Ritterheere-Forum
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THEMA: Re:Eine Akademie in der Wüste.
 
Ismail

Zenata
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graphgraph
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Re:Eine Akademie in der Wüste.      08.12.2011 20:40:30 --- 5 Monate, 2 Wochen her  
Nun also waren die Ungarn gekommen. Andras hatte oft von ihnen erzählt. Junge, ungestüme und gierige Krieger waren es, die vor keinem Kampf zurückschreckten, wie auch die Ungarn, die ihr Land verließen um hier neu anzufangen.
Mit einer großen Macht an Rittern war das gesamte ungarische Volk vor die Küsten Afrikas und auf Algier gezogen. Sie hatten sich scheinbar berauscht und kämpften wie die Berserker. Sie metzelten die Milizsoldaten Algiers nieder und selbst die Krieger Zenatas waren ihnen nicht gewachsen. Aber es wunderte ihn nicht.
Laut Andras Erzählungen hatten die Wanderungarn denjenigen, die geblieben waren, jenen, die ihren Kiraly und ihren Nadorispan verraten hatten, um sich selbst an die Macht zu schwingen, den gesamten Staatsschatz hinterlassen. Voll intakte Städte, Dörfer und gut bebaute Ländereien blieben zurück und boten so den Rebellen guten Nährboden. Sie legten sich gute Rüstungen und Waffen zu, während die Exilungarn ein neues Reich errichteten. Die Leistungen der Zenataer waren bemerkenswert, im Vergleich zu den Ungarn.

Nun standen sie hier auf Al Ali unweit der Festung und dem Grab von Andras Sarkany, dem Kiraly, der von Crest und seiner Bande verraten worden war. Wahrscheinlich würden sie sein Grab schänden.
Man hätte davon ausgehen müssen, dass Zenata alles daran setzen würde diese Schlacht zu gewinnen, um eine solche Greueltat zu verhindern, doch er machte sich nichts vor. Ismail gehörte zu den jungen Kriegern. Sie trainierten auf Al Ali, doch die Wüste sorgte nicht gerade für Reichtum. So konnten sich die jungen Krieger nicht ausstatten wie etwa ungarische Ritter.
Im Heerlager tauchten immer wieder Gerüchte auf, dass die Wesire und die Großemirin ernsthaft darüber nachdachten den Angriff der Ungarn gänzlich zu ignorieren. Eine letzte Schlacht würde es mit Sicherheit geben, doch danach würde man die Heere nach Oran ziehen und die Taktik der verbrannten Erde verwenden.
Ismail gefiel die Vorstellung. Die Darstellungen der Zenataer von der ungarischen Regierung waren klar und deutlich. Sie hatten schon zu Zeiten von Andras Herrschaft ihre Kumpanen und Mitstreiter betrogen und während der Feldzüge raffgierig alles an sich gerissen, was plünderbar war.
Gewohnheiten ließen sich nicht abstellen. Die Gier und nicht die vermeintliche Rache trieben die Ungarn an, soviel war klar.
Sie verlangten zwei Emirate, die in der Tat für Zenata keine geringe Rolle spielten. Weshalb nur hätte man aus Rache zwei Emirate fordern können, während die Exilungarn nichts dergleichen zur Forderung erhoben hatten oder auch nur etwas derartiges besetzt hatten. Alle Forderungen der Ungarn waren geradezu lächerlich. Was hatte die Akademie mit der "Rache" zu tun? Sie existierte erst viel später und der Vorwurf christliche Kampftaktiken Moslems zu lehren könnte auch von Moslems in umgekehrter Form gestellt werden. Natürlich kann man alles begründen, doch es klang lächerlich.
Erz und Häute sollten abgegeben werden. Nunja, laut ungarischen Chroniken verschmähten jene, die nun regierten vor der Wanderung des Volkes eben diese Rohstoffe. Sie wollten sie nicht eintauschen. Weshalb also sollte man nun danach fordern?
Als den Kriegern Zenatas schließlich die Forderung nach der Gefangenahme Hildburgs und Blankas hörten, waren viele verschreckt, doch die, die die Geschichte kannten, fingen lauthals an zu lachen. Konnten die Ungarn wirklich so dumm sein? Sie hätten ebensogut Landeri und Hubertsberg fordern können oder Gerrun und Tazzo. Sie alle hatten den Befehlen von Andras und Fan, dem Kiraly und seinem Nadorispan folge geleistet. Sie hatten einen Befehl befolgt. Nun sollten sie wahllos in den Kerker wandern?

