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THEMA: Re:Eine neue Ära
 
Gottfried

Sizilien
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Re:Eine neue Ära      31.03.2010 22:05:07 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Es war gut endlich wieder eine Waffe in seiner Hand zu halten.
Die Duelle waren angelaufen und Schurrstein wurde von einem seiner kiewer Ritter aus dem Wettkampf geworfen. Dieser war einfach besser trainiert, ihm fehlte nicht die Übung und seine Gelenke waren nicht steif vom vielen Sitzen wie die des Knjaz.
Zum Turnier zu Ehren seiner Krönung erwartete Schurrstein für sich selbst aber ein besseres Aschneiden.
Als er dann aber den Rücken seines Pferdes Blüte des Ostens bestieg war alles anders. Er fühlte sich sicher und unbesiegbar, sein Blick fokussierte sich auf die Lanze und traf sein Ziel beim zweiten Durchgang. Damit hatte er gewonnen.
Doch auch hier musste er auf Grund von mangelnder Übung im zweiten Rundgang ausscheiden, so hatte er genug Zeit, seine Abreise nach Sumy zu planen.

Am nächsten Tag.
Alles stand bereit, die Leibgarde saß in voller glänzender Rüstung mit dem Wappen Kiews und der Mordwinen auf ihren prächtigen Schlachtrössern, das Gefolge stand bereit.
Die Kirchenglocken der Kapelle schlugen andächtig.
Das Treiben auf dem Vorplatz erinnerte an einen Binnenstock. Der erste Sekretär und ein Leibgardist stürmten den prunkvoll eingerichteten Flur entlang.
"Mein Knjaz, alle warten auf euch.", rief sein Sekretär vorwurfsvoll, als er seinen Herren beim Ankleiden erwischte. Dieser knurrte nur unbeholfen: "Sollen sie doch..."
Er betrachtete seinen Umhang und fühlte über die neu angebrachten Wappen. "Ich benötige einen neuen Umhang. Diese Flicken sind unter der Würde eines Zaren, und unter der Würde des Volkes des Zarenreiches. Gebt es sofort in Auftrag!", befahl Schurrstein seinem Sekretär. Zu seiner Erleichterung aber fügte er noch etwas an: "Ich werde ohne Umhang reiten." Daraufhin nahm er ihn ab und warf ihn aufs Bett. "Können wir, die Herren?" Dies waren die Worte die sein erster Sekretär hören wollte.


Gottfried Söldner Siziliens Nachfahre des Zaren Sir Schurrstein


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Albrecht der Bär

Sizilien
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Re:Eine neue Ära      01.04.2010 11:16:11 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Ein Bote kam ins Zelt gelaufen und stellte ein Kohlebecken in die Ecke des Zeltes. Einen Krug Wein brachte er über der Glut an.
"Ist mein Bruder, der Knjaz, mit seinem Gefolge schon aufgebrochen?" fragte Konrad den Jungen.
"Ja, mein Herr. Er ist heute morgen in aller Frühe nach Sumy losgeritten!"
Die Kohle verbreitete eine wohlige Wärme in dem kleinen Zelt. Jetzt, im November, wird es gar nicht mehr warm in Kiew. Konrad hielt seine großen Hände über dem Becken und hing seinen Gedanken nach.
Lange hatten sich die Brüder darüber unterhalten, was sich für sie alles ändern würde, wenn Schurrstein Zar wird. Und Konrad wusste immer noch nicht was er davon halten sollte. Als Bruder des Zaren würden jetzt noch weitere Verpflichtungen auf ihn zukommen, als nur die Kiewer Ritter in die Schlacht zu führen. Die ersten diplomatischen Verhandlungen hatte er mit den Petschenegen schon hinter sich und ihm war schnell klar geworden, dass er sich auf dem Schlachtfeld wohler fühlte. Der Hofstaat schwoll immer weiter an. Hier ein Priester, dort ein Lakei und alle konnten schreiben und lesen und versuchten sich in die Gunst des neuen Zaren zu stellen. Diese Menschen waren Konrad nicht geheuer. Besonders die, die sich mit der Schrift auskannten. Für den Heerführer Kiews waren das unbekannte und unheimliche Zeichen, vielleicht sogar Teufelswerk.
Konrad blickte seinen treuen Knappen Otto an, der dabei war einen gerissenen Lederiemen an der Rüstung Konrads zu wechseln. "Lange wird er nicht mehr in meinem Dienst stehen," murmelte Konrad, "er müsste schon um die 13, oder 14 sein, dann wird er wohl bald zum Ritter geschlagen." Otto war der einzige wirkliche Vertraute Konrads und ertrug stoisch seine nicht seltenen Wutausbrüche. Der Lederriemen war im Melee gerissen, eine ärgerliche Sache. Konrad stand mit nur noch vier oder fünf Gegner, als das Leder riss und sein Brustpanzer sich von seiner rechten Schulter löste. Frustriert musste er den Kampf abbrechen und hatte daraufhin fasst dem Rüstungsschmied einen Kopf kürzer gemacht. Von da an kümmerte sich Otto wieder um seine Rüstung.
Konrad konnte Schurrstein noch nicht nach Sumy nachreiten, er war in diesem Turnier weit gekommen und es wäre seinen Gegnern gegenüber unehrenhaft gewesen, jetzt die Lanze wegzulegen.
Geistesabwesend nahm Konrad einen tiefen Schluck von dem nun warmen Wein, der ihn über seinen blonden Bart das KInn hinab ran. Früher hatte er das vor jedem Duell und Turnier vor lauter Nervosität mehrere Becher gesoffen, heute war es nur noch ein Ritual für ihn.
"So mein Herr, die Rüstung ist fertig und wartet darauf mit euch weitere Ehre zu erlangen!"rief Otto nicht ohne Stolz auf seine schnelle Arbeit.



