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Re:Unterwegs mit dem byzantinischen Heer (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Re:Unterwegs mit dem byzantinischen Heer
 
Arcon Athelonson

Byzanz
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graphgraph
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Den Moderatoren den

Re:Unterwegs mit dem byzantinischen Heer      28.07.2010 22:17:05 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Die Antwort war derart plump vorgetragen, dass Emeth dem Diener nicht glaubte. Das Messer dreht sich langsam in ihrer Hand. Der junge Mann sah es in ihrer Hand blitzen. Wo war er hier bloß hineingeraten. Er war treu ergeben und er wusste, dass das auch hieß für seinen Meister in den Tod zu gehen. Aber dafür? - Er entschloss sich, dass er dem Domestikos ton scholon einen anderen, viel größeren Dienst erweisen würde, anstatt sich in diesem Zelt massakrieren zu lassen.
Es ist der Domestikos Arcon Athelonson, ehrenwerte Emeth. Ihr scheint ihm besonders wichtig zu sein. Nicht nur, dass ich Euch diese Blumen bringen soll, er lächelt auch immer so erfüllt, wenn das Gespräch auf Euch kommt. Letzte Nacht habe ich ihn bei dem Versuch gesehen, Euch ein Gedicht zu schreiben. Ich nehme zumindest an, dass es für Euch sein sollte.
Er machte eine kurze Pause. Er nahm allen Mut zusammen.
Merarcha, ich weiß, dass es meinem Stande nicht geziemt, aber ich sehe wohl, dass Ihr ihm gut zu tun scheint. - Doch verzeiht meinen Ausbruch, aber wenn ihr vielleicht... auf einen Becher Wein... .
Dann hatte der Mut ihn wieder verlassen.


Arcon Athelonson,
Protoasekretes des Inneren, Domestikos ton scholon, beauftragter Tutor des byzantinischen Reiches
 
Letzte Änderung: 2010/07/28 22:17 von Arcon Athelonson.
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Emeth

Byzanz
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graphgraph
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Den Moderatoren den

Re:Unterwegs mit dem byzantinischen Heer      29.07.2010 14:44:37 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Da war sie hin die Initiative, eine solche Scharade hatte sie nicht erwartet.
Die Hand mit dem Messer sank, sie zischte dem Mann vor ihr zur zu verschwinden, und als dieser fort war setzte sie sich auf ihr Lager un sann nach.
Bisher hatte sie die ständige Nähe des Athelonson als Zeichen von fehlendem Vertrauen in ihre Kampfesfertigkeiten verstanden.
Sollte es tatsächlich Zuneigung sein? Dass sie nicht verstanden hatte die Blicke des Heerführers zu deuten, schien ihr Beweis genug, dass der Krieg die Menschen auf viele Weise verändern konnte. Den Becher Wein würde sie vorerst ausschlagen, welchem Herren sie den nun auch verdanken mochte.

Die nächste Schlacht stand an und Emeth sah sich an der Seite ihres Strategen und des Heerführers in einer Position, die das Vertrauen des Athelonson deutlicher nicht hätte zeigen können. Zur Offizierin der Fußsoldaten hatte er sie ernannt. Das Kontingent war nicht groß, aber für ihre erste Führungsposition ideal.
Sie war überrascht an ihrer Flanke diesmal den Tzimiskes zu finden, während sich der Waräger schon bald mit einem gewagten Sprung mitten unter die feindliche Formation wagte.
Der Strategos von Burnasul agierte an der Spitze der Reiterei sehr viel zurrückhaltender und begnügte sich lange Zeit damit die Flanke der Fußtruppen zu verteidigen, ehe er dem Ruf des Domestikos folgend die Reiter in die Reihen der Rus trieb.
Die Leistung des Griechen wirkte routiniert, aber blass, kein Vergleich zu dem Eifer des Domestikos.
Als sie vom Pferd des Domestikos geholt wurde, musste sie sich eingestehen, dass es ein schönes Gefühl war, von jemandem so aufmerksam umsorgt zu werden.


