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Re: Blutiges Charkov und der Segen des Kaisers (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Re: Blutiges Charkov und der Segen des Kaisers
 
Emeth

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Re: Byzantiner in Krieg und Frieden      08.01.2012 12:07:11 --- 4 Monate, 2 Wochen her  
Die Moral unter den Kämpfern der byzantinischen Hauptarmee war denkbar schlecht gewesen als man ohne Proviant zwischen den großen Burgen der Kiewer, Kasaner und Mordwinen und den Provinzen Susdals abgeschnitten und mit einem Heer der Makedonen allein gegen die anrückenden Heere Susdals gestanden hatte.
Während die Kaisergarde im Osten Botschaft schickte, dass die Russen ihre Ländereien verwüsteten und den Kampf mieden, hatten die Tagmatai mehr Glück und konnten nach ihrem Plünderstreifzug durch das Land der einst ungestraft gebliebenen und jetzt völlig überraschten Wepsen reiche Beute in Pojas und in Susdals westlichen Provinzen machen.

So mit neuen Mannschaften an rekrutierten Russen und geplündertem Proviant versorgt, hatte sich die Stimmung endlich wieder etwas erholt, als das Heer von einer großen Armee der Moskauer Rus bedrängt wurde. Die Aussichten waren schlecht gewesen, doch hatte man den Feind überraschend zurückschlagen gekonnt, der sich darauf hin zurück gezogen hatte.
Als man nun in Landschaften vordrang, die vom Feind verwüstet und von allen Kämpfern des Zaren verlassen worden waren, bestätigten sich die Nachrichten aus dem Osten: der Zar versuchte sich die verhassten Feinde durch Verheerung seiner Provinzen vom Leib zu halten und überließ die Bevölkerung schutzlos den Griechen.

Aus welchen Grund die aufgebrachte Bevölkerung auf die Byzantiner losging, vermochte man unter den Byzantinern nicht festzustellen, aber sie wurden allesamt niedergemacht.

In das verwüstete Land drangen nun die Heere des Zaren in großer Zahl ein und in Wuktyl kam es zur Schlacht, in der die Tagmatai von der Residenzstadt des Reiches Susdal abgedrängt und über die vor kurzem freigekämpften Wege nach zurück Norden getrieben wurden.
Stark von ihren Verfolgern bedrängt, wurden die flüchtenden Kaiserlichen in Petschora zwischen 3 Heere des Feindes getrieben und in solcher Art umstellt von der Übermacht völlig aufgerieben.


 
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Ioannes Kantakouzenos

Byzanz
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Re: Eine besondere Ehrung      16.01.2012 16:09:45 --- 4 Monate her  
Ein Feldlager irgendwo im feindlichen Russland. In Konstantinopel würden die Bewohner ihre Häuser mit den ersten Frühlingsblumen dekoriert haben und die milde Sonne genießen. Hier in Russland war es noch bitter kalt und fast überall lag noch Schnee. Ioannes hatte sich daran gewöhnt, es war bereits der zweite Winter in diesem langen Krieg und sehr wahrscheinlich würde noch ein Winter folgen müssen, ehe die Susdaler verhandlungsbereit wären. Länger als zwei Jahre hatte der aktuelle Feldzug gedauert, der die verbündeten Heere über Kiew, Mordwina und Kasan bis ins nördlichste Susdal führte. Trotz dieses Erfolges musste man für den nächsten Feldzug etwas neues versuchen. Angesichts der Sturheit der Susdaler würde man ihnen die Basis zum kriegführen nehmen müssen.

Doch heute, an einem klaren und klirrend kalten Tag, dachte Ioannes nicht an diese Sorgen. Er betrat, begleitet von Doux Dimitrios Komnenos, dem berühmten kämpfenden Patriarchen, ein provisorisches Podest. Links und rechts des Podestes stand die gefürchtete Garde der Athanatoi. Vor ihm auf dem Versammlungsplatz standen die Krieger, deren Kampfkraft dem Reich Sieg auf Sieg gebracht hatte. Sie nahmen die drei Seiten ein, die zusammen mit der Seite des Podestes ein Quadrat bildeten. Der Kaiser ließ seinen Blick über sie schweifen. Manch einen Soldat und manch eine Kriegerin erkannte er. Sie alle hatten viel gelitten, waren mit Wunden in Lazaretten gelegen, vermissten sicher auch die ferne Heimat und doch gingen sie jedesmal von neuem mutig in die Schlacht gegen den alten Erzfeind Susdal. Ioannes empfand tiefen Respekt vor diesen Kämpfern.