Die Schlachtreihen stellten sich auf. Ismail hatte seinen Bogen abgelegt und seinen Zweihänder gezückt. Er wollte möglichst viele Ungarn verletzen. Sie waren naiv, leichtgläubige Schafe, die einem gierigen Wolf folgten. Die interessanteste Frage war jedoch wohl, ob sie sich auf dafür feierten eine Schar Krieger zu vernichten, die nicht einmal halb so stark war. Nunja, junge Krieger waren mit Sicherheit leicht zu beeindrucken, doch ebenso war es völlig klar, dass sich Ungarn dem Bündniss des deutschen Reiches unterworfen hatte.


 
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Tlaui Pochtli

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Re:Eine Akademie in der Wüste.      12.12.2011 11:52:46 --- 5 Monate, 1 Woche her  
Kurz vor der Schlacht war Tlaui eine Besonderheit im Sand aufgefallen. Hier hatten sich die Ungarn zurückgezogen nach den letzten Gefechten und Tlaui war sicher, sie hatten dies wegen des höllischen Sandsturmes getan. Sie hatten Ritter des Vatikans in Al Djazair getroffen, die von der Plünderung der maurischen Grafschaften zurückgekommen waren, wie man sich erzählt hatte.

Dieser Haufen im Sand war ungewöhnlich gewesen, denn der Sandsturm machte in der Regel grössere Dünen oder er ebnete alles ein. Er hatte sich auf seine Kniee niedergelassen und begonnen zu graben. Als er auf etwas gestossen war, war er angewidert zurückgeschreckt. Dort hatte ein ungarischer Leichnam gelegen, der dank der gleissenden Wüstensonne komplett mumifiziert worden war. Hier und da waren Skarabäuskäfer bereits am Werk gewesen, ansonsten war die Leiche bemerkenswert gut erhalten gewesen. Er hatte eine Lederschatulle umgebunden, die geöffnet gewesen war. Ein halbes Pergament hatte herausgehangen und war durch den Sand, der als Schleifmittel fungiert hatte, völlig von jeder Tinte befreit gewesen. Hier hatte ein Bote gelegen, der seine Bestimmung nie erreicht hatte. Tlaui hatte grimmig gelacht, denn die Wüste war nicht jedermanns Sache, wer sie nicht kannte, kam darin um.

Schon war das Schlachgeheul von vielen ungarischen Rittern erschollen, die im Eilritt nach Al Ali geeilt waren, um diesen nun trostlosen Flecken Erde - die Akademie war längst geschliffen und zerfallen - zu verteidigen. Sie waren in nur kleiner Zahl gekommen, um die Akademie wieder in Besitz zu nehmen, oder was davon übrig war. So wie es ausgesehen hatte, klammerten sich die Barbaren in gerdezu irrationaler Weise an dieses Sandfass.

Nun denn, er hatte seine Schlacht geschlagen und verloren. Nun würde er seine Frau Bericht erstatten über den Fund. Möge sie etwas damit anfangen, nicht mal ein anständiges Begräbnis wurde dem Boten zuteil, so hatten die ungewaschenen Barbaren gewütet.
 
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Erik Lindir

Ungarn
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Re:Eine Akademie in der Wüste.      12.12.2011 14:29:03 --- 5 Monate, 1 Woche her  
Erik war nun ein Ritter im Dienst des Ungarischen Kiraly Crest von Hasselbard und er war stolz darauf.
Gemeinsam traten er und Brunhilde seine geliebte Frau in den Heeresdienst ein, doch bald gab es die erste Aufgabe für Erik.
Er sollte mit ein paar anderen Rittern nach Al Ali reiten um zu schauen wie der Aufbau der örtlichen Milizen voran ging.
Crest wusste das Erik ein erfahrener Krieger und Reiter aus dem Norden war.
So ritten sie also mit ein paar Mann nach Al Ali und wurden von einer kleinen Schar Krieger aus Zeneta angegriffen.

Erik bedachte die Worte der heiligen Schrift und so bot er den Kriegern aus Zeneta an sich zurückzuziehen, doch diese wollten davon nichts wissen und griffen an.
Das dies natürlich den Tod der einfachen Krieger bedeuten würde, dessen waren sie sich wohl nicht im klaren oder es war Ihrer unfähigen Herrscherin egal.
Erik kümmerte es nicht weiter und so zog er die Axt aus dem Gürtel und legte sein Schild an.