 
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Arcon Athelonson

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Re:Unterwegs mit dem byzantinischen Heer      03.08.2010 21:52:26 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Die Wochen gingen ins Land. Der Findige befahl, weiter ins Land vorzustoßen. Arcon Athelonson selber sollte mit den Turmae eine nördliche Route wählen und eventuell vorrückenden Feinden den Weg zum byzantinischen Hauptheer versperren. Immer wieder wurden sie auf ihrem Weg von mordwinischen Bauern angegriffen, die meinten, sie würden so dem Zar dienen oder das Leben ihrer Familien schützen. Arcon hasste diese Scharmützel. Sie brachten niemandem etwas, außer den Bauern den Tod.
Es war wieder bitterkalt geworden und den Soldaten brachte die Auseinandersetzung mit Kiew/ Mordwina ein weiteres Weihnachten, dass sie nicht bei ihren Familien verbringen konnten. Das Einzige, was er in den letzten Wochen genoss, waren die taktischen Besprechungen der drei Offiziere in seinem Zelt. Die Vorschläge des alten Haudegen Manuel Tzimiskes ließen ihn so manche Situation klarer sehen und es bereitete ihm Freude, an der Erfahrung des Tzimiskes teilzuhaben, wenn dieser von längst geschlagenen Schlachten erzählte.
Am meisten aber genoss er die Anwesenheit von Emeth. Er genoss es ihre Stimme zu hören. Sie hatte ein gutes Verständnis für das Taktieren auf dem Schlachtfeld und ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt, die Fußtruppen in die Schlacht zu schmeißen. Er genoss es förmlich zu sehen, wie sie Selbstvertrauen entwickelte im Umgang mit den Männern. Er genoss es auch ihr jetzt näher sein zu können, ohne dass das ganze Heer sich das Maul zerriss. Allein traute er sich nicht recht, die Karten auf den Tisch zu legen. Er führte ein Heer und er konnte es sich nicht erlauben, in Verwicklungen mit seinen Offizieren zu geraten. Und doch wuchs der Wunsch in ihm jeden Tag weiter an, mehr Zeit mit Emeth zu verbringen. Er suchte nach Vorwänden, Emeth nach den Besprechungen länger bei sich behalten zu können und Zeit mit ihr alleine zu haben. Er kam sich aber wie ein Schuljunge dabei vor und unterließ dieses schnell wieder. Er fühlte sich wie ein Trottel. Auf dem Schlachtfeld fürchtete er keinen Feind, er bekam es aber nicht hin, Emeth seine Liebe einzugestehen. Er bekam es ja nicht einmal hin, sich selber seine Liebe zu Emeth einzugestehen. Immer häufiger erinnerte er sich an seine alte Amme: „Warte nur ab“, hatte sie einmal zu ihm gesagt, „einmal läuft auch Dir die Richtige über den Weg“. War diese Weissagung jetzt eingetreten? - War Emeth DIE Richtige?
Er wusste weder ein noch aus. Wen konnte er um Rat fragen? - Sein bester Freund und Vertrauter zog meilenweit entfernt mit dem Hauptheer und hatte zudem bestimmt Besseres zu tun, als sich um die Liebeleien seines Freundes zu kümmern. Immerhin war Krieg. Konnte er den Tzimiskes ins Vertrauen ziehen? - Wollte er das überhaupt?
Anfang Februar kam mit einem Boten der Befehl, die Turmae wieder mit dem Hauptheer zu verbinden. Roch Wosch Gefahr, sollte es soweit sein, dass sich wieder Feinde blicken ließen, nicht nur Bauern? - Er ließ das Heerlager auflösen und befahl südwärts zu ziehen. Wenige Tage später trafen sie auf die verte. Er befahl den Männer, am Randee des Lagers ein eigenes zu eröffnen und sein Zelt aufzustellen. Dann bat er Manuel und Emeth ihn zu begleiten und Marschierte mit ihnen zum Zelt des Findigen, um Meldung über die Vorfälle zu machen. Auch hoffte er seinen Freund zu treffen, den er seit Wochen nicht gesehen hatte.