Ubi est timor, ibi honor! Der Sohn Konrads III
 
Letzte Änderung: 2010/04/01 11:18 von Albrecht der Bär.
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Vendela

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Re:Eine neue Ära      01.04.2010 15:46:48 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Überall tummelte sich Volk in diesen Tagen in Sumy. Alle waren mächtig in Aufregung. Zwischen dem regen Treiben holperte ein Ochsenwagen ins Zentrum, gezogen von zwei schwerfälligen Ochsen. Das Heu, mit welchen dieser beladen war, roch noch nach dem letzten Sommer und dick in Loden gehüllt sass eine junge Ritterin darin.
Es war Vendela, welche mit ihren jungen Jahren schon zur Gospodaren für innere Angelegenheiten von Mordwinien ernannt wurde. Ob sie dieser Aufgabe gewachsen war, würde sich in der Zukunft zeigen. Sie kam direkt von ihren ersten bestrittenen Tunier aus Kiew. Eigentlich wollte sie ja zusammen mit King Arthur hierher kommen, Doch entschied sie sich kurzfristig früher aufzubrechen, weil noch einige persönliche Dinge keinen Aufschub erforderten.Nun war sie jedenfalls in Sumy angekommen, wo das Krönungstunier für den neuen Zaren stattfinden sollte.
Sie hatt unterwegs den Bauern mit seinem Ochsenwagen getroffen und in Erfahrung gebracht, dass auch er auf dem Weg nach Sumy war. Seine Lieferung diente den Streitrössern des Tunieres. Für wenige Silberstücke schwang sie sich hinten auf den Wagen.Vendela kam das äusserst gelegen, so musste sie nicht den ganzen Weg zu Fuss latschen. Sicher- mit einem stattlichen Ross einzureiten, wäre ihres neuen Amtes würdiger gewesen. Doch besass sie keines und ehrlich gesagt scherte sie sich nicht um Etikette. Das Heu war eine recht einladende Bequemlichkeit um den Weg fortzusetzen.
Sie beobachtete noch eine Weile das Treiben vom Wagen aus, welcher im gemütlichen Tempo seinen Weg fortsetzte, bis sie sich entschloss ihre Habseligkeiten zu nehmen und abzuspringen.Ohne einen Schritt zu machen, legte sie ihre Hände in die Hüften und beugte ihren Rücken nach hinten.Ihr Gesicht verzog sich zu einem "Autsch". Sie spürte, wie ihre Wirbel sich wieder einzuränken versuchten.Das Heu auf dem Wagen konnte wohl doch nicht jegliche Erschütterung des Holperweges auffangen.
Eingeränkt und ausgeruht ging sie frohen Mutes durch die Gassen. Doch war sie das erste Mal hier und die Menschenmenge Tat ihr übriges, dass sie den Überblick verlor, wohin sie denn gehen muss.
Während sie stehend überlegte, war gerade ein kleiner Junge im Begriff vorbei zu laufen.Sie hielt ihn mit ihrem ausgestreckten Arm kurzerhand auf: "Ä-Ä sag mal, wo gehts denn hier zum Tunierplatz"
Der Junge schaute sie entsetzt an, er schien es wirklich eilig zu haben: "Oh entschuldigt - aber ich bin wirklich in grosser Eile" Mit diesem Worten versuchte er sich energisch aus ihrem Griff loszureissen. Nur war Vendela da anderer Meinung und hielt ihn weiterhin fest: "Das kann ja sein. Ich hab dir trotzdem eine Frage gestellt." Der Junge strampelte und zeterte in Vendelas Armen und zeigte fuchtelnd in die gleiche Richtung, in die er selber eigentlich rennen wollte.Vendela schaute geradeaus und liess das Balg ohne weitere Beachtung seines Weges laufen.
Sie zupfte ihren Waffenrock zurecht, legte ihre Habseligkkeiten über die Schulter und ging gemächlich in Richtung Tunierplatz ...
 
