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Re:Es ist oft schwer Jude zu sein 21.01.2012 13:02:01 --- 4 Monate her
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Braham saß auf seinem Stuhl der ein kleines Abbild des Thrones war der auf Perkop stand und schaut boshaft dem bewusstlosen Lanzenträger hinterher.
Die Zornesröte auf seinem Gesicht, was man einst als schön bezeichnet hatte und jetzt in eine Pockenvernarbte Fratze war, wich und ein ausdruck von Freude war an dessen Stelle gerückt als die zwei Frauen sein Zelt betraten.
Ein kurzer Blick zu seinem Bruder der nun neben ihn stand verriet dass er auch sich freute aber wohl er das seine Frau endlich die Zeit gefunden hatte den beschwerlichen Weg hier her zu kommen.
Ein Gefühl von Einsamkeit steig in dem Khagan auf. Er wünschte, er besäße, was die beiden haben. Seine mannigfaltigen Pflichten den Petschenegen gegenüber und der derzeitige Krieg hinderten ihn daran, seine Suche weiterzuführen eine ihm angemessene Ehepartnerin zu finden. Er neidete Blendia und Ivo ihr Glück wegen und die Einsamkeit die er seit dem Zeitpunkt verspürt hatte seit er den Thron zum ersten mal bestiegen hatte verstärkte sich. Früher konnte er mit den anderen Petschenegen am Hof trinken und Würfel spielen und es spielte keine Rolle, dass er der Sohn des Regenten Isaac Parviz gewesen war. Sie konnten trotzdem reden und lachen, ohne dass jemand sich unbehaglich fühlte. Aber nun war alles anders. Seine Freunde konnten nicht vergessen, dass er ihr Herrscher war und er konnte nicht darüber hinwegsehen, wie sich ihr Verhalten ihm gegenüber verändert hatte, einzig Blendia und Ivo verhielten sich Verhältnismäßig gleich gegenüber.
Braham setzte wieder sein gewohntes Herrschergesicht auf und Macht eine wegwerfende Handbewegung gegenüber dem Lanzenträger.
"Er hat bekommen was er verdient hatte."
Der Khagan betrachtete Adal genauer, sie hatte ihn schon bei ihrer ersten Begegnung fasziniert und er hatte es kaum erwarten können sie ein weiteres Mal zu sehen.
"So ihr seid gekommen um einen Eid abzulegen, nun tut es."
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Re:Es ist oft schwer Jude zu sein 27.01.2012 13:12:11 --- 3 Monate, 3 Wochen her
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Einige Wochen später in Rowenki
Adal Helmi hatte ihren Eid abgelegt und schlug sich tapfer. Immer wieder wurde die petschenegische Volksfront im Grenzgebiet in Scharmützel mit den Kiewer Rus verwickelt. Das Schlachtenglück wechselte, ein entscheidendes Fortkommen war nicht zu sehen.
Blendia, Braham und Ivo hatten sich mit ihren Leibwachen und Knappen vom Hauptheer abgesetzt, um einen Weg zu suchen, die feindlichen Heere zu umgehen und ihnen in den Rücken zu fallen. Ein Suizidkommando - sie waren sich der Gefahr voll bewusst, aber sie vertrauten auf Jehovas Hilfe.
Um unauffällig zu bleiben, ritten sie nur nachts und schliefen tagsüber in Höhlen oder zwischen Büschen versteckt. Blendia hatte mehr und mehr den EIndruck, dass sie in die Irre gingen; ihr Gefühl sagte ihr, dass sie weit nach Nordosten abgekommen waren. "Sind wir hier nicht schon auf mordwinischem Gebiet?", fragte sie bei der Besprechung im Morgengrauen. "Wir sind in Rowenki," antwortete eine der Leibwachen, "das Gebiet steht zurzeit unter byzantinischer Verwaltung." "Und wie geht es nun weiter?", fragte Blendia und blickte, eine Antwort erheischend, ihren Gatten Ivo und ihren Schwager Braham an.