Arcon Athelonson,
Protoasekretes des Inneren, Domestikos ton scholon, beauftragter Tutor des byzantinischen Reiches
 
Letzte Änderung: 2010/08/03 21:54 von Arcon Athelonson.
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Ioannes Kantakouzenos

Byzanz
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Den Moderatoren den

Re:Unterwegs mit dem byzantinischen Heer      17.08.2010 14:10:20 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Beinahe hätte Basileios Eirene nicht wieder erkannt. Länger als ein halbes Jahr war sie weg gewesen. Er hatte sie damals in aller Stille nach Banatului gesandt um nachzuforschen, was aus dem Protosebastos Markus von Langenfelden geworden war. Basileios selbst war in dieser Richtung nicht ganz untätig gewesen, aber ausser einiger Befragungen ihm bekannter Scholaren, die damals in jener unheilvollen Schlacht dabei waren, hatte er nichts tun können. Die Scholaren hatten nur zu sagen gewusst, dass er sie persönlich in diesen verzweifelten Kampf geführt hatte.

Nach dem Wiedererkennen hatte Basileios Eirene freudig mit festem Händedruck begrüsst und ihr zunächst einmal eine Mahlzeit und Wein zukommen lassen. Es kam ihn schwer an, ihr geduldig beim Essen zuzusehen. Inzwischen rief Basileios ein halbes Dutzend seiner Botenreiter und befahl ihnen sich um das Zelt zu postieren, damit das Gespräch im Inneren unbelauscht bliebe.

Schließlich begann Eirene zu erzählen, von den Gefahren der Reise nach Banatului durch nur oberflächlich befriedete Gebiete, von der vergeblichen Suche nach Spuren auf dem Schlachtfeld von Banatului, von dem Gestank der verwesenden Leichen, die in aller Eile nur spärlich mit Erde bedeckt worden waren und von den Aasfressern, die sich immer noch an den Toten zu schaffen machten. Erst als Eirene zurück in der größten Stadt dieser leidgeprüften Provinz einen Beamten bestach um so zu den zuletzt gefangen genommenen Sachsen zu gelangen, konnte sie einen Erfolg verbuchen:

"Ich kam an einen Hauptmann sächsischen Fußvolks, der damals direkt in der Front kämpfte, die der Kaiser persönlich an der Spitze seiner Gardescholaren angriff. Er behauptete steif und fest und schwor bei seiner Seele beobachtet zu haben, wie nach dem Scheitern des Angriffs einige Scholaren versuchten den seines Pferdes beraubten Kaiser in Sicherheit zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt griff jener Hauptmann rücksichtslos mit seiner Schar an, in der Hoffnung großen Ruhm durch die Gefangennahme des Kaisers zu gewinnen. Als er sich an die Gruppe um den Kaiser herangekämpft hatte, sah er mit Entsetzen, wie einer der Gardisten dem Protosebastos Markus von Langenfelden einen Dolch bis ans Heft in den Rücken stieß. Sein Versuch zu fliehen wurde von den eigenen Kameraden vereitelt und er wurde auf der Stelle von ihnen getötet. Die Gardesoldaten starben bis auf den letzten Krieger um den vermeintlichen Leichnam des Kaisers zu verteidigen. Erst nachher stellte sich heraus, dass Markus von Langenfelden noch am Leben war. So kam es zu seiner Gefangennahme und der Depesche des Kaisers der Deutschen an die Byzantiner. Angeblich starb er jedoch schon in der zweiten Nacht nach seiner Gefangennahme an seiner Verwundung. Er wusste nicht zu sagen, ob dies der Wahrheit entsprach. Viele Gerüchte waren unter den Sachsen selbst darüber entstanden, aber nichts davon wäre belegbar, das meiste sogar ganz sicher unwahr." Danach forschte sie noch einige Zeit weiter in der Hoffnung einen jener Sachsen aufzuspüren, die damals den Protosebastos bewachten. Doch vergeblich. Sie ebenso wie ihre beiden Begleiter trafen nur auf Ungewissheit oder Schweigen. Auch war völlig unklar, was die Sachsen anschließend mit dem Leichnam des Kaisers getan hatten. Hatten sie die Leiche irgendwo verscharrt oder gar verbrannt? Erst als sie sich völlig entmutigt eingestand, alles versucht zu haben um die Wahrheit zu erkunden, doch keinen Schritt mehr weiter gekommen zu sein, gab sie die Suche auf und kehrte zurück. Dass sie bis in die tiefste Ukraine nachreiten mussten, erschwerte die Rückkehr natürlich sehr. Basileios sann ihren Worten noch nach, als sie geendigt hatte. Schließlich raffte er sich auf und sagte lächelnd: "Nun, eure Anstrengungen waren groß und ihr habt euch Urlaub verdient. Sobald wir aus Rußland zurück sind, macht ihr euch für zwei Monate auf und verbringt euren Urlaub auf meine Kosten wo immer ihr wollt. Ich danke euch sehr für eure Dienste und werde euch auch weiterhin wohl gesonnen bleiben. Und jetzt ruht euch aus und meldet euch erst morgen wieder bei den Kurieren." Mit diesen Worten nahm er einen einfachen Ring, der jedoch ganz aus Gold bestand und drückte ihn in Eirenes widerstrebende Hand.