Sein Blick blieb an den drei Männern und Frauen in der Mitte des Gevierts hängen. Sie sollten an diesem Tage besonders geehrt werden.

"Der Edle Marenzio, Strategos von Thrakien!"

Marenzio, der in vielen Jahren als Provinzverwalter ergraute Haudegen, trat stolz erhobenen Hauptes vor das Podest, verneigte sich und stieg die Stufen hinauf. Zahllos waren die Geschichten, die man sich in der Armee aber auch auf den Märkten und allen Plätzen des Reiches über den Mut und das Kampfgeschick des alten Meisters erzählte. Auf dem Podest angelangt ließ er sich auf ein Knie nieder. Patriarch Komnenos schlug über ihm das Kreuzzeichen. Ioannes sprach.

"Strategos Marenzio, wir sind heute hier, euch zu ehren. Kein Krieg, keine Schlacht, in denen ihr nicht mit grösster Risikobereitschaft die Feinde schlugt. Ich erinnere mich an den Feldzug damals in Mordwina, den ich noch als Prinz miterlebte. Eurer Führung verdankten viele Soldaten ihr Leben. Dann die Schlacht gegen die Sizilianer in Karvuna, als ihr nur mit Milizsoldaten euren Flügel in der Schlachtordnung stundenlang gegen die Angreifer halten konntet. Und jetzt hier in diesem eisenharten Feldzug, in dem ihr den Susdaler Kriegern mit eurer Kampfkunst das Fürchten lehrtet. Weiters möchte ich die untadelige und gerechte Verwaltung der Provinz Thrakien hervorheben, deren Bewohner euch seit Jahrzehnten als Vater und nicht als Beherrscher ansehen.

Ihr seid ein Vorbild byzantinischer Tugenden. Verehrung Gottes, Treue gegenüber dem Kaiser, Gerechtigkeit und Fürsorge gegenüber den euch anvertrauten Menschen, Vernunft in der Planung, Mut in der Schlacht. All das verkörpert ihr in hohem Maße und so möchte ich euch meinen persönlichen kaiserlichen Segen zuteil werden lassen."

Der Kaiser legte leicht beide Hände auf das gesenkte Haupt Marenzios und sprach weiter.

"Hiermit segne ich euch Marenzio, treuester Gefolgsmann, vor dem Patriarch und dem versammelten Heere als Zeugen. Möge der Herr euch allezeit behüten."

Patriarch Komnenos deutete Marenzio sich zu erheben und Ioannes legte eine silberne Kette mit einem goldenen Anhänger in Form des römischen Reichsadlers um den Hals. Über dem Adler stand der Schriftzug "Marenzio Heros byzantinae".

Mit einem harten Handschlag auf gleicher Ebene wurde der Strategos als zusätzlicher Ehrung verabschiedet.

Als nächstes wurde Fridolin Finkelstein, seit vielen Jahren der Logothetes genikou, der Schatzkanzler des Ostreiches aufgerufen. Auch er trat vor das Podest, verneigte sich und stieg auf das Podest hinauf. Nachdem er sich auf das rechte Knie herab gelassen hatte, schlug Patriarch komnenos auch über seinem haupt das Kreuzzeichen. Ioannes kannte den Finkelsteiner, seit zwei Jahren mit Ilena Finkelstein vermählt und stolzer Vater zweier Töchter, natürlich sehr gut. Er gehörte wie alle Kanzler und hohen Beamten zu den Menschen, mit denen der Kaiser täglich Umgang hatte. Laut begann der Protosebastos zu sprechen.

