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Im Staate Petschenegiens 17.08.2010 16:38:33 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Eine Trommel war zu hören auf den Marktplätzen aller Grafschaften. Herolde waren im ganzen Lande ihre Runden am drehen. So auch in Perekop, der Hauptstadt des Landes. Da hörte man:
QUOTE: Hört ihr Leut und lasst Euch sagen,
der Krieg war lang in vergangenen Tagen.
Doch nun, kehrt Ruhe wieder ein,
auf den Regen folgt der Sonnenschein.
Der Regent lässt nun verkünden,
das in den vergangen Stünden
höret und spitzt Eure Ohren,
ein Friedensvertrag war geboren.
Mindestens fünf Jahre Frieden soll er bringen,
vor Freude dürft ihr singen,
lassed uns preisen unseren Herrn
welcher in keiner Stunde stand uns fern.
Das Volk begann zu jubeln, auf die Knie zu sinken und Jehova zu danken. Da erhob ein altes garstiges Weiblein seine Stimme. Hatten wir nicht schonmal einen fünfjährigen Friedensvertrag? Wie lange hat der gehalten, bis das benachbarte Zarenreich uns trotzdem angegriffen hat? Sie spukte aus. Ihr alle lasst Euch wieder täuschen. Ich nicht.
Ein Gemurmel ging durch die anwesende Bevölkerung. Da tauchte plötzlich der Regent selber auf. Augenblicklich wirde es mäuschenstill, woraufhin Zuka seine Stimme erhob.
Wohl habt ihr Recht Mütterlein, aber wollen wir immer in der Vergangenheit leben? Wir sollten vorwärts schauen. Wir sollten weiterhin auf das Gute in ein jedem Menschen vertrauen. Genau so, wie uns Jehova lehrt, dass wir unseren nächsten Lieben sollen wie uns selbst. Vertrauen wir darauf, dass das Zarenreich diesen Vertrag nicht nocheinmal brechen wird und wir nun endlich hier existieren dürfen, ohne immer irgendwelche Forderungen gestellt zu bekommen. Vertrauen wir darauf, dass der Krieg als Werkzeug des Teufels erkannt wurde und nicht mehr gebraucht wird. Vertrauen wir darauf, dass Jehova allen seinen Kindern die Augen geöffnet hat um das Böse zu erkennen. Oder ganz einfach und kurz gesagt:
Vertrauen wir Jehova.
Auf den letzten Satz hin viel die gesamte Bevölkerung in frenetischen Jubel aus. Sogar das alte Mütterlein wirbelte den Stock in die Luft und jubelte. Im ganzen Jubel jedoch, sah niemand, dass der Regent gestützt auf seine Leibwachen, den Marktplatz verliess.
Alt war er geworden und Jehova war scheinbar mit seinem Werk auf Erden zufrieden, sodass er ihn auf langsamen Wegen zu sich ruft. Viel Zeit würde er nicht mehr haben, auf dieser Erdenscheibe. Gut das es Frieden gegeben hat und er sich Petschenegien noch von seiner schönsten Seite anschauen konnte. Zuka liess sich zu seiner Kutsche bringen und im ganzen Land herumchauffieren.
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Letzte Änderung: 2010/08/17 16:41 von .
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Re:Im Staate Petschenegiens 25.08.2010 14:23:49 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Nach mehreren Wochen kam die Kutsche mit dem Regenten zurück in die Hauptstadt und auf die Burg des Regenten. Der Kutscher sprang vom Bock und machte die Türe der Kutsche auf, damit Zuka aussteigen konnte. Doch dieser sass völlig in sich zusammengesackt drinnen. Sofort rief der Kutscher einer Wache zu, dass sie einen Medicus holen sollten.
Einige Minuten später traf dieser auch schon ein. Die Untersuchungen des Regenten ergaben, dass der Körper das ihm zugeschriebene Alter erreicht hatte und so wies der Medicus die Leibwachen an, den Regenten auf sein Gemach zu tragen um ihn da auf sein Sterbebett zu betten. Ja, es konnte sich nur noch um Wochen handeln, bis Zuka das zeitliche segnete und an die Seite seines Schöpfers treten würde.
