|
|
Re:Geschichten aus Bayern 01.04.2011 22:57:28 --- 1 Jahr, 1 Monat her
|
|
|
Einerseits war sie fast erschrocken als Peter plötzlich in ihre Kabine kam, anderseits war sie sehr erleichtert.
Natürlich hätten sie von Angesicht zu Angesicht reden sollen.
Doch einerseits hatte sie Angst gesehen zu werden und wiederum hatte sie Angst davor sich zu offenbaren und dabei jemanden in die Augen zu sehen.
Widerstandslos ließ sie sich aus der Kirche, hinaus ins Freie ziehen.
Vermutlich wäre sie ihm wohl in diesem Moment überall hin gefolgt.
Gemahlin des ehrenwerten Herzog Archimbald le Moine Tochter des Grafen Friedrich von Gunzenlee und Fabienne von Greifenstein Schwester von Philipp von Gunzenlee Baronin von Greifenstein Gräfin von Burgund Herzogin von Burgund
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 01.04.2011 23:11:45 --- 1 Jahr, 1 Monat her
|
|
|
Fabienne lies sich führen wie ein kleines Kind. Vor der Kirche atmete ich tief die klare Luft ein, der schwere Duft von Weihrauch löste, und macht es auch jetzt noch, bei mir immer eine seltsame Bedrückung aus. Es begann bereits zu dämmern.
„Madame. Ich begehre euch von den Moment an als ihr in Italien in die kleine Hafenkaschemme kamt.
Nicht würde ich lieber sehen als euch glücklich. Kommt mit mir. Ich werde euch alles bieten das euer Herz begeht, nebs dem versprechen das ich euch auf eurer Suche nach eurer Tochter unterstützen werde.“
Ich nahm Fabienne an den Schultern und zog sie näher zu mir. „ Ich möchte Euch nicht bedrängen, nehmt euch Zeit zum Überlegen. Vier Tagesreisen von der Lombardei in westliche Richtung, da liegt ein Kastell. Ich werde dort auf euch warten. Ich kann euch drei Tage versprechen, dann findet ihr mich auf der bayrischen Burg.“
Ich zog Fabienne, die ich noch immer an den Schultern hielt, zu mir, nahm sie ihn den Arm und atmete ihre Duft ein. Dann lockerte ich die Umarmung, fasst sie mit der Hand am Kinn und hob ihr Gesicht.
Ich blickte in zwei traurige Augen, soweit ich das im frühen Tageslicht sehen konnte. Und als die Turmglocke zu läuten begann küsste ich Fabienne . . . . . .
enim rex et patria
|
|
|
|
|
|
Letzte Änderung: 2011/04/01 23:13 von Benji von Schönkirchen.
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 01.04.2011 23:53:44 --- 1 Jahr, 1 Monat her
|
|
|
Wie Wachs, den sie zum versiegeln ihrer Briefe verwendete, schien ihr Körper dahin zu schmelzen.
Die morgendliche Kühle, die einem sonst dazu veranlasste den Umhang fester an den Körper zu ziehen, war nicht zu spüren.
Fabienne spürte wie ihr Blut durch ihren Körper floss, spürte ihr Herz demonstrierend gegen ihre Brust schlagen.
Seine Worte, wie Balsam auf einer, von einer Schlacht zugefügten Wunde.
Sein Duft, stets unverwechselbar. Oh wie sehr hatte sie sich nach diesem Duft gesehnt.
Seine Augen zeugten von Stärke, dennoch waren sie zärtlich.
Wie sehr hatte sie sich nach diesem Augenblick gesehnt. Wie oft hatte sie sich in ihren Träumen ausgemalt Peter so nahe zu sein.
Verbotene Träume. Träume, die sie nicht wach werden lassen wollten.
Etwas antworten wollte sie nicht.
Dieser Augenblick sollte nicht zerstört werden.
Vergessen war die Kirche, die Leute, die bald herauskommen würden. Vergessen war die Angst, ihr ständiger Begleiter seit so langer Zeit.
Vergessen war auch Friedrich, der Mann, der schon vor 14 Jahren aufgehört hatte sie zu sehen.
Fabienne spürte seine Hand an ihrem Kinn, kurz darauf seinen warmen Atem. Sie schloss die Augen.
Nur einen Herzschlag später seine Lippen auf die ihre.
Sehnt man sich viele Jahre nach etwas, so ist meist, wenn man es dann bekommt, nicht im Ansatz so, wie man es sich gewünscht hatte.
Doch ihre Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen wurden mehr als nur erfüllt.
Seine Lippen, weich, dennoch fest, fordernd.
Fabienne konnte seine Wange an ihrer spüren.
Sehnsüchtig und hungrig erwiderte sie seinen Kuss, presste sich näher an ihn.
Zärtlich streichelte sie sein Gesicht.
Ihre Knie wurden weicher denn je.
Dann hörte man Stimmen.
Einige der Menschen schienen die Kirche verlassen zu haben. Die Glocken läuteten.
Es sei Fabienne aufgewacht, löste sie sich aus dem Kuss, sah Peter noch einmal in die Augen und verschwand in der Dunkelheit.
