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Re:Quo vadis, Aremorica? 24.10.2010 01:22:23 --- 1 Jahr, 7 Monate her
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Für seyne Exzellenz, einen Mann der Tat, war die Sache klar. Er musste seynem Herzog noch ein letztes Mal die Aufwartung machen, die dem Regenten zustand. Und so gab der Constable diverse Tagesbefehle aus und machte sich mit seynem Stab auf den Weg.....
Noch beim Galoppieren schoss es ihm durch den Kopf: "Ich muss den Herzog noch vor dessen Ableben erreichen - koste es, was es wolle....."
Schließlich erreichte der Troß zügig seyn Ziel. Mehrere Leibgardisten seyner Exzellenz ritten voran.....
"Platz da für seyne Exzellenz! Platz da, Volk..... gebt den Weg frey!" Die Reitergruppe bahnte sich ihren Weg durch den großen Torbogen und kam im Innenhof zum Stehen, wo die herzögliche Wache sofort artig salutierte. Der Adjutant von de Metz meldete dem Hauptmann der Wache: "Ich melde seyne Exzellenz Jean de Metz."
"Folgt mir, werte Exzellenzen!" erwiderte der Hauptmann der herzöglichen Wache.
Die Gruppe Soldaten schickte sich nun an, die Treppen zum herzöglichen Palast schnellstmöglich zu überwinden, so gut es eben ging. Sie waren das letzte Stück vom Heereslager bis hierher in Vollzeug geritten, um keine Zeit zu verlieren. Schwer außer Atem, bedingt durch sämtliche Rüstungsteile, standen sie nun vor der Tür von de Navarre's Schlafgemach und ließen sich anmelden. Jean de Metz hoffte inständig, dass Guillaume de Navarre noch lebte...... einen Wimpernschlag später ließ man den Kriegskanzler zu dem im Sterben liegenden Herzog vor......
Sohn von Jean de Metz Ministro in Militärfragen des Löwenritter-Ordens von Leon
Ehemals Kriegskanzler, Constable und Oberbefehlshaber / Feldmarschall aller englischen Truppen Ehemals Constable und Oberbefehlshaber der bretonischen Truppen Ehemaliger Kronritter der Bretagne Ehemaliger König der Fatimiden youtube.com/watch?v=ggI7S4EzlKA
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Re:Quo vadis, Aremorica? 25.10.2010 12:05:52 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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De Navarre hatte gewusst, dass es mit seiner Gesundheit nicht zum Besten stand - aber dass es letztlich so schnell gehen würde, traf ihn dennoch unvermittelt. In den vergangenen Tagen hatte er unter anderem Briefe an die Höfe von Frankreich und Burgund sowie an die Synode des Großreiches, die Kurie, den Heiligen Vater und den jungen Prinz Henri verfasst, in denen er die notwendigen Vorkehrungen für sein baldiges Ableben traf und gleichzeitig Abschied nahm.
Nur zwei Tage nachdem der letzte Kurier sich auf den Weg gemacht hatte, verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Kardinals rapide und zwang ihn zu beständiger Bettruhe. Im selben Maße, in dem die Sonne an Kraft gewann, schien diese den Körper des geschwächten Regenten zu verlassen.
Als der Kardinal die Stunde nahen sah, rief er seinen treuen Generalvikar de Rochefort zu sich und ließ sich die Beichte abnehmen. Es war eine lange Beichte, denn de Navarre hatte vieles zu berichten, was er während seines langen und ereignisreichen Lebens zum Wohle des Französischen Großreichs und der Heiligen Mutter Kirche hatte verschweigen müssen.
Der Generalvikar lauschte andächtig und mit großer Anteilnahme, auch wenn ihn manch Geständnis im Innersten zu schaffen machen musste. Er hörte von den Gräueln des deutsch-französischen Krieges und der Verteidigung Iberiens gegen die Muselmanen, von grimmigen Schlachten gegen den sizilianischen Söldnerbund, von Intrigen und Verrat innerhalb der Kirche, vom Konzil von Avignon und den Kirchenreformen, von Mord und Verschwörung, Bestechung und Spionage.
