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THEMA: al Maghrib - die Mauren
 
Skade Blodhar

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al Maghrib - die Mauren      09.11.2011 10:36:30 --- 6 Monate, 2 Wochen her  
Akarnania, Februar 1071

Kurz bevor Skade eines der sizilianischen Schiffe besteigen wollte, hielt Akay sie zurück und eröffnete ihr, dass er vorhatte, nicht mit der Flotte zu fahren. „Ich habe in den Kirchen der Christen eine Unmenge an muslimischen Gegenständen gefunden und an mich genommen, die wer weiß wann und von wem geraubt worden sind und nicht hierher gehören. Ich finde, sie sollten auf keinen Fall in anderen und schon gar nicht christlichen Händen bleiben. Sie sollten zurück an den Ort, an den sie gehören.“ Akay machte eine Pause. „Abal, ich werde ein Händlerschiff suchen, dass mich an Bord nimmt. Denn es ist mir ein dringendes Bedürfnis diese Gegenstände zurück in die muslimische Welt zu bringen.“ Akay sah der erstaunten Skade, die keine Worte fand und ihn verblüfft anstarrte, in die stahlblauen Augen und nahm ihre Hände in die seinen. „Ich möchte, dass du mich begleitest.“
Skade wusste von dem Kram, den Akay als religiös und muslimisch bezeichnet hatte, doch hatte sie bisher geglaubt, es würde sich um normale Beute handeln. In Gedanken durchwühlte sie sogar ihr eigenes Erbeutetes, ob sich darunter Ähnliches befand. Niemals wäre sie darauf gekommen, dass eines oder sogar mehrere Schätze, die durch ihren Raub den Besitzer gewechselt hatten, irgendeine Wichtigkeit für Akay besitzen könnte.
Und niemals wieder würde sie sich ihn allein ziehen lassen. Schon gar nicht, wenn es Akay so enorm viel bedeutete, die Gegenstände an die rechtmäßigen Besitzer zu geben, dass er sich von den Söldnern trennen würde. Denn genau das bedeutete es, wenn sie Akays Vorhaben in die Tat umsetzten. Nur langsam begriff Skade die Tragweite dessen. Und dennoch schlang sie ihre Arme um seinen Hals und ihre Lippen flüsterten in sein Ohr: „Qamar, mit dir würde ich bis an das Ende der Welt gehen, würde es eines geben.“
Und kurz bevor die sizilianische Flotte ablegte, ließen sich Skade und Akay von ihrem Heerführer auf unbestimmte Zeit vom Söldnerdienst befreien. Sie ernteten zwar verwunderte Blicke, dennoch gab es keine Einwände, denn Zahl der Söldner Siziliens war inzwischen sehr gewachsen und ihre Heere hatten eine Größe erreicht wie nie zuvor. Man wünschte ihnen viel Glück für ihre Reise, obgleich niemand wissen wollte, wohin die eigentlich gehen sollte. Sie sollen so bald wie möglich zurückkehren, rief man den beiden noch nach.
Wie lange dies auf sich warten lassen würde, ahnte zu der Zeit niemand von ihnen.
Und so bestiegen Akay und Skade, sowie Yngri und Reynir bald nachdem die Schiffe der Sizilianer abgelegt hatten ihrerseits eines der Händlerschiffe, welches die vielen Inseln im östlichen Mittelmeer ansteuerte und waren Mitte Februar auf dem langen Weg in eine ihnen völlig unbekannte Welt, die vor allem Skade mit Spannung erwartete.


 
Letzte Änderung: 2011/11/09 10:38 von Skade Blodhar.
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Skade Blodhar

