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Re:Die Silberstraße 13.01.2012 19:21:39 --- 4 Monate, 1 Woche her
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Dieses ganze Gedrängel, dieser Lärm raubte ihr noch den letzten Nerv, so entschloss sich Sancha, sich im Gasthof um ihre eigenen Sachen zu kümmern. Die Taschen mussten gepackt werden und das Pferd einmal gestriegelt, denn die Reibungen unter dem Sattel machten ihm wohl zu schaffen. Anscheinend hatte ein Stallknecht nicht genau gearbeitet, sodass sie den Wallach erst einmal schonen musste.
Taschen und Mantel waren hinunter gebracht, um ihr Pferd wurde sich schon von einem kompetenter erscheinenden Knecht zu recht gemacht und gesattelt, sodass sie nun auch Abreisen konnte. ''Vielen Dank. Hast du die Stelle an der Seite gekühlt?'' Der Knecht nickte und sie steckte ihm zwei Silberstücke zu, da er doch bessere Arbeit als der andere geleistet hatte.
Mit einer schwungvollen Bewegung schwang sie sich auf ihr Pferd und klopfte ihm sacht auf den Hals. Der Blick war bei weitem nicht mehr so schmerzverzerrt und wenn sie wieder zu Hause sein würden, dann würde sie sich persönlich darum kümmern. Nun hatte sie es nicht recht eilig, so konnte sie in einem gemächlichen Ausritt hin zur Sammelstelle der Händler reiten, wobei ihr nun nicht mehr die freudigen Gesichter entgegen kamen, sondern angsterfüllte und hektische Blicke.
Die Geschwindigkeit wurde erhöht und schon bald war sie bei den Rittern angekommen, so stieg sie rasch ab und schritt schnell zu der kleinen Ansammlung von Boten um den Amir herum. ''Was geht denn hier vor? Was ist passiert?'' Nur aus gestammelten Worten hörte sie heraus, dass ein Heer Antiochias in Rum gelandet war und die Hand fuhr sofort an die Stirn. ''Und wohin soll es jetzt Euer Meinung nach gehen? In unsere Grafschaften zurück?'' Fragend blickte sie Raviel an, da er nun den Oberbefehl über das Heer inne hatte.
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Re:Die Silberstraße 13.01.2012 19:37:10 --- 4 Monate, 1 Woche her
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Raviel dachte nach, er hatte kaum eine Chance dauerhaft die Lage zu sichern. "Ich habe von einer zweiten Armee aus Antiochia gehört. Es wäre zwar nun etwas feige, wenn wir einfach verschwinden würden. Aber ich lasse nicht zu, dass die Leute hier zu schaden kommen".
Raviel nickte leicht "Das heißt, wir werden das Heer auflösen. Der Rest bleibt hier und ihr", er deutete lächelnd auf Sancha. "Ihr werdet mit mir kommen, ob ihr wollt oder nicht. Aber wir werden die Händler nun in die Nachbarortschaft begleiten und das mit unserem privaten Personal, nicht mehr im Heer".
Lächelnd sah er sie an "Danach schauen wir was wir machen, aber mehr kann ich da auch nicht tun.
*Seufzend sah er zum Himmel hoch, suchte die Wolken ab und doch sah er nur wenige Vögel dort Oben* "Sind das Krähen oder Raben?" Murmelte er leise und zuckte mit den Schultern. "Also dann wollen wir mal", er nahm Sancha einfach an die Hand und lief mit ihr los "Pferde satteln, ich nehme dich, dich und dich mit", sagte er und befahl den Milizen der Ortschaft, die scheinbar jüngst ausgehoben wurden, dass sie den Rest der Händler ebenso fort schickte. Es gab geheime Pfade. So würde am Ende nur noch wenig in Rum stehen und diese Gegend verteidigen. Raviel aber konnte nur schauen, dass er die menschlichen Verluste gering hielt. Vielleicht nannten ihn einige Feigling, weil er den Kampf vermied. Aber es war unsinnig gegen eine Übermacht zu kämpfen und Schäden in der Bevölkerung hinzunehmen, die bei solchen Gefechten immer die Leidtragenden waren.