Als de Navarre geendet hatte, schloss er erschöpft die Augen und zwang sich unter großer Anstrengung zu den nächsten Atemzügen. De Rochefort sah still und sichtlich erschüttert den Mann an, für den er seit jeher große Bewunderung verspürte, und sprach nach einigen Augenblicken tonlos: "Ego te absolvo, meus filius." Danach spendete er dem Kardinal die Sterbesakramente.
Erleichtert öffnete de Navarre die Augen und entgegnete: "Danke, mein guter Freund, für diese erlösenden Worte in meiner schwersten Stunde. Vergesst nicht, dass Ihr an das Beichtgeheimnis gebunden seid und wir beide unser Wissen mit ins Grab nehmen müssen. Doch nun lasst uns über erfreulichere Dinge sprechen. Sagt, wie ist es um Euer sizilianisches Mündel bestellt? Ich hörte unser junger Prinz Henri hat mit seinem einnehmenden Wesen schon erste Freundschaftsbande geknüpft...?"
So berichtete de Rochefort dem sterbenden Kardinal von den neusten Begebenheiten bei Hofe und merkte, dass de Navarre ihm mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen lauschte. Die Sonne stand bereits tief und tauchte das Zimmer in ein goldgelbes Licht, welches vom sanften Rauschen der See und dem Ruf der Möwen untermalt wurde.
Als der Generalvikar geendet hatte, bat de Navarre noch darum, gemeinsam das Vaterunser zu beten. Bewegt kniete de Rochefort neben dem Bett des Kranken nieder und wandte sich dem goldenen Kruzifix zu, dass der Kardinal seines Wissens nach zur Amtseinführung von Papst Vinzenz V. erhalten hatte und sprach die jedem Christen wohlbekannten Worte. Der Generalvikar merkte, wie der Kardinal das Gebet leise mitsprach und dabei ein reich verziertes Brustkreuz fest umklammert hielt, welches de Rochefort noch niemals zuvor erblickt hatte. Irritiert schloss er die Augen und richtete seine Gedanken andächtig auf die gesprochenen Worte:
"Pater noster, qui es in caelis:
Sanctificetur nomen tuum:
Adveniat regnum tuum:
Fiat voluntas tua,
Sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie:
Et dimitte nobis debita nostra,
Sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.
Et ne nos inducas in tentationem,
Sed libera nos a malo.
Amen."
Das letzte Wort ging in einen lang gezogenen Seufzer de Navarres über, der jenseits des offenen Fensters den malerischen Sonnenuntergang über den Felsen des Mont-Saint-Michel betrachtete. Bevor de Rochefort noch etwas sagen konnte, brach der seltsam entrückte Blick in den blaugrauen Augen des Kardinals und ließ keinen Zweifel darüber, dass der Herr seinen treuen und bescheidenen Diener zu sich befohlen hatte.
De Rochefort schlug das Kreuz und schloss für einen kurzen Augenblick die Augen, die sich mit Tränen zu füllen drohten. Dann stand der Generalvikar langsam auf, sammelte sich kurz und öffnete das schwere Eichenportal zur Schlafkammer des verstorbenen Kardinals. Zu seiner Überraschung begegnete er im Vorraum neben den Bediensteten und einer Reihe von Sekretären auch dem Seneschall der Bretagne, Chancelier Jean de Metz, der ihn erwatungsvoll ansah. Doch de Rochefort schüttelte nur traurig den Kopf und entgegnete mit belegter Stimme: "Seine Eminenz ist soeben von uns gegangen."
