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Byzantiner in Krieg und Frieden 26.08.2011 11:05:07 --- 8 Monate, 4 Wochen her
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Ioannes blickte über die Waldschneise hinweg. Überall lagen die Leichen der Räuber und Plünderer. Es war ein ungleicher Kampf gewesen, den die Kaisergarde der Athanatoi hier gegen das Raubgesindel geführt hatte. Aber es war ein notwendiger Kampf gewesen und von Stund an würden die Straßen und kleinen Dörfer in Nikomedia wieder sicherer sein. Die letzten gefangenen Plünderer mussten ihre einstigen Spießgesellen in einem Massengrab beisetzen und dann den Weg in die Sklaverei antreten. In Bälde würde ein Strategos die Verwaltung der befriedeten Provinz übernehmen. Als dies getan war, gab der Kaiser ein Zeichen und die Gardetruppe wandte sich nach Süden, der Grenze von Smyrna zu.
Nikomedia und Smyrna waren eigentlich zwei Provinzen gewesen, die der große Kaiser Padraigh Pendragon einst den Dänen zur Verwaltung übertragen hatte. Wie hatten sich die Zeiten gewandelt. Die Dänen sammelten ihre Kräfte und gaben nach dem verheerenden Plünderzug der Susdaler den Schutz und die Verwaltung beider Provinzen zurück an den Protosebastos. Ioannes lächelte, als ihm bewusst wurde, dass sich trotz dem abzug der Dänen manche Eigenart sicher erhalten würde. Zum Beispiel hatte er im Hauptort Nikomedias viele Met trinkende Byzantiner erblickt und so manchen Byzantiner, der auch wie ein Grieche aussah, doch blonde Haare hatte. Traurig hatten viele Bürger der Abfahrt der vielen Drachenboote zugesehen.
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Während des Weges nach Smyrna dachte der Kaiser viel an die Hauptstadt zurück und noch mehr an seine Gemahlin im fernen Antiochia. Vor dem Aufbruch des Heeres nach Kleinasien hatte Ioannes eine besonders erhebende Zeremonie durchgeführt, die er hoffentlich bald wiederholen konnte. Er erinnerte sich ganz genau, während sein Pferd Huf vor Huf setzte.
Auf dem Innenhof des Boukoleonpalastes hatten die Athanatoi als Ehrenwache Aufstellung genommen und auf einer Empore standen in polierter Rüstung und ihren besten Gewändern gekleidet, folgende Personen.
Wosch, genannt der Findige, zurückgetretener Protosebastos und gegenwärtiger Megas Domestikos.
Marenzio, langjähriger Strategos von Thrakien.
Fridolin Finkelstein, erster Finanzlogothet des Reiches und Hüter des Staatsschatzes.
Gregorian IV., Strategos von Burnasul.
Ioannes hatte vor ihnen gestanden und die Taten dieser herausragenden Krieger vorgetragen. Patriarch Komnenos hatte das Kreuz hinter jedem Einzelnen hochgehalten, während der Kaiser seine rechte Hand über dem Kopf des Betreffenden gahalten und gesprochen hatte.
"Aufgrund der von Euch geleisteten Taten, eurer stets aufs neue bewiesenen Tapferkeit und Kriegstüchtigkeit erhebe ich Euch von Stund an in den Rang eines Scholaren. Damit gehört ihr der Elite der Tagmatai an, große Ehre möge Euch und dem Namen Eurer Familie daraus erwachsen. Empfangt hiermit vor Gott und den Menschen meinen kaiserlichen Segen. Gott schütze Euch!"
Anschließend hatte jeder der Vier den kaiserlichen Siegelring geküsst und voller Stolz den goldenen Kettenschmuck empfangen, der sie den Scholaren zugehörig auswies.
Selbst der Findige, sonst ein finsterer und unnahbarer Mann, hatte voll Stolz gelächelt. Marenzio hatte sogar den Scholarenschmuck geküsst. Das Festbankett zu ihren Ehren war gelungen und zu später Stunde hatte ein Trinkspruch den anderen gejagt. Nüchtern war keiner geblieben. Nicht einmal der sonst so nüchterne und ernsthafte Finkelsteiner.
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Ioannes riß sich aus dieser Erinnerung, denn Isidorus, der treue Kommandeur der Athanatoi, hatte den Lagerplatz für die Nacht ausgesucht und rasch stellten die Soldaten die Zelte auf und hoben den Erdwall aus. In derselben Ordnung, wie man es seit vielen Jahren gewöhnt war. So wusste jeder zu jeder Zeit an jedem Ort immer, wo sein Platz im Falle eines Alarms war. Der junge Kaiser hatte sich angewöhnt im Feld das zu essen, was auch seine Gardesoldaten aßen. So schaufelte er den Weizenbrei mit Zwiebeln und etwas Ochsenfleisch hungrig hinein.