Zwei Stunden später wachte Zuka ein wenig erholt auf. Die Reise war wohl doch zuviel für ihn gewesen, doch auch er wusste, dass er nicht mehr viel Zeit hatte. Doch er wusste, es war noch nicht ganz so weit. Jehova hat noch kein Zeichen gesandt, welches den Nachfolger im Staate Davids bestimmte. Er wusste genau, dass Jehova ihn erst dann zu sich rufen würde, wenn diese Person bestimmt war. Er wusste, dass ihm noch Zeit bleib, Zeit über sein Leben zu sinnieren. Zurück zu blicken, was er erreicht hatte. Und so verfiel er in Gedanken.
Mordwina war es, welches ihn Aufnahm, nachdem seine Eltern bei der Überfahrt aus den fernen Landen umkamen. Er hat sich bei ihrem Tode geschworen, was aus seinem Leben zu machen. Bei den Mordwinen dann, war er sehr schnell zum Kanzler aufgestiegen und hatte in Aglio einen Waffenbruder gefunden. Aglio, ja das war noch ein Haudegen. Leider wusste er überhaupt nicht, wie es seinem alten Weggefährten so erging. Das letzte Mal hatte er ihn aus einem Augenwinkel auf dem Schlachtfeld als Gegner gesehen. Er war ihm aber extra aus dem Weg gegangen, denn gegen ihn wollte er nicht kämpfen. Zu viel verband ihn mit seinem alten Freund. Während dieser Zeit hatte Zuka auch seine erste Frau Morgaine Le Fay kennen gerlernt, welche ihm vier Kinder schenkte. Leider verstarb sie, während der Geburt des vierten Kindes allzu früh. Dies war ein herber Schlag für Zuka, welchen er aber auch wegstecken konnte. Das Land jedoch wurde grösser und grösser. Mit Aglio gemeinsam war er der Beraterstab Mordwinas, als diese Kiew übernahmen und sich einverleibten ins Zarenreich. Doch dann kam das Zeichen Jehovas. Das Zeichen, welches ihm den Weg nach Petschenegien zeigte. Den Weg ins gelobte Land der Juden. Diesen Weg ging er nicht alleine. Hatte er doch in der Zwischenzeit seine zweite und jetzige Frau Goldmarie gefunden, welche ihm ebenfalls 4 Kinder schenkte und immer treu an seiner Seite war. Und so bauten sie zusammen das Land ihres Herrn auf. Immer wieder zurückgeworfen durch Kriege mit dem Land, welches einst seine Heimat war. Welches er anno dazumal mit aufbaute. Dies war wohl der einzige Negativpunkt in seinem Leben. Viel Zeit war vergangen und die Diplomatie in dem Zarenreich hatte sich soweit geändert, als das man mit Freundschaft und Bruderschaft nichts mehr erreichen konnte. Wo waren die alten Werte geblieben. Heute zählte die Unterdrückung der kleinen Völker und Tributzahlungen. Doch auch hier hatte sich Petschenegien nicht unterkriegen lassen. Immer hatten sie auf Jehova vertraut und dieser hat ihnen stehts zur Seite gestanden. Sodass es derzeit einen friedlichen Aufbau gab und Zuka in Frieden sterben konnte. Die weitere Diplomatie mit den Völkern dieser Erdenscheibe lag wohl nicht mehr in seiner Hand.
Während des sinnierens fielen Zuka wieder die Augen zu und er schlief ein.
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Re:Im Staate Petschenegiens 26.08.2010 20:09:05 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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So ernst hatte man Zukas Kinder, die sonst lachend und singend durch die Burg tobten, noch nie gesehen. Nun standen sie aufgereiht wie die Orgelpfeifen am Bett ihres Vaters und machten ein besorgtes Gesicht. "Bist du krank, Papa?" wisperte Blendia, das 4-jährige Nesthäkchen. Es hatte offenbar den Ernst der Lage noch nicht begriffen. Die beiden Jungen, Shimon (12) und Noam (14) schauten sich an, sahen dann wieder auf ihren Vater. Sie pressten ihre Lippen fest zusammen, um die aufkommenden Tränen zu unterdrücken. Schließlich stiess Noam die Worte hervor: "Du hast dich doch so gut erholt nach deiner schweren Verwundung im letzten Jahr. Warum ... jetzt ... " Dann verstummte er.