"Edler Fridolin Finkelstein, ihr sollt, wie Strategos Marenzio vor euch, geehrt werden. Euer Vater Silkarin war nicht nur ein besonders mutiger Krieger, sondern seinerzeit auch schon einige Jahre lang der Verwalter des Staatsschatzes. Ihr habt, wie niemand bestreiten wird, diese Anlagen eures geehrten Vaters zur vollen Blüte gebracht. Nicht nur haltet ihr durch Umsicht und Rechenkünste unsere Staatsfinanzen in gutem Zustand, ihr zeigtet im laufenden Feldzuge auch, dass eure Kampfkunst eurer Rechenkunst in nichts nachsteht.

Eure Treue, euer oft bewiesener Mut im Kampf und die Fähigkeit im Umgang mit unseren Staatsfinanzen sollen gewürdigt werden."

Ioannes legte auch dem Finkelsteiner die Hände segnend auf das noch volle kastanienbraune Haar und sprach.

"Hiermit erteile ich euch, Protoasekretes Fridolin Finkelstein, meinen kaiserlichen Segen. Möge der Herr seine schtzende Hand über euch und eure Familie halten."

Nach kurzem Seitenblick zu Patriarch Komnenos erhob sich der Finkelsteiner und blickte voller Freude auf die silberne Kette mit dem goldenen doppelköpfigen Adler. Ioannes legte ihm die Kette um und schüttelte ihm herzlich die Hand.

Während sich der Finkelsteiner zu Marenzio und dessen Gratulanten begab, wurde die letzte der drei zu ehrenden Personen aufgerufen.

"Die Protoasekreta Helena Euphemia!"

Helena tat es ihren beiden Vorgängern gleich und betrat nach einer Verneigung das Podest. Patriarch Komnenos trat beiseite, da der folgenden Zeremonie nichts religiöses anhaftete. Ioannes nahm eine mit dem kaiserlichen Drachensiegel versehene Schriftrolle und sprach.

"Protoasekreta Helena Euphemia, seit euer Mentor und unser langjähriger Megas Domestikos Wosch zu Beginn des Feldzuges nach Susdal, an einer bösen Wunde verstarb, habt ihr mit Recht im Rat der Strategoi das Wort geführt. Aus euch sprach all die kriegerische Erfahrung und Schule des Mannes, der sich wie kein Zweiter im Reiche von Byzanz mit der hohen Kunst der Heeresführung beschäftigt hatte. Ihr bautet auf seinen Plänen auf und führtet unsere Heere bis in die nördlichsten Landschaften des susdaler Feindes.

Die Strategoi sind ebenso wie ich selbst einhellig der Meinung, dass ihr, Woschs Schülerin, alle Anlagen besitzt, eine große Heerführerin zu werden. Damit ihr dies nun auch offiziell seid, überreiche ich euch hier die von mir gesiegelte Bestallungsurkunde zur Mega Domestika, der obersten Heerführerin aller byzantinsichen Heere mit Ausnahme einzig der Athanatoi.

Ihr seid sehr jung für dieses besondere Amt, vergesst niemals die Verantwortung nicht nur dem Reich, sondern auch den von euch geführten Soldaten gegenüber. Ich bin überzeugt, dass ihr diesem Amte gerecht werdet und dem Geist eures berühmten Lehrers Wosch keine Schande bereiten werdet. Gott stehe euch bei!"

Mit diesen Worten überreichte der Kaiser die Urkunde seiner neuen Mega Domestika, Helena Euphemia.

Das Heer brach angesichts der neuen Oberbefehlshaberin in tosenden Jubel aus.


Es war wirklich ein Drama, ein menschliches Drama in dem zufällig Füchse eine Rolle spielten. Aber wir sollten nicht alles aus unserer beengten menschlichen Perspektive sehen. In der Welt der Füchse war dies ein Fuchsdrama in dem einige Menschen eine unbedeutende Rolle spielten.

 
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Alexa die Kuschelige

Byzanz
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Re: Nahe der Heimat      30.01.2012 09:33:22 --- 3 Monate, 3 Wochen her  
Krementschug! Das Ende des ewig langen Marsches war in Sicht und Alexa dankte Gott für diese Gnade.