Anderntags ließ er Symeon Gabras und Lady Fineae, welche beide in der Einheit der Athanatoi dienten, zu sich rufen. Symeon Gabras erhielt die Bestallungsurkunde als Strategos von Nikomedia und Lady Fineae als Stratega von Smyrna.
Tage später erreichten der Kaiser und seine Garde Smyrna und mussten feststellen, dass die Invasion der Susdaler und der Abzug der Dänen auch hier für die Bildung großer Räuberbanden gesorgt hatte. Rasch wurden einzelne Trupps gebildet und mit Hilfe einheimischer Führer die ungefähren Schlupfwinkel der Plünderer ausgeforscht.
Es war wirklich ein Drama, ein menschliches Drama in dem zufällig Füchse eine Rolle spielten. Aber wir sollten nicht alles aus unserer beengten menschlichen Perspektive sehen. In der Welt der Füchse war dies ein Fuchsdrama in dem einige Menschen eine unbedeutende Rolle spielten.
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Re:Byzantiner in Krieg und Frieden 08.09.2011 22:47:36 --- 8 Monate, 2 Wochen her
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Edwyn war außer sich vor Wut, er hatte das Schreiben mehrere Male gelesen.
"Neue Herrscherin, Allah ist groß..." der Kanzler schrie die Worte heraus während er in den Gemächern auf und ab lief, seine Leibwachen standen wie Statuen an den Wänden.
"Was ist bloß los in diesem verdammten Fürstentum, zuerst setzen sie ihre Königin ab, setzen eine neue ein und ein paar Wochen später beschließen sie zum Islam zu konvertieren. Und als nächstes werden sie wieder Tiere für irgendwelche Götzen opfern."
Er hielt kurz inne und stützte sich auf dem schweren Schreibtisch ab, er hatte keine Wahl er musste die Neuigkeit dem Kaiser mitteilen.
Zuerst plünderne Russen, gefolgt von marodierenden Wepsen und jetzt das, nein die letzten Monate waren nciht gut für das byzantinische Reich verlaufen. bei diesem Gedanken fiel sein Blick auf die Waffenhalterungen an der Wand und ein gemeines Grinsen umspielte seine Züge Andererseits war der letzt richtige Kampf auch shcon viel zu lange her kurz verweilte er noch auf einer dänischen Streitaxt, dann verließ er das Gemach in Richtung des Thronsaals, Kastor und Polydeukes im Schlepptau
Schatten? Ha! Ich gebiete der Dunkelheit selbst, nicht nur Schatten! Sag mir- vermag dies ein Schatten?
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Re:Byzantiner in Krieg und Frieden 09.09.2011 09:04:58 --- 8 Monate, 2 Wochen her
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Der Tag würde als schwarzer Tag in die Annalen seiner neuen Heimat eingehen. Dabei konnte niemand mehr sagen, wie es überhaupt begonnen hatte. War es die Tat eines Einzelnen oder einer Gruppe, oder einfach ein Unglücksfall?
Jedenfalls waren die Akrithai ebenso wie die regulären Soldaten durch das Sturm läuten von ihren Übungen weggerufen worden. Offiziere waren herbei gerannt und hatten Befehle geschrieen, manchmal einander widersprechend. Als sie aus der Kaserne ins Freie traten, merkten die Krieger, dass die Stadt wie ein aufgestörter Bienenstock summte. Und Wulfric glaubte, Brandgeruch wahrzunehmen. Die Soldaten waren in Gruppen aufgeteilt und zu den verschiedensten Brunnen und Zisternen geschickt worden. Es konnte sich unmöglich um einen isolierten Brand handeln, vielmehr um eine Feuersbrunst.
Die Zünfte der Stadt hatten bereits mit der Feuerbekämpfung begonnen. Teile der Stadt in Palastnähe brannten, der Hauptherd schien aber beim Palast selbst zu liegen. Pferde rannten völlig von Sinnen vor Angst in die entfernter liegenden Stadtteile und viele Menschen, von den höchsten Beamten bis zu den niedersten Sklaven kamen hustend und halb erstickt aus dem Kaiserpalast heraus. Wulfric und die Plänkler seiner Gruppe hatten sich und ihre Kleidung durchnässt und hielten feuchte Tücher vor Mund und Nase. So ausgestattet mussten sie in den brennenden Palast eindringen.
Schon nach kurzer Zeit konnten sie kaum mehr etwas sehen vor Qualm und trotz der nassen Tücher wurde das Atmen zur Qual. Fast wäre Wulfric panisch wieder hinaus gelaufen, doch die Angst vor der Schande ließ ihn ausharren. Wenige Menschen kamen ihnen noch entgegen, die der Jüngste unter ihnen, ein gerade mal fünfzehnjähriges Bürschchen nach draussen brachte. In einem Gang lagen einige Menschen und von weiter entfernt hörte Wulfric panische Schreie. Einige Akrithai nahmen die Menschen und trugen oder schleiften sie aus dem Palastgebäude. Wulfric und die zwei letzten Plänkler eilten den Schreien entgegen. Inzwischen schrie nur noch eine Frau, die anderen Schreie waren verhallt.