"Ja", sagte Zuka und das Sprechen fiel ihm sichtlich schwer, "aber einmal müssen wir alle vor unseren Schöpfer treten. Ich bin alt, Kinder, und ich fühle, dass Jehova mich ruft."
Elena, die Grosse, kühlte mit einem feuchten Tuch die fieberheisse Stirn ihres Vaters. Sie hatte in ihren 16 Jahren schon Kummer erlebt. Wie hatte sie geweint, als ihre liebe Freundin Aoife mit ihren Eltern und Geschwistern fortgezogen war! Und als der junge Ritter, in den sie heimlich verliebt gewesen war, im Krieg gefallen war! Und nun rollten wieder die Tränen über ihre Wangen. "Und Mutter ist nicht da!" sagte sie mit tränenerstickter Stimme. "Auf dem Schiff kann sie auch kein Bote erreichen!"
Dann schwiegen alle. Selbst der Wind, der sonst fast immer um die Burgtürme pfiff, schien den Atem anzuhalten. Nur das Atmen des sterbenden Regenten war zu hören. Nach einiger Zeit sagte Elena zu ihren Geschwistern: "Lasst uns ein Gebet sprechen!" Und die Kinder sagten ein Gebet auf, das sie auswendig gelernt hatten. Es passte eigentlich nicht so ganz, aber Jehova würde es schon richtig verstehen.
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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Letzte Änderung: 2010/08/26 20:13 von Blendia zu Zukansk.
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Re:Im Staate Petschenegiens 27.08.2010 09:06:58 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Zuka indes war stolz auf seine Kinder. Zuhause wohnten nur noch die vier Minderjährigen. Die Kinder aus erster Ehe waren alle schon flügge geworden und ausgezogen. Er stimmte mit den Kindern ins Gebet ein. Nach dessen Beendigung sprach er zu Elena:
Mein liebe Tochter, kannst du eine Nachricht deine Halbschwestern Zarah, Ava und Leah sowie an deinen Halbbruder Elijah erfassen und ihnen mitteilen, wie es um meine Gesundheit steht. Vielleicht wollen Sie ihren alten, sterbenden Vater auch nochmal sehen. Haben sie doch schon früh die Mutter verloren, ohne das sie sich verabschieden konnten.
Des weitere wäre schön, wenn du an meinen ehemaligen Waffenbruder Aglio von Saransk eine Botschaft senden könntest und ihm mitteilen, wie sehr ich unsere gemeinsame Jugend und Jungritterschaft genossen habe. Wie gerne ich mich mit ihm duelliert habe und wie schwer anschliessend mein Herz wurde, als ich aus Mordwina meiner Berufung nachging und das in Mordwina scheinbar nicht verstanden wurde. Wie sehr es mich schmerzte, dass ich in den Krieg ziehen musste und sozusagen gegen ihn antreten musste. Natürlich habe er mich nie bemerkt, da ich ihn nicht verletzten und unsere lange Verbundenheit nicht aufs Spiel setzen wollte. Auch er soll erfahren, dass meine Zeit demnächst kommt.
Und zu guter letzt, meine über alles geliebte Goldmarie, eure Mutter. Versucht alles erdenklich mögliche, sie irgendwie zu erreichen und ihr mitzuteilen, dass ich in meinen letzten Tagen sehr an unsere Liebe gedacht habe. Wie sehr ich die gemeinsamen Stunden mit ihr genossen habe, und wie dankbar dass ich ihr bin, war und ewig sein werde, dass sie für mich da war. Dass sie mit mir, meiner Berufung zum eigenen Staate gefolgt ist und immerzu loyal an meiner Seite stand. Sie soll wissen, dass ich mir nie eine bessere Ehefrau vorstellen konnte, als sie es gewesen ist.
Die Kinder begannen wieder zu weinen, nur Noam hielt sich zurück. Man merkte, dass er bereits ein junger Ritter geworden war und der Meinung ist, dass Ritter keine Gefühle zeigen dürften. Zuka beruhigte seine Kinder und sprach, als diese sich ein bisschen beruhigt hatten weiter.