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Re:al Maghrib - die Mauren      09.11.2011 16:49:59 --- 6 Monate, 2 Wochen her  
Hätte es diese Inseln nicht gegeben, an denen die Händler anlandeten und auf denen die vier Reisenden oftmals sogar auf ein anderes Schiff wechseln mussten, Skade wäre wahnsinnig vor lange Weile geworden. Ihre anfängliche Aufgeregtheit und freudige Erwartung auf Abenteuer hatte sich beizeiten gelegt. Langen Seereisen konnte sie immer noch nichts abgewinnen. Und so schipperten sie durch die Ägäis von Insel zu Insel, deren Namen Skade teilweise unaussprechlich fand und die sie sich nicht merken konnte. Außer vielleicht Kreta, wo sie sich Anfang März von einem überaus erzählfreudigen Händler verabschiedeten.
Und dann landeten sie Ende März auf Rhodos in der Südägäis und beschlossen, genau hier etwas länger zu verweilen.
Denn der gerade beginnende Frühling erfreute Skades Herz. Das vorauszuahnende Blütenmeer der herrlich farbenfrohen Pflanzen, welche sich mit zahlreichen schattenspendenden Bäumen und Pinien wundervoll ergänzen würden, sobald sie erblüht wären, wollte Skade erleben.
Schon die malerischen Buchten mit ihren beeindruckend massiven Klippen bildeten einen kontrastvollen Rahmen zu den endlos erscheinenden Stränden, die einen ebenso reizvollen Gegensatz zum türkisblauen Meer bildeten, was nicht nur Skade beeindruckte. Die natürlichen Begebenheiten der Insel boten auch zahlreichen Tieren einen wunderbaren Lebensraum, wobei man hier unter anderem auch Schwarzwild oder Rehe beobachten und jagen konnte.
Die meisten kleinen Städte und Dörfer waren geprägt durch ihre zahlreichen weißen Häuser, häufig geschmückt mit rosaroten Hibiskusblüten, den schmalen Gassen und von zahlreichen Eseln, die den Bewohnern der Insel die Arbeit, sowie die Fußwege erleichterten beziehungsweise abnahmen.
Und in den zahlreichen Tavernen ließen die vier Reisenden sich kulinarisch verwöhnen.
All das war für Skade eine willkommene Abwechslung zu der scheinbar ewig dauernden Seereise und am liebsten wäre sie noch viel länger geblieben. Denn sie hatte alles, was sie brauchte: Da war Akay, den sie über alles liebte und die beiden kleinen Brüder, die immer eine gute und oft erheiternde Gesellschaft waren, sowie Schattenfell, der sie unermüdlich auch in scharfem Galopp dorthin trug, wo sie sein wollte. Und nicht zu vergessen, der Wolfshundrüde Ilix, der zwar inzwischen ohne seinen längst verstorbenen Vater Toke an der Seite der vier leben musste, doch sich noch immer wie eine Klette an Skades Fersen haftete. Doch Akay ermahnte sie zur Vernunft und wie immer hatte er Recht, denn sie hatten noch einen weiten Weg vor sich. Deshalb bestiegen die Vier nach etwa dreiwöchigem Aufenthalt erneut ein Händlerschiff und verließen die schönste Insel, die Skade meinte je gesehen zu haben.
Wehmütig stand sie im Heck des Schiffes und blickte auf Rhodos zurück. Als sie Akays Arme sich von hinten um ihre Hüften schlingen spürte, fragte sie: „So ein Fleckchen Erde findet man kaum noch einmal oder?“ Akay küsste ihre roten Locken und lächelte vor sich hin, während Skade ihren Rücken an seine Brust kuschelte. „Überall, wo du bist, ist für mich der schönste Ort auf Erden, Skade Blodhar.“, sagte er dann leise.

Ende März passierten sie Antalya und Ende April fuhren sie nördlich an Polis und dann Zypern vorbei. Und die Seereise wurde für Skade, da sie die meiste Zeit zur Untätigkeit verbannt war, eine einzige Qual. Noch dazu, weil Akay ihr verraten hatte, dass sie noch mindestens vier Wochen unterwegs sein würden. „Doch dann kommen wir in ein Land, wo angeblich Milch und Honig fließen.“, hatte er gesagt.
Skade verdrehte missmutig die Augen und wunderte sich noch immer, dass jemand die See so lieben konnte, wie ihre Mutter es einst tat.


 
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Akay ibn Ulvbarn al Rami

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Re:al Maghrib - die Mauren      09.11.2011 21:30:00 --- 6 Monate, 2 Wochen her  
Juni 1071, Hafen von al-Ladiqiyya, Antiochien

Akay blinzelte in die Morgensonne während das Handelsschiff langsam in den kleinen Hafen einlief. Wir haben es geschafft, Abal., sagte er lächelnd und strich ihr eine widerspenstige Locke aus dem Gesicht. Skade seufzte erleichtert und sah erwartungsvoll in Richtung der grünen Hügel, die sich hinter den Häusern abzeichneten. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen.
Akay sah zu Reynir und Yngri, die neugierig über die Reling starrten. Sie hatten noch nie etwas anderes als Sizilien kennen gelernt und brannten darauf, diese neue Welt zu erkunden. Macht euch fertig, sobald wir anlegen, müssen wir meinen Onkel suchen. Wir werden einige Tage bei ihm bleiben bevor wir nach Süden aufbrechen.
Es dauerte Stunden ehe sie das abseits gelegene Haus gefunden hatten, nur sah es nicht so aus wie Akay es beschrieben worden war. Anscheinend hatte sich lange niemand mehr darum gekümmert. Schindeln fehlten vom Dach und die Tür sah aus als wäre sie gewaltsam geöffnet und danach notdürftig geflickt worden. Verwundert ritt Akay einmal um das Grundstück herum bis er eine Bewegung im Inneren wahrnahm. Er gab Skade und den beiden Jungen ein Zeichen, dass sie warten sollten und ritt langsam mit dem Speer in der Hand auf das halb verfallene Haus zu. Salaam, wer verbirgt sich dort? Kommt hervor! Ein Rascheln im Inneren folgte und eine gebeugte Gestalt schälte sich aus dem Inneren. Ängstlich musterte die alte Frau Akay und plötzlich erhellte sich ihr Gesicht Akay ar Gafsa! Ja das müsst Ihr sein... Euer Onkel hat mir von Euch berichtet. Dann blickte sie wirr in die Ferne. Hakim ibn Süleyman ar Gafsa..., murmelte sie. Verfluchtes Christenpack!, schrie sie plötzlich und drohte mit der Faust gen Süden. Akay sah sie verwundert an und saß ab. Er nickte Skade und den Brüdern zu. Wartet hier, ich versuche herauszufinden, was hier passiert ist. Und dann ging er mit der Alten ins Haus.
Lange redeten sie und nach einiger Zeit kam Akay mit finsterem Blick wieder heraus. Er wandte sich noch einmal an die alte Frau und drückte ihr ein Säckchen mit Silber in die zittrigen Hände. Geht fort von hier, alte Frau! Ihr habt ihm gut gedient und nun habt Ihr Eure Schuldigkeit getan. Kehrt heim zu Eurer Familie.
Skade sah Akay verwirrt und fragend an. Etwas stimmte nicht. Sie konnte die Gefahr spüren. Akay sah sie ernst an und schüttelte den Kopf. Später Abal, wir müssen sofort weiter. Wir sind hier nicht sicher.
Die alte Frau rief nochmal nach ihm und gab ihm eilig ein Stoffbündel. Vielleicht könnt Ihr das gebrauchen. Allah sei mit Euch. Dann verschwand sie mit den wenigen Habseligkeiten, die ihr geblieben waren eilig in Richtung der Stadt.
Akay sah kurz in das Bündel hinein und befestigte es dann am Sattel. Ohne ein Wort zu sagen saß er auf und blickte noch einmal auf das Haus.
Wohin führt uns unser Weg als nächstes, Qamar?, fragte Skade zaghaft. Jerusalem!, antwortete Akay knapp mit hasserfülltem Unterton. Der Mörder meines Onkels ist dort. Dann lenkte er sein Pferd gen Süden und sie setzten gemeinsam und schweigend ihren Weg fort.