Nur ungern musste sich Basileios eingestehen, völlig ohne Ergebnisse dazustehen. Selbst wenn der Sachse nicht gelogen hatte, musste der Vorfall nicht zwingend mit Wosch dem Findigen in Zusammenhang stehen. Ganz abgesehen davon, dass er auch nicht den geringsten Beweis für eine Schuld des ehemaligen Megas Domestikos in Händen hielt. Er konnte sich nur selbst in groben Zügen zusammen reimen, was sich begeben hatte. Der Kaiser musste bereits entweder Verdacht geschöpft oder über diesbezügliche Umtriebe des Findigen informiert worden sein, als er den Megas Domestikos am Vorabend der Schlacht von Banatului mit einem Teil des Heeres zum "Heimatschutz" abkommandierte. Einem Unternehmen, das jeder Strategos übernehmen hätte können. Dennoch entging der Protosebastos seinem Schicksal nicht. Der Meuchler direkt in den Reihen seiner treuesten Krieger, damit hatte er sicher nicht gerechnet. Es passte zusammen und es passte zur raschen Machtergreifung seitens des Findigen. Aber Beweis war keiner vorhanden. Und so ungern er es sich eingestand, es war sogar möglich, dass Wosch überhaupt nichts damit zu tun hatte. Und genausogut konnte sich der sächsische Hauptmann auch alles nur zusammengesponnen haben. Es half nichts, er würde Wosch dem Findigen nichts anhängen können. Und auch sicher war, dass der Protosebastos nie mehr wiederkehren würde.

Die nächsten Monate begab sich kaum erwähnenswertes. Ein Gefecht hier, eines da, ohne Substanz oder gar einer Entscheidung. Die Armee litt wesentlich mehr unter den in Südrußland in ganzen Schwärmen aufttretenden Stechmücken und unter Krankheiten. Eines Tages gegen Ende Juli, während eines Diktats musste Basileios plötzlich unterbrechen. Es wurde ihm schlagartig schearz vor Augen. Schwer stützte er sich an die Tischkante des Schreibtisches. Keuchend ließ er sich in den Stuhl fallen und schloß die Augen. Aufgeregt liefen die Sekretäre den Leibarzt der Logotheni zu suchen, während Alexios Bourtzes dem Domestikos frisches Wasser aus einem Becher einflösste. Auch öffnete er ihm die Dalmatica um Erleichterung zu verschaffen. Einen Moment fürchtete Basileios einen Giftanschlag des Findigen, doch der Leibarzt zerstreute rasch diese Befürchtung. Die Krankheitswelle, die das Heer letztens so schwer mitnahm hatte nun auch noch den Logothetes tou dromou erfasst. Rasch wurde dieser zu den Zelten der Kranken gebracht. Das Fieber war schnell gestiegen und in wild aufeinander folgenden Träumen erlebte er in den folgenden Wochen viele Schrecknisse so mancher Schlacht aufs neue. Immer wieder sah er tröstend das lächelnde Antlitz von Sergia Argyros, der Ärztin des Botschafters in Bulgarien. In einem Traum stand er "seinem" alten Protosebastos Padraig Pendragon, Basileios Gönner und Wohltäter, gegenüber. Helles Licht umstrahlte den Kaiser. Wärme ging von ihm aus. Der fröstelnde Domestikos wollte in seine Nähe gelangen, er streckte den Arm, ja alles Sein hatte sich darauf reduziert, den Kaiser berühren zu dürfen. Fast hatte Basileios ihn im Traume erreicht da veränderte sich das vertraute Antlitz des Kaisers und anstelle Pendragons blickte ihm Markus von Langenfelden vorwurfsvoll entgegen. Keine Wärme ging von ihm aus, hinter ihm schienen Schatten ein unheimliches Spiel zu treiben und dunkler Forst erstreckte sich um ihn. Der Kaiser drehte sich langsam einmal im Kreis, so dass Basileios mit Entsetzen die Wunde in seinem Rücken zu sehen bekam. Basileios kniete nieder, angstvoll und beschämt. Da wandelte sich das Bild des Protosebastos aufs neue und Basileios nahm erschrocken wahr wie er vor Wosch dem Findigen kniete. Dunkle Nebel wallten um ihn, rötlich beschienen, als würde versteckt ein Feuer in ihnen lodern. Der Findige begann zu lachen, und lachte und lachte immer lauter während er auf den immer noch knieenden Domestikos zuschritt und langsam einen Dolch aus seinem Gewande zog. Eine Pflegerin eilte herbei und umfasste ruhig den Logothet dessen Schreie sie alarmiert hatten. Seine Blicke schienen auf ein namenloses Grauen gerichtet zu sein und nur langsam, gleichsam Stück für Stück wurde er sich der Pflegerin und dessen bewusst, dass er geträumt hatte. Sie rieb mit einem Tuch den Schweiß von seinem Körper und reichte ihm Wasser mit wenig Wein versetzt. Das Fieber trieb ihn erneut in unruhigen Schlaf.