Lasst Boten aussenden um zu vernehmen, ob Einer ein Zeichen Jehovas erfahren hat, und somit von ihm als Regenten auserkoren worden ist. Und jetzt gebt mir einen Moment der Ruhe.
Die Kinder nickten und gingen aus dem Raume.
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Re:Im Staate Petschenegiens 29.08.2010 01:18:20 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Vorsichtig beugte sich Elena über ihren Vater, als er sie ansprach. Seine Worte waren leise, aber eindringlich und das Mädchen merkte sie sich gut. Als er geendet hatte, gab sie ihm einen Kuss auf die Wange und sagte: "Ja, Vater, das will ich gerne tun!". Dann drückte sie noch einmal innig seine Hand und verließ mit den Jüngeren zusammen die Kammer.
Die Briefe hatte Elena, die schon vor einigen Jahren Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt hatte, schnell geschrieben, zuerst an ihre Mutter, denn die war wohl am schwersten zu finden. Sie beauftragte den besten und schnellsten Boten, die nächsten Turnierplätze aufzusuchen, da sich Goldmarie vermutlich an einem von ihnen aufhielt.
Dann schrieb sie an ihre Halbgeschwister, von denen sie aus den Erzählungen des Vaters ungefähr wusste, wo sie lebten, und schickte vier weitere Boten los. Zum Schluss schrieb sie an den mordwinischen Sowetnik Aglio von Saransk:
QUOTE:
Werter Aglio von Saransk,
ich übermittle Euch Grüße von Eurem ehemaligen Waffenbruder, meinem Vater Zuka von Zungenschlag. Er liegt schwer krank darnieder und wird wohl bald vor den ewigen Thron Jehovas treten müssen. Er bat mich, Euch diese Botschaft zu senden:
Er hat die gemeinsame Jugend und Jungritterschaft sehr genossen und erinnert sich gerne an die Trainingsduelle in Mordwina. Sein Herz wurde schwer, als er seiner Berufung nach Petschenegien folgte, was in Mordwina scheinbar nicht verstanden wurde. Es schmerzte ihn sehr, dass er in den Krieg ziehen und sozusagen gegen Euch antreten musste. Sicher habt Ihr ihn nie bemerkt, da er Euch nicht verletzten und die lange Verbundenheit nicht aufs Spiel setzen wollte. Aber nun sollt Ihr erfahren, dass seine Zeit demnächst kommt.
Hochachtungsvoll
Elena zu Zukansk
Tochter des Regenten im Staate Davids, Zuka von Zungenschlag
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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Re:Im Staate Petschenegiens 29.08.2010 10:01:22 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Das "Kräftemessen im Zarenreich" war in vollem Gange und binnen zweier Tage verlagerten sich die Feiern vom Anwesen des Aglio von Saransk bis hinunter in den Kern der Stadt, wo sich zahlreiche Ritter Mordwinas mit denen der Kiewer Rus auf dem Turnierfeld gegenüberstanden. Der Fahle war dieser Tage in schlechter Form. Zwar hatte er im Zweikampf einen Sieg errungen, doch der als schwer besiegbar geltende Sowetnik musste sich im Tjost und im Massenkampf einem Kiewer Ritter namens Nedor geschlagen geben, den er einen Tag zuvor als neuen Herrscher Kiews vorgestellt bekam. Die Niederlagen wurmten ihn, denn der hässliche Mordwine war es nicht gewohnt kniend dabei zuzusehen wie andere gefeiert wurden. MIt gesenktem Haupt zog er sich, die Glieder schmerzend, in sein Turnierzelt zurück um seine Wunden zu lecken. Lew kümmerte sich um die Verletzungen des Sowetnik, während eine Dienerin etwas zu Essen brachte. Gerade als etwas Ruhe eingekehrt war wurde ein Meldereiter der Petschenegen zu Aglio von Saransk gebracht und übermittelte ihm eine Botschaft, die dieser mit einem lachenden und einem weinenden Auge auffasste.