Voller Freude war sie für ihren Kaiser gegen die verhassten Susdaler gezogen. Dass sie selbst eine gebürtige Susdalerin war, hatte sie eher noch in ihrem Kampfeseifer bestärkt, so sehr verachtete sie ihr altes Volk. Sie wäre beinahe einst von ihrem Vater an einen primitiven Kleinadligen verschachert worden und war über Moskau und Perekop nach Byzanz geflohen, von dessen mächtigem Kaiser sie sich Schutz und ein neues Leben erhoffte.

Dort wäre sie fast dem Kulturschock erlegen. Eine unwissende junge Frau, die nichts anderes konnte als jagen und fischen, fühlte sich so fremd in der Metropole am Bosporus, wie ein Wolf in einer Herde Rentiere. Scheu und der griechischen Sprache kaum mächtig, war sie staunend durch die prächtigen und lebendigen Strassen gezogen. Die ersten Nächte in Konstantinopel hatte sie am Hafen in der billigsten Absteige verbracht, die sie finden konnte. Ihre Mittel waren sehr begrenzt gewesen. Manch Matrose oder Ruderer, der glaubte sich ihr gegenüber Freiheiten herausnehmen zu können, hatte Bekanntschaft mit ihrem Speerschaft machen müssen.

Und dann war ihr Gott doch gnädig gesonnen. In einer gut besuchten Schenke nahe dem Denkmal Kaiser Marcians war sie auf den Strategos Symeon Gabras gestossen. Die Wirtin hatte ihr auf ihr Fragen, wer der mächtig aussehende Herr war, Antwort gegeben. Die einzigartige Chance nutzend, war sie voll innerer Angst vor ihn hingetreten und hatte sich ihm zögernd vorgestellt. Gabras war ein bemerkenswerter Mann, denn weder wurde er unfreundlich ihr gegenüber, noch plump vertraulich. Er hatte ihr weiteres Schicksal in der Hand gehalten und alles zum Besten gewendet, indem er sie mit einer Empfehlung zu den Übungsplätzen des Heeres geschickt hatte. So wurde sie Teil des byzantinischen Heeres, erhielt ein eigenes Quartier und Sold. Von ihren Kameraden lernte sie griechisch wie ihre Muttersprache.

Alexa erinnerte sich weiter. Daran wie sie mit dem byzantinischen Heer vor Jerusalem gelegen war und während einer gemeinsamen Patrouille mit vatikanischen Soldaten den Gardeoffizier Heinrich von Rätenberg kennen gelernt hatte. Der junge Mann hatte Alexa sehr beeindruckt. Obwohl sehr jung, strahlte er Selbstsicherheit aus, dazu kamen sein angenehmes Äusseres und ein warmherziges Wesen, das ihn inmitten von Krieg und Tod menschlich bleiben liess. Zweimal trafen sie sich noch, dann war der Krieg um Jerusalem zu Ende und sie waren wieder verschiedene Wege gegangen. Vergessen konnte sie ihn nicht mehr, ohne jedoch deshalb an Liebe zu denken.

Und schliesslich begann der lange Krieg mit Susdal. Im Heere der Stratiotai unter der guten Führung Chrusan von Thorns hatte sie Anteil an dem Sieg über Pruzzen und Kiewer bei Moldawien, dann weiter nördlich über die Mordwinen. Hauptsächlich aber bildete ihr Heer die Rückendeckung für die ungestüm nach Susdal drängenden bulgarischen, makedonischen und byzantinischen Heere. Das bedeutete wenig Ruhm, dafür aber auch weniger Blutzoll. Mitten in diesem Feldzug erreichte Alexa überraschend ein Schreiben Heinrichs von Rätenberg. Auch er hatte Alexa nicht vergessen und sein Brief sprach unumwunden von Sehnsucht und Liebe zu ihr. Immer wieder hatte sie ihn hervorgezogen und gelesen. Sie hatte sich seine erscheinung und seinen warmherzigen Charakter in Erinnerung gerufen. Sie schrieb zurück und jeder Brief der nun zwischen den Beiden hin und her ging, musste mühsam über viele Stationen gehen, ehe er den Empfänger erreichte. Und mit diesen Briefen wuchs die Liebe zu diesem Mann in Alexa wie eine zarte Knospe im Vorfrühling. Wenn sie in den Kampf ging, dachte sie an Ihn, lag sie verwundet auf einer Matte im Zelt der Ärzte, dann dachte sie an Ihn. Streckte sie einen Feind nieder, dachte sie an Ihn und liess dem feindlichen Krieger das Leben.

