen.
Iwan marschierte nun recht gut gelaunt zum Turnierplatz, auf dem ihn schon seine Gegnerin erwartete, die mit einem ganzen Arsenal guter Waffen gerüstet war und sich in letzter Minute für den Speer entschied.
In diesem Duell gelang es Iwan immerhin mehrmal seine Gegnerin Milonja mit mehreren Hieben seines Schwertes zu treffen, doch hatte er ihren furchtbaren Speerstössen wenig bis nichts entgegen zu setzen... und so kam es, wie es kommen musste. Iwan ging, auf Grund mehrerer kleiner Wunden zu Boden und hatte somit erwartungsgemäss das erste Duell verloren.
Nachdem Natascha ihn mit etwas Wasser und einem kleinen aufmunternden Kuss auf die Wange wieder auf die Beine gebracht hatte, war Iwan bereit für das anstehende Tjosten.
Auch hier hatte ihm das Losglück eben Milonja zugeteilt... und es war ihm nicht möglich, diese zu besiegen.
Immerhin konnte er sich den Respekt der Zuschauer holen, indem es ihm gelang, diese einmal vom Pferd zu werfen. Und gleich den allerersten Treffer von ihr konnte er gar mit seinem Schild abwehren.
Doch dann wendete sich erwartungsgemäss das Kampfgeschehen und Iwans jungendliches Ungestüm musste der Kampferfahrung Tribut zollen und Iwan fand sich am Ende des Duells auf dem Boden der Tatsachen sprichwörtlich wieder, denn er sass mit dem Allerwertesten auf dem Erdboden.
Beim anstehenden Massenkampf hoffte Iwan, dass er zu Beginn ein paar ruhige Minuten haben würde, doch dies war hinfällig und er hörte alle Kirchenglocken Nowgorods in seinem Schädel läuten, als ihn ein heftiger Schlag seines Großfürsten traf... doch bevor er sich bei diesem revanchieren konnte, trug ihn das Geschiebe und Geschubse weiter.
Iwan konnte sich hinterher nur noch an ein Hauen und Stechen erinnern..und dass ihn zeitgleich zwei Ritter angingen.
Der eine konnte einen harten Treffer in seinem Rücken landen, wie unfair und der andere traf ihn ziemlich zeitgleich auf den Kopf... und Iwan wurde es schwarz vor Augen...
Er erwachte, als ihn ein Schwall Wasser traf, ob es für ihn oder die neben ihm liegenden Ritter bestimmt war, wusste er nicht zu sagen...
Und mühsam, von Natascha gestützt, humpelte er in sein Zelt, damit war für ihn das Turnier der Bruderschaft beendet...
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Re:Treffen der Bruderschaft 09.09.2010 11:08:18 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Nach ihrem Ausflug in die Weiten der Burg hatte Anastasia sich recht schnell in weliki Nowgrord wohl gefühlt und bevor das Turnier starten würde verbrachte sie so viel Zeit wie möglich mit ihrem neuen Pferd. Sie mussten sich noch aneinander gewöhnen, obgleich das stumme Band, das bereits beim Kauf geknüpft worden war, unwiederbringlich verschlungen war. Jeden Morgen machte sich Anastasia daran auszureiten und ein Gefühl dafür zu bekommen, was es hieß fest im Sattel zu sitzen und am Tag als man die Auslosungen verkündete, wusste sie, dass sie allen Grund hatte, sich vorzubereiten.
Sowohl in den Duellen als auch im Tjosten hatte man ihr Arcus Feuerstein zugewiesen, den neuen Oberbefehlshaber ihres Heeres. Arcus war um einiges älter und erfahrener als sie, sein Ross war jung an Jahren und seine Kampfkraft legendär. Zumal ihre Ausrüstung mit der seinen kaum mithalten konnte.
Das Bankett hatte sie absichtlich nicht besucht, obgleich man ihr davon erzählte und ausschweifend bekannt gab, dass der Großfürst seine neue Ehefrau in spe vorgestellt hatte. Für all das hatte Anastasia nichts übrig, diese Feste war sie schon in ihrer kurzen Jugend derart leid gewesen, da sie sie besuchen musste, um ihrer „Arbeit“ nachzugehen. Für sie war es kein Vergnügen, sich vollzufressen, sich zu betrinken und am Ende gar vielleicht noch tanzen zu müssen oder was auch immer man auf derartigen Feiern plante. Sie hatte sich wie immer im Stillen umgesehen, aufgepasst und gelernt. Und sie hatte gut daran getan.
Der erste Turniertag kam dennoch derart überrollend plötzlich, dass Anastasia am Ende des Tages nur mühsam ihre geschundenen Knochen zu sortieren wusste. Übersät mit blauen Flecken rekapitulierte sie am Abend bei einer Flasche Vodka, der zumindest halbherzig die Kopfschmerzen dämpfte.