Mit Äxten schlugen die Drei eine Tür auf und direkt dahinter kauerte ein hustendes und würgendes Mädchen neben zwei Erwachsenen, die hoffentlich nur bewusstlos und noch nicht tot waren. Von überall griffen die Flammen auf diesen Raum über und schnell schulterten die beiden kräftigeren Akrithai die Erwachsenen, während Wulfric das Mädchen packte und mit dem Gesicht in seine feuchte Kleidung drückte. Und sie hatten auch keine Sekunde mehr zu verlieren, fraßen sich die Flammen doch schnell durch alles brennbare in ihre Richtung. Sie liefen so gut es mit der menschlichen Last ging und taumelten endlich völlig erschöpft ins Freie.
Die halbe Bürgerschaft und alle anwesenden Soldaten waren mit Lösch- und Rettungsarbeiten beschäftigt. Wulfrics Blick fiel auf die Kleine, die er immer noch in den Armen hielt. Sie hatte zu husten und zu würgen aufgehört und gab kein Lebenszeichen mehr von sich. Entsetzt und voller Angst um das Leben des Kindes rannte Wulfric zum nächsten Bürger mit einem Wasserkübel und riß ihn dem verdutzten Mann aus den Händen. Dann legte er die Kleine auf den Boden und besprenkelte ihr Gesicht immer wieder mit Wasser. Bis sie endlich erwachte und würgend erbrach. Dann begann sie sich langsam zu erholen. Ihre Eltern waren schlimmer dran. Die Mutter war bereits tot, als sie von ihnen geborgen worden war und der Vater erholte sich nur langsam und musste in eines der kaiserlichen Hospitäler gebracht werden.
Wulfric klärte noch ab, in welchem Hospital der Vater des Mädchens lag und beschloß, die Kleine erstmal bei sich zu behalten. Dass die Mutter tot war ihr zu erzählen, brachte er nicht übers Herz und so sagte er, dass die Eltern im Hospital seinen und er sie bis zur Genesung der Eltern bei sich behalten würde. Das Mädchen lachte über seinen arabischen Akzent und schlief friedlich in seinen Armen ein. Und Wulfric dankte Allah.
An diesem Tag waren viele Bürger in den Flammen umgekommen oder erstickt. Der Palast war eine Ruine. Bis spät in die Nacht dauerten die Löscharbeiten. Beeindruckt hatte Wulfric beobachtet, wie der Kaiser selbst mit seinen hohen Beamten und den Leibwachen Kübel schleppten und Menschen retteteten.
Aber Wulfric war auch mit sich zufrieden, als er nachts endlich in seine Kammer kam. Bevor er erschöpft einschlief hathe er noch lächelnd auf das Mädchen geblickt und sie mit einer Decke zugedeckt.
Stolzer Soldat der --- --------------------------------------------------------------------------------
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Emeth
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Re:Byzantiner in Krieg und Frieden 24.11.2011 11:14:06 --- 5 Monate, 4 Wochen her
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Italienische, ägyptische und syrische Kauffahrer hatten zwischen den Handelsschiffen der Griechen im großen Hafen festgemacht und überall wurde Ladung gelöscht oder aufgenommen. Theodoros stand über die Reling gebeugt und beobachtete eine Gruppe von Tagelöhnern, die damit beschäftigt waren große Ballen verschiedenster Stoffe auf ein schmuckes Schiff aus Pisa zu schleppen.
Das Schiff auf dem er selbst angeheuert hatte, hatte seine Ladung bereits verkauft und nun wartete die Besatzung auf Anweisungen, welche Ware aufgenommen und wohin verschifft werden würde.
Lange konnte die Pause nicht sein, die Preise für einen Liegeplatz waren hoch und der Kapitän würde nicht viel der kostbaren Zeit verlieren wollen. Soweit also alles wie immer. Letztes mal hatte Theodoros ihn noch zum Hafenmeister begleitet, aber heute hatte er keine Lust sich mit den anderen Schiffsbesatzungen über die Zollvergünstigungen der Italiener zu streiten, oder sich in die Machenschaften zwischen seinem Kapitän und den kaiserlichen Steuerbeamten verwickeln zu lassen. Eben wie immer.
Stattdessen vertat er die Zeit damit zu überlegen wie schnell wohl die Schiffe segelten, die er von seinem Platz aus sehen konnte und dann wieder damit das bunte Treiben an den Kais zu beobachten.