 
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Skade Blodhar

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Re:al Maghrib - die Mauren      10.11.2011 19:05:29 --- 6 Monate, 1 Woche her  
Skade empfand es zwar mehr als anstrengend, ihre Neugier und ihren ständig plappernden Mund zu zügeln, doch sie spürte genau, dass Akay erst die schlechte Nachricht vom gewaltsamen Tod seines Onkels verdauen musste. Es würde ihm sehr missfallen und vielleicht würde er noch übellauniger werden, wenn sie ihn jetzt mit Fragen überhäufen würde. Sie wusste, irgendwann würde er von sich aus anfangen zu erzählen, was genau passiert war und was er vorhatte zu tun. Dass es sich dabei um Rachepläne handelte, die er in seinem Kopf reifen ließ, darin bestand für Skade kein Zweifel.
Und so ritten sie angeführt von Akay, der seinen Fuchs zwischendurch immer wieder hart in die Flanken trat, wie besessen gen Süden durch die Lande, sodass der arme Ilix so manches Mal sehr weit zurück fiel. Er war zwar ein großer Hund, doch mit der Schrittlänge ihrer Pferde konnte er nur für kurze Zeit mithalten. Und auch Yngri und Reynir wagten es kaum ein Wort zu sagen und schienen sich in Gedanken weit weg zu wünschen. Diese gedrückte Stimmung war nicht nach dem Geschmack der beiden Knappen. Und nicht zuletzt waren sie besorgt um die Tiere. Die Pferde hatten außer ihren Reitern noch so einiges an Beute und Ausrüstung zu schleppen. Denn nicht alles, was Akay und Skade nach ihrer letzten Schlacht geplündert hatten, konnten sie auf den verschiedenen Inseln oder direkt auf den Händlerschiffen, auf denen sie unterwegs waren, in Silber ummünzen. Und darunter war noch ein großer Teil der Gegenstände, die Akay vorhatte zurück an den Ort ihrer Herkunft zu bringen.
Als Skade sich das Szenario, das nun schon über Stunden so einherging, nicht mehr mit ansehen konnte, holte sie zu Akay auf. „So geht das nicht, Qamar! Wir sollten eine Rast einlegen. Die Pferde brauchen eine Pause. Ganz zu schweigen von dem zu bedauernden Ilix, auf den du in deiner Wut und Raserei so gar keine Rücksicht mehr nimmst. Und du solltest uns alle wissen lassen, was genau passiert ist und was wir vorhaben. Denn wir reisen mit dir und nicht dir hinterher.“ Skade hatte ihre Worte scharf gewählt, doch sie in ruhigem Ton angebracht, um Akay aus seinen böse brodelnden Gedanken zu holen. „Sieh, da vorn bei den großen Steinen könnten wir uns wenigsten für eine kurze Weile niederlassen, ausruhen und reden.“


 
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Skade Blodhar

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Re:al Maghrib - die Mauren      13.11.2011 19:27:00 --- 6 Monate, 1 Woche her  