Was hatte sie getan?
Gemahlin des ehrenwerten Herzog Archimbald le Moine Tochter des Grafen Friedrich von Gunzenlee und Fabienne von Greifenstein Schwester von Philipp von Gunzenlee Baronin von Greifenstein Gräfin von Burgund Herzogin von Burgund
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 01.04.2011 23:59:22 --- 1 Jahr, 1 Monat her
|
|
|
Fabienne lief weg. Ich hob den Arm und wollte ihr noch hinterher rufen aber ich lies den Arm sinken. Es war zwecklos.
So lies ich die Pferde holen, aufsitzen und wir ritten nach Hause. Die Sonne ging auf und verwandelte das samtschwarze Himmelszelt in die Augenfarbe von Fabienne. Noch immer roch ich ihren Duft.
Eine einsame Träne rann mir über die Wange als ich mein Pferd antrieb um schneller nach Hause zu kommen.
enim rex et patria
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 04.04.2011 09:18:38 --- 1 Jahr, 1 Monat her
|
|
|
Wir ritten also durch Italien und rasteten in dem kleinen Kastell welches uns schon auf der Hinreise Unterkunft gewährte.
Ich war schweigsam und nachdenklich während meine Begleiter die Erinnerungen an das Turnier und diverser Dirnen in allen Farben schilderten.
Im Kastell angekommen zog ich mich in dass mir zugewiesene Zimmer zurück, während sich mein Knappe um das Gepäck und die Knechte um die Pferde kümmerten.
Ich blieb, wie versprochen, drei Tage im Kastell und wartete auf Fabienne. Als sich der dritte Tag dem Ende neigte schüttelte ich traurig den Kopf. Fabienne kam nicht.
So befahl ich, für den nächsten Tag unseren Aufbruch. Ich konnte nicht ewig warten denn ich hatte meine Befehle.
Ich musste mich bis Ende dieses Monats auf der bayrischen Burg einfinden.
enim rex et patria
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 03.05.2011 19:06:53 --- 1 Jahr her
|
|
|
Rex trank ein Bier. Er musste sich noch an das bayrische Bier gewöhnen, aber im Grund schmeckte es besser als das englische. Natürlich würde er das nie in öffentlich zugeben. Sonst passierte nicht viel.
"Was guckst du hier her, du Trottel?", pöbelte er einen Bauern an. Ob der Bauer verstand? Der Bauer würde es ihm wohl nicht verraten.
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 31.05.2011 22:22:16 --- 11 Monate, 3 Wochen her
|
|
|
Feldzüge, ein Leben auf dem Schlachtfeld, brennende Hitze oder Klirrende Kälte bei den Märschen, ein Hartes Feldbett im Lager oder eine feucht modrige Decke am nassen Waldboden. Dachte sich Wolfhart als er endlich seit langer Zeit an der Grenze mal wieder ein Kühlen Krug Bier vor sich stehen hatte. So hab ich mir meine Tage eigentlich nicht vorgestellt, was woll so alles auf meine Landsitz in Salzburg auf mich wartet? Ein bequemes Bett, ein warmer Kamin, Kühles Bier in rauflustigen Tavernen. Ja das vermisste er sehr.
Denn Krug halb geleert erreichte ihn ein Bote aus der Heimat: Mein Herr ein Heer aus Italien Hat die Grafschaft Salzburg geschleift, es heißt es waren Trainingskämpfe!
Der Krug viel zu Boden und ein bleicher Bote durchs Feldlager.
Diese Südländischen Ritter ist ihnen der Frieden zu langweilig oder wollen sie uns einfach Ärgern.
Hatten sie denn nicht schon während des Papstkrieges die Grafschaft lange genug besetzt und zerstört.
Entweder sind diese Ritter so feige das sie nur gegen Bauern kämpfen können oder ihre Heerführer steigt der Wein zu Kopf, das sie die Karten falschherum lesen, das kann doch nicht war sein.
Das war auch noch mein letzter Rest Bier aus der königlichen Brauerei...
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 25.09.2011 10:06:42 --- 7 Monate, 4 Wochen her
|
|
|
Der bayrische Kanzler wusste nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Er hatte den Massenkampf gewonnen. Eigentlich ein Grund zur Freude. Allerdings hatte er einen Zweihänder und damit sollte man eigentlich nie einen Massenkampf gewinnen können, so lange es gut trainierte Ritter mit Einhandwaffe und Schild im Volk gab. Das gab ihm zu denken. Das Training würde in nächster Zeit wieder angezogen werden müssen. Aber vorher wollte er dann doch den Sieg begießen.
"BIIIEER! Bringt mir mehr Bier!", brüllte er trunken und torkelnd, seinen Sieg feiernd in die Nacht und die darauffolgenden Nächte. Es war seine beste Turniertaktik. Auf diese Art raubte er den Schlaf der anderen Turnierteilnehmer, so dass sie übermüdet waren. Er selbst schlief seinen Rausch am Tage aus, während die anderen trainierten. Trainieren brauchte der Engländer ja nicht. Er hatte sein Bier.