Und tatsächlich war die Gruppe Tagelöhner, denen schon vor wenigen Minuten seine Aufmerksamkeit gegolten hatte, nun an einem höchst interessanten Spektakel beteiligt:
Es war nämlich so, dass sich ein kaiserlicher Beamter mit 6 Bwaffneten dem Schiff genähert hatte und nun in einen Streit mit dem dazugekommenen pisaner Kapitän verwickelt war. Die Tagelöhner standen wie unbeteiligt zwischen der Ladung und dem Schiff, sie hatten wohl schon begriffen, wie dieser Konflikt enden würde und warteten nur noch geduldig auf ihren Lohn für die bisher geleistete Arbeit.
Theodoros konnte nicht hören was gesagt wurde, doch wie die Tagelöhner auch, so hatte er solche Szenen immer mal wieder mitbekommen und konnte sich denken worum es ging.
Tatsächlich begaben sich die Soldaten auf das Schiff, gingen unter Deck und als sich einer von ihnen für ein kurzes Kopfnicken noch einmal an Deck zeigte, schickte der Beamte zwei der Träger hinterher.
Mit einem Ballen Stoff auf den Schultern und gefolgt von den Bewaffneten gingen sie von Bord und Richtung Hafenmeisterei. Als der Steuerbeamte auf Theodoros Höhe war, rief er fragend hinunter: "Purpurgefärbte Seide?"
Der Beamte blickte zu Theodoros herauf und rief "Wie anmaßend diese Lateiner geworden sind. Ein Händler aus Amalfi hat uns den Hinweis gegeben" und ließ dann wieder von dem Matrosen ab.
Theodoros schaute nachdenklich zu dem Pisaner hinüber, doch seine Gedanken wurden von den Befehlen seines eigenen Kapitäns unterbrochen. Für Theodoros ging die Arbeit weiter.
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Emeth
Freie
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Re:Byzantiner in Krieg und Frieden 24.11.2011 13:55:39 --- 5 Monate, 4 Wochen her
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Der Kapitän brachte neben dem nächsten Auftrag auch den neuesten Klatsch aus Konstantinopel mit, so war der ganze Große Palast des Kaisers niedergebrannt und die Kaiserin im Kindbett gestorben.
Schwere Schläge für das Reich und schlimme Omen für den Krieg gegen den Zaren der Russen, so deutete man die jüngsten Ereignisse in der Stadt.
Zu Theodoros' persönlichem Unglück hatte der Kapitän die Tagelöhner weggeschickt, seine Matrosen sollten die Ladung selbst an Bord holen und so die Ausgaben für die Hafensteuer wieder ausgleichen. Theodoros musste an die alten Steitigkeiten zwichen den zollbegünstigten Lateinern und den byzantinischen Kaufleuten denken, und stimmte in die Flüche der Crew ein. Doch ändern konnten Flüche es nunmal nicht und so schuftete die ganze Besatzung den Rest des Tages, um noch mit der Abendflut auslaufen zu können.
Gewürze waren es diesmal, teuer im Einkauf, da sie von Ländern weit im Osten nach Konstantinopel kamen, quer durch die Länder der Perser, Araber, und Russen. Die jüngsten Spannungen zwischen Byzanz und seinen Feinden im Osten hatten die Handelswege wieder unsicherer gemacht und die Preise steigen lassen, doch noch immer war man im Westen bereit noch höhere Preise für die begehrte Ware zu bezahlen.
Die Reise war bisher ohne Zwischenfälle verlaufen, doch verließ man nun die Gewässer der befreundeten Makedonen und umfuhr die Peloponnes. Dahinter mussten die Schiffe sich in die unsicheren Küstengebiete Siziliens wagen um die Häfen von Marseille, Pisa oder Genua zu erreichen.
Die Insel Sizilien lag als Stützpunkt denkbar günstig für Piraten, denn die Wege zu den großen Häfen des Westens waren kurz und fast alle Kauffahrer, die nicht Dyrrachion, Venedig oder die afrikanische Küste ansteuerten, kamen sehr nah an die Insel heran.
Schon zu Zeiten der arabischen Herrschaft, hatten sizilianische Seeräuber die Gewässer des zentralen Mittelmeeres unsicher gemacht und auch unter der nicht allzu strengen Herrschaft der Söldner in diesen Tagen, gab es Möglichkeiten genug, insbesondere, wenn die Adligen während der Kriegszüge ihren Länderein fern waren.
Und tatsächlich wurden, kaum, dass sie Sizilien zu ihrer Linken und Italien zur Rechten hatten, drei Schiffe gesichtet, die nun ihrerseits Kurs auf einen Punkt geradewegs vorraus nahmen.
Das Zusammentreffen war unvermeidlich, denn an ein Entkommen durch Schnelligkeit war dank der schweren Ladung nicht zu denken.
