Ritterheere-Forum
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THEMA: Nachrichtenwege
 
Åke Leif Danielson

Schweden
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Ake allein in Koppaberg      30.07.2010 23:33:47 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Da war sie seine Chance sich auszuzeichnen. Die Heerführerin hatte ihm Ake Leif Danielson genannt Morgontrött eine wichtige Aufgabe anvertraut.
Er allein sollte dem stolzen Heerzug vorausseilen und erkunden ob sich noch Reste des plündernden Stauferpacks in Koppaberg versteckten.

Wenn das kein Zeichen von Vertrauen war! Nur ihre Wortwahl war etwas merkwürdig gewesen: „Morgontrött“, hatte sie geknurrt, „schnapp dir einen Gaul und reite dem Heer voraus. Wenn du immer in Bewegung bleibst, schaffst du es vielleicht wach zu bleiben.“

Ihre Miene verriet keine Regung doch das Gelächter der Kameraden hallte noch in seinen Ohren.

Wartet nur ab dachte Ake bald werdet ihr nicht mehr lachen und mich auch nicht mehr Morgontrött nennen. Wenn ich erst mal die Staufernnester gefunden habe werdet ihr nicht mehr lachen.
Nachdenklich runzelte er die Stirn. Der Befehl der Heerführerin war in der Tat etwas vage geblieben. Er hatte zwar schon gehört, dass diese Christen seltsame und widerwärtige Rituale vollziehen, aber von einem Nest hatte er bisher noch nicht gehört. Was treibt ein Christ nur in einem Nest? Angewidert schüttelt Ake den Kopf. Nun wie auch immer es aussah er würde es finden…..


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Åke Leif Danielson

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Re:Auf dem Rücken der Midgardschlange      31.07.2010 01:02:27 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Die zweite Schwierigkeit war die Sache mit dem Gaul.
Zu Hause in Elkensee hatten sie zwar einen Esel genannt Hakan und auch mit Sigurd dem Ochsen konnte er recht gut umgehen, wenn er vor einen Pflug gespannt war. Bedauerlicherweise unterschied sich dieser Gaul aber in vielen Eigenschaften von Ochs und Esel.

Zwei Stunden hatte Ake sich abgemüht den Gaul zu einer schnelleren Gangart zu bewegen, als er das Klirren von Metall neben sich hörte. Kalter Schweiß brach ihm am ganzen Körper aus. Der Troß hatte ihn nicht nur eingeholt, sondern weil die Schindmähre sich nur in Schlangenlinien bewegte waren sie gerade dabei an ihm vorbeizuziehen!

Doch diesen Auftrag würde er erfüllen koste es was es wolle. Vielleicht hatte er noch nicht viele der Eigenschaften, die sein stolzes Volk auszeichnen. Doch Kampfgeist, den konnte er beweisen. Ake stieg ab, nahm die Zügel und zerrt den Gaul hinter sich her.

15 Stunden später fühlt Ake nur noch eines: Schmerz. Schmerz in der linken Hand, in die der Zügel blutige Striemen gerissen hat. Schmerz in der rechten Hand, die an die eisernen Spitze seines Hammers gekommen ist, wobei sich ein beachtlicher Fetzen Haut abgelöst hat. Schmerz in den Beinen, Schmerz im Rücken überall Schmerz. Auch in der Dunkelheit marschiert er weiter nur auf eines Bedacht, schneller zu sein als der Heerzug.

Plötzlich sieht Ake einen Schatten auf sich zufliegen. Er fühlt einen Schmerz und dann nichts mehr…….

Als Ake aufwacht liegt er auf dem Rücken neben einem Feuer in einer geräumigen Halle. Vor ihm die hünenhafte Gestalt eines Nordmannes. „So Jüngelchen jetzt erklär mir mal wieso du mit deinem Gaul durch meinen Winterkohl spazierst.“

Nach einer kurzen Rast und einem üppigen Frühstück ist Ake auf dem Rückweg und dankt den Göttern, dass Schweden soviel Humor haben. Sveigir Thoralfson hieß der Hüne und hatte Tränen über seine Geschichte gelacht. Noch besser er hatte sich bereit erklärt das Heer zu bewirten, so dass Ake auch ohne Staufernester seinen Auftrag halbwegs erfüllt hatte.