In dem kurzen Kampf kam Erik kaum dazu einen Schlag auszuteilen, hatten die anderen unter Ihnen auch der Kiraly fast alle Ritter schon soweit verletzt das sie nicht mehr kämpfen konnten, doch dann sah sich Erik einem einfachen Krieger entgegen und so stieg er von seinem Ross ab.
So ging er nun auf den einfachen Krieger zu und stellte sich Ihm entgegen.
Es war ein ziemlich alter Krieger und so verzichtete Erik selbst auf seinen Schild, den er wollte dem alten Mann eine Chance lassen.
Welch eine Herrscherin schickt alte Männer gegen junge Krieger in den Kampf..dachte sich Erik und lies den alten Angreifen, dieser stürmte auf Erik zu und so brauchte Erik nur einen leichten Ausfallschritt machen und schlug dem alten den Axtknauf auf den Kopf.
Sofort brach dieser bewusstlos aber noch lebend zusammen.
Fekete ein guter Kämpfer trat noch mal nach dem alten Mann doch dieser stöhnte nur auf und so wussten sie das er noch lebte.

Nach wenigen Minuten war der Kampf vorbei.
Erik fragte sich warum die Männer angriffen und blickte sich um, hier stand wohl einmal ein großes Gebäude, aber es war bei der letzten großen Schlacht abgebrannt worden.
Die Ungarn hassten dieses Gebäude, lehrten die feigen Ritter aus Zeneta den Moslems hier die Taktik der Ritterschaft aus Europa.

Erik wollte zurück zu seinem Pferd als er einen kleinen Kelch fand, welcher reich verziert war.
So so..also nur eine Akademie in der Wüste.. dachte sich Erik und nahm den Kelch mit welchen er später dem Kiraly zeigte.


Titkar von Ungarn
Ansprechbar in allen Belangen
Kardinal zu Ungarn
 
Letzte Änderung: 2011/12/12 14:38 von Erik Lindir.
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Crest von Hasselbard

Ungarn
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Re:Eine Akademie in der Wüste.      12.12.2011 14:49:30 --- 5 Monate, 1 Woche her  
Crests Augen wurden sehr groß, als er den Nordmann und Neu-Ungarn mit dem Pokal vor sich stehen sah.Wo hast du den gefunden, das ist Teil des gestohlenen ungarischen Staatsschatzes!Mit diesem prächtigen Pokal wurden die Kinder der ungarischen Ritterschaft getauft.Ich will gar nicht wissen, was die Schändlichen mit diesem Relikt getan haben.Übergebt bitte umgehend Kardinal Detonator den Pokal, sobald wir ihn in Algier wiedersehen.Er wird ihn hoffentlich in einer Zeremonie zu reinigen verstehen und ihn damit wieder seiner wahren Bestimmung zukommen lassen.
 
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Úr Negyven

Ungarn
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Re:Eine Akademie in der Wüste.      12.12.2011 14:56:55 --- 5 Monate, 1 Woche her  
úr erreichte die nachricht, einer seiner boten sei bei der überbringung einer depesche ans zenatanische volk von einem sandsturm überrascht und getötet worden.
er runzelte die stirn, denn so er sich die erinnerung an diesen auftrag nicht im siegestaumel weggesoffen hatte, war er sich doch recht sicher, dass er diesen nie erteilt hatte.
denn was gäbe es noch zu sagen, die ungarischen waffen hatten an zwei tagen mehr vollbracht als es geschriebene worte in hundert jahren geschafft hätten.
doch dann kam ihm eine botschaft seines kameraden, dem tapferen ungarn mihály, in den sinn:

QUOTE:
Er ließ den Kampf vor seinem geistigen Auge Revue passieren und erinnerte sich plötzlich eines merkwürdigen Details: Die Anführerin der Feinde trug Ungarns Wappen!


vielleicht, dachte der vierzigste der stolzen ungarn bei sich, vielleicht könnte das des rätsels lösung sein.
der arme bote, dem in den wirren des krieges nicht einmal ein vernünftiges grab zuteil wurde, musste von diesem mannweib, der zenatanischen anführerin geschickt worden sein.

um dem feind etwas gnade zu gewähren, so dass sie ihrem landsmann doch noch die letzte ehre erweisen konnten, schickte úr nun einen echten ungarischen boten, mit der nachricht seiner erkenntnis, er fügte noch einen hinweis des aufmerksamen mihály hinzu:

QUOTE:
Was sollte dieser Spuk bedeuten? War es Spott und Hohn der Feinde? Versuchte sie uns zu täuschen und daraus in der Schlacht überraschende Vorteile zu ziehen? Mihály wusste keine Antwort doch dieses Rätsel galt es zu lösen. Vielleicht sollte der Kiraly die Bedingung stellen, dass der Feind sich nicht mit ungarischen Federn zu schmücken hat!


und entschied sich dem boten aufzutragen, er solle hammer und meißel nicht vergessen, denn auf dem rückweg müsse er unbedingt noch folgende worte auf den überresten der ehemaligen akademie der blutsverräter hinterlassen:

"Gottes Zorn trifft nur den wahren Verräter, über seine Lämmer aber legt er die schützende Hand!!!"

in dem wissen, dass sich auf generationen hinweg diese worte in eines jeden kindes ohr dieser gottverlassenen lande einbrennen würde, signierte er zufrieden die mitteilung und übergab sie seinem boten.
er war sich sicher dieser würde sein ziel unbeschadet erreichen und auch wieder zu seinem herren zurückfinden, denn es gibt keine naturgewalt, die der willenskraft eines wahren ungarns, einhalt gebieten kann!

gez.: úr negyven


 
Letzte Änderung: 2011/12/12 15:05 von Úr Negyven. Grund: falsch zitiert
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Napraforgó

Ungarn
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Re:Eine Akademie in der Wüste.      12.12.2011 19:35:56 --- 5 Monate, 1 Woche her  
Napraforgó taumelte kreidebleich in ihr Zelt, die Knie waren ihr weich geworden, und ihr Herz krampfte sich zusammen. Sie hatte mit eigenen Augen sehen müssen, wie Krieger Zenatas wehrlose ungarische Bauern bei der Feldarbeit überfallen hatten. Ohne Gnade schlugen sie auf ihre Opfer ein. Die Bauern schrien und rannten um ihr Leben, doch viele waren zu langsam und schafften es nicht, den Schlächtern zu entkommen. Es verging einige Zeit, bis eine Schar ungarischer Ritter, angeführt vom Ur-Ungarn, Kardinal Detonator, sich den Feinden in den Weg stellte. Gegen die ehrenvollen Pustza-Reiter verloren die Zenata-Krieger schnell den Mut und warfen, einer nach dem anderen, das Handtuch. In Gedanken bei den ermorderten Bauern und ihren Familien ließ Napraforgó sich auf einem Schemel nieder, ihre Zofe eilte herbei und reichte ihr Tee und eine Handvoll Datteln. Plötzlich trat ein Diener ihres Gatten, Úr negyven, ein. Er erkundigte sich nach dem Ort, an dem der Úr sein Handwerkszeug aufbewahrte. Dabei murmelte er immer wieder denselben Satz vor sich hin, als wolle er ihn für immer im Gedächtnis bewahren.

QUOTE:
"Gottes Zorn trifft nur den wahren Verräter, über seine Lämmer aber legt er die schützende Hand!!!"
 
Letzte Änderung: 2011/12/12 19:37 von Napraforgó.
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Ismail

Zenata
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Re:Eine Akademie in der Wüste.      12.12.2011 20:09:51 --- 5 Monate, 1 Woche her  
Ismail hatte die vollbeladenen Karren von Al Ali nach Oran begleitet, wie es ihm befohlen worden war. Alles Wertvolle der Akademie war zusammen mit den Waffen und auch den Besitztümern von Blanka und Ihm nach Oran gebracht worden um dort sicher in der Schatzkammer des Großemirats gelagert zu werden. Zur besseren Einlagerung waren sämtliche Pokale, Schalen, und andere goldenen Gegenstände eingeschmolzen worden und zu Barren gegossen. Nur das Besteck der Dienerschaft, hölzerne Becher, Krüge, Besteck wurden dort gelassen. Einige Messinggegenstände ebenso. Sie funkelten zwar herlich, waren jedoch wertlos. Vielleicht waren ja einige Ungarn so naiv zu glauben es wäre ein Schatz, oder sie waren wie üblich zu betrunken.

Ismail war betrübt. Er befürchtete, und das auch zurecht, dass die Ungarn die Akademie schänden würden, wie sie auch das Grabmahl Andras' nicht ungeschändet lassen würden. Schon tauchten berichte auf, nach denen die Festung geschleift worden war. Ungarn waren wilde Tiere, die sich zwar unter dem Banner des so zivilisierten Christentums verbargen doch in Wahrheit nicht weiter taten als sich hemmungslos und ununterbrochen zu betrinken. Klare Gedanken konnte man von diesen nicht erwarten.