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Re:Byzantiner in Krieg und Frieden 24.11.2011 14:53:37 --- 5 Monate, 4 Wochen her
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Der alte, zottelige Tjörvi...einst Weggefährte Illugis auf seinen Pfaden, die beide letztendlich nach Sizilien geführt hatten...saß, wie immer abwesend, an Deck des ersten Schiffes, welches im Dreierverband die Gewässer in der umliegenden Gegend durchstreiften...immer auf der Suche nach Ärger. Noch wenige Stunden zuvor hatte man ein recht großes afrikanisches Handelsschiff im letzten Moment verloren als der Wind umgeschlagen hatte.
Der alte Nordmann war wild auf und ab gehüpft und hatte Flüche in alle Himmelsrichtungen gesandt, die den gesamten Mittelmeerraum für drei Monde hätte versorgen können.
Nun schien er sich von dieser Aufregung erholen zu müssen, denn er sagte einfach gar nichts mehr und starrte ins Leere, während die Mannschaft, wohlwissend was geschehen würde, ereignete sich derartiges ein weiteres Mal, mit allem Eifer beschäftigt war eine neue Betätigung für die Mannschaften aufzutun.
Eine leichte Brise kam auf. Nahezu im selben Augenblick erklang es aus der Höhe...
BEUTE VORAUS!!
Mit einem Satz war der graue Nordwolf auf den Beinen und stapfte an die Reeling. Ein Handelsschiff...bis zum Bersten beladen, so tief wie es im Wasser lag.
AN DIE RUDER!
Sofort waren alle Ruder besetzt und die Schiffe nahmen kräftig Fahrt auf. Das Handelsschiff schien sich nicht einen Meter zu bewegen, so schnell schwand der Abstand.
Mit großem Geschrei drangen bald darauf etliche Piraten an Deck des Handelsschiffes, machten kurzen Prozess mit jedem, ob er sich in den Weg stellte oder nicht...die Besatzung dieses Schiffes bezahlte nun für das Glück, welches der vorherigen zuteil geworden war. Eine Gruppe von halbwegs ansehnlichen, reisenden Frauen wurde an den Haaren auf das eigene Schiff gezerrt, alles andere wurde auf schnellstem Wege hingerichtet. Reiche Beute wurde hier gemacht. Jauchzend und freudig wurde gleichzeitig geplündert und geschlachtet bis nichts zum Schlachten mehr übrig war und schließlich auch sämtliche Ladung von Wert verstaut war.
Da schwimmen noch welche! Wo ist mein Bogen?
Dem Alten wurde sein Bogen gereicht und er konnte seine noch im hohen Alter vorzügliche Zielsicherheit ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Im Nahkampf taugte er nicht mehr als ein italienischer Fürst, doch im Fernkampf machte ihm niemand etwas vor. So wurden auch die letzten Überlebenden unter allgemeinem Gejubel beseitigt und das gesamte Schiff schließlich angezündet.
In bester Feierstimmung ließ man das lichterloh brennende Schiff hinter sich...
Gesandter des Herrn in den Reihen seiner Heiligen Streiter Mit Grimm werde ich sie strafen...
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Re:Kaisergarde gegen Zarengarde 30.11.2011 09:02:02 --- 5 Monate, 3 Wochen her
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Und während in den südlicher gelegenen Steppengebieten der Krieg unvermindert tobte, führte Ioannes seine Garde der Athanatoi weiter nach Norden. Nach der großen und siegreichen Schlacht von Mykolajiw gegen die Susdaler und Pruzzen hatte der Kaiser den Durchbruch nur von seiner Garde begleitet gewagt. In Ravnina war ihnen der alte Zar Tzwenson in die Hände gefallen. Das maßvolle Friedensangebot wies dieser barsch zurück und so führte Ioannes den Feldzug in den Norden fort. Über Penza führte sie der Weg nach Samara im Lande der Kasaner. Dort schlossen sich ihnen einige Bauernsippen an, die der harten Herrschaft des Zaren schon lange überdrüssig waren. Späher berichteten von der Verfolgung des kleinen Heeres durch ein Heer der Susdaler, der Zarengarde. In Samara ließen sich die Byzantiner einholen und stellten sich den Verfolgern zur Schlacht.
Ioannes beriet sich lange mit seinen beiden Strategoi, Isidorus und Halfdan. Die verbitterten Bauern scharten sich um das Byzantinerheer, das zahlenmäßig den susdaler Angreifern im Verhältnis von 1:2 unterlegen war. Der Kaiser befürchtete eine Niederlage, doch ließ er sich von seinen beiden ausgezeichneten Beratern umstimmen und zur Schlacht rüsten. Mit Bedacht wählten sie eine gute Schlachtordnung und die Geistlichen lasen die Feldmesse vor der Schlacht. Patriarch Komnenos flehte um Gottes Beistand gegen die Ketzer aus Susdal. An den Flügeln sollten die Bauern kämpfen und den Vormarsch der Feinde verlangsamen, während die Athanatoi in der Mitte mit aller Kraft eine Entscheidung suchen sollte. Vielleicht war es der Anblick der Bauern und das Wissen, dem eigentlichen Feind stark überlegen zu sein, jedenfalls geriet der Angriff der Susdaler nicht allzu massiv. Die Bauern kämpften mit aller Erbitterung gegen die Ausbeuter und Ioannes führte die Athanatoi persönlich gegen die Susdaler.