Doch seine größte Prüfung hatte er noch zu bestehen, dachte er während er vom Rand einer Lichtung aus das Heer und vor allem die Heerführerin beobachte. Über diese Lichtung musste er auf diesem schrecklichen Vieh reiten ohne das wieder über ihn gelacht wurde.

Er tätschelt den Hals des Pferdes und füllt den Met, den Sveigir ihm mitgegeben hat ihn seinen verbeulten Helm. „Braves Pony“ flüstert er und sieht zu wie der Gaul den kostbaren Met aus seinem Helm säuft. „Wenn du mich über diese Lichtung bringst kriegst du noch mehr davon“, flüstert er dem Pferd zu und klettert vorsichtig in den Sattel.

Langsam und leicht schwankend bewegt sich der Gaul auf die bereits wartende Heerführerin zu.

Mit dem Getränk der Götter, kann man jede Schlacht gewinnen, denkt Ake erleichtert, während ein letzter Tropfen langsam über seine Nase rinnt.


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Nachrichtenwege      31.07.2010 23:50:10 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
In Kopparberg hatten wir uns in der ehemaligen Hafenstadt einquartiert. Die Bewohner des Jarlstums waren in den letzten Jahren mehrmals Opfer der Staufer geworden und hatten inzwischen ihre eigene Verteidigungsstrategie aufgebaut. Ich hatte mir umsonst Sorgen gemacht. Einzig gegen eine kleine Enklave von Christen mussten wir vorgehen, die sich auf einer der vorgelagerten Inseln verschanzt hatten. Sie fühlten sich wohl auf einer Mission, hatten aber bald erkennen müssen, wie nahe sie dem Märtyrertod auf dem Festland waren. Und da sie sich dazu wohl doch noch nicht bereit fühlten, mussten wir ihnen etwas nachhelfen. Es waren nur zwölf Männer gewesen, die sich leidlich zur Wehr setzten, aber am Ende predigten sie den Fischen.

Am Dunkelabend der Winterwende saß ich in einer Gaststube und sinnierte bei einem guten Mahl und Met über die weiteren Pläne. Es war ein gutes Gefühl, zu wissen, dass in Schweden wieder alles in Ordnung war. Zudem hatte, wie oft zur Winterwende, das Wetter gewechselt. Es war wärmer geworden und der Schnee zumeist nur noch Matsch oder Pfützen. Wir könnten ohne Probleme weiterreisen. Nach Süden. Nach Vaestmansland. Zu Aric und Solveig. Und dort würden Neuigkeiten auf mich warten, Nachrichten von den anderen, Nachrichten von ihm, ohne den ich mir so unvollständig vorkam.