An vier weiteren Schlachten war Alexa beteiligt gewesen, an drei siegreichen, aber auch an der letzten, die zur Niederlage wurde. Nach zweijährigem Ringen in den Weiten Susdals und Kasans waren die kaiserlichen Heere jenseits aller Versorgungsmöglichkeiten am Ende ihrer Kräfte angelangt. Der beispiellose Feldzug bis ans Eismeer hatte grossen Ruhm, aber auch enormen Verschleiss der Ritter und einfachen Soldaten bedeutet. Die Susdaler, nahe ihrer Versorgungsquellen, hatten diese Erschöpfung nach vielen Niederlagen doch ausnutzen können. Von allen Seiten bedrängt, wurden die Heere aufgelöst und die Strategoi leiteten den Rückzug kleiner Trupps. Die Reiter der Tagmatai brachen westlich von Kasan durch, die Fusssoldaten der Stratiotai mussten östlich um Kasan herum ziehen und teils durch feindliches Land der Mordwinen.

Alexa bewunderte die Strategoi, die diesen Rückzug nicht zur planlosen Flucht werden liessen, sondern geordnet alle Kräfte etappenweise aus der drohenden Einkesselung befreiten. Alexa beobachtete das tägliche Kommen und Gehen kaiserlicher Boten, die Marschrouten oder aufgrund veränderter Situationen neu ausgearbeitete Marschrouten überbrachten. Eselkarawanen versorgten die kleinen Truppeneinheiten mit Nahrung. Der Kaiser persönlich deckte mit seiner Garde, den legendären Athanatoi, den Rückzug. Gerüchte sprachen sogar davon dass er die letzten Nachzügler, die in Kassimov in Gefangenschaft geraten waren, wieder befreite. Dass der Kaiser und seine Feldherren alles was möglich war taten um auch noch den letzten Soldaten zu retten und heim zu bringen, flösste Alexa grosses Vertrauen in die Heeresführung ein. Es wurden ihnen allen harte Strapazen abverlangt, aber sie fühlten auch, dass alles für ihr Wohlergehen getan wurde.

Und nun waren sie endlich in völliger Sicherheit im Land der Petschenegen angekommen. Dort erfuhr sie, dass der Zar gestorben war. Vielleicht konnte es jetzt Frieden geben. Den erhoffte sie sehr, wollte sie doch unbedingt Heinrich von Rätenberg wiedersehen.


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Heinrich von Rätenberg

Vatikan
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Re: Nahe der Heimat      30.01.2012 12:51:38 --- 3 Monate, 3 Wochen her  
Die Türe von Heinrichs Gemach öffnete sich und Vicus Heinrichs Bote trat ein er war verschwitzt schmutzig und roch stark nach Pferd. Vicus begrüsste Heinrich militärisch und Heinrich erwiederte den Gruss schliesslich war er ja Vicus Gardeoffizier. Dann übergab er Heinrich die Nachricht von Alexa seiner verlobten. Heinrich danke Vicus und wies ihn sich zu stärken und auch ein Bad zunehmen so konnte er unmöglich mit ihm weiterreisen.

Heinrich hielt den Brief in den Händen und bevor er ihn öffnete roch er daran. Er schloss die Augen ja da war er dieser Geruch von Rosenwaser und Orangenöl unverkennlich es war ihr Parfum. Sofort viel Heinrich ins träumen, als er sie zum erstenmal sah roch sie allerdings nicht so erhaben nein blutverschmiert und schweissgebadet nach der Schlacht um Jerusalem da war aber auch gar nichts von Rosenwasser an ihr.
Er musste lächeln ja so sah er sie zum erstenmal im Lager der Byzanzer und er musste sich pflegen lassen da er leicht verwundet war, so liefen sie sich über den Weg. Geschundene des Krieges das Traumpaar der Schlachtfelder nun musste sich Heinrich auf die Lippe beissen um nicht los zulachen.
Aber selbst in diesem wenig schmeichelhaften Zustand erkannte Heinrich ihre Schönheit das von Herzen kommende Lächeln das ihn weit härter traff als alle Geschosse der Muslimen in Jerusalem.
Von diesem Augenblick konnte Heinrich an nichts anderes mehr denken als an diese schöne etwas unnahbare Kriegerin aus Byzanz. Er würde alles daran setzten sie näher kennen zulernen wenn er doch nur ihren Namen wüsste. Hmm ich könnte sie ja ansprechen dachte er sich doch bei dem Gedanken bekam er sofort weiche Knie. Aber wer war sie?? Da faste er allen Mut zusamen dreht sich um und wollte auf sie zugehen doch sie war weg! Sie war ein Trugbild ich wurde am Kopf getroffen das muss es sein redete sich Heinrich ein, oder sie war ein Engel ja das ist es sie ist ein Engel.