Im Land der Berber, Juli 1071

Thyra war schon seit Wochen unterwegs. Sie zog von Ort zu Ort, um Kranken und Leidenden zu helfen. Mit Hilfe ihrer sehenden Hände konnte sie die Krankheitsherde aufspüren und durch die gute Ausbildung, die Thyra durch Cathy von Greifenstein genossen hatte, konnte sie diese auch heilen oder wenigstens lindern. Und sie hatte hier im Land der Berber, in das sie zusammen mit Cathy nach langer Wanderschaft gekommen war, vielen armen Menschen helfen können und unzähligen Kindern auf die Welt geholfen.
Und wieder packte sie die Lederrolle, die einst Cathy gehörte zusammen, nahm dankend den wenigen Lohn, den die armen Menschen ihr geben konnten, entgegen und dachte dabei an die Freundin.
Es waren inzwischen Jahre vergangen, seit Thyra und ihr Sohn Bjarni auf der Spur ihrer Ahnen Cathys Weg gekreuzt hatten. Sie hatten sich zusammen getan und Thyra und die junge Ärztin haben bald gut miteinander gearbeitet und voneinander gelernt. Sie waren bis nach Dänemark gereist und schließlich bei den Berbern angekommen. Hier gingen sie meist nicht mehr dieselben Wege, da Cathy in einem Hospital arbeitete und forschte, Thyra hingegen aber lieber weiterhin unterwegs war, um zu heilen. Doch der innigen Freundschaft tat das keinen Abbruch.
Und nun war Cathy weg. Entführt worden, wahrscheinlich in ihre Heimat nach Burgund verschleppt, in ein Leben, das sie nie gewollt hatte. Ein Leben ohne Freiheit. Ein Leben im goldenen Käfig und ohne ihre große Passion Menschen zu helfen ausüben zu können. Und Thyra war hier und konnte ihr nicht helfen.
In jedem Ort, an den sie kam, hatte sie sich erkundigt, ob jemand etwas über den Verbleib der jungen blonden Ärztin wusste… ohne Erfolg.
Thyra verließ mit Bjarni und den beiden ehemaligen Sklaven, die Cathy gehört und die Thyra als frei erklärt hatte, den kleinen Ort mit den jämmerlichen Behausungen. Sie hatte hier ihre Arbeit getan, war wie überall herzlich willkommen geheißen und verehrt worden und zufrieden mit ihrer Arbeit. Die beiden altersschwachen Esel, die sie erstanden hatten, waren bepackt und sie waren schon ein paar Stunden in der Gluthitze unterwegs, als Thyra sagte:
„Hört mich an! Meine Gedanken drehen sich nur noch um Cathy. Wir werden zurück nach Tripolis gehen. Ich muss wissen, was mit ihr passiert ist. Vielleicht weiß dieser Ali etwas. Und außerdem möchte ich Cathys Bücher und all die anderen Kostbarkeiten holen. Sie hat das alles gehütet wie ihren Augapfel und sicherlich nicht gewollt, dass sie einfach irgendwo verstauben und vergessen werden. Wir ziehen wieder nach Süden!“
Keiner ihre Begleiter war begeistert von Thyras Vorschlag, vor allem die ehemaligen Sklaven nicht. Doch sie fügten sich. Denn Thyra war es, die sie alle ernährte. Ob sie allerdings bis nach Tripolis mit ihr gehen würden, der Gefahr wiederholt versklavt zu werden ausgesetzt, dass glaubte selbst Thyra nicht und es wäre ihr verständlich.


Thyra und ihre Begleiter hatten Glück. Immer wieder konnten sie sich auf ihrem Weg nach Tripolis unterschiedlichen Karawanen anschließen. So reisten sie unter deren Schutz und Thyra machte nur dann und wann einen Abstecher, wenn ihre Hilfe als Heilerin irgendwo in nahen Ortschaften gebraucht wurde.
In einer der Karawanen hatte sie einen Ritter entdeckt, der sie an jemanden erinnerte, den sie von Sicilia her kannte. Sie glaubte ihn damals des Öfteren auf Donnerbach, dem Lehen von Gorgana Escheneck, das jetzt deren Tochter Skade gehörte, gesehen zu haben.
Doch Thyra war sich nicht sicher. Das Alter und die sonnengegerbte Haut… Sie getraute sich nicht, den Mann anzusprechen, von dem sie glaubte er hatte sich Wuestenkrieger genannt und wäre damals ein Freund des Hauses gewesen.

Oh wie lange war es her, seit Thyra Sicilia und somit ihre Heimat verlassen hatte. Es musste fünf Jahre her sein, dass sie ihre Eltern, die Donnerbach inzwischen für ihre Milchschwester Skade verwalteten, nicht gesehen hatte.
Fünf Jahre…


 
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Akay ibn Ulvbarn al Rami

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Re:al Maghrib - die Mauren      15.11.2011 09:49:20 --- 6 Monate, 1 Woche her  
zur gleichen Zeit vor Jerusalem

Akay zügelte sein Pferd und blieb stehen. Nachdenklich sah er in die Abendsonne. Du hast Recht. Verzeih mir, Abal. Wir rasten hier und ziehen morgen weiter.
Nachdem das Lager errichtet war, wartete Akay bis sich die Jungen zum Schlafen gelegt hatten. Sie mussten nicht hören, was er mit Skade zu bereden hatte. Sie waren noch zu jung, als dass er sein Wissen mit ihnen teilen wollte.
Akay sah Skade lange an, bevor er zu sprechen begann. Und dann erzählte er ihr, was im Haus seines Onkels vorgefallen war.
Ritter aus Jerusalem, angeführt von einem Adligen, genannt Jean de Sanglante, waren auf der Suche nach seinem Großvater gewesen. Sie folterten seinen Onkel, um den Aufenthaltsort des Alten zu erfahren, aber weil dieser seinen Vater nicht verriet, fesselten sie ihn an einen Baum und beschossen ihn mit Brandpfeilen bis nur noch seine Asche blieb.
Warum das alles? Was hat dein Großvater getan?
Akay sah zu den Sternen hinauf. Er ist der Anführer eines Stammes, der die Christen gnadenlos verfolgt. Nicht nur in Schlachten oder im offenen Kampf... jedes Mittel dient dem Zweck und genau dazu wurde ich von ihm ausgebildet.
Langsam strich er über ihr Gesicht. Was ich tun muss, wird dir nicht gefallen. Aber es ist meine Pflicht und ich kann mich ihr nicht entziehen.
Skade ahnte, dass Akay etwas Gefährliches plante und dass er es allein, ohne sie, tun würde. Sie lehnte sich an ihn. Sag mir, was du vorhast., flüsterte sie mit zitternder Stimme.
Akay griff zu dem Bündel, welches die Alte ihm gegeben hatte und öffnete es. Ein Wappenrock der Kreuzritter und ein persischer Dolch mit den Insignien seines Stammes waren darin. Ich muss nach Jerusalem. Dies hier wird mir helfen, unbeachtet zu bleiben. Ihr drei werdet weiter ziehen und außerhalb der Stadt auf mich warten. Sollte ich nach drei Tagen nicht bei euch sein, dann geht ohne mich weiter.
Skade seufzte und nickte. Sie wusste, dass dieses Mal selbst sie Akay seine Pläne nicht ausreden konnte. Er war fest entschlossen.
Eng umschlungen blieben sie die ganze Nacht wach und mit den ersten Sonnenstrahlen machten sie sich zum Aufbruch bereit.