Da öffnet sich die Tür des Gasthauses und ein Mann tritt ein, gefolgt von zwei Hunden. Diese schütteln sich die Nässe aus dem Fell, bleiben ihrem Herrn aber dicht an der Seite. Der Mann schlägt die Kapuze zurück und löst die Brosche seines Fellumhangs. Währenddessen erfasst er in einem raschen Blick den gesamten Gastraum. Er nickt mir zu und dann dem Wirt. An einem weiteren Tisch sitzen zwei aus meinem Heer und spielen mit Würfeln und vor dem Feuer ein alter Mann.
Der Mann ist hager und schon etwas älter. Ich bin mir nicht sicher, ob er Schwede ist, doch er macht einen sehr aufgeweckten Eindruck. Neugierig, fast schon aufdringlich. Er setzt sich an den Tisch neben mich, so dass er mich ansehen kann und bestellt ein Essen und ein Bier. Ich versuche, an seiner Aussprache zu erkennen, woher er stammen möge, doch es ist nicht möglich. Am ehesten klingt sein schwedisch nach Vaestmlansland, so sauber und klar ist es. Fast zu klar.
Unbeteiligt wirkend esse ich weiter, doch kann ich nun nicht mehr meinen Gedanken folgen, da ich mich so beobachtet fühle. Der Mann schlingt hastig die Hälfte des Essens hinunter und stellt dann die Schüssel auf den Boden zu seinen Hunden. Dann holt er eine Pfeife hervor, stopft sie, entzündet einen Kienspan an der Öllampe auf seinem Tisch und steckt das Kraut in Brand. Sofort durchströmt die Stube ein würziger Duft. Hinter dem Mann blicken meine beiden Krieger immer öfter und mißtrauischer zu mir her.
„Ziemlich laues Lüftchen für die Jahreszeit“, spricht er mich schließlich an, die Pfeife im Mundwinkel.
„Naja, ist ja oft so, dass das Wetter zur Winterwende umschlägt“, erwidere ich und schiebe meinen Teller weg.
Er nickt. „Das ist wahr.“ Er schmaucht weiter, mustert mich unverhohlen und tätschelt den Kopf seines Hundes. Als es sich ihm einmal zuwendet, bedeute ich meinen Männern, nicht einzugreifen. Der Mann interessiert mich. Er scheint es nicht auf mich als Frau abgesehen zu haben. Obgleich er etwas von mir will, ich weiß nur noch nicht was.
„Nicht bei der Familie heute?“
Eine Fangfrage. Es liegt an mir, wie ich sie beantworte. Er blickt unbeteiligt, aber seine Augen sind wach.
„Zum Teil. Wir sind nicht von hier.“
„So. Hmhm… Wir kommen gerade aus dem Westen, wollen weiter die Küste entlang nach Süden. Ist ja einiges los die Tage…“
Da wusste ich es. Er war ein Händler. Ein Händler für Neuigkeiten. Zumeist waren diese Neuigkeiten sehr interessant, denn die Leute mussten ihr Handwerk verstehen, wenn sie davon leben wollten.
Ich konnte ihm entweder Silber bieten oder selber Nachrichten. Ich hätte eine Menge, die ihn interessieren könnte. Wahrscheinlich würde er aufspringen und zum nächsten Schrein pilgern, wenn er ahnte, wem er gegenüber saß. Andererseits, wenn er aus dem Westen kam, hatte er sicher bereits erfahren, dass ich mit einem Heer unterwegs war und hatte schon eins und eins zusammengezählt. Es war ein Spiel. Und ich begann, daran Spaß zu haben. Mal sehen, wer am Ende des Abends mehr preisgegeben hätte und ob meine Neuigkeiten ausreichen würden – denn ich musste davon ausgehen, alles, was ich ihm erzählte kam an Ohren, deren Träger viel dafür zahlten – also musste es manchmal wohl auch Silber tun.

Es wurde ein sehr langer Dunkelabend, der Wirt schlief auf einem Stuhl und meine Männer bedienten sich selber am Metfass. Doch am Ende hatte ich einiges erfahren. Und ich hatte nicht allzuviel preisgegeben. In Gedanken hatte ich immer SzunTzu hinter mir sitzen und immer wenn ich zuviel sagen wollte, trat er mir auf den Fuß.
Am nächsten Tag grübelte ich lange. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, zumal ich mich sehr nach meinen Kindern sehnte. Doch ich überlegte, was Thunder an meiner Stelle tun würde. Und dann setzte ich mich mit meinen Leuten zusammen und musste ihnen beibringen, dass wir wieder weiterziehen würden. Und zwar nicht in den Süden…


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Re:Nachrichtenwege      02.08.2010 20:48:56 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Der Ritt durch die winterlichen Berge verlangte meinem kleinen Heer einiges ab. Die Einöde der immer gleichen Tagesabläufe, das nasskalte Wetter, die geringe Erfahrung meiner jungen Krieger und nicht zuletzt das immer wieder trotzige Aufbegehren meines halbwüchsigen Sohnes machten mich immer mürrischer. Und das Schlimmste war, dass ich wusste, dass ich ungerecht war, wenn ich die anderen anherrschte, ungeduldig wurde und nicht einmal auf Aufmunterungsversuche von Åke reagierte. Ich war einsam und dennoch nie alleine, so dass ich abstumpfte, gegen den Regen, gegen den Wind, gegen die Sehnsucht.
Immerhin spielte sich so ein Trott ein, der den jungen Kriegern nie wieder aus den Knochen weichen würde. Lager, Jagd, Wache, Pferde versorgen, Feuer machen, Spähen, sie würden es später im Schlaf können. In der größten Erschöpfung würden sie noch einen trockenen Schlafplatz finden, aus dem kleinsten Schneehasen noch ein Essen für zehn bereiten können, Feuer im strömenden Regen entfachen und in den unbequemsten Positionen schlafen können. Keinen Abend ließ ich ohne Waffentraining vergehen und akzeptierte stillschweigend, dass hinter meinem Rücken müde Späße gemacht wurden. Das alles gehörte dazu. Und das alles würde ihnen das Überleben sichern, wenn sie einmal einer Übermacht an vollgerüsteten und auf ihren Tod bedachten Feinden gegenüber stehen würden.