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Gottfried

Sizilien
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Re:Eine neue Ära      01.04.2010 20:52:56 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Der zukünftige Zar und Knjaz Kiews ritt mit seinem Gefolge in Sumy ein, sie passierten den Grenzstein und je näher sie dem Turnierplatz kamen, desto mehr Gedränge herrschte auf den staubigen Straßen. Die Händler aus der Gegend, die noch keinen Stand am Turnierplatz hatten, kämpfen auf dem Weg dorthin um jeden Meter. Die Bevölkerung des gesamten Zarenreiches war auf den Straßen und in Richtung Sumy, so schien es. Jeder, der in der Gegend von Sumy zu tun hatte, war auf dem Weg zu diesem historischen Augenblick. Man sah zwischen den Einheimischen noch viele aus fremden Ländern, von weit her die bald ihr Ziel erreichen würden.
Angesichts dieser Menschenmassen war es umso beeindruckender, dass die Wege so schnell frei waren als man das Banner Kiews und Mordwinas sah, die Farben des Zaren. Die Menschen, die sich vorher quälend über die steinigen gefrorenen Trampelpfade machten, wichen ehrfürchtig aus und strahlten beim Anblick des zukünftigen Zaren Sir Schurrstein.
Er wurde begrüßt, geehrt und Ritter sowie einfache Bauern, die um die Bedeutung dieses Anblickes wussten, verbeugten sich. Ein kalter Wind zog auf und zwang die Leibgarde schneller zu reiten.
Man wollte schnell aus diesem kalten Wind, bevor noch etwas abfror. Man hatte die Turnierpferde schon vorgeschickte, um sie für das Turnier zu schonen, damit sie nicht jetzt unterwegs sein mussten in diesem Trubel
Es würde noch etwas dauern, bis Schurrstein in Sumy ankommen würde.
So hatte er Zeit, darüber nachzudenken, was er sagen würde.