Eine drückende Stille legte sich über die versammelten Höflinge, die nur durch das unterdrückte Schluchzen einiger Mägde unterbrochen wurde. So erlag an einem milden Sommertag anno domini 1055 auf der Klosterinsel Mont-Saint-Michel nahezu unbemerkt und fast vergessen von der Welt einer der größten Kirchenfürsten seiner Zeit, der vier Päpste überlebt und dem fünften mit unerschütterlicher Treue gedient hatte, einem langwierigen Lungenleiden. Guillaume de Navarre hatte zunächst als Ritter, Graf und Bischof, schließlich als Kanzler, Kardinal und Regent das Zeitgeschehen im Allgemeinen und die Geschicke der Bretagne sowie der Kirche im Besonderen stets zum Wohle aller zu beeinflussen versucht und verschied im Bewusstsein, dass er wider die Eitelkeiten dieser Welt sein Möglichstes getan hatte.
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Re:Quo vadis, Aremorica? 10.01.2011 20:37:28 --- 1 Jahr, 4 Monate her
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Mehr als drei Jahre waren ins Land gegangen seit der kranke Kardinalregent der Bretonen verstorben war und das Herzogtum einem kaum fünfzehnjährigen Knaben überantwortet hatte.
Zeit seines Lebens hatte Kardinal de Navarre den Herrschern der Bretagne treu gedient und nur zögerlich die Regentschaft übernommen, als der letzte Herzog der Bretagne, Duc Celas, ihn auf dem Sterbebett darum gebeten hatte. Die Linie der Herzöge der Bretagne war damit erloschen.
Beinahe jedenfalls - denn obwohl die direkte Linie des herzoglichen Hauses keine legitimen Nachkommen vorweisen konnte, hatte die Bretagne einen offiziellen Erben. Die Schwester des Herzogs war durch geschicktes Taktieren des Kardinals mit dessen Cousin verheiratet worden. Dadurch war das alte und stolze, aber verarmte Haus de Navarre eine unverbrüchliche Verbindung mit dem Herzogshaus eingegangen.
Aus dieser Liaison ging schon bald ein kräftiger Sohn namens Henri hervor, der am Todestag des alten Herzogs jedoch noch kaum den Windeln entwachsen war. Kardinal de Navarre nahm sich seiner an und bereitete den Knaben über die Jahre hinweg auf seine spätere Regentschaft vor. So kam es, dass nach dem Tode des Kardinals wieder ein Prinz der Bretagne auf dem Thron des Herzogtums Platz nahm.
Der nunmehr achtzehnjährige Henri de Navarre stand lachend am Bug des bretonischen Flaggschiffes Reine de l'Océan und ließ sich die Gischt des aufgewühlten Meeres ins Gesicht peitschen, welches einen kräftigen Bartwuchs aufwies. Das schwarz gelockte Haar seiner bretonischen Vorfahren wehte ungebändigt im Wind und während die Mannschaft alle Mühe hatte, das Schiff im tobenden Sturm unter Kontrolle zu halten, rief der noch immer ungekrönte Herzog der Bretagne voller Übermut:
"Was habt ihr denn, ihr Landratten? Ihr seid Bretonen, euch wird das bisschen Wetter doch nicht gleich ins Bockshorn jagen - der Herr wird's richten! KURS HALTEN!!!"
Und so steuerte die kleine Flotte der Bretonen unaufhaltsam ihrem Ziel entgegen...
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Re:Quo vadis, Aremorica? 11.01.2011 12:56:36 --- 1 Jahr, 4 Monate her
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Baptiste stand neben dem Duc und konnte die Begeisterung des acht Jahre jüngeren Henri de Navarre über die tosende See nicht wirklich teilen.
Zwar hatte sich sein Magen in den letzten Jahren durch die recht häufige Seefahrerei daran gewöhnt seinen Inhalt auch bei schwerer See nicht zu präsentieren, doch war fester Boden unter den Füßen noch immer das Beste.
"Ich hoffe unser Herr richtet es in Bälde, es geht im Moment sehr viel Proviant in angedauter Form über Bord."
Baptiste deutete auf eine Reihe von einfachen Soldaten die sich ihres Essens entledigten.