Doch nun zum geschehen hier dachte Heinrich gestern in der Taverne erhoben Mitglieder ernsthafte bedenken an Heinrichs Heiratsabsichten. Nicht dass sie nicht glauben wollen das Heinrich in den Stand der Ehe trtten will sondern dass er es nach orthodoxischem Ritus tun werde. Dass geziehme sich nicht, meinten sie und was mit den Kindern werde folgen sie dem Katholischen Glauben oder dem Orthdoxischen? Nun Heinrich musste ehrlich sein er hatte sich selbst so was noch nie gefragt.

Was er allerdings tat er fragte einen weisen Mann um Rat dieser gab ihm zur Antwort: Lieber Heinrich solltest du dich entscheiden müssen zwischen deinem Herzen oder deinem Volk dann hör auf dein Herz! Wie recht dieser Mann damit hat dachte Heinrich. Nein er hat nicht Recht sonder er ist das Recht, denn dieser weise Mann ist niemand anderer als Aidan Callahan der heilige Vater selbst.

Heinrich setzte sich und fing an eine neue Nachricht an Alexa zu verfassen dann rief er nach Vicus. Als Vicus eintratt sah er wie eine andere Mensch aus Heinrich lachte lauthals heraus und sagte: Vicus mein alter Freund ihr seht aus als würdet ihr bald eine hochzeitsreise antretten und nicht sich auf eine Schlacht vorbereiten, oder wollt ihr mit euren Wohlgerüchen den Feind einlullen? Vicus errötete hatte doch diese Magd wieder viel zuviel von der Kernseife verwendet natürlich musste er aussehen wie geleckt. Aber Heinrich erlöstet ihn mit den Worten: Seit mir nicht böse werter Vicus aber diese Nachricht an Alexa ist mir wichtiger als eure Teilnahme am Krieg gegen die Sizilianer, bringt sie ohne Umschweiffe zu ihr.
Vicus nahm den Brief und verabschiedete sich von Heinrich. Dieser fing an seinen Krempel für die Schlacht hervor zu kramen, nach einiger Zeit war alles zusammen. Halt eine Kleinigkeit fehlte noch den Brief von Alexa er steckte ihn in seinen Wams direkt über seinem Herzen denn dort gehört er ja auch hin.Dann sattelte er sein Pferd und ritt los Richtung Norden an die Grenze zum Königreich Italien.


Heinrich von Rätenberg
Graf von Apulien
 
Letzte Änderung: 2012/01/30 12:56 von Heinrich von Rätenberg.
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Ioannes Kantakouzenos

Byzanz
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Re: Blutiges Charkov und der Segen des Kaisers      08.02.2012 11:21:57 --- 3 Monate, 1 Woche her  
Ioannes ritt erschöpft in der Mitte des langen Heereszuges nach Sumy. Dort würde eine noch grössere Armee stehen, wahrscheinlich doppelt so zahlreich als Byzantiner und Makedonen. Obwohl die Niederlage wahrscheinlicher als der Sieg war, musste der Versuch, die Feinde gänzlich zu schlagen, unternommen werden.