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 05.01.2012 13:11:42 --- 4 Monate, 2 Wochen her
|
|
Durch bayrische Lande zogen Herolde die in jeder Grafschaft und jedem Dorf mit Marktrecht Neuigkeiten verbreiteten.
Auch diesmal waren es gute Neuigkeiten:
QUOTE: Höret Volk
König Benjamin von Schönkirchen lässt verlauten das er in seiner Weißheit, mit dem achten Tage des zehnten Monats im Jahre des Herr 1073 erhoben hat Ritter Anna von Derby zum Kanzler der bayrischen Krone.
Kanzler Anna von Derby wird innehaben das Amt des Kriegskanzlers.
Schließt sie und den König in eure Gebete ein.
enim rex et patria
|
|
|
|
|
|
Letzte Änderung: 2012/01/05 13:12 von Benji von Schönkirchen.
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Geschichten aus Bayern 23.02.2012 16:32:17 --- 2 Monate, 4 Wochen her
|
|
|
Der Krieg war vorüber.
Sie waren zähe und harte Gegner, das musste man den Sachsen lassen. Einstige Reichsbrüder, die der gleichen Zunge anhingen, wie wir Bayern; wenn man von Feinheiten absah, derentwegen es bisweilen Gegensätze gab.
Das Reich war indes für Bayern ein Kapitel vergangener Tage, seit sich das Königreich losgesagt hatte und als Souverän auftrat. Man mochte glauben, was man wollte, doch das war gewiss einer der Kriegsgründe der Sachsen gewesen, neben ihrem Streben nach strategisch günstiger Territorien-Konstellation. Denn die Sachsen konnten nun erstmals seit der Existenz ihres Reiches ein zusammenhängendes Gebiet erlangen, auf Kosten bayerischer Lande, versteht sich. Aber was mahlte ich alte Kamellen? Der Krieg war beendet und ein Ausgleich gefunden worden: Sachsen erhielt Territorien in seinem Süden, Bayern die Ostgemarkungen der Sachsen.
Mein König, Benji von Schönkirchen, stand vor der Inquisition und hatte sich Ketzerei-Ankalgen zu erwehren, die, wie mir eine Depesche des Kardinals berichtet hatte, in vollem Gange waren. Ob seine Majestät mittlerweile Buße auferlegt bekommen hatte? Nicht anders würde es enden, bei einem Mann von Stande.
Allerlei solche Gedanken wälzte ich, während mich mein schwarzer Wallach den bayerischen Kernlanden immer näher brachte.
Auf Geheiß des Kardinals Kronhelm hatte ich mich aus dem Heerhaufen gelöst und war mit meiner kleinen Lanze - Knappe, einige Schildwachen und Pagen - in Richtung Bayern losgezogen. Man erwarte den heiligen Vater auf der Burg, eine Gelegenheit, die der Kardinal wahrnehmen wollte, um ein Anliegen voranzutreiben, das noch aus der Zeit vor dem Kriege stammte. Meine personelle Anwesenheit war darin von Nöten.
Wenn ich damit Bayern und der heiligen Mutter Kirche dienen konnte, gab es für mich kein Halten.
Am Abend meiner Abreise hielten wir Rast im Kloster St. Pölten, eine alte Anlage aus der Zeit des alten Stammesherzogtums, das dem Heiligen Hippolytos geweiht war. Heute war Benediktiner-Kloster umgeben von einer Ansiedlung von leibeigenen Bauern und Handwerkern. Dieser Ort trug den Namen Traisma und hatte erst vor zwei Jahrzehnten das Marktrecht erhalten. Einer der Momente, dachte ich im Stillen bei mir, in denen der Untericht im Stift von Augsburg mir wertvoll war. Mein Vater hatte Weitsicht bewiesen, als er mich als junger Bub in das Stift geschickt hatte, um neben dem, was mir er und seine Gefolgsleute lehren konnten, auch weltliche und geistliche Güter der Bildung erfuhr. Wie viele Sprößlinge von Adeligen hatte ich dort meine gesamte Jugend und einen guten Teil meines jungen Erwachsenenaseins verlebt, ehe ich dank der lockeren Gepflogenheiten dieser Stifte austrat und die Nachfolge meines Vaters als Baron von Isling angetreten hatte. Als Baron von Isling, der nicht nur Kampf und Verwaltung beherrschte, sondern dem auch Schreiben, Lesen, Mathematik, Theologie, Geschichtsschreibung und Latein kein Fremdwort waren. Auch, wenn ich zugeben muss, dass Latein mir nie wirklich gelegen hat.
Die Mönche ließen mich und mein Gefolge kostenlos logieren, wie es bei ihnen üblich war. Indes gab ich freilich den ein oder anderen Taler zur Spende und nahm auch an der Vesper teil - gekleidet in dieselben Talare, wie die Brüder. Eingedenk meiner Vergangenheit als Kapitular fiel mir dies nicht weiter schwer und die Gebete und Gesänge verliesen meine Kehle, als wären die 17 Jahre seit dem Verlassen des Hochstifts nur ein Tag gewesen.
Markgraf von Pannonien Baron von IIsling, Pannonien || Deus lo vult! - Bischof von Pressburg (Ostbayern) ||
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|