Nach schier endlosen dunklen Tagen erreichten wir einen Bergpass, der sich unvermittelt gegen Westen öffnete, und das tiefgrüne Norwegische Land lag vor uns. Ich wusste von einem Handelsplatz am Ende eines der tiefsten Fjorde. Dieser war mein Ziel.
Wir erreichten ihn in Dunkelheit. Keiner war mehr gewillt, noch eine weitere Nacht zu frieren, nicht einmal die Pferde. Die Wache an der Palisade ließ uns ohne Zögern ein, als sie unsere Fahne sah und nur kurz darauf sank ich in ein richtiges Bett, auf trockenes Stroh unter trockenen Fellen und konnte vor Erschöpfung lange nicht einschlafen.
Es dauerte einige Tage, bis wir uns erholt hatten. Kleine Blessuren, die vorher ignoriert worden waren, wurden ausgeheilt, Mangelerscheinungen am Körper durch das einseitige Essen konnten endlich aufgefüllt werden, nötige Reparaturen mit ordentlichem Material ausgeführt werden. Und doch war ich unruhig. Ich war mir sicher, die Norweger würden nach Norden ziehen und sie mussten diesen Posten anpeilen.

Schließlich, an einem Abend, der ebenso neblig war, wie es der Morgen gewesen war und der ganze restliche Tag, kam Unruhe auf. Ich schwang mich ohne Sattel auf mein Pferd und ritt zum südlichen Tor. Und tatsächlich: dort kam es, das norwegische Heer. Wie erleichtert ich war! Und wie glücklich, als ich unter den Kriegern ausgerechnet meine burgundische Freundin Angelique entdeckte!


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Arvid

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Re:Nachrichtenwege      03.08.2010 06:24:33 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Die Besichtigung mit dem Verwalter meines Lehens war zufrieden stellend gewesen und ich gab noch ein paar Anweisungen für die Zukunft. Bevor ich mich von dem Verwalter verabschiedete bedankte ich mich noch einmal ausdrücklich für seine gute Arbeit.
Ein paar Tage ließ ich mich einmal richtig verwöhnen.
Wir wussten, dass es bald weitergehen würde und nutzen die Gelegenheit Waffen und Rüstung zu überprüfen.
Dann war es soweit ich war zu den anderen zurückgekehrt und Ran teilte unserer kleinen Truppe mit wir würden bald auf ein Schwedenheer treffen und mit ihnen gemeinsam weiter reiten.
Der Winter zeigte sich gerade von einer recht unfreundlichen Seite. Die Feuchtigkeit von dichten Nebelschwaden setzte sich in den Kleidern fest und trug nicht gerade zur guten Laune bei.
Irgendwann stieg der Geruch von Feuer und gebratenem in unsere Nase. Wir hatten also geschafft, unser Tageziel erreicht und brauchten nicht im Freien zu nächtigen.
Wir erreichten das Tor zu dem Dorf und ich sah beim näher kommen eine Reiterin. Dann traute ich meinen Augen nicht. Ich drehte mich zu Ran um und rief: „Da steht ja Elaine.“ Eilig drängte ich mein Pferd neben ihres und strahlte sie an.
„ Ist es denn wahr? Da hat sich doch ein Wunsch von mir erfüllt. Ich hatte es mir doch so gewünscht, dich bald noch einmal zu treffen und nun stehst du hier. Wie geht es dir? Du bist doch hoffentlich gesund? Was machen deine Kinder?“ Als ich ihren Blick sah prustet ich los und meinte dann: „ Ich weiß ich rede mal wieder zu viel, aber es ist die Freude dich zu sehen.“


 
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Re:Nachrichtenwege      03.08.2010 22:20:34 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Über das ganze Gesicht strahlend griff ich nach Angeliques Hand. Ihre schöne Stimme mit dem weichen, vertrauten Akzent zu hören, war wie Balsam.
"Ich freue mich auch, dich zu sehen. So halten die Götter doch immer wieder Überraschungen für uns bereit. Wie schön, dass sie uns wohlgesonnen sind. Es geht mir gut. Und nun da ich dich sehe, ganz besonders. Seit Tagen warten wir auf euch. Wir sind mit einem kleinen Tross aus Schweden gekommen, euch zu unterstützen. Mein Sohn ist auch dabei."
Es war erstaunlich. Mehrere Sommer waren vergangen seit wir uns das letzte Mal gesehen hatte und doch war es, als hätten wir uns erst gestern getrennt.