Ioannes zehrte von der Selbstsicherheit seiner Krieger. Sie, die unter schwierigsten Bedingungen Siege erfochten hatten, die niemand unter den Strategoi erhofft hätte, fürchteten weder Tod noch Teufel. Sie Susdaler mochten in der Arroganz noch überlegen sein, im Kampf waren sie es nicht mehr. Und als alle Vorräte verbraucht waren, die Susdaler ihre Höfe und Felder vernichteten, damit die Byzantiner keine Vorräte erlangen konnten, da leiteten die Strategoi umsichtig den Rückzug der Soldaten und niemand war dem Rachedurst der Susdaler überlassen worden. Die Paarung von Kampfesmut und Vertrauen hatte Früchte getragen. Er dachte an die letzten Ereignisse zurück.

Vor einem Monat hatten das byzantinische und das makedonische Heer in leichter Überzahl die Kiewer aus Charkov vertrieben. Die Schlacht, so klar in ihrer Entscheidung, hätte Ioannes aber fast den Tod gebracht. Ganz zuletzt, als nur noch ein Häufchen tapferer Kiewer todesmutig Widerstand leistete, war Ioannes ungeduldig den Anführer dieser Schar, einen Kiewer Edlen namens Jimeno Garces, angeritten. Dieser hatte die Gefahr jedoch rechtzeitig erkannt und den Kaiser kampfbereit erwartet. Jimeno hatte in Ioannes den byzantinischen Kaiser, Ioannes in Garces den Ritter der die Feinde noch an der Flucht hinderte, erkannt. Beider Blicke begegneten einander und beider Waffen wurden nicht zur Abwehr, nur zum töten, erhoben. Jimenos führte sein Zweihänderschwert seitlich am Kopf des Kaiserrosses vorbei und traf Ioannes an der Hüfte. Zeitgleich führte der Kaiser einen wuchtigen Hieb mit der Streitaxt und traf die linke Schulter des Kiewers. Garces' Bihänder durchdrang des Kaisers Plattenharnisch und schlug eine furchtbare Wunde. Langsam glitt Ioannes vom Pferd, im Fall noch mit der Genugtuung, das auch der Kiewer zu Boden gegangen war. Damit war die Schlacht beendet und die Flucht der Kiewer allgemein geworden. Ioannes war sofort zu seinen Leibärzten gebracht worden und nur mit großer Mühe war es den Heilern gelungen, den Blutfluss zu stoppen. Noch jetzt, einen Monat nach der Verwundung, schmerzte den Kaiser die Wunde, welche zweimal genäht hatte werden müssen.

Nach dieser Schlacht waren angesichts eintreffender susdaler Heere Byzantiner wie Makedonen vorerst in Charkov in einem festen Lager verblieben. Die Rast hatte allen gut getan und viele Verwundete konnten während der Ruhezeit genesen. Erwartungsgemäß waren die Kiewer, verstärkt um zwei starke Heere der Susdaler, zum Gegenangriff geschritten. Rechtzeitig berichteten Späher von den ankommenden Feindkräften. Byzantiner und Makedonen nutzten die Zeit. Die Truppen wurden noch einmal verköstigt und jeder hatte sich nach eigener Einschätzung bestmöglich auf die kommende harte Schlacht vorzubereiten. Frisch und kampfeseifrig wurden die beiden verbündeten Heere aus dem Lager geführt. Patriarch Komnenos flehte laut um Gottes Segen für den Kampf gegen die Susdaler Häretiker. Die Makedonen nahmen den rechten Flügel ein, während die zahlreicheren Byzantiner des Heeres der Tagmatai und Teile der Athanatoi Zentrum und linken Flügel inne hatten. Ioannes hielt die restlichen Athanatoi als Reserve hinter den Linien zurück. Die zu den Byzantinern übergelaufenen Bauern waren als dünne Plänklerreihe vor die eigentliche Kampflinie gestellt worden. Sie hatten sich vor dem Nahkampf in dem sie gänzlich untauglich waren, zurück zu ziehen. Der Anmarsch der Susdaler und Kiewer wurde nicht unterbrochen und im Vertrauen auf die eigene Überzahl gingen sie aus dem Marsch heraus in den Kampf.