Vernunft war das Schlüsselwort und daran würde sich Raviel halten. "Ich nehme euch nun mit mr mit, ich hoffe ihr werdet mir dabei helfen die Karawanen zu beschützen die wir mit nehmen". Raviel deutete auf eine Griechin "Sie da, mitkommen, da hinten ab in die Reihe, wir nehmen euch nun mit". So würde es kommen 20 Händler und auch ihre Familien würde Raviel mit sich nehmen. Der Rest ging in andere Richtung, waren sie so schneller von hier fort, als wenn sie wieder eine lange Kette bildeten.
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Re:Die Silberstraße 13.01.2012 23:10:29 --- 4 Monate, 1 Woche her
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Ein Soldat der Akriten betrachtete die Lage. Ein kleiner Verband aus Antiochien marschierte in die gesicherte Provinz Rum ein, die Dank ihres Reichtums Milizionäre unterhalten konnte. Sollen sie nur kommen, dachte er sich.
Er wusste , das auch die Seldschuken in einem größerem Verband hier ihr Lager zu Handelszwecken aufgeschlagen hatten. Wenn sie uns helfen, dann können wir diese russisch aussehenden Antiochier mit Sicherheit vertreiben. Erregt vom bevorstehenden Kampf machte er sich auf, dem Befehl seines Kommandante zu folgen und die Reihen der Seldschuken zu verstärken.
Doch als die Miliz das ehemalige Lager der Seldschuken erreichte, ware dort ... nichts, kein einziger Soldat,selbst die Händler und anderen einfachen Leute waren weg. Diese Verräter fluchte der Kommandant, wären wir doch in unser Festung geblieben.
Er packte sich den nächstbesten Soldaten und wies ihn an, den neuen Kriegswesir, wie hieß er jetzt nochmal, Pipp , nein Pippin der Jüngere, über diese Gegebenheit zu informieren. Die Annäherungspolitik des Königs hatte wohl keine Früchte getragen.
Der Kommandant sprach sein letztes Gebet und starb mit seinen Getreuen in der Schlacht.
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Re:Die Silberstraße 14.01.2012 18:56:05 --- 4 Monate, 1 Woche her
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''Wie bitte? Wir können doch nicht einfach verschwinden!'' Nun gut. Man konnte diese Menschen nicht einfach dem Schicksal überlassen und sie in ihr Verderben stoßen. Hin und her gerissen, schon fast am verzweifeln, fasste sich Sancha an die Stirn und blickte in die Hektik. Was ein so kleines Reich für einen so großen Schaden anrichten konnte. ''Wir können die Akriten doch nicht einfach im Stich lassen ...''
Widerwillig ließ sie sich mitziehen und setzte sich in den Sattel, um rechtzeitig die nächste Ortschaft zu erreichen. Hoffentlich schafften es die meisten Händler noch dort hin, ohne getötet zu werden. Es bereitete ihr gewiss ein schlechtes Gewissen, dass sie Zusagen und Versprechen nicht so halten konnte, wie sie es wollte, doch dieses Gefühl verdrängte sie vorerst für die nächste Zeit.
Wir ihr aufgetragen wurde sah sie immer wieder nach den Wagen und den Händlern und half, wenn etwas hinunter gefallen war. Schließlich sollte niemand aufgehalten werden und außerdem würde es den Fluss der Karawane stören und man könnte in Verzug geraten und in die Unruhen hinein kommen. Seufzend setzte sie sich wieder mit an die Spitze des Trosses und ließ das Pferd neben Raviel her traben. ''Es waren Krähen.''
In Trapezunt angekommen wurden die Lager aufgeschlagen und so gleich setzte sich Sancha an ihren Platz und nahm Pergament und Feder zur Hand.
QUOTE:
Werter Ebudur von Umbart,
Ich wünschte ich könnte Euch eine gute Nachricht überbringen, doch leider wird mir dies nicht gegönnt.
Unsere Abhängigkeit von Arabien hat uns die Handlungsfreiheit genommen und die Handelsroute nach Rum konnte nicht so geschützt werden, wie Ihr und ich es uns erhofft hatten.
Ich habe alles getan, was in meiner Macht stand, doch aus unserem Volk kam ebenso Unmut zum Vorschein, dass man sich einem ''Christenland'' annähere.
Es tut mir unendlich leid, dass es so gekommen ist und damit bin ich wohl Euren Hoffnungen und Erwartungen an mich nicht gerecht geworden. Dafür entschuldige ich mich ebenso.