Noch einmal konnte der alte Übermut in ihm die Oberhand gewinnen, denn gegen jede Vernunft exponierte sich Ioannes viel zu stark. Und als er gerade einen Gardisten niederschlug, sah er sich unmittelbar danach von vier Gardekriegern des Zaren umringt. Er hatte keine Möglichkeit zur Gegenwehr und bald fiel er verwundet und betäubt vom Rücken Belisars, seines treuen Andalusierhengstes. Glücklicherweise hatten sich angesichts der Gefahr ihres Protosebastos einige Athanatoi zu ihm durchkämpfen können. Sie verhüteten das Schlimmste und retteten Ioannes Leben. Hinter der Kampflinie wurden rasch seine Wunden mit Wein gereinigt und stramm verbunden. Danach bat der Kaiser auf sein Pferd gebunden zu werden. Gegen den Protest der Ärzte und seinem engsten Gefolge ließ er sich auf Belisars Rücken binden und ritt unter dem Jubelgeschrei der Athanatoi zu ihnen vor. Kämpfen konnte er an diesem Tage nicht mehr, doch ritt er ununterbrochen die Linien ab, schrie Anfeuerungen, bat lautstark um Gottes Hilfe und hielt seine Krieger in der Schlacht.
Die Mitte der Zarengarde wurde durchbrochen und angeführt von Patriarch Komnenos, der wie der Erzengel Michael unter den Feinden wütete, hatten die Susdaler viel Blut lassen müssen. Dennoch war es noch zu früh, an den Sieg zu glauben, denn an den Flügeln hatten die Bauern zwar zäh gefochten, aber keine Chance gehabt, zu widerstehen. Isidorus und Halfdan ließen die Athanatoi jetzt nach zwei Seiten hin antreten und befehligten jeder je einen Flügel. Die Susdaler Zarengarde wollte noch nicht aufgeben. Zwar hatte sich das zahlenmäßige Gewicht zu ihren Ungunsten verschoben, waren aber immer noch mehr als 3:2 überlegen. Ioannes hatte immer gewusst, eine sehr kampfstarke Elitegarde in den Athanatoi zu haben. Doch die in dieser Schlacht gezeigten Leistungen übertrafen alles, was er je erwartet hätte. Immer wieder griffen die Susdaler Garden an, aber kein einziger sollte durchkommen. Der Reihe nach fielen so namhafte Susdaler wie Dimitri Dolgoruki, Argetlam, Ashur Akh Iddina, Elmar deBoef, Warli oder Siberian verwundet aus dem Kampfgeschehen aus. Bis kein weiterer Angriff mehr erfolgte und die Zarengarde endgültig Fersengeld gab.
Den Abend lang durften sie feiern und mit ihren Heldentaten prahlen, morgens ging es schon wieder weiter. Die Befehlshaber wussten, dass es nur ein vorübergehender taktischer Erfolg war und es keine Zeit für Ruhe gab. Eine Woche später befand man sich schon in Almetjewsk, einer Provinz, die noch nie ein byzantinisches Heer vorher betreten hatte. Susdal geriet langsam in Reichweite.
Es war wirklich ein Drama, ein menschliches Drama in dem zufällig Füchse eine Rolle spielten. Aber wir sollten nicht alles aus unserer beengten menschlichen Perspektive sehen. In der Welt der Füchse war dies ein Fuchsdrama in dem einige Menschen eine unbedeutende Rolle spielten.
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Letzte Änderung: 2011/11/30 09:07 von Ioannes Kantakouzenos.
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Re:Kaisergarde gegen Zarengarde 03.12.2011 17:28:36 --- 5 Monate, 2 Wochen her
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Nun war man also in Perm angelangt und damit endlich in Susdal. Ioannes musste jedoch angesichts des herbeigeeilten Feindheeres den Schluß ziehen, bald wieder draussen zu sein. Die Athanatoi war einfach von der Zahl her zu wenig stark um gegen diese Feindmenge bestehen zu können. Marenzio und Halfdan, die beiden Strategoi der Athanatoi hatten eine gegenerische Streitmacht von gut der doppelten Anzahl an eigenen Streitern geschätzt. Als dann noch Boten mit der Nachricht einer rasch näherkommenden Miliztruppe eintrafen, musste auf eine Unterlegenheit von eins zu drei revidiert werden.