Arcus hatte sie wie zu erwarten angetrieben. Das Duell gegen ihn forderte sie in höchstem Maße, aber dank ihre Wendigkeit und ihres wohl jungen Alters forderte auch sie ihn nicht minder. Es war ein knapper Sieg, denn Arcus wirkte mehr als angeschlagen und einige Stunden später sollte sich zeigen, dass ihr neu erworbenes Pferd, Maria,ein absoluter Glückstreffer war. Was Anastasia an Erfahrung mangelte, machte ihr leichtes Schlachtross mit seiner wieder wett und so triumphierte sie zumindest hier über Arcus. Mühsam hatte sich Anastasia in der Mähne Marias festgekrallt, nachdem die Arcus' Lanze gegen sie gekracht war, aber nicht sie fiel, sondern Arcus selbst.
Sie hatte nicht viel Zeit sich zu regenerieren, aber nachdem sie ihr Pferd versorgt wusste und sich selbst eine kurze Ruhepause gegönnt hatte, trat sie hoch motiviert und beschwingt beim Melee an. Und auch hier war es wieder ihre Wendigkeit, die sie davor bewahrte gleich in den ersten Runden zu vielen Gegnern in die Arme zu laufen. Sie wich ihnen wo sie nur konnte aus, und erst als eine ganze Reihe von Teilnehmern gefallen war und bereits kraftlos im Staub lag, wurde man auch ihr gewahr. Sie musste viele Treffer einstecken und nur mühsam kämpfte sich die junge Moskauerin durch, aber durch ihre jahrelange Übung mit Sergej und seiner Räuberbande konnte sie sich doch bemerkenswert gut durchsetzen. Einer nach dem anderen fiel. Sie selbst zählte drei Gegner, die sie gerade so zu Boden geschickt hatte, bevor schließlich in einem erbitterten Zweikampf nur noch sie selbst und YATSU auf dem Platz standen und sich gegenseitig attackierten. Aber es wäre vermessen gewesen darauf zu hoffen, gegen einen derart erfahrenen Ritter zu gewinnen und so ging sie nach einiger Zeit und einem mehr als kräftigen Hieb dann endlich zu Boden.
Fassungslos registrierte sie erst nach dem Melee, wie gut sie sich eigentlich geschlagen hatte und war stolz darauf, dass sie immerhin gegen einen Moskauer verloren hatte, dem sie nur das beste wünschen hatte können. Sie war stolz auf sich, so unendlich stolz, sich ganz gegen ihre Erwartungen so gut geschlagen zu haben, dass sie beinahe beschwingt und gleichzeitig vor Glück trunken in ihr Lager taumelte, um sich von einem Medicus verarzten zu lassen.
Sie hatte es geschafft, sich durchzubeißen, das war gewiss und was waren schon blaue Flecken, einige Schrammen und ein dröhnender Schädel gegen die Gewissheit immerhin einen Sieg errungen zu haben und und nur ganz knapp an einem zweiten vorbei geschrammt zu sein. Diese Flasche Vodka hatte sie sich mehr als verdient, als sie mitten in der Nacht mit einem zufriedenen Grinsen auf ihre Lagerstatt fiel.
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Re:Treffen der Bruderschaft 10.09.2010 09:43:23 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Am Morgen des zweiten Turniertages schickte der Großfürst einen seiner Männer ins Moskauer Lager, dieser verkündete allen, das Spartan, Waffenmeister des Großfürsten verstorben war und in Bälde beigesetzt würde.
Als sich die Versammlung wieder aufgelöst hatte suchte er nach Iwan Grosny, welchen er nach einigen Nachfragen im Lager fand.
„Herr, seid Ihr Iwan Grosny?“ Ein Nicken des angesprochenen zeigte dem Mann, dass er endlich fündig geworden war. „Findet Euch heute nach dem Turnier beim Großfürsten ein. Er hat etwas mit Euch zu besprechen.“
Er wartete kurz die Antwort ab, verneigte sich und entschwand.
Währendessen hatte sich Abyrgur auf seinen zweiten Tag beim Turnier vorbereitet. Gemeinsam mit Lalapeja nahm er ein Frühstück ein und ließ sich von ihr zum Turnierplatz begleiten, wo er in seinem Zelt, die Rüstung anlegte. Heute ging es gegen Leonid Hempejevitsch, der Sohn, des früheren Fürsten der Nowgoroder und Wepsen. Ihm war zu Ohren gekommen, dass dieser ein vorzüglicher Schwertkämpfer sei, doch würde ihm das nichts nutzen. Abyrgur fühlte sich gut und ging siegessicher in den Kampf. Dieser verlief, aber ganz und gar nicht nach seinem Geschmack. Schnell geriet er in die Defensive und konnte nur reagieren und nicht agieren. So dauerte es auch nicht lange bis Hempejevitsch, den Kampf für sich entschieden hatte. Zähneknirschend gratulierte er seinem Kontrahenten und verzog sich schnell in sein Zelt.
Seine Laune sollte sich erst bessern, als er unerwartet im Tjosten gegen Vlad von Urkenburg gewann. Nach diesem Kampf eilte er in sein Zelt, legte die Rüstung ab und erfrischte sich ein wenig, um sich dann auf den Weg in sein Gemach auf der Burg zu machen. Es galt noch eine wichtige Entscheidung zu treffen
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