Jerusalem

Staunend standen sie auf einem Hügel vor der Stadt. So groß hatten sie sich Jerusalem nicht vorgestellt. Sie war größer als alles, was sie je gesehen hatten. Akay wusste nun, dass es nicht leicht werden würde diesen Jean de Sanglante zu finden.
Wir werden eine Karawane suchen, die nach Süden unterwegs ist. In ihrem Schutz könnt ihr weiter ziehen. Skade nickte ernst und nahm seine Hand. Ohne ein Wort zu sagen, lächelte er sie an. Dann ritten sie langsam dem offenen Stadttor entgegen.
Es dauerte nicht lange, bis Akay eine Karawane gefunden hatte, die nach Palästina zog. Er entledigte sich seiner Sachen und warf sich den verhassten Wappenrock über. Seine eigenen Sachen verpackte er und gab sie Reynir. Pass mir gut darauf auf. Ich möchte sie sauber wieder haben., sagte er lächelnd zu dem verwirrt dreinschauenden Jungen. Dann wand er sich an Skade. Er nahm ihren Kopf in seine Hände und küsste sie zärtlich. Wenn dies erledigt ist und ich lebend zu dir zurückkehre, möchte ich, dass du meine Frau wirst... wenn du es willst.
Skade sah ihn sprachlos und mit großen Augen an. Waren es doch die Worte, auf die sie so lange gewartet hatte.
Viel Glück, Akay ibn Ulvbarn al Rami, dachte Skade, als sie sich längst getrennt hatten.

Nachdem Akay sich sicher war, dass sie sicher die Stadt verlassen hatten, machte er sich auf dem Weg zum Imam. Er wartete eine Weile am Hintereingang der heruntergekommenen Moschee und vergewisserte sich, dass er nicht beobachtet wurde. Dann schlüpfte er schnell durch die Tür und begab sich in die hinteren Räume. Entsetzt sprang der Imam auf als er den Wappenrock sah. Akay hob die Hand. Bleibt ruhig, ich bin kein Feind. Misstrauisch musterte der Imam den verkleideten Ritter. Was wollt Ihr hier? Diese Räume sind Euch verboten! Akay legte vorsichtig das Bündel, welches er unter dem Wappenrock versteckt hielt, vor sich auf den Boden und öffnete es. Ungläubig starrte der Imam auf die Gegenstände, die sich vor ihm ausbreiteten. Sorgt dafür, dass sie nach Damaskus in Sicherheit gebracht werden! Mein Weg führt mich in eine andere Richtung sodass ich keine andere Wahl habe, als Euch diese Bürde aufzulasten. Und so leise wie er gekommen war, verschwand Akay wieder. Er wendete sich nun einer anderen Aufgabe zu. Zurück blieb ein verwirrter Geistlicher, dessen Aufgabe es jetzt war, heilige Gegenstände aus der Stadt zu bringen.