Ruhig und im Vertrauen auf Gottes Gnade gab Ioannes die letzten Befehle angesichts der angreifenden Susdaler, deren Schlachtreihe jene der Byzantiner weit überflügelte. Eine kleine Abteilung ließ der Kaiser als Reserve zurück, dann hob er die Streitaxt und rief "Für Gott und Byzanz!" Patriarch Komnenos, direkt neben ihm stehend, nickte dazu in grimmiger Entschlossenheit.
"Für Gott und Kaiser!" ließen nun auch die Gardekrieger ihren Schlachtruf ertönen und ritten an.
Es war wirklich ein Drama, ein menschliches Drama in dem zufällig Füchse eine Rolle spielten. Aber wir sollten nicht alles aus unserer beengten menschlichen Perspektive sehen. In der Welt der Füchse war dies ein Fuchsdrama in dem einige Menschen eine unbedeutende Rolle spielten.
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Letzte Änderung: 2011/12/03 17:29 von Ioannes Kantakouzenos.
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Re:Kaisergarde gegen Zarengarde 04.12.2011 10:38:59 --- 5 Monate, 2 Wochen her
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Der Anprall war heftig und vom ersten Augenblick an kämpfte des Kaisers Garde gegen die völlige Vernichtung. Ioannes kämpfte lange Zeit in der vordersten Linie und ließ sich wieder einmal vom Kampfgeschehen mitreissen, ehe ihn ein Gardist des Zaren mit der Klinge so heftig an der linken Schulter traf, dass er den Schildarm nicht mehr gebrauchen konnte. Den Feinden faktisch ausgeliefert versuchte er sich noch zu seiner Schlachtlinie zurück zu ziehen, aber die nachdrängenden Susdaler waren schneller. Von einigen Hieben eingedeckt, ging der Kaiser vom Pferd. Rasch entstand ein wütendes Hauen und Stechen, ehe seine Leute ihn hinter die Kampflinie zu einem resigniert dreinblickenden Militärarzt schleppen konnten. Sofort nachdem der Arzt festgestellt hatte dass der Kaiser ausser Lebensgefahr war, ließ Patriarch Komnenos diese frohe Kunde unter den Athanatoi bekannt machen.
Die Schlacht geriet mehr und mehr aus allen Fugen. Weder hüben noch drüben wurden noch Befehle gebrüllt und wenn, hörte sie keiner. Die Kampflinie war in Gruppen von erbittert Kämpfenden zerfallen. Die Athanatoi standen gegen die Zarengarde und die Milizen von Perm wie die Spartaner gegen die Perser. Grimmig entschlossen kämpften sie bis zur völligen Erschöpfung. Immer wieder gelang es ihnen, sich zu widerstandsfähigen Gruppen zusammen zu schließen und kämpften Rücken an Rücken gegen die erdrückende Übermacht. Lägst schon hatte die kleine Reserveabteilung in den Kampf eingegriffen, konnte aber bloss soviel Wirkung wie ein Tropfen Wasser auf dem heißen Stein entwickeln.
Als trotz der enormen Verluste unter den Susdalern alle Hoffnung auf einen Sieg schwand und die Kaisergarde sich bereits rundum eingeschlossen fand, da stand Gott den Byzantinern in ihrer Not bei. Patriarch Komnenos, Alptraum der Susdaler, gelangte wild um sich schlagend bis zu Zar Tzwenson und verwundete ihn so schwer, dass dieser vom Pferd stürzte. Wie sich die Nachricht vom Fall des Zaren verbreitete, gerieten viele der Susdaler Kämpfer in Panik und Verwirrung. Dadurch entstand eine Lücke in der Einkesselung und rasch dirigierten die Offiziere die Soldaten dorthin. Es gelang ihnen sogar noch den im Anschluss an des Zaren Fall verwundeten Patriarchen und die Mehrzahl der anderen Verwundeten mit sich zu nehmen.
Nach einer Nachtruhe, in der die Ärzte und ihre Assistenden wahre Wunder vollbrachten, zog die Athanatoi geschlossen aus Perm ab. Die Zarengarde war so mitgenommen worden, dass sie auf jede Form der Verfolgung verzichtete. Die Elitesoldaten des Ostreiches waren mit Recht stolz. Seit einem halben Jahr führten sie selbständig Krieg. Ununterbrochene Märsche und Kämpfe hatten sie als erstes byzantinisches Heer seit dem großen Krieg unter Kaiserin Nienna nach Susdal geführt. Hier wurde aber endgültig klar, dass auch das Hauptheer nachrücken musste um sich erfolgreich in Susdal zu behaupten.