Mein Blick schweifte von ihrem Gesicht zu den Männern und Frauen, die sie begleiteten. Stolze Kämpfer, die das Herz jedes Nordmannes und jeder Nordfrau schneller schlagen lassen. Anerkennend nickte ich ihnen zu.
Besonders eine Frau, die das Kommando zu haben schien, beeindruckte mich.
"Doch nun komm, der Abend ist kalt und die Häuser hier gastfreundlich."

Es wurde ein langer Abend. Ein Abend, in den wir uns einsponnen in vertraute Weiblichkeiten, in unsere Muttersprache. In Sorgen und Freuden von Frauen. Es tat unendlich gut. In dieser Nacht schlief ich nur kurz aber so gut, wie schon lange nicht mehr.


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Arvid

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Re:Nachrichtenwege      06.08.2010 10:31:20 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
In den letzten Tagen hatte der Nebel sich gelegt und nun bedeckte eine hohe Schneedecke die weite der Landschaft. Ich wollte gerade meine Sachen zusammenpacken, denn es sollte weitergehen in Richtung Norden, als ein junger, stolzer, rothaariger Krieger aus Schweden zu mir vorgelassen wurde.
Mit höflichen Worten überreichte er mir mein Halstuch. Elaine hatte ihn zu mir geschickt. Dankbar nahm ich es entgegen und bat ihn, sich vor seinem Rückweg auszuruhen.
Dieses Tuch war wichtig für mich, hatte Ithil es mir doch zum Abschied geschenkt. Nie vergaß ich es vor einer Schlacht anzulegen. Wie konnte es nur passieren das ich es einfach vergessen hatte?
Aus Dankbarkeit schenkte ich dem Krieger ein verziertes Methorn und bat ihn Elaine auszurichten, dass ich sie nach der nächsten Schlacht besuchen würde.
Ich freute mich schon jetzt auf diesen Besuch, hatte es doch gut getan dieser lange Abend im Gespräch mit Elaine. Wie viel hatten wir einander doch zu erzählen gehabt.
Dann war es soweit wir brachen auf, Ran hatte uns mitgeteilt, das Kundschafter berichtet hatten, dass Susdaler Heere Finnische Gebiete besetzt hätten und natürlich würden wir diese Gebiete für unsere Brüder und Schwestern zurückerobern.


 
Letzte Änderung: 2010/08/06 10:35 von Arvid.
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Silje Livström

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Sehnsucht      10.08.2010 16:52:31 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Hände, Nähe, Wärme entfachen ein Feuer. Ich höre mich aufstöhnen.
Meine Hand greift ins Leere. Etwas stimmt hier nicht.
Bleib, geh nicht! Ich spüre seinen Atem an meinem Ohr. Ich will mehr.
Ich falle. Nein! Ein Schrei. Ich schreie.
Ich erwache, mein Herz rast.
Noch mit geschlossenen Augen versuche ich zu erkunden, wo ich bin, wer ich bin. Wer war ich bevor ich einschlief?
Langsam sickert alles in mein Bewußtsein. Ich bin in einem Land, das sich Finnland nennt. Das Land von Tjennek dem Bären. Ich bin hier mit meinem kleinen Trupp, vereint seit einigen Monden mit dem norwegischen Heer. Gestern erst saß ich bei Sveid und Angelique und wir hatten gelacht und für kurze Zeit hatte ich mich wohl gefühlt. Dann war dieser Traum über mich hereingebrochen.