"Naja wenigstens ist bisher noch Keiner über Bord gefallen. Die Moral unter den Leuten ist aber sehr gut, trotz des widrigen Wetters. Nur das Kampftraining leidet etwas."
Der Bischof von Rennes blickt gen Himmel und schickte eine Salve Stoßgebete, los in der Hoffnung das Gott der Herr ein Einsehen hatte und Meer und Himmel besänftigte.
Unterdessen trotze Henri, noch immer lachend den über das Schiff brechenden Wellen, ob er wohl überhaupt bemerkt hatte das de Crècy mit ihm gesprochen hatte?
 Wer lange sinnt, beginnt nicht - und wer nicht beginnt, gewinnt nicht.
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Re:Quo vadis, Aremorica? 11.01.2011 16:50:03 --- 1 Jahr, 4 Monate her
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Noch während Henri die ungebändigten Naturgewalten der stürmischen See in vollen Zügen genoss, unterrichtete ihn sein Beichtvater Baptiste de Crècy, der Bischof von Rennes, mit sichtlicher Mühe über die aktuelle Lage der Flotte. Nachdem er geendet hatte, wandte Henri sich zu ihm um und verließ über eine kurze Treppe das Vorderkastell am Bug der Galeere. Dabei zog er den verdutzten Bischof mit sich um in den etwas geschützteren Bereich unterhalb des Aufbaus zu gelangen, doch zur Erleichterung der Besatzung begann der Sturm allmählich nachzulassen.
"Mein guter Baptiste, Euer Humor ist ein Mal mehr so trocken wie der Wüstenwind, den wir wohl schon bald am eigenen Leibe spüren werden."
Dem jungen Prinzen der Bretagne waren zum Verdruss seiner Lehrer höfische Umgangsformen zuwider, weshalb er sie umging wo er nur konnte. Eine Seefahrt fernab des herzoglichen Hofes bot die perfekte Gelegenheit, um mit seinen Männern einen relativ kameradschaftlichen Umgang zu pflegen. Seinen Beichtvater mit Euer Exzellenz anzureden kam ihm ebenso seltsam vor wie mit Euer Königliche Hoheit angeredet zu werden. Bei offiziellen Anlässen schrieb das französische Hofprotokoll solche distanzierten Anreden jedoch vor, weshalb sich der junge Henri früher oder später würde daran gewöhnen müssen.
"Na seht Ihr, Eure Gebete scheinen bereits erhört worden zu sein. Lasst mich wissen ob eines unserer Schiffe im Sturm beschädigt worden ist, aber wir scheinen mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein."
Geschickt wich Henri einem seiner Männer aus, der mit grünem Gesicht zur Reling stürzte und seinen Mageninhalt dem Meer überantwortete.
"Mit dem Training der Männer habt Ihr natürlich Recht, Baptiste. Grégoire und Jean scheinen sich lieber unter Deck dem Wein zu widmen als ihrem Prinzen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zusätzlich würde das die Männer auf andere Gedanken bringen und weniger über den Seegang nachdenken lassen", bemerkte der junge Prinz sarkastisch mit einem Seitenblick auf den schnaufenden Matrosen an der Reling.
"Also, habt Ihr irgendwelche Vorschläge?"
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Re:Quo vadis, Aremorica? 11.01.2011 17:54:25 --- 1 Jahr, 4 Monate her
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So recht wusste Baptiste nicht was der junge Prinz damit bezweckte das er ihn in den besser geschützten Bereich unterhalb des Aufbaus führte, konnte man nasser als nass werden?
Jedefalls klebte die Kleidung der beiden Männer wie eine Ansammlung nasser Lumpen an ihnen.
Er folgte den Worten Henri's und betrachtete mit sichtlichem Vergnügen welche Folgen es hatte wenn man nicht auf die Windrichtung achtete wenn man sich übergab.