Erst gegen Ende August erholte er sich langsam und statt dünner Suppe wurden Brei und Geflügel aufgetischt. Er erinnerte sich jenes Traumes, als hätte er sich in sein Gedächtnis gebrannt. Doch auch an das stets erheitert wirkende Lächeln Sergias erinnerte er sich. Der Arzt freute sich schließlich, Basileios mitteilen zu können, dass er in wenigen Tagen wieder seiner Arbeit nachgehen könne. Geheilt, doch immer noch leicht wackelig auf den Beinen, war Basileios erstaunt, Bardas Taronites, seinen zuverlässigsten Kurier, direkt vor dem umzäunten Krankenrevier vorzufinden. Gerührt vernahm er, dass sich die Kuriere darin abgewechselt hatten, vor dem Krankenbereich Wache zu halten. Bardas hatte viel zu erzählen. Gefechte hatte es kaum mehr gegeben, dafür aber seinen Depeschen zwischen Moskau, dem Heer und dem Zaren hin und her gegangen. Nun ziehe das Heer unbelästigt aus Russland ab und den Gerüchten nach war von einem allgemeinen Friedensschluß die Rede.

Durch seine Sekretäre, aber auch durch Arcon Athelonson und durch Wosch den Findigen, den Basileios nicht ganz ohne Furcht aufsuchte, erfuhr er schließlich von den Friedensgesprächen. Und Anfang September hielt er die Depesche in Händen, die er, und nicht nur er allein schon so sehr Herbei gesehnt hatte. Den Frieden mit dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Dem angeschlossen der Friede mit dem Zarenreich.

Friede, das Wort klang so verlockend, war so willkommen dass Basileios aus Dankbarkeit vor seinen Sekretären zu Gott betete.

Durch Bulgarien ging es jetzt, nach beinahe zwei Jahren Krieg endlich wieder heim nach Konstantinopel. Und dort warteten seine Kinder, sein Vater und viel Arbeit sowohl am Gut in Thrakien als auch im Blachernenpalast als Protoasekretes..

Nur eines gelang der großen Freude über die Tatsache, endlich undichte Zelte, Märsche, Schlachtfelder und Wunden gegen das friedvolle Leben in Konstantinopel zu tauschen, nicht. Ihn diesen einen Traum vergessen zu lassen.


Der Kampf des modernen Menschen gegen den Amtsschimmel ist mühsamer als des Tieres Kampf ums überleben.

 
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Agilamundo Svanqvist: brauchst du nicht ^^ danke schön ;)
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Agilamundo Svanqvist: gute nacht ;D
Agilamundo Svanqvist: ^^ okay ... reden wir in einer woche noch mal darüber XD