Gottfried Söldner Siziliens Nachfahre des Zaren Sir Schurrstein


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Leicholf Kaltherz

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Re:Eine neue Ära      02.04.2010 10:50:38 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Noch wenige Tage sollten vergehen bis endlich das Turnier in Kiew startet. Der Turnierplatz hatte sich gefüllt und entgegen seiner Befürchtungen hatte sich nun doch allerlei edles Volk versammelt. Das Teilnehmerfeld war angewachsen auf eine Zahl die einer Zarenkrönung angemessen war. Der Fahle ging die Teilnehmerlisten durch um seine Gegner ausfindig zu machen. Sollten keine Anmeldungen mehr hinzukommen, würde sein erster Gegner im Duell Bolwark von Grohn lauten, ein mordwinischer Ritter mit gerade einmal 25 Lenzen. Im Gegensatz zu ihm selbst stand dieser junge Mann voll im Saft und es würde alles andere als leicht werden ihn zu besiegen um in die zweite Runde einzuziehen. Im Tjost sollte es der Fahle mit dem Wojwoden Radogast zu tun bekommen, der fast so alt war wie er selbst. Für den Tjost war Aglio von Saransk zuversichtlicher, denn darin war er durch die zahlreichen Schlachten in denen er an der Seite des von Königsberg gekämpft hatte geübt.
Der Wojwode zu Saransk ging in sein Lager und überprüfte seine Rüstung und die Waffen mit denen er im Turnier kämpfen würde. Seine Rüstung, die er nun schon viele Jahre trug, war zu einer zweiten Haut geworden, die es zu pflegen galt. Mit vorsichtiger Hand machte er sich daran seinen Harnisch auf Hochglanz zu polieren, denn er hielt nichts davon extra einen Diener anzustellen, der sich darum kümmerte. Wenn er es selbst machte, wusste er, dass es ordentlich war. Seinen Speer ließ er zurück in seinem Quartier, denn auf Turnieren war es üblich eine Waffe zu erhalten, die denen der anderen Teilnehmer gleich war, um kein Ungleichgewicht bei der Waffenvergabe herzustellen. Er untersuchte akribisch die Speere, die zur Auswahl standen und entschied sich dann für einen, dessen Holz aussah, als wäre es 30 Jahre alt.
Ein alter Mann kämpft mit einem alten Speer, wird geschützt von einer alten Rüstung und reitet auf einem in die Jahre gekommenen Gaul, dachte er und lächelte vor sich hin.
Achtunddreißig Jahre machten ihn sicherlich nicht zu einem Greis, doch merkte er mittlerweile, dass er nach langen Trainingseinheiten seine Knochen deutlicher spürte, als dies früher der Fall war. In voller Montur zog er auf seinem Schlachtross auf den Turnierplatz ein, während das Volk im zujubelte und ihm huldigte. Ihm folgten Lew und Alexander, die sich bereit erklärt hatten bei diesen Spielen so etwas wie seine Knappen zu spielen. Auch seine beiden Hauptleute hatten ihre Rüstungen auf Hochglanz poliert und so erstrahlte das Trio beim Einmarsch wie selbst der Zar nicht heller strahlen konnte. Ihr Anblick löste beim Volk noch größeren Jubel aus und hier und da erkannte man Fahnen auf den Zuschauerrängen, die das Wappen von Saransk und das Wolfswappen des Fahlen trugen.
Es scheint als seien wir nicht alleine Herr, flachste Lew und der Fahle hatte ob dieser Tatsache ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen.


Kalt wie eisiger Stahl, in seinem Herzen auf ewig Mordwine
 
Letzte Änderung: 2010/04/02 10:53 von Leicholf Kaltherz.
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Gottfried

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Re:Eine neue Ära      03.04.2010 15:14:31 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
[/color]"Möge das Turnier beginnen!"[color=#0000FF], rief Schurrstein den aufgestellten Rittern und dem jubelndem Volk zu. Es war eine Eiseskälte, doch die Plätze waren voll. Die Bauern und die einfachen Menschen drängten sich an die Planke, um einen Platz zu ergattern, an dem sie das Spektakel sehen konnten.
Viel hatte der zukünftige Zar und Knjaz Sir Schurrstein nicht gesprochen, schließlich galt es auch für ihn, sich für den Kampf zu rüsten. Er war ebenso gemeldet zum Turnier wie jeder andere Ritter auch. Und er erhoffe eine faire Chance, keine Bevorzugung und kein zurücktreten vom Kampfe, nur weil er der Thronfolger war. Er wollte endlich mal wieder kämpfen. Die Gelegenheiten waren selten geworden, seit er die Amtsgeschäfte des gesamten Reiches übernehmen musste.

Die Krönung würde gegen Abend geschehen, wenn die erste Runde des Turnieres vorrüber sei.

Heute, am 10.01. 1047 sollte er zum Zaren gekrönt werden. In einer für diesen Anlass viel zu bescheidenen Kirche. Bewusst hatte Schurrstein eine kleine Kirche gewählt und nicht die Kathedrale in Mordwina. Er wollte es klein halten, ebenso wie die Erwartungen an ihn. Die letzten Tage wurde gefeiert in großen Banketten und Festen. Schausteller aus dem ganzen Osten waren angereist und führten ihre Kunststücke auf.
Viel wurde den Gästen geboten.
Die Anspannung hing förmlich in der Luft.