Naja vielleicht wusste der Bursche nun warum er der Einzige war, der auf Steuerbord versuchte die Fische zu füttern.
Nach dem der Duc geendet hatte gab der Bischof der Führerin seiner Leibgarde ein Zeichen auf das sie sich zu den beiden Männern begab.
Sie verneigte sich vor Henri und dann vor Baptiste
"Euer Königliche Hoheit! Euer Exzellenz!"
"Capitaine de Mérignac begebt euch zum Kapitän der Reine de l'Océan und erfragt ob es schon möglich ist zu sagen ob das Schiff unbeschadet durch den Sturm gekommen ist und er möge alsbald suchen Kontakt zu den anderen Schiffen via Signalflaggen aufzunehmen. Seine Königliche Hoheit wünscht zu wissen ob uns der Sturm Schaden zugefügt hat."
Christelle verneigte sich erneut und machte sich auf den Weg.
"Nun, sobald es der Seegang zulässt möchte ich die Männer an Deck treten und in Gruppen wieder das Waffentrainig aufnehmen lassen.
Bei diesem Wellengang erscheint es mir wenig sinnvoll, zu groß das Risiko das sich gerade die Ungeübteren unter den Soldaten gegenseitig in die Piken, Speere und Säbel stolpern.
Aber bis dahin könnten die Fischfreunde ihre Hinterlassenschaften von Deck und Reling schrubben um die Gefahr des Ausgleitens zu minimieren!"
Mit leicht angewiedertem Gesichtsausdruck blickte Baptiste über die vorverdauten Spuren bretonischer Kochkunst. Manch einer weiß gutes Essen einfach nicht zu schätzen, dachte er bei sich.
Einen Moment überlegte der Comte von Anjou ob er die Rationen für die Soldaten kürzen sollte, verwarf den Gedanken aber so gleich!
 Wer lange sinnt, beginnt nicht - und wer nicht beginnt, gewinnt nicht.
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Letzte Änderung: 2011/01/11 17:58 von Aveline Adwen de Crècy.
Grund: Änderung des Satzbaus
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Re:Quo vadis, Aremorica? 11.01.2011 19:14:49 --- 1 Jahr, 4 Monate her
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Aufmerksam lauschte Henri den Ausführungen des Bischofs, der als Heerführer ebenso für die Ausrüstung und Form der Truppen verantwortlich war wie Jean de Metz, der Kriegskanzler der Bretagne. Durch den Windschutz, den das Vorderkastell ihnen nun bot, konnte er den Comte d'Anjou wesentlich besser verstehen als zuvor.
Der junge Prinz sah der Kommandantin der bischöflichen Leibgarde hinterher, wobei ihm von den leicht wiegenden Hüften der durchtrainierten Kämpferin ganz schwindelig wurde. Zwar war Henri in der Heimat nicht unbedingt als Frauenheld verschrien - jedenfalls noch nicht - aber er galt als kräftig und gut aussehend. Die lange Schiffsreise machte dem jungen Mann daher aus ganz anderen Gründen als wegen des Seegangs zu schaffen.
"Ähm... sicher, Baptiste, tut was Ihr für richtig haltet. Gebt außerdem bitte den Befehl an die Flotte weiter, dass gemeldet werden soll, sobald die Küste in Sicht kommt. Wir sollten den nächstmöglichen Ankerplatz ansteuern, um unsere Vorräte zu prüfen und eventuelle Schäden auszubessern."
Mit diesen Worten wandte Henri sich ab, drehte sich dann aber noch einmal um.
"Ach ja, sollten sich Jean und Grégoire blicken lassen, richtet ihnen aus, dass ich spätestens übermorgen einen detaillierten Lagebericht über den Zustand der Flotte, die Verfassung der Truppen und die Anzahl unserer Vorräte haben möchte. Wenn Ihr mich nun entschuldigen würdet, ich werde mein Kommandozelt aufsuchen, um... ähm... meine Kleider zu wechseln - ich würde Euch dasselbe empfehlen."