Noch immer wartete man auf Ablehnung oder Genehmigung der Durchreisebitte an Moskau. Dafür erreichten andere höchst erfreuliche Nachrichten den Kaiser. In Ravnina, östlich der Mordwiner Hauptstadt, hatten die Bulgaren ein susdaler Heer geschlagen und die Tagmatai war nach dieser Schlacht zu den Bulgaren aufgerückt. An der Südfront hatten sich die Pruzzen, bisher feindlich gegen die Kiewer gestellt um bulgarisches Land zu verteidigen. Leider hatten die Kiewer gesiegt und das Heer der Pruzzen völlig vernichtet. Dafür waren nun die Kiewer völlig eingeschlossen worden. Zwar waren Heere der Georgier und der Armenier im Kriegsgebiet aufgetaucht, hatten aber noch nicht in die Kämpfe eingegriffen. Ioannes hoffte, dass dies so blieb, da sonst das Land der Georgier rascher in Flammen aufgehen würde, als ein Georgier "Waräger" sagen konnte.
Und Gerüchte sprachen davon, dass die Sizilianer, wie üblich auf Geheiß des Zaren bisher unverteidigte Provinzen plündernd, bei einem Landeversuch in Sinop, wo unerwarteterweise ein Templerheer sie empfing, von diesem vernichtet wurden.
Der Krieg entwickelte sich also weiter positiv und bald würden die verbündeten Hauptkräfte in Susdal eindringen können. Zufrieden ritt Ioannes unter seinen Elitegarden und auch die pochenden Schmerzen in seiner Schulter und das prickelnde Gefühl, wo ihn das Schwert am Bein getroffen hatte, konnte diese Zufriedenheit nicht mindern.
Es war wirklich ein Drama, ein menschliches Drama in dem zufällig Füchse eine Rolle spielten. Aber wir sollten nicht alles aus unserer beengten menschlichen Perspektive sehen. In der Welt der Füchse war dies ein Fuchsdrama in dem einige Menschen eine unbedeutende Rolle spielten.
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Letzte Änderung: 2011/12/04 10:41 von Ioannes Kantakouzenos.
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Emeth
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Re: Byzantiner in Krieg und Frieden 12.12.2011 19:10:06 --- 5 Monate, 1 Woche her
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Die Freunde Methodios und Kyrillos ließen ihr Wohnviertel hinter sich und gelangten endlich auf Konstantinopels Hauptstraße. Ihr Ziel war der Buchmarkt, ein ganzer Basar voller Bücher, aber entlang der Hauptstraße waren zu beiden Seiten kleine Geschäfte aneinander gereit und so schlenderten die beiden Vertrauten langsam von einem Händler zum Nächsten und begafften die Waren.
In Konstantinopel wurde schlichtweg alles das gehandelt, was man auf der Welt produzierte, und so war das Angebot beinahe in jedem Laden ein anderes.
Da kauften Würdenträger aus dem Westen feinste Seidenstoffe aus chinesischer und weniger feine aus byzantinischer Produktion ohne den Unterschied zu bemerken, daneben wurden die viel feiner gearbeiteten goldenen Schmuckstücke byzantinischer Handwerker gegen russische Preziosen von geringerem handwerklichem Geschick getauscht, in großen Tonkrügen wurde syrisches Olivenöl gelagert, und gegenüber wurden Kerzen und Öllampen, Früchte und Fisch angeboten. Dazwischen versuchten die Ärmsten Almosen von den betuchteren Einkäufern zu erbetteln, während die Stadtwachen damit beschäftigt waren einen glücklosen Taschendieb abzuführen und die Bettler so sicher waren ihrerseits nicht von den Soldaten behelligt zu werden.
Methodios würde bald seinen Namenstag feiern und Kyrillos hatte vorgeschlagen ein besonderes Buch zur Feier des Tages zu beschaffen. Sie waren beide Söhne einflussreicher Familien, ein Umstand dem sie sowohl die freie Zeit und das nötige Geld, als auch den gemeinsamen Geschmack an der Literatur verdankten.Den Gefallen aneinander hatten sie vor einigen Jahren gefunden und wussten ihre Beziehung in einer langen Tradition aufgeschlossener Geister.
Endlich bogen sie in eine enge Straße ab, und die Vielfalt der Geschäfte auf der Hauptstraße wurde abgelöst von langen Reihen von Büchern. Der Buchmarkt war innerhalb eines kleinen, engen Straßennetzes mit gelegentlichen kleinen Plätzen gelegen in dem jeder freie Meter mit vollgestopften Bücherregalen belegt oder von Schreibern und ihren Schreibpulten genutzt wurde.
Hier wurden Texte kopiert und gehandelt, oft von den Schreibern persönlich, und wenn man nur genügend Geld aufzubringen bereit war, konnte man hier ganz selbstverständlich die Schriften der alten griechischen Meister ebenso erstehen wie die neueren medizinischen Handbücher aus dem arabischen Raum oder die Aufsätze der Kirchengelehrten.
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Letzte Änderung: 2011/12/12 19:11 von Emeth.
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