Sein Hass auf die Christen stieg. Diese falsche Frömmigkeit war absolut lächerlich. Jeder, ob Ungar oder Zenataer, wusste, dass hier gebrandschaftzt wurde um zu Plündern. Sie konnten noch so oft Argumente bringen, die ihren Glauben stärkten, doch waren sie nur gekommen um zu demütigen, ihren Hochmut zu zeigen, denn wie könnte man als christliches Volk gegen Krieger und Ritter desselben Glaubens guten Gewissens zu Felde ziehen? Zenata war kein muslimisches Volk. Es bestand aus Christen, Moslems und Andersgläubigen und man strebte nach größerem. Nun, da das harterarbeitete zerstört war, wurden viele Stimmen laut, die frustriert zugaben ihre Heimat erneut verloren zu haben. Nichts schien sie zu halten, hier in Afrika, in der rauhen Wüste mit den unwirtlichen Gegebenheiten. Nur der Umstand, dass man den "tapferen" Ungarn, die sich einen Feind ausgesucht hatten, der nur halb so stark war wie sie selbst, der ohne Hilfe nichts hätte ausrichten können und es auch mit ihr nicht vermochte, kein Stück dieses Triumphes gönnte


 
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Ismail

Zenata
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Re:Eine Akademie in der Wüste.      01.01.2012 18:24:33 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Ismail führte zusammen mit anderen aus Zenata die Erkundung des Landstriches und Emirat Al Ali durch, dass sie wieder unter die Herrschaft des Großemirats stellten.
Das Bild, dass sich dem jungen Emir bot, liess ihn jedoch wütend erzittern. Vor ihm lag der Festungshügel von Al Ali, auf dem die Akademie gestanden hatte, in der sein Mentor Andras den jungen afrikanischen Kriegern die Kampfkünste beibringen wollte. Nun jedoch sah man kaum mehr als niedergerissene Mauern und Türme, in denen noch das verkohlte Holz lag. Auch die große Halle und der Bergfried, die ehemalige Residenz von Gerrun MacLeod waren eingestürzt, als Folge eines verheerenden Brandes. Mit der Akademie ging auch der nominelle Leiter, der Emir Gerrun MacLeod. Verbittert durchschritt Ismail langsam die Ruinen der Festung bis er schließlich zum Grabmal Andras' auf der internen Nekropole der Festung. Die größere, für die einfachen Krieger, lag außerhalb und war kaum angerührt worden, doch diese kleinere, mit den Grabsteinen verdienter Krieger Zenatas, war nicht unberührt geblieben. Wie die Tiere hatten sie hier gewütet, im innersten der Akademie. Grabsteine waren umgerissen worden, selbst jene, die Gräber gläubiger Christen geschmückt hatten. Überall sah er ausgehobene Löcher, die bis zu den Särgen und Grablegen der Krieger führten. Die Ungarn hatten sich natürlich bereichern wollen, das war ihm lange klar gewesen, doch was sie hier veranstaltet hatten, war unter aller Würde. Sie hatten aus Gier, einer der Totsünden der Christen, wie er glaubte, die Gräber geplündert, die Leichen somit geschändet und ihnen den ewigen Schlaf genommen.
Brennen sollten sie und so verfluchte er jene, ihre Seelen sollten niemals Ruhe finden und sie mögen ein ewiges, verfluchtes Dasein fristen. Zu jeder Zeit sollten sie von nun an als ehrloseste Feinde Afrikas betrachtet werden, Hunde, die kaum einen Gnadentot verdient hatten, die leiden sollten, bis auch der letzte Rest ihres kümmerlichen Lebens qualvoll dem Ende entgegen ging um schließlich der ewigen Seele unaufhörliche Marter in der Hölle zuzufügen.

Voll Wut und Trauer verließ er Al Ali und würde hierher niemals zurückkehren. Er war wütend auf diese Barbaren, die Kunst und Kultur verschmähten für Reichtum und Suff und er war traurig, weil er die Nachricht Gerruns erhalten hatte, er würde Zenata verlassen. Jetzt war er also allein hier. Kaum jemanden kannte er nur annähernd so lange oder so gut wie Gerrun.