 
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Akay ibn Ulvbarn al Rami

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Re:al Maghrib - die Mauren      15.11.2011 17:47:06 --- 6 Monate, 1 Woche her  
Es war nicht leicht den Mörder seines Onkels zu finden. Akay hatte viel Silber ausgeben müssen, um an Informationen zu kommen. Aber seine Geduld zahlte sich aus. Er hatte Stunden damit verbracht, diesen Mann zu beobachten und dabei selbst durch seine Verkleidung unerkannt zu bleiben. Doch Akay musste feststellen, dass er ihm nie nahe genug kommen würde, um ihn mit dem Dolch zu töten.
Doch er hatte eine Idee und nach langem Suchen fand er einen verschwiegener Händler, der ihm alles für eine Substanz besorgen wollte, die man byzantinisches Feuer nannte. Nur wenige wussten noch, wie man es herstellt und Akay hatte Zugang zu dem verlorenen Wissen.
Akay hatte die Gewohnheiten des Ritters genau beobachtet und sein Plan nahm Gestalt an. Er musste die brennbare Flüssigkeit nur gut platzieren.
Vorsichtig stellte er die Tonkrüge an die von ihm dafür vorgesehene Stelle. Die Nacht war sein Verbündeter und niemand nahm Notiz von seinem Tun. War Akay doch gekleidet wie ein Kreuzritter. Als er die Krüge an ihrem Platz hatte, kletterte er auf das nächste Dach und bereitete alles für eine schnelle Flucht vor. Den Dolch hatte er bereits einem Boten gegeben, der ihn dem Mörder am nächsten Tag genau hier an dieser Stelle übergeben würde. Denn in seinen letzten Augenblicken sollte er erfahren, wer ihn gejagt hatte.
Geduldig wartete Akay auf dem Dach hinter einem Holzverschlag und beobachtete die Straße. Minuten wurden zu Stunden und gegen Mittag kamen sie, um zur Messe zu gehen, Akay hatte sich einen Kurzbogen besorgt, mit dem er schneller Pfeile abschießen konnte als mit einem unhandlichen Langbogen und hatte vor sich mehrere präparierte Pfeile abgelegt, so dass er sie schnell greifen konnte.
Sein Atem wurde schwer und er schloss die Augen, um sich zu konzentrieren. Er holte tief Luft und richtete dann seinen Blick auf sein erstes Ziel. Aus dem Augenwinkel beobachtete Akay, wie der Bote den Dolch übergab und der Ritter offensichtlich sehr verunsichert wirkte. Der Bote entfernte sich eilig, um dem Zorn des Ritters zu entgehen, der sich jetzt bemerkbar machte. Und jetzt schlug Akay zu.
Der erste Brandpfeil zog pfeifend durch die Luft und der Krug zerbarst in einem Feuerball. Der zweite Pfeil war schon unterwegs, als die Ritter versuchten, sich von dem Feuer zu entfernen. Doch der zweite Krug ging in Flammen auf und nun gab es für sie keinen Ausweg mehr. Der Schreck und die Verwirrung waren groß, aber man hatte Akay entdeckt. Nun hieß es schnell handeln. Akay zog Pfeil für Pfeil auf die Sehne und schoss zügig ohne zu Denken auf die verbleibenden Krüge. Ein Inferno brach los und die Leute versuchten vergeblich dem Feuer zu entkommen.
Die Straße stand in Flammen und Akay beobachtete die Szenerie noch eine Weile, um sich zu vergewissern, dass der Mörder nicht entkommen konnte. Und zufrieden sah er, wie der sich brennend und vor Schmerzen windend am Boden wälzte.
Die Rache war vollzogen und Akay zog sich eilig zurück.
Niemand behelligte ihn, als er das Tor nach Süden passierte. Und als er weit genug entfernt war, entledigte er sich des verhassten Wappenrocks und vergrub ihn im Wüstensand.
Im scharfen Galopp ritt er seiner geliebten Skade nach, einer neuen Zukunft als Krieger der Mauren entgegen.


 
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Skade Blodhar

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Re:al Maghrib - die Mauren      16.11.2011 18:51:11 --- 6 Monate, 1 Woche her  
In der Karawane nach Palästina

Skade unterdessen nahm nur am Rande wahr, was um sie herum geschah. Akays letzte Worte, die sie so herbeigesehnt hatte, verblassten durch die große Sorge um ihn. Ihre Gedanken kreisten nur um ihn und sein rachedurstiges Vorhaben. Doch sie konnte ihn ja verstehen. Er musste so handeln und hatte ihr erklärt, warum das so ist. Skade würde sogar ohne diese religiösen Hintergründe jeden töten, der einem Mitglied der Familie etwas zuleide tut. Und doch spürte sie die Gefahr, in der Akay sich befand. Aber je weiter die Hufe Schattenfells sie von Jerusalem weg trugen, desto schwächer wurde dieses Gefühl. Was dies letztlich bedeutet, dass konnte Skade daraus nicht schließen und so trottete sie auf ihrem Schimmel hinter etlichen Kamelen, Eseln und anderen Pferden der Kaufleute und auf den Hinterlassenschaften der Tiere hinterher und ihre Gedanken machten sich selbstständig.
Sie würde Akays Frau werden… endlich!
Ein wohliges Kribbeln und Aufgeregtheit durchfluteten ihren Körper. Ihr Mund lächelte kurz, um von einer steilen Falte auf ihrer Stirn verdrängt zu werden.
Wo wollte er sie eigentlich heiraten? Zu Hause auf Sicilia oder bei seiner Familie mütterlicherseits? Wen hatte er vor einzuladen und wie vollzog man eine Hochzeit mit dem Segen Mohammeds zwischen Muslime und Nichtmuslim? Sie hatte keine Ahnung und Akay nie gefragt.
Würde er sich, wie bei ihnen üblich, auch mehrere Frauen nehmen wollen? Skade erschauderte. Nein das würde sie niemals ertragen oder zulassen können! War ihm das eigentlich bewusst?
Und was würde seine muslimische Familie zu einer Heirat sagen? Würde man sie vielleicht zwingen deren Glauben anzunehmen? Auch das käme für Skade niemals in Frage.
Sie ahnte ja nicht, dass Akay schon vor etlichen Monaten bei seinem berühmt berüchtigten Großvater, der das Oberhaupt der Familie Gafsa war, nach einigem Ringen wegen Skades Ungläubigkeit, die Erlaubnis zu einer Heirat erhalten hatte. Denn Akay hatte niemals mit ihr darüber gesprochen.
Und was, wenn Akay nicht zu ihr zurückkehren würde? Was, wenn er zu Tode gekommen oder von den Christen gefangen genommen war? Würde sie das spüren? Skade versuchte diesen Gedanken zu verscheuchen, war aber dennoch mehrmals drauf und dran, ihr Pferd zu wenden und zurück nach Jerusalem zu reiten. Vielleicht brauchte Akay ihre Hilfe?
Nein, sie hatte ihm versprechen müssen, genau das nicht zu tun…
Und so zog die Karawane sehr nahe an der Küste des Mittelmeeres durch Wanderdünen und Skade bemerkte es nicht einmal.
Yngri und Reynir hatten sich an ihrer Stelle um einen Platz in der Karawane gekümmert. Mit Händen und Füßen, da sie die hiesige Sprache nur wenig verstanden, hatten sie den Anweisungen des Karwan–Baschi, dem Anführer der Karawane Folge geleistet und sich ziemlich am Ende einreihen müssen. Denn da Skade und die beiden Knappen bewaffnet waren, konnte man sie zum Schutz des Zuges einsetzten. Soviel hatten die beiden Jungen dann verstanden.