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Leicholf Kaltherz

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Re:Eine neue Ära      04.04.2010 11:01:56 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Der Fahle reckte die Arme in die Höhe und großer Jubel brach von den Tribünen herunter und schallte über den Turnierplatz, wo der Massenkampf gerade vorübergegangen war, als Aglio von Saransk mit letzter Kraft zum Streich ausholte und Faromin von Albenmark mit einem Treffer am Arm zur Aufgabe zwang. Der dürre Schatten stützte sich mit einer Hand auf seinen Schild und reckte mit der anderen den Speer siegreich gen Zuschauer. Dann buckelte er seinen Schild und verbeugte sich voller Erfurcht vor seinen Gegnern. Er hatte es geschafft. Sein ganzes Leben lang hatte er sich selbst unter Druck gesetzt bei Spielen stets der beste Kämpfer zu sein, und nun da er sich endlich eingestanden hatte, dass seine besten Tage vorüber waren erreichte er den Sieg in einer Turnierdisziplin. Er war überrascht von sich selbst und ließ sich noch eine Weile lang feiern. In den anderen Disziplinen war er ebenfalls in die nächste Runde eingezogen. Im Zweikampf erreichte er einen leichten Sieg gegen Sir Maddox und im Tjost bezwang er nach einem harten Stück Arbeit Theodorus von Kassimow.
Der erste Tag war also ein voller Erfolg für den grauen Wolf und er wollte an seine Erfolge anknüpfen.
Das Fest zur Krönungsfeier war in vollem Gange, und wenn nicht gerade gekämpft wurde labten sich die vielen Menschen an köstlichen Speisen und Getränken. Sie genossen den Frieden und die ruhigen Zeiten und ließen sich durch keinerlei Dinge ihre Laune vermiesen. Der Fahle aber wusste, dass dieser Frieden nicht lange währen konnte. Zu oft hatte er solche Zeiten schon erlebt. Wenn die Männer gestärkt und in guter Form aus einem Turnier herausgingen rief die Schlacht. So war es unter Wilhelm immer gewesen und Aglio von Saransk war sich sicher, dass dies auch unter dem neuen Zaren so kommen musste. Alles andere würde ihn überraschen, aber, so gestand er sich ein, war er nun auch reif genug sich von einer anderen Meinung überzeugen zu lassen.
Am Abend dieses ersten Tages nahm er mit Lew und Alexander an den Festlichkeiten teil, aß kräftig, trank mäßig, denn am nächsten Tage warteten namhafte Gegner auf ihn. Im Zweikampf sollte ihm Rainald gegenüberstehen und im Tjost gar der neue Zar persönlich.


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Re:Eine neue Ära      04.04.2010 13:36:05 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Es war der Abend des 10.1.1047

Die erste Runde des Turnieres war vorrüber und die Ritter hatten sich in der Kirche zusammengefunden.
Es wollten alle hinein, dieses großartige Spektakel verfolgen, doch die Kirche war klein und eng.
Es war ein frischer Wind, der wehte.
Knjaz Sir Schurrstein war in seiner feierlichen Kleidung gehüllt und schritt gemächlich und ruhig, doch aber ehrenhaft und anmutig durch die Masse der wartenden Menschen, um in die Kirche zu gelangen.
Drinnen warteten die Edelleute des gesamten Reiches, zur Krönung eines neuen Zaren bereit.

Die Menschen, die sich in der Kälte aufhielten und nicht mehr Platz fanden im Hause Gottes bestaunten die erhabene Gestalt des Schurrstein.
Im Turnier hatte er sich tapfer geschlagen, nun war es an ihm, sich hier zu beweisen.


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Re:Eine neue Ära      04.04.2010 17:20:50 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Goldmarie blinzelte, als ein heller Lichtschein auf ihr Gesicht fiel, verschwand, wiederkehrte, wieder verschwand und erneut wiederkehrte. Ein Feuer? Eine Fackel? Nein, es war die Sonne, die durch einen schmalen Spalt im Vorhang schien, der sich in einem leisen Luftzug öffnete und schloss.

Verwirrt richtete die Khagan Bek sich auf und schaute in dem Zimmer umher. Wo war sie , was war passiert? Als erstes musste dieser Vorhang weg! Sie sprang auf ... und fiel sofort wieder aufs Bett zurück. Sie fühlte sich sehr schwach, musste wohl sehr lange geschlafen haben.