Gezeichnet
Sancha von Aragon
Wazira der Seldschuken
Immer wieder tropfte eine Träne auf das Blatt, welche sie sofort wieder wegwischte. Dennoch schaffte sie dies nicht bei jeder, so zeigte sich ein welliger Fleck oder eine wellige Spur. ''Bring dies in die Hochburg Yenice.'' Der Brief wurde gesiegelt und ohne den Boten anzusehen, gab sie ihm das Schreiben. Wie sie es hasste, wenn sie Erwartungen nicht gerecht wurde, nur weil man den Schoßhund eines anderen darstellte.
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Re:Die Silberstraße 14.01.2012 20:54:10 --- 4 Monate, 1 Woche her
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Ebudur saß vor den Karten auf seinen Tisch und beriet sich mit den wichtigsten Männern, die ihm noch zur Verfügung standen, um die Heimatverteidigung zu organisieren. " Wie sieht es aus was die Flucht der Landbevölkerung betrifft?" " Yenice nimmt soviele auf wie möglich. In Trabzon haben wir die Bevölkerung aufgerufen sich nach Armenien abzusetzen. hierfür hat der ansässige Lehnsherr einen ordentlichen Batzen Silbererz erhalten. Die Menschen dort sollten versorgt sein." Nach kurzem klopfen trat ein Meldereiter in den Raum und überreichte Ebudur eine Nachricht. Sie kam von der Wazira. Ebudur musste überlegen was er tun und machen sollte. Er hatte zwischenzeitlich die Meldung über den Fall Rum´s erhalten und konnte die Entscheidung der Seldschuken nicht verstehen. Gerade auf dem Weg einer neuen Verständigung mit Ausbau einer neuen Handelsstrasse, gabe die Seldschuken diese umgehend wieder preis.
QUOTE: Werte Wazira Sancha von Aragon,
wir bedauern die Entscheidung der Seldschuken zutiefst. Hatten wir doch gehofft einen neuen alten Freund wieder zu finden. So hatten wir auch gehofft ihr würdet die neu gewonnene Handelsfreiheit und deren Handelswege ebenso schützen, wie jene muslimische Akriten, die ihr nun schutzlos den Antiochianern überlassen habt.
Auch wenn Ihr mit den Arabern gut befreundet seit und diese euch näher stehen als Akritien, so hätten wir trotzdem gedacht euch mehr Vertrauen zu können. Vor allem hätten wir gedacht, bei aller Freundschaft zwischen euch und den Arabern, dass das Reich der Seldschuken unabhängig ist und nicht Teil des arabischen Kalifats.
Wir machen euch keinen Vorwurf, jene Entscheidungen mit Tragweite trägt der Herrscher eines Reiches. Mein Herr wird sich stellen müssen, weil die Heimat schutzlos war. Ebenso wie sich euer Sultan hierfür rechtfertigen muss der einst.
Sollte den Seldschuken wirklich daran gelegen sein und zu helfen, so sollen sie ihre Männer sammeln und bereit halten für den Marsch auf die Burg Antiochiens.
Lasst Euren schönen Kopf nicht hängen. Ihr seit ein Opfer der Diplomatie geworden. Dieses Lehrgeld zahlt ein jeder irgendwann.
Ebudur von Umbart
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Re:Die Silberstraße 15.01.2012 15:07:05 --- 4 Monate, 1 Woche her
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Warum nur musste ausgerechnet der Seeweg gewählt werden? Konnte man nicht weiter über Land reisen? Sancha musste sich eingestehen, dass sich das vehemente Wehren gegen eine Reise per Schiff in der Kindheit wahrlich nicht gelohnt hatte.
Leichenblass stützte sie sich mit den Ellbogen an der Reling ab und blickte über sie hinaus ins wellige Meer, welches ihr so übel zu setzte. Hin und her schwankte das Schiff und alles um Sancha herum schien sich manchmal zu drehen, als würde sie jeden Moment das Bewusstsein verlieren und sich entweder auf dem hölzernen Deck des Schiffes wieder finden oder gar ins Wasser fallen und ertrinken.