Ich öffne die Augen und drehe mich auf den Rücken. Bernsteinfarben schimmert das Licht durch die Zeltwände. Es ist seit Tagen nicht mehr dunkel geworden. Ich bin nervös und schwitze, unruhig, unausgeschlafen. Ich weiß nicht, ob es spät am Tag ist, oder noch Nacht. Es ist still. Ich drehe den Kopf und sehe Thargor am anderen Ende des Zeltes. Er schläft noch. Wie gerädert setze ich mich auf, lasse den Kopf kreisen, mein Nacken schmerzt und ich stöhne leise. Meine Zunge klebt am Gaumen, fühlt sich dick an. Ich stehe auf, schlüpfe in Hose und Hemd und verlasse das Zelt. Frische Luft empfängt mich. Der Bach ist nur wenige Schritte entfernt. Ich knie mich an ihm nieder und stecke meinen Kopf hinein, trinke gierig. Zäh und müde setze ich mich auf einen Stein und reibe mir mit den nassen Händen über das Gesicht, fahre durch die nassen Haare.
Da kommen die Traumbilder wieder. Thunder, mein Herz, er war da gewesen. Ich vermisse ihn so sehr, dass es nur noch schmerzt. Töricht ertappe ich mich immer wieder, wie ich auf Hände und nackte Schultern starre, wie ich beginne zu summen, wenn ich die Geräusche aus den Zelten höre, wie ich mich winde, wenn meine Haut nach seinen Berührungen schreit. Es ist nicht mehr möglich, der Sehnsucht zu entgehen, mich von ihr abzulenken, ich bin ihre Sklavin geworden und sie meine Herrin, Tag und Nacht. Und nichts vermag sie zu vertreiben. Die Jagd nicht, kein Kampf, kein Streit, keine Fröhlichkeit. In jedem selbstvergessenen Augenblick klopft sie an meinen Kopf und schickt mir Bilder seines Lachens, flüstert die Worte, die er sagen würde, fragt ihn, wenn ich nicht weiter weiß.

Ich drücke die Handballen gegen meine Augen, fest, fester, um es zu vertreiben, um die Tränen zurückzudrücken, schlucke sie hinunter. Das Zwitschern eines Vogels reisst mich aus meinem Selbstmitleid, es klingt so wunderschön. Mein Blick hebt sich, um ihn zu finden und da sitzt er auf dem Zweig einer Fichte, gelb und klein und zwitschert seine Sehnsucht in die Welt. Ich lächle und gebe ihm die meine mit.
Als wir fertig sind, fliegt er davon und ich stehe auf - erleichtert. Ich sehe mich um.
Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, es muss noch sehr früh sein. Die Wache ist auf mich aufmerksam geworden und nickt mir zu. Es ist Åke Mongöntrött. Selbst ihm fällt es in dieser Helligkeit schwer einzuschlafen. Ich sehe ihm die Erleichterung an, dass ich ihn nicht schlafend vorgefunden habe. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass ich nachts aufstehe und die Wachen überprüfe, auch wenn nur ich weiß, dass meine Schlaflosigkeit andere Gründe hat.
Ein leichter Schwindel überfällt mich, als ich zum Zelt zurückkehre. Wann habe ich das letzte Mal etwas gegessen? Ich kann mich nicht erinnern. Ich muss mich dazu zwingen. Thunder wäre erbost. Da ist er wieder! Wütend trete ich gegen einen Zeltpfosten.

In meinem Zelt knie ich mich vor Thargor und betrachte ihn, die hellen Wimpern, die hohe Stirn, das Pulsieren des Blutes am Hals, die Lippen, nein, nicht die Lippen! Ich streiche mit der Hand über sein Haar und er runzelt die Stirn im Schlaf und dreht sich erbost brummend weg.
Schmerzhaft schmunzelnd krame ich mein Schnitzzeug aus meiner Tasche und nehme mir die kleine Figur für Solveig wieder vor. Ich werde einfach denken, was ich ihm erzählen werde, wenn wir uns wieder sehen. Er wird alles wissen wollen.