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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Letzte Änderung: 2012/01/27 13:13 von Blendia zu Zukansk.
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Re:Es ist oft schwer Jude zu sein 30.01.2012 17:21:44 --- 3 Monate, 3 Wochen her
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Braham zuckte mit den Achseln, den das jüdische Heer befand sich auf der Flucht.
Er wusste nicht, wie es so weit hatte kommen können. Plündernd und brandschatzend waren die Petschenegen durch Kiew und Mordwina gestürmt und niemand hatte ihnen widerstehen können.
Der Khagan war verwegen und stets bereit, Leib und Leben bei einem überfallartigen Angriff zu riskieren den er selbst anführte. Niemals hielt er inne, um ein Risiko gegen den Nutzen abzuwägen wie ein Geldverleiher aus Perkop. Die älteren Tudune und Khane jedoch redeten hinter vorgehaltener Hand von seiner Brutalität und sie hatten gegen Zwischenfälle wie die systematische Abschlachtung eines jeden Einwohners von Voronez protestiert und erst der energische Protest seines Bruders Ivo und dessen Gemahlin hatte ihn umstimmen können.
Als das petschenegische Heer die Grenze von Kasan erreichte, reihte sich ein Fehlschlag an den anderen.
Den die Kasanburg war schwer befestigt und wie es hieß verteidigte ein jeder Kasache sie.
Mittlerweile war bekannt, das auch der Susdaler Zar ein Heer das weit aus größer war als das petschenegische zusammengezogen hatte und sie stellen wollte. Desweiteren war auch der Versuch fehlgeschlagen sich mit dem byzantinischen Streitmacht zu vereinigen.
Seit Braham den Fuß auf "russischen Boden" gesetzt hatte, hatte er sich keine so großen Sorgen gemacht. Die Petschenegen steckten in argen Schwierigkeiten.
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Re:Es ist oft schwer Jude zu sein 03.03.2012 22:53:55 --- 2 Monate, 2 Wochen her
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Nach über einem Jahr kamen die petschenegischen Heere auf die Burg zurück. Noam, der Kommandant der Palastwache, winkte mit einem Pergament in der Hand. Als Blendia und Braham vor ihm standen, platzte er ohne Begrüßung heraus: "Die verdammten Kasaner sind in Krementschug einmarschiert. Susdaler und Mordwinen sollen auch dabei gewesen sein."
Blendia lächelte gelangweilt. "Ich weiß, wir waren ja dabei," antwortete sie. "Aber ich sage dir, ich habe ganz schön Prügel ausgeteilt, bevor wir uns zurückziehen mussten."
"So?" Noam echauffierte sich: "Von den Susdaler Raubrittern sind wir ja Ärger gewohnt, aber was haben wir mit Kasan zu schaffen? Wir sollten ihnen den Krieg erklären!"
Blendia und Braham schauten sich an, zuckten mit den Schultern und wandten sich zum Eingang. "Komm, wir nehmen erstmal ein Bad," sagte Blendia, "und dann essen wir etwas Anständiges. Ich bin den Feldfraß leid!"
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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Letzte Änderung: 2012/03/03 22:59 von Blendia zu Zukansk.
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Re:Es ist oft schwer Jude zu sein 11.03.2012 02:37:09 --- 2 Monate, 1 Woche her
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"Siebenhundert Thaler?" Noam der Edle begann hysterisch zu lachen. "Soll ich mir die aus den Rippen schneiden?"
Blendia starrte ihn mit finsterer Miene an. Noam starrte zurück. Die Außenministerin öffnete die Truhe, die eigentlich bis oben mit Silber gefüllt sein sollte. Es war nicht einmal der Boden bedeckt. "Ich habe die Kiewer wieder weggeschickt", bemerkte der Burgkommandant beiläufig.
"Was hast du?" Blendias Stimme schnappte fast über. "Wir haben Kiew das Silber versprochen. Die Zahlung ist Bestandteil des Friedensvertrags!" Diesmal war Noams Stimme ganz ruhig, als er erklärte: "Ich weiß es ja, liebe Schwester, aber wo nichts ist, ist nichts zu holen. Ich habe Boten nach Byzanz, Bulgarien und Makedonien geschickt, sie werden in etwa vier Wochen zurück sein und, wenn wir Glück haben, genügend Silber mitbringen."