''Ein wundervoller Plan werter Amir. Wieso ausgerechnet über See?'', gab sie murrend von sich zu hören und nahm dann noch einmal den Brief des königlichen Vertreters Akritiens hervor, um ihn sich noch einmal durchzulesen. Die ganze Hektik, bevor sie an Bord kamen, hatten ihr nicht die Zeit gelassen, ihn genauestens zu lesen und so holte sie es jetzt nach. Die Seemänner konnten ruhig über sie feixen, musste sie schließlich nicht jeden Tag mit dem Schiff unterwegs sein. ''Haha, die kleine Dame scheint wohl seekrank zu sein! Eh?!'' So etwas hörte sie schon seit sie abgelegt hatte.
Unter Deck konnte sie nicht gehen, sonst würde sie sich sicherlich übergeben, denn wenn sie nun nicht das Blau des Himmels sah und überhaupt die Außenwelt, dann würde sie die Orientierung verlieren.
Eine Taube wurde ihr zur Verfügung gestellt, dass sie wenigstens eine kleine und kurze Antwort geben konnte, nicht das man noch dachte, sie würde sich für nichts interessieren.
QUOTE:
Werter Ebudur von Umbart,
Fast alle Bewohner wurden von uns mitgenommen, um sie in Sicherheit zu bringen. Das seldschukische Reich, so wie es scheint, muss seine Unabhängigkeit erst wieder gewinnen und sich behaupten.
Eine Unterredung mit dem Sultan wird stattfinden, sobald ich meine Reise beendet habe.
Verzeiht die kurzen Worte, doch das arme Täubchen kann nicht mehr tragen.
Vielen Dank für Eure lieben Worte.
Gezeichnet
Sancha von Aragon.
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Re:Die Silberstraße 16.01.2012 22:31:10 --- 4 Monate her
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Eine Nachrichtentaube aus seiner Heimat erreichte Pippin. Neben den üblichen Informationen über den Rückzug der Seldschuken und das Ausmaß der Zerstörung, angerichtet durch Ritter von Antiochia, befand sich auch eine kleine Randnotiz, die ihn stutzen ließ.
Händler wurden gerettet.... unter Einsatz ihres Lebens.... eine wahre Heldentat.... .
Solch ein Verhalten war für Seldschuken unüblich, zeigten diese beiden Personen wahrhaft christliche Züge.
Dadurch veranlasst schickte der Kriegswesir nach kurzer Zeit einen Boten in das Reich der Seldschuken, um folgende Botschaften zu übergeben.
Werter Lord Raviel, werte Sancha von Aragon,
Ich, Pippin der Jüngere, Kriegswesir der Akriten und Fechter für den christlichen Glauben im Heiligem Lande möchte mich bei euch bedanken. Euer Heldenmut, der sich durch die Evakuierung der Bevölkerung von Rum zeigte, nimmt etwas vom bitterem Beigeschmack eures , diplomatisch ausgedrückt, Rückzuges. Habt Dank das ihr, obwohl ihr es nicht hättet tun müssen, der Bevölkerung doch beigestanden habt, in dem ihr so viele wie möglich mit euch in euer Reich genommen habt. Irgendwann werden wieder akritische Banner über die Provinz wehen und wir werden die Bevölkerung wieder ansiedeln. Sagt mir, wie kann ich das von euch geleistete entlohnen?
hochachtungsvoll, Pippin der Jüngere.
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Re:Die Silberstraße 24.01.2012 20:46:48 --- 3 Monate, 4 Wochen her
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Nach ihrer Taufe in Krajina hatte sich Sancha sofort an ein Schreiben gemacht, welches schon seit einigen Tagen auf sie gewartet hatte. Eine Nachricht des Kriegswesirs der Akriten war eingetroffen und durch die stressige, aufreibende Reise hatte sie bis jetzt keine Zeit gefunden, dies zu beantworten.
QUOTE:
Werter Pippin der Jüngere, Kriegswesir der Akriten,
Dies ist das letzte Schreiben, welches Ihr von mir als Wazira für Äußeres der Seldschuken erhalten werdet.
Unsere Truppen konnten nicht helfen und somit war die Rettung der ansässigen Bevölkerung das einzige, was wir tun konnten. Ihr müsst dies nicht entlohnen und ich, sowohl auch Lord Raviel, wollen dies nicht, da es nur das geringste war, was wir tun konnten.
So hoffe ich, dass sich noch alles zum Guten wendet und ihr eure Provinzen wieder zurückerobern könnt.
Gezeichnet
Sancha von Aragon
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