Mit lüsternem Blick bewegte sich Henri zum Heck der Galeere, wo sich das herzogliche Zelt befand. Im Gegensatz zum Rest der Besatzung hatte er den Luxus, auch an Bord der Galeere über etwas Privatsphäre zu verfügen.
Die Galeere war mit einer doppelten Reihe von Rudern auf jeder Seite ausgestattet, wobei im Bauch des Schiffes zusätzlich die Vorräte - wie beispielsweise Wein und Pökelfleisch - für die Überfahrt gelagert wurden. Wegen des Sturmes waren allerdings alle Ruder eingeholt worden und auch die Segel hatte man gerafft. Nun begann man nach und nach, die Schäden des Sturms zu beseitigen, und bereitete das erneute Hissen der Segel vor.
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Re:Quo vadis, Aremorica? 11.01.2011 20:48:55 --- 1 Jahr, 4 Monate her
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Der Bischof von Rennes verneigte sich als der junge Prinz entfernte.
Der ungebührliche Blick den seine königliche Hoheit Christelle folgen ließ war seinem Beichtvater allerdings genauso wenig entgangen wie die Anweisungen.
Baptiste schmulzte, ja diese Rundungen hatten schon so manchem Edlen den Kopf verdreht und viele Jahre hatte er damit zugebracht auf Christelle zu achten als wäre sie seine kleine Schwester.
Leider war ihm dabei nicht aufgefallen das Christelle in ihm nie den Bruder, sondern immer den zukünftigen Vater ihrer Kinder gesehen hatte.
Naja nun war sie die Gemahlin eines elenden Höflings, dessen einziger Verdienst es war, Sohn eines wohlhabenden und einflußreichen Vaters zusein. Ihre Väter hatten den Bund arrangiert.
Verarmter aber alter Adel trifft auf einflussreiche, aber furchtbar bürgerliche Reiche.
So ein kleines bisschen Hörnen würde er dieser Krämerseele durchaus gönnen, die Münzen oder Pelze zählte während Christelle ihr Leben auf den Schlachtfeldern für die Bretagne und das französische Großreich riskierte.
Ein unangenehmes aber inzwischen wohlbekanntes Geräusch, welches immer in Verbindung mit rückkehrenden Speisen verbunden war holte Baptiste aus seinen Gedanken.
So machte er sich auf den Weg zum Kapitän um diesen über die neusten Anweisungen des Duc zu informieren.
Zu seiner Beruhigung verweilte auch Christelle noch beim Kapitän.
"Capitaine de Mérignac geht bitte und holt mir die Hauptleute zusammen. Wir wollen mal sehen das wir etwas Leben in den trägen Haufen hier bekommen."
"Eure Exzellenz, zu euren Diensten!"
Ein freches Lächeln umspielte ihre Lippen, ja Baptiste hatte es ja auch bemerkt das ihm ein Bitte in den Befehl gerutscht war.
"Kapitän de Polignac, seine königliche Hoheit Henri de Navarre wünscht das wir baldigst einen geeigneten Ankerplatz aufsuchen und die Flotte dort sammeln soweit dies nach dem Sturm möglich ist.
Seine königliche Hoheit wünscht darüberhinaus eine detailierte Aufstellung über entstandene Schäden und über die verbliebenen Vorräte. Informiert mich wenn ihr einen Ankerplatz ausfindig gemacht habt."
Nun begab er sich vorbei an den Ruderbänken zu seiner Kajüte, naja Holzverschlag traf es wohl eher.
Nach dem er sich ein neues, trockenes Gewand angezogen hatte kehrte er zurück an Deck des Schiffes wo bereits die Hauptleute warteten.
Er wieß sie kurz in die Aufgaben ein, Schiff säubern, die Mannschaft des Schiffes bei Reparaturen unterstützen, Kampfübungen und Pflege von Waffen und Ausrüstung.