"Er liegt also im Sterben!", kommentierte der Fahle leiste die Zeilen, während Assa ihm seine schmutzigen Füße schrubbte. "So schnell kann es also gehen. Er ist kaum älter als ich selbst und dennoch scheint das Schicksal in seiner Wahl unterschiedlich zu entscheiden." Aglio von Saransk wirbelte mit den Armen und bedeutete der jungen Assa, sie solle doch bitte seine Füße trockenlegen, damit er aufstehen konnte.
"Vielleicht ist es so gewollt, dass er gerade jetzt, wo die Beziehungen zwischen unserem Reich und den Petschenegen aufs Äußerste gereizt sind, von uns gehen muss." Er kratzte sich am Kopf. "Vielleicht ist es eine Chance einen Neuanfang zu wagen. Kein großer Schritt, nur einen kleinen."
Er nahm sich Feder und Papier und verfasste einen vielleicht letzten Brief an Zuka von Zungenschlag, besser gesagt einen ersten an Elena von Zukansk, die Tochter des Zuka.
QUOTE: Liebe Elena von Zukansk,
bevor ich etwas zu eurem Briefe schreibe, möchte ich euch danken, dass ihr euch die Mühe machtet den Kontakt zu mir zu suchen. Lange Zeit hielt ich mich aus der Politik meines Landes heraus und sah nun, da ich wieder ein hohes Amt bekleide, welch schlimme Zerwürfnisse es zwischen eurem Hause und dem Hause meines Herren Tzwenson gibt. Es ehrt euch, dass ihr trotzdem den Kontakt zu uns sucht, wenn es auch schlimme Umstände sind, die euch dazu veranlassen.
Mein Herz wird schwer wenn ich daran denke, dass Zuka jetzt schon diese Welt verlassen wird. Es war niemals das Ziel Mordwinas in Fehde auseinanderzugehen. Das Schicksal aber wollte es, dass unser erster Zar Wilhelm von Königsberg und Zuka selbst, einen solchen Dickschädel besaßen, dass es früher oder später zu einer solchen Entwicklung kommen musste.
Unsere Politik ist bestimmt von Stolz und Arroganz, Attribute die einem jedem Mordwinen von Kindesalter an anerzogen werden. Und ihr werdet verstehen, dass diese Attribute, wenn man sie einander gegenüberstellt zwangsläufig zu Streit führen müssen.
So bedauere ich sehr, dass ich nicht als Freund schreiben kann, sondern als stolzer und arroganter Mordwine, der sich in den Tiefen seines Herzens an die wunderbare Jugend mit eurem Vater erinnert. So viele Stunden haben wir zusammen gelacht und geweint, so viele Stunden saß er, den Trainingsstock an meiner Kehle auf mir; und umgekehrt. Falls er noch genügend Verstand inne hat, richtet ihm aus, dass die Entwicklung die unser beider Schicksale so weit von einander entfernte, mir aufrichtig Leid tut und ich wünschte es wäre anders gekommen. Doch es ist wie es ist und wir können nichts mehr daran ändern. Vielmehr hoffe ich aber, dass die Zukunft uns segnen wird, und nicht mehr Arroganz und Stolz sich gegenüberstehen werden, sondern Mitgefühl und Empathie.
Es grüßt
Aglio von Saransk
sich verneigend vor seinem alten Freund Zuka von Zungenschlag
Kalt wie eisiger Stahl, in seinem Herzen auf ewig Mordwine
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Letzte Änderung: 2010/08/29 10:04 von Leicholf Kaltherz.
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Re:Im Staate Petschenegiens 01.09.2010 10:46:44 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Endlich war Goldmarie nach einer stürmischen Seereise in Karvuna angekommen, doch kaum hatte sie sich in das dortige Turnier eingeschrieben, da war ein Bote erschienen, der ihr Elenas Nachricht brachte. Die Regentengattin hatte daraufhin dem Schreiber den Anmeldezettel wieder aus der Hand gerissen und verkündet: "Mein Mann liegt im Sterben! Ich muss zurück!"