Sie erreichten Oran Anfang August 1073. Die Tage der Akademie auf Al Ali waren nun nach sehr kurzer Existenz gezählt und Ismail verfasste einen Bericht an die Großemirin Hildburg von Hagen.
QUOTE:

As-salamu alaikum Großemirin Hildburg,

betrachtet diese Nachricht als letzte Nachricht der Akademie zu Al Ali. Wir, die wir dieses Land wieder unter die Kontrolle Zenatas stellten, bezeugen hiermit, dass von der einstigen Festung und Akademie kaum mehr als Ruinen existieren. Kein Gebäude steht noch aufrecht, kein Grab der Festung bleibt ungeschändet durch die Ungarn.
In den Ruinen konnten wir nichts mehr bergen, dass von Wert war, die räuberischen, ehrlosen Ungarn nahmen alles mit, selbst das Holzgeschirr der Dienerschaft. Die Tiere und Pferde in den Ställen sind, sofern sie nicht noch an Ort und Stelle erschlagen wurden, vermutlich um sie zu essen, fort, entweder gestohlen oder vertrieben worden.
Der Leiter der Akademie, der hohe Herr, Emir Gerrun MacLeod, legte sein Amt nieder und teilte mir mit, er hege die Absicht Zenata zu verlassen. Sein Weg wird ihn auf die Insel Sizilien ziehen, wo er als Söldner sein Leben bestreiten möchte, fernab Afrikas.

Ehrenwerte Hildburg, ich möchte hiermit die Auflösung der Akademie förmlich erbitten, da sie ohnehin nicht mehr existiert.

Möge Allah über euch wachen,
Ismail


 
Letzte Änderung: 2012/01/01 18:25 von Ismail.
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Hildburg von Hagen

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Re:Eine Akademie in der Wüste.      02.01.2012 18:20:57 --- 4 Monate, 2 Wochen her  
Betrübt las Hildburg die Nachrichten von Ismail. Ja, die Akademie war tatsächlich komplett verschwunden. Zuviele Wirren erschütterten das Grossemirat Zenatas. Die Ungarn waren lediglich der Beginn. Zunächst verheerten die ungarischen Armeen den Norden Zenatas und verliessen genauso plötzlich wie sie gekommen waren den Afrikanischen Kontinent, noch bevor sie die Ungarn zur Entscheidungschlacht stellen konnten. Am Beginn kämpften die Ungarn wie im Rausch - Gerüchte besagten, dass sie eine Menge Wein und Drogen im Gepäck hatten. Der gute Halef hatte an Bord ihres Flaggschiffes die betrunkenen Ungarnhorden bezeugen können. Vielleicht waren die Ungarn wieder abgezogen, weil ihnen diese Drogen ausgingen und sie dringend neue brauchten.

Sie hatten die Gelegenheit genutzt und alles aus Al Ali mitgenommen, jeden Türgriff und alles was nicht niet- und nagelfest war. Nun denn, das alleine hätte sicherlich nicht gereicht, die Kriegerakademie zu schliessen, aber dass Gerrun, ihr alter Weggefährte und Leiter der Akademie, Zenata Richtung Sizilien verliess war ein weiterer Schlag. Zudem brach Zirid aus dem Verbund Zenata-Zirid heraus und konterkarierte Hildburgs Politik und Diplomatie. Ein jeder schien die Schotten zu hassen, teilte es ihr aber nie klar mit. Nun stand sie vor dem Scherbenhaufen ihrer Diplomatie und konnte klein beigeben oder..oder sie nahm das Heft wieder in die Hand und bestrafte die Insubordination. Es würde sich einiges ändern in Nordafrika. Quo Vadis Africanus borrealis?

So sei es denn und die Akademie ist tot. Wir können sie ja wiedergründen aber erstmal werden wir uns um wichtigere Dinge kümmern müssen.

QUOTE:
Werter Ismail,

danke für Eure zutreffende Analyse. Zenata wird zunächst andere Prioritäten setzen müssen hinsichtlich Ressourcen, Politik und Militär. Wir stimmen daher zu, dass zum gegebenen Zeitpunkt an einen Wiederaufbau nicht zu denken ist.

Daher verfüge ich, dass die Kriegerakademie zu Al Ali bis auf weiteres geschlossen ist.

Gezeichnet & gesiegelt

Hildburg von Hagen, Grossemir von Zenata
 
Letzte Änderung: 2012/01/02 18:23 von Hildburg von Hagen.
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