Nach dem er vom Kapitän die Nachricht erhielt das ein Ankerplatz gefunden sei suchte der Bischof den Prinzen auf und informierte ihn.
Wenige Stunden später stand man am Strand der maurischen Küste.
Baptiste hatte sofort Wachen aufstellen lassen und Kundschafter ausgeschickt um vor unliebsamen Überraschungen sicher zu sein.
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Re:Quo vadis, Aremorica? 11.01.2011 23:00:26 --- 1 Jahr, 4 Monate her
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"Hmmm....." Jean de Metz räusperte sich. Niemand hatte seine Exzellenz kommen hören, so tief waren die Hauptleute in ihre Gespräche vertieft.
"Oh - Eure Exzellenz, wir haben Euch gar nicht kommen hören.... " entgegnete de Mérignac geistesgegenwärtig. "Was können wir für Euch tun?"
"Schön, dass Ihr fragt, Mérignac, schön, dass Ihr fragt. Wenn morgen das Wetter aufklaren wird und wir wieder ruhigere See haben werden, schnappt Euch den Proviantmeister und laßt Angelruten auslegen! Unser Fisch ist etwas knapp, haben wir uns sagen lassen.
Und Ihr, Baptiste, achtet bitte darauf, dass der Rest der Männer, der keinen Schiffsdienst hat, seine Waffen und Ausrüstung überprüfen soll. Es herrscht keine Eile - die berbische Ostküste ist noch ein gutes Stück entfernt. Unser Schwesterschiff soll sich aber eilen....."
De Metz war kein Freund von langen Volksreden. Wenn er kam, wußte innerhalb kürzester Zeit jeder Mann, was er zu tun hatte und wie die Lage war.
"..... und nun, werte Monseigneures - wenn Ihr uns dann folgen wollt. Seine königliche Hoheit erwartet uns zu einem kleinen Aperitif. Zu einem flüssigen Aperitif wohlgemerkt."
De Metz konnte sich eines Grinsens nicht verwehren. Zu gut wußte er, so mancher war gepeinigt von der schweren See. Aber er wußte auch, dieser Aperitif würde beruhigen und die Männer würden gut schlafen......
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Re:Quo vadis, Aremorica? 13.01.2011 18:25:25 --- 1 Jahr, 4 Monate her
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Baptiste erhielt von einem Seemann, den Kapitän de Polignac geschickt hatte endlich die lang erwartete Nachricht über den Zustand der Schiffe und über die Vorräte an Trinkwasser und Proviant.
Nach dem sich der Mann entfernt hatte richtete de Crècy das Wort an den Prinzen:
"Eure Königliche Hoheit, ich erfahre soeben das vierzehn der insgesamt sechzehn Schiffe mit denen wir aufgebrochen sind hier angekommen sind.
Es kann jedoch Niemand sagen ob sie gesunken sind oder lediglich bedingt durch das Unwetter vom Kurs abkamen.
Die Schiffe die hier angekommen sind haben allesamt nur leichte Schäden, die in Bälde behoben sein werden.
Dank eines nahegelegenen Flusses konnten die Frischwasservorräte auf allen Schiffen wieder aufgefüllt werden.
Nahrungsmittel konnten bisher nur wenig aufgefrischt werden, da in dieser entlegenen Gegend nichts zu holen ist.
Wenn ihr wünscht werde ich mit einigen Reitern die Gegend erkunden und sehen ob wir vielleicht ein paar Gehöfte oder gar ein Dorf der Mauren finden, wo wir ein paar Seelen bekehren und Proviant einfordern können!"
Erwartungsfroh blickte er den Prinzen an und erwartete dessen Antwort.
Ja, so ein kleiner Ausritt das wäre ganz nach seinem Geschmack, wenn es dann noch ein paar verlorene Seelen zu bekehren oder zurück in die Hölle zu schicken gäbe, noch viel besser!
 Wer lange sinnt, beginnt nicht - und wer nicht beginnt, gewinnt nicht.
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