 
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Skade Blodhar

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Re:al Maghrib - die Mauren      17.11.2011 07:40:24 --- 6 Monate her  
Der Tag neigte sich allmählich dem Ende entgegen, als sie in den ersten Funduk einkehrten, den Skade und die Knappen je gesehen hatten. Die Karawanserei war riesig. Die Pferde, Esel und Kamele, an deren unangenehmen Geruch sich Skade wohl niemals gewöhnen würde, konnten hier versorgt und gut untergestellt werden. Und auch sie selbst würden mit einem Dach über dem Kopf übernachten können.
Es gab in den Mauern des Funduk Werkstätten, Bäder, Küchen und Tee- und Kaffeehäuser. Sogar ärztliche Versorgung wurde geboten. Nicht, dass einer der drei Reisenden es nötig gehabt hätte, doch Skade war begeistert von diesem Ort und ward ob der vielen neuen Eindrücke sogar kurzzeitig von der Sorge um Akay abgelenkt. Nicht viel später fielen die drei tot müde auf die Strohsäcke, die ihnen als Schlafstatt dienen sollten.

Die Kaufleute, mit denen sie gereist waren und andere, die sich hier beherbergen ließen, fingen am nächsten Tag zu sehr früher Stunde an, auf dem großen Handelsplatz zu handeln. Sie machten lautstark ihre Tauschgeschäfte und das den lieben langen Tag über. Skade grinste die Jungs an und gab auf deren Betteln hin gegen Abend ihre Erlaubnis, sich nochmals umsehen zu dürfen, allerdings nicht, ohne zu erkunden, wo sie ihren Proviant für die Weiterreise erstehen konnten. Sie wünschte ihnen mit frechem Grinsen viel Spaß bei ihren Unterhaltungen, auf dass sie sich weiterhin mit Mimik und Gestik zu verständigen wüssten.
Skade selber steuerte zielstrebig eines der Bäder an, als sie plötzlich eine Hand sich zärtlich in ihren Nacken legen spürte. Zutiefst entsetzt und sofort mit dem Dolch in der Hand drehte sie sich um, schlug gleichzeitig die Hand von ihr weg und hatte die Waffe blitzschnell an der Kehle ihres Gegenübers. Skades blauen Augen weiteten sich und ihr Mund formte ein O. Sie ließ den Dolch sinken und aus ihrer Hand gleiten. Ihre beiden Arme schossen in die Höhe und schlangen sich stürmisch um den Nacken des Mannes, der sie so erschreckt hatte.
„Qamar!!! Du lebst!!! Ich hatte solche Sorge um dich… Wie kannst du dich immer unbemerkt an mich anschleichen? Du musst geritten sein, als wäre dieser christliche Teufel hinter dir her… Und ja… ich will deine Frau werden… Ich liebe dich… Und … “ Akay verschloss den redefreudigen und lauten Mund der völlig aufgelösten Skade mit einem langen Kuss und nahm sie dann sehr lange und sehr fest in seine Arme.

Am nächsten Morgen schon zogen Akay, Yngri, Reynir und Skade weiter. Sie hatten beschlossen, nicht weiter im Schutze von Karawanen zu reisen, denn sie wären viel schneller, würden sie allein reiten. Eingedeckt mit genügend Proviant und Wasser, um so selten wie möglich irgendwo einkehren zu müssen, ritten sie von Palästina nach Alexandria und von dort aus über Benghazi nach Tripolis ins Land der Berber. Und hier würden sie Ende September in ein wirklich komfortables Gasthaus einkehren. Doch das verschwieg Akay erst einmal...


 
Letzte Änderung: 2011/11/17 07:43 von Skade Blodhar.
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Skade Blodhar

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Re:al Maghrib - die Mauren      18.11.2011 19:29:50 --- 6 Monate her  
Hier in Tripolis ließen sich die vier Reisenden kulinarisch verwöhnen. Bequem auf etlichen Kissen sitzend genossen sie die noch immer fremdartigen Speisen, Tee oder Cafe und die dargebotenen Tänze der jungen Frauen, die sich bewegen konnten, als wären sie Schlangen. Dabei waren die spärlich Bekleideten sehr anmutig und vor allem für die beiden Knappen ein Augenschmaus. Einzig Akay schien an all das gewöhnt zu sein. Hat er doch jahrelang in dieser Welt gelebt.
Die lange Reise auf den Rücken ihrer Pferde hatte ihnen allen zugesetzt und in den Bädern konnten sie ihre geschundenen Muskeln lockern lassen und auf angenehmste Weise ihre Körper ausruhen. Skade genoss sogar das Alleinsein in diesen Stunden. Überhaupt war sie begeistert von Land und Leuten. Wie schon damals, als sie vor gefühlten Ewigkeiten im Norden Afrikas als ganz junge Söldnerin unterwegs war, fühlte sie sich einfach wohl hier.
Und auch die Straßen und Gassen luden ein erkundet zu werden. Die zahlreiche Moscheen und das pulsierende Leben auf den vielen Basaren boten Eindrücke, die zu Herzen gingen. Eindrücke die unauslöschlich sein würden.
Fische verschiedenster Art waren zu entdecken, die hier in der unmittelbaren Nähe zum riesigen Hafen von den Fischern persönlich und fangfrisch angeboten wurden.
Beim Weben von faszinierenden Seidenstoffen konnten sie auf den handwerklichen Basaren zuschauen. Und so vieles mehr.