So ganz allmählich kamen die Erinnerungen wieder. Sie war in Kiew - zusammen mit Leca, Finley, Charli und den Kindern. Wo waren die anderen? Ach ja, in anderen Räumen des Hauses, jeder in einem eigenen Zimmer, wegen der Ansteckungsgefahr...

Ja, natürlich, jetzt hatte sie die Bilder ihrer Ankunft wieder klar vor Augen: Die stolze Burg Kiew, Konrad III, der prächtige Festsaal, Sir Schurrstein, die vielen Blumen, der süße Wein... Sie hatte dem neuen Zaren gratuliert und viele Gespräche mit ihm und seinen Würdenträgern geführt und so den Grundstein für eine neue "alte" Freundschaft zwischen Kiew und Petschenegien gelegt. Doch was war dann geschehen? Die Tage darauf erschienen ihr wie durch einen Schleier und schienen in Träume überzugehen. Alpträume ... Fieberträume!

Goldmarie stand auf, schön vorsichtig, um nicht wieder den Halt zu verlieren, ging zum Fenster und zog die Vorhänge zur Seite. Die Überraschung war groß: Schnee lag draußen! Sie waren doch im Hochsommer angekommen und nun war Winter! Hatte sie so lange geschlafen?

Auf einem Schränkchen neben dem Fenster stand ein Krug mit Wasser, eine Schüssel und ein Becher. Das Wasser war frisch und kühl. Goldmarie trank in großen Zügen, spürte erst jetzt, wie durstig sie war, fühlte aber auch ihre Lebensgeister wiederkehren. Sie öffnete die Schranktür, fand Brot und Käse und aß mit großem Appetit. Man hatte sie und die ganze Reisegesellschaft aus der Burg in dieses Haus am Rand der Stadt gebracht, als diese seltsame Krankheit ausbrach. Ja, sie erinnerte sich, sie hatte noch versucht, sich selbst eine Kräutermedizin zuzubereiten, war dabei aber zusammengebrochen und in einem halb bewusstlosen Zustand registriert, wie andere sich um sie kümmerten.

Doch nun schien die Krankheit endlich überstanden zu sein. Goldmarie wusch sich in dem Rest des Wassers, zog ein frisches Kleid an und machte sich auf, ihre Kinder zu suchen.



Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
 
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Leicholf Kaltherz

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Re:Eine neue Ära      05.04.2010 09:23:20 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Runde zwei des Turniers war vorübergegangen und der Fahle war noch immer in allen Disziplinen mit dabei. Im Zweikampf ließ er Rainald von Hohenfelden gerade einmal Zeit ihn zwei Mal zu treffen, bevor er zum entscheidenden Streich ausgeholt hatte und den Gospodar zur Aufgabe zwang. Der Tjost war ebenso schnell von Erfolg gekrönt für den alten Kämpen. Sir Schurrstein hatte keine Chance und wurde in kürzester Zeit zwei Mal aus dem Sattel geholt. Es schien, als würde sich der graue Wolf in einen Rausch kämpfen, was wiederum von der Menschenmenge auf dem Turnierplatz mit stehenden Ovationen gewürdigt wurde. Wie immer verbeugte er sich vor seinen Gegnern und vor den Zuschauern, bevor er mit seinen Begleitern Lew und Alexander vom Kampfplatz zog.

Nun aber stand eine andere Angelegenheit auf dem Plan. So schnell es ihm möglich war eilte der Fahle in sein Quartier, erfrischte sich und machte sich in neuem Gewand auf zur Krönung Sir Schurrsteins. In der Kirche hatte sich allerlei feines Gesindel versammelt und Aglio von Saransk hatte Mühe einen angemessenen Platz zu finden. Er wollte nicht neben diesen hochnäsigen Edelleuten vom Lande sitzen, denen so eine Feier gerade recht kam, um ihren Reichtum und Schmuck zur Schau zu tragen. Er platzierte seinen langen und ausgemergelten Körper am Ende des Kirchenschiffs inmitten der Gemeinen, die nur einen Stehplatz ergattern konnten. Gespannt lauschte er der Zeremonie.


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Edwyn de Lasombra: Wlad tritt mal den Zar, die herren Könige sollen sich mal einig werden
Ileana Hippokephalos: noch einen? so schnell bin ich dann dochnicht im trinken ^^
Wladimir Monomach: Dein Met hat Ileana
Ileana Hippokephalos: ja, habs gerade gesehen, bin auch gerade am schreiben