Und nun befand sich die Ministerin auf dem Heimweg nach Perekop. Es war nicht leicht gewesen, ein Pferd zu bekommen, hatte sie doch außer der Teilnahmegebühr für das Turnier nicht viele Silbermünzen mitgenommen. Schließlich hatte sie eine altersschwache Mähre von einem mitleidigen Bauern gekauft. Den Boten hatte sie sofort zurückgeschickt, um ihre Ankunft auf der Burg anzukündigen. Sie ritt an der Küste entlang durch Moldawien, immer auf der Hut, um keinem sächsischen Ritter zu begegnen. Nicht dass sie vor ihnen Angst gehabt hätte, nein, im Gegenteil: Goldmarie war immer noch voller Wut, weil sächsische Ritter die ungeschützten petschnenegischen Ländereien verwüstet hatten, und das völlig ohne Grund. Wäre sie nun Sachsen begegnet, wäre sie wie eine Furie über sie hergefallen und hätte dadurch möglicherweise den so mühsam errungenen Friedensvertrag in Gefahr gebracht!
Jetzt war sie an der Grenze nach Odesskaja angekommen. Der Bote hatte der Woewoda Lori eine Nachricht zukommen lassen, dass Goldmarie beabsichtigte, dort eine Rast einzulegen. Auch das Pferd brauchte ein wenig Ruhe, um diese anstrengende Reise überstehen zu können.
Die Gedanken der Khagan Bek gingen zur Burg Perekop, zu ihrem geliebten Mann, und sie betete zu Jehova, dass er ihn nicht zu sich rufen möge, bevor sie ihn nicht wenigstens noch einmal in ihre Arme schließen konnte.
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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Re:Im Staate Petschenegiens 01.09.2010 11:44:30 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Zur gleichen Zeit auf Burg Perekop ...
Aufgeregt stürmte Elena die Treppe hinauf. An der Tür zu Vaters Kammer blieb sie kurz stehen und verschnaufte, dann ging sie hinein. Der Medicus war gerade da. Beim Hinausgehen flüsterte er dem Mädchen zu: "Ich glaube, es geht bald zu Ende!"
Elena trat an das Bett des sterbenden Regenten und ergriff seine Hand. "Vater, ich habe gute Nachrichten, zwei Boten sind gerade gekommen. Der eine von Mutter - sie ist auf dem Weg hierher und wird in wenigen Tagen eintreffen. Der andere brachte einen Brief von Aglio von Saransk. Soll ich ihn vorlesen?
Zuka drückte die Hand seiner Tochter und nickte ihr dann zu. Elena las den Brief des Mordwinen vor. Beim letzten Satz: "sich verneigend vor seinem alten Freund Zuka von Zungenschlag" liefen dem Mädchen zwei kleine Tränen die Wangen hinunter. Sie beugte sich über ihren Vater und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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Letzte Änderung: 2010/09/01 11:45 von Blendia zu Zukansk.
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Re:Im Staate Petschenegiens 01.09.2010 14:59:26 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Seine Goldmarie würde in einigen Tagen hier eintreffen. Sie hatte sogar extra das Turnier sausen lassen. Zuka's Gedanken waren bei seiner Frau. Hoffentlich würde er noch so lange leben, um sich von ihr verabschieden zu können. Ob Jehova diese Gnade hatte? War er doch ein gläubiger Mensch gewesen.
Elena holte seine Vater wieder von den Gedanken zurück. Sie lass den Brief von Aglio vor, welchen sie erhalten hat. Nach dem lesen fragte sie ihren Vater, ob er wirklich so ein Dickschädel gewesen sei, hätte sie ihn doch nur immer als liebenswürdigen, verständnisvollen Vater erlebt.
Kind, begann er mit schwacher und leiser Stimme, wenn man versucht, einen nicht akzeptierten Glauben zu leben, wenn man versucht, in diesem Glauben einen Staat zu etablieren, dann muss man einen gewissen Dickschädel besitzen. Sonst versuchen einem die grossen Nationen und Religionen ihre Meinung aufzuzwingen. Elena, die auch in der Kunst der Diplomatie unterrichtet worden ist, nickte daraufhin verständnisvoll. Sie überlegte sich, wie die Zukunft wohl ohne ihren Vater im Staate wohl aussehen mag. Es musste eine weitere starke Hand die Leitung des jungen Staates übernehmen, doch wer mochte das sein? Hatte sogar Jehova Schwierigkeiten den Richtigen zu wählen? Bis heute hat ja noch niemand das Zeichen von ihm erfahren. Doch zweifeln wollte sie nicht an ihrem Herrn. Dafür hatte er schon zu viel in die richtigen Wege geleitet wie sie sich erinnerte. Und so fragte sie einfach ihren Vater.