„Ich hatte nicht gedacht, dass man so weit in den Norden kommt, ohne über den Rand zu fallen, mein Herz. Hast du gewußt, dass die Welt so weit ist? Dort oben ist das Meer tiefgrau und Eisberge schwimmen vorbei, Schollen mit Seehundfamilien darauf." Ich lache leise, denn hier würde er sicher fragen, ob ich mir schöne Stiefel machen liess. "Halvar, Helvdan und Arvidur haben einen Eisbär erlegt. Stell dir vor, obwohl sie noch so jung sind. Aber das war im Winter. Nun ist es fast schon Sommer und riesige Herden von Rentieren kreuzen unseren Weg. Überhaupt ist es ein seltsames Land hier. Es ist ganz flach und die Farben sind auch ganz anders. Violettes Heidekraut blüht hier und würzige Kräuter überall. Ran kennt sie alle mit Namen und weiß, was man damit heilen kann. Der Himmel ist noch größer als in Schweden und ständig weht der Wind und überall sind Mücken. Warst du schon mal hier? Ich weiß es garnicht…“


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Re:Sehnsucht      12.08.2010 06:59:23 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Das Ende des Frühlings nahte und bald schon sollten sich die ersten Sommertage hier hoch im Norden zeigen. Unsere Heere wandten sich aber weiter nach Süden, wo nach den Berichten unserer Späher, sich die Susdaler Heere befanden.
In dem für mich schon fast ewig währenden Krieg, hatte ich mich noch nie so ruhig und entspannt gefühlt. Ich hatte alle die Menschen bei mir die mir am nächsten standen. An manchen Abend trafen wir uns in froher Runde an den Lagerfeuern, erzählten von unseren Erlebnissen oder unseren verschiedenen Geburtsorten, denn längst waren die Völker, die wir erwählten unsere Heimat geworden.
Ich selber schien von unserer kleinen Frauengruppe, die sich recht häufig traf, zurzeit die glücklichste zu sein und hatte den anderen gegenüber manchmal ein schlechtes Gewissen. War ich doch in diesen Kriegswirren seit einigen Wochen mit meinem Gatten vereint. Wusste doch aus eigener Erfahrung, wie Sveid, Ran und Elaine leiden mussten ohne ihre Männer.
An manchen Abenden mied ich diese Runde, obwohl mir klar war, dass dies den anderen in keiner Weise helfen würde.
Heute war ein besonderer Abend. Der Abend vor der Schlacht, denn endlich war es so weit und wir standen Susdal gegenüber. Eine Spannung ließ sich nicht verleugnen, aber dennoch waren wir voller Zuversicht, wir wussten wir würden siegen.


 
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Re:Kein Met dem Feind!      13.08.2010 01:29:35 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Mit dem Geräusch eines ausgeschütteten Wassereimers übergab Ake Leif Danielson genannt Morgontrött sich auf die die Äste einer Zwergbirke.
Monatelang hatte er auf die Gelegenheit gewartet sich in der Schlacht zu beweisen und jetzt als sie endlich das Susdaler Heer gestellt haben ist Ake nur noch schlecht.
Missmutig blickt er zu seinem Freund Halvar av Flake, der ihn angrinst und auf sein Methorn deutet.
Gestern am Lagerfeuer hatte es noch ganz einleuchtend geklungen, als Halvar ihm erklärte dass echte Wikinger immer vor der Schlacht trinken und feiern. „Wer von seinem Sieg überzeugt ist, der kann auch vor dem Kampfe feiern“, hatte Halvar gesagt, „und sollten wir wider Erwarten doch verlieren, dann fällt der kostbare Met wenigstens nicht in die Hände des Feindes.“

Die Argumentation erschien Ake überzeugend und unter dem geflüstertem Schlachtruf: “Kein Met dem Feind“! hatten sie sich über die Vorräte hergemacht.
Nie hatte Ake sich mehr als Wikinger gefühlt und selbst eine so strenge Heerführerin wie Elaine Lilly musste ein solch selbstloses Handeln unterstützen.
Gefragt hatten sie allerdings nicht.

Jetzt am Morgen der Schlacht fühlt Ake sich nicht mehr ganz so stark. Mit zittrigen Händen stützt er sich auf seinen Streithammer und begibt sich zu den Kameraden mit denen er so lange durch den Norden gezogen ist.
Kaum haben sie sich zu einem losen Haufen versammelt da ertönen auch schon die Hörner zum Angriff. Entschlossen wischt Ake sich die letzten Bröckchen aus seinem Bart, dann stürmt ihr kleiner Trupp los…..


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Agilamundo Svanqvist: brauchst du nicht ^^ danke schön ;)
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Agilamundo Svanqvist: ^^ okay ... reden wir in einer woche noch mal darüber XD