Skade war mit den Jungen allein unterwegs, da Akay unaufschiebbare Erledigungen zu tätigen hatte, wie er erklärte. Sie konnte sich zwar nicht vorstellen, was er meinte, doch glaubte sie, es hätte mit seinem Großvater und dessen Stammesarbeit zu tun.
Die drei schlenderten nach ihrem Besuch in einer Schmiede, in die sie ihre Rüstungen und Waffen zum Reparieren gebracht hatten, über den Basar mit seinen vielen angenehmen sowie verführerischen Düften. Skade spürte plötzlich ein undefinierbares und aufgeregtes Kribbeln im Bauch. Sie wunderte sich zwar darüber, doch zog es sie interessiert zu den Kräutern, Gewürzen und Tees und sie schob sich grob durch die Menschenmenge, als sie einen blonden unverschleierten Schopf ausmachen konnte, der genau wie ihre rote Mähne so gar nicht in das hiesige Bild passen wollte. Neugierig drängte sie sich näher an die junge Frau heran, die mit dem Händler in einheimischer Sprache gekonnt feilschte und einen kleinen blonden Jungen an der Hand hielt. Sie trug zwar die Kleidung, die hier üblich war, so wie Skade inzwischen auch, doch den vorgeschriebenen Schleier hatte sie nicht angelegt. Genau wie Skade. Und ein Blick in das Gesicht dieser Frau ließ Skade erstarren und das Kribbeln brodelte als würde ein Vulkan anfangen Feuer zu spucken.
Und auch die andere hatte Skade bemerkt. Mit weit aufgerissenen Augen und unfähig etwas zu sagen, sahen sie sich an und glaubten dennoch nicht, was sie sahen.
Skade fand als erste ihre Sprache wieder. „Thyra!!!“

Thyra hatte mit Hilfe der beiden Schülerinnen von Cathy, die sie nach deren Entführung getroffen hatte, deren eingelagerten aber nicht bewachten Besitz heimlich aus dem Hospital geschafft und auf ihre Esel geladen. An der Truhe mit den Büchern, den wenigen alt gewordenen Kräuter und den Tinkturen hatten die beiden Tiere arg zu schleppen. Doch auch Cathys Silber war dabei, sodass Thyra zwei zusätzliche Esel zu deren Entlastung kaufen konnte. Sie brauchte sich keine Sorgen um ihre Zukunft zu machen, denn Thyra war seither nicht mehr die verarmte Heilerin, die durch das Land zog und nur mäßig helfen konnte. Nein, sie würde jetzt noch besser helfen können.

Und nun standen sich die Rotgelockte und die Blonde… die Milchschwestern und Freundinnen aus Kindertagen in einem fremden Land gegenüber. Acht Jahre waren vergangen, dass sie sich das letzte Mal sahen und sie waren wie erschrocken voreinander. Der kleine Bjarni war es, der die Frauen aus ihrer Starre holte. „Mutter, wer ist diese Frau?“ Thyra streichelte ihrem Sohn über den Kopf und lächelte erst ihn und dann Skade an. „Mein Sohn, das ist Skade. Ich habe dir von ihr erzählt.“ Und auch Skade lächelte und beugte sich zu dem Kleinen herunter. „Und du musst Bjarni sein. Auch ich habe schon viel von dir gehört.“ Sie tätschelte ihm die Wange und dann konnte Skade nicht anders als Thyra zu umarmen. „Kommt, lasst uns einen ruhigen Platz für uns suchen. Ich denke, wir haben uns sehr viel zu erzählen.“


 
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Aaron von der Aue: Fremde Völker bringen mir dieses Spiel näher. Danke dafür. und nu Gute Nacht
Aaron von der Aue: worauf es in diesem spiel ankommt und wie man das spiel kennen lernt.
Aaron von der Aue: Naja, Du bist wahrscheinlich gerade anderweitig unterwegs. Ich jetzt auch ins Bettle. Nur ist mir fremd warum ein Abdul und Du mir hier Vorwürfe macht. Ich war wochenlang Mitglied in einem Volk welches mir nicht einmal gehofen hat oder mir gezeigt hätte w
Aaron von der Aue: fändest du es toll wenn ein Graf ein gerade rausgeschmissenes Jungmitglied unter (ich habe gelern) Beobachtung stellt? Das wirft doch kein gutes Licht auf dein Volk oder?
Aaron von der Aue: ich habe noch nicht geschaut welche Position du in deinem Volk hast. Ich gehe aber davon aus eine hohe, da du dich so ins Zeugs legst
Aaron von der Aue: ich will nur dass die führung weiss was die grafen eigenwillig machen
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