Vertraue, meine Tochter, vertraue. Jehova wird mich erst zu sich holen, wenn er sich entschieden hat. Vielleicht wirst du dereinst das Zeichen erfahren vielleicht auch der Bauer Gabriel oder der Müller Ibrahim. Wir wissen es nicht. Aber vertraue darauf, dass Jehova den richtigen wählt, wie er es bei mir scheinbar auch gemacht hat. Ansonsten hätten wir jetzt nicht unseren eigenen jüdischen Staat.
Daraufhin bemerkte man, dass Zuka wieder von seinen Kräften verlassen wurde. Sofort rief Elena wieder den Medicus. Dieser begann sogleich wieder mit den Behandlungen, während Elena ihrem Vater aus der Tora vorlass.
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Re:Im Staate Petschenegiens 02.09.2010 00:38:51 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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An der Grenze von Moldawien nach Odesskaja hatte Goldmarie eine kurze Rast gemacht, als sie spürte, dass ihr Pferd allmählich mit seiner Kraft am Ende war. Sie ließ das Tier aus einem Bach trinken, dann tätschelte sie ihm den Hals und flüsterte ihm ins Ohr: "Lass mich nicht im Stich, bitte! Ich will meinen Mann noch einmal sehen, will ihn noch einmal umarmen, ihm noch einmal einen Kuss geben."
Tränen liefen der Regentengattin über die Wangen, als sie versuchte, sich wieder auf den Rücken des Pferdes zu schwingen. War es weil ihr Blick getrübt war? Hatte das Pferd eine plötzliche Bewegung gemacht? Was auch immer der Grund war, sie konnte sich nicht auf dem Rücken des Pferdes halten und stürzte hinunter. Hart schlug sie auf dem Boden auf und verlor die Besinnung ...
Burg Perekop im Nebel ... Dämmerung, verschwimmende Konturen ... war es die Sonne oder der Mond? Das Licht blendete, es war Zwielicht, flackernd, undeutlich ... ein Fenster, ein flatternder Vorhang ... Flügel ... ein Engel? Todesengel? Dunkelheit ... Einsamkeit ...
"Nein!!!" - Mit einem Schrei fuhr Goldmarie hoch. Hatte sie geträumt? War es eine Vision? Plötzlich hatte sie die Gewissheit, dass sie zu spät kam, dass ihr geliebter Gatte gestorben war. Mühsam raffte sie sich auf, schlang ihre Arme um den Hals des Pferdes, als wäre es ihr bester Freund, und begann bitterlich zu weinen. "Er ist tot ... und ich war nicht bei ihm!" Lange stand sie da, vergrub ihr Gesicht in der Mähne des Pferdes, wusste nicht mehr, ob es Tag oder Nacht war, es war ihr auch völlig egal. "Gott, mein Gott, warum hast Du uns das angetan?" rief sie ein ums andere Mal, bis ihre Tränen versiegten, dann hob sie den Kopf und sah die aufgehende Sonne.
Es dauerte ein paar Augenblicke, bevor Goldmarie wieder ganz Herr ihrer Sinne war. Was war passiert? Sie war gestürzt .. Und ihr Gatte? War er tot? Sie konnte es nicht wissen, nicht wirklich, auch wenn sie es in ihrem Herzen spürte. Seufzend versuchte sie sich einzureden, dass es doch vielleicht noch nicht zu spät sein könnte. Sie schwang sich auf das Pferd, das wie zur Bestätigung wieherte, und ritt auf Odesskaja zu. "Lass es noch nicht zu spät sein!" flehte sie zu Jehova, ihrem Gott ...
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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Letzte Änderung: 2010/09/02 00:42 von Blendia zu Zukansk.
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