Eine ganze Weile starrte Blendia stumm aus dem Fenster, dann flüsterte sie: "Und wo sind unsere Golddukaten?"
"Was für Golddukaten?" Noam begann wieder zu lachen. "Die haben wir doch längst ausgegeben. Für Waffen, für Pferde, für Nahrung. Was glaubt du wohl, wer die Felder bestellt oder Vieh züchtet, wenn alle Männer auf dem Schlechtfeld sind - und sogar einige der Frauen? Und seit einiger Zeit nehmt Ihr sogar die Kinder mit, damit sie als Knappen dienen. Viele kommen nicht wieder zurück. Das Volk blutet aus, die Greise und die Kleinkinder hungern, weil Ihr schon seit Jahren Krieg führen müsst. Wozu? Wofür? Noch ein weiteres Jahr und die Sache hat sich von alleine erledigt. Der einzige, der hier reiche Ernte macht, ist Gevatter Tod!"
Blendia starrte weiter aus dem Fenster. Sie wusste nichts mehr zu sagen.
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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Letzte Änderung: 2012/03/11 02:38 von Blendia zu Zukansk.
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Re:Es ist oft schwer Jude zu sein 11.03.2012 19:13:41 --- 2 Monate, 1 Woche her
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Eine Woche war man zur Burg der Petschenegen unterwegs gewesen. Kaum angekommen suchte man den Weg zur Burg. Eine der Wachen wollte die Kiewer jedoch wieder weg schicken. Der Knjaz war außer sich. Ob er wisse wer vor ihm stünde und ob er wisse warum er hier sei, fragte Wladimir den Wachmann. Aber dieser nickte nur und wies dann in die Richtung aus der sie gekommen waren. Fast schien es so als würde der Knjaz gleich seinen Säbel ziehen und sich den Weg in die Burg frei machen, doch besann er sich. Kein Silber war übergeben worden. Das Silber dessen Anwesenheit auf der Burg vor nicht einmal drei Monaten versprochen worden war. Das einzige was ihm blieb war diese eine Münze die ihm zugesandt wurde, zur Anschauung.
Einen Tag nachdem der Knjaz nicht einmal mit einem der Adeligen der Petschenegen sprechen konnte, lagerten sie vor der Burg. In seiner Hand die Münze des petschenegischen Thalers, in der anderen seinen Säbel. Er sah zu seinen Begleitern. Alle schienen verwirrt. Vorbereitet auf einen Silbertransport saßen sie nun nur in dem Lager und transportierten einen Silberthaler. Einen ganzen Silberthaler. Die ganze Nacht dachte er nach, ob er sich das Silber einfach hole sollte. Von wo auch immer. Dieses Silber war Kiew zugesprochen. Von allen Parteien war dieser Vertrag unterschrieben. Marius vom Kreuze, Sultan der Akriten, Ioannes Kantakouzenos, Protosebastos von Byzanz, Walaskjalf der Germane, Khan Bulgariens, Eckhard der Schrank, Basileus der Makedonen, Braham Parviz, Khagan der Petschnegen und auch er selbst hatten diesen Vertrag unterschrieben. Alles Männer von Ehre. So dachte es Wladimir zumindest.
Der Knjaz würde sich überlegen wie er auf diese Art der Behandlung reagieren würde. Am Morgen, als sie sich auf den Weg machen wollten, ließ ihn dieser Umgang mit ihm und seinen Getreuen immer noch nicht in Ruhe. Wie einen Bettler, der nach Almosen bittet, hatte man ihn wieder weg geschickt. Oh diese Abkömmlinge von Ottern, Würmern und Kröten. Sie werden eine passende Reaktion erhalten.
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Letzte Änderung: 2012/03/15 22:51 von Blendia zu Zukansk.
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