Der Anprall war heftig und tatsächlich begannen die Zarentruppen die Schlachtlinie der Verbündeten einzudrücken. Die nächsten Stunden über wurde überall hartnäckig gefochten. Weder Byzantiner noch Makedonen gaben dem Andrängen der Feinde Raum und kämpften mit größter Todesverachtung. Als Ioannes erleichtert bemerkte, dass die eigene Schlachtlinie weder durchbrochen noch durch die Überzahl der Feinde überflügelt wurde, gab er den in Reserve abwartenden Athanatoi Befehl zum Eingreifen. Dieser Gegenangriff verschaffte ein wenig Luft, wenngleich sich die Feinde rasch wieder fassten und ihren Druck erneuerten. Dennoch war das erste Feuer aus den Rittern des Zaren draussen. Sie kämpften aber konnten nicht mehr Raum gewinnen. In diesem Stadium der Schlacht wurde selbige zum Blutbad. Keine der beiden Seiten gab den Kampf auf, das Zarenheer im Vertrauen auf die Überzahl, die Verbündeten im Vertrauen auf die eigene Kampfkraft. Es war kurz vor der Abenddämmerung, als die Susdaler bereits in Unterzahl geraten waren. Da hatten sich Patriarch Komnenos, Der alte Domestikos Athelonson mit seiner Gemahlin, der Stratega Emeth, und der Finanzlogothet Finkelstein an die Spitze eines Gegenangriffs gestellt. Ihrem Beispiel folgten eifrig namhafte Kämpfer wie Silvia Rose, Solzkijer Skallagard und Ray Commones. In einer letzten großen Anstrengung wurden die letzten kämpfenden Truppenteile der Zarenarmee zurück geworfen und letztendlich in die Flucht geschlagen.

Trotz beachtlicher Verluste und langer Verwundetenlisten war die Stimmung im Heer nach diesem unerwarteten Sieg doch sehr gut und immer wieder konnte man Spottgesänge auf die Lauffreudigkeit Susdaler Ritter hören. Ioannes besuchte den verwundeten Ray Commones, freute sich mit ihm über die Ungefährlichkeit seiner Wunden und gratulierte ihm dazu, den Dolgoruki so kräftig aufs Haupt geschlagen zu haben, dass dieser von seinen Getreuen vom Schlachtfeld getragen hatte werden müssen.

Die nächsten Tage waren mit der Versorgung der Verwundeten und der Beerdigung der Gefallenen ausgefüllt. Doch daneben gab es auch ein schönes Ereignis. Des Kaisers alter Waffenmeister Arcon Athelonson wurde nach einem Dankgottesdienst vor dem versammelten Heer zum Kaiser gebeten. Patriarch Komnenos pries mit lauter Stimme die Taten des Domestikos ton scholon und Ioannes fasste seinen Lehrer und Meister am Arm, damit dieser sich nicht vor seinem Schüler auf die Knie herab ließ. Dann legte Ioannes die Rechte leicht auf das Haupt des Hünen und sprach.

"Arcon Athelonson, mein Lehrmeister und Freund, eingedenk all eurer hervorragenden Taten für das byzantinische Volk segne ich euch vor Gott und den Menschen."

Persönlich und leiser fügte er hinzu.

"Bleibt gesund, lieber Arcon, schont euch und bleibt mir erhalten. Ich würde euch so sehr vermissen. Und nicht nur ich, wenn ich an eure liebe Gemahlin denke."

Damit drückte er ihm herzlich die Hand und verabschiedete ihn.


Es war wirklich ein Drama, ein menschliches Drama in dem zufällig Füchse eine Rolle spielten. Aber wir sollten nicht alles aus unserer beengten menschlichen Perspektive sehen. In der Welt der Füchse war dies ein Fuchsdrama in dem einige Menschen eine unbedeutende Rolle spielten.

 
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Grimwulfson der Finstere

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Re: Blutiges Charkov und der Segen des Kaisers      20.02.2012 17:12:26 --- 3 Monate her  
Nicomedia.

Wie lange ist es her, dass ich deine Berge erblickte und an deinen Küsten entlangritt?

Bluewolf war viel herumgekommen. Aufgewachsen in Karvuna am schwarzen Meer verschlug es ihn in jungen Jahren zu den Vorfahren der Waräger, den Wikingern und nach jahrelangem Training und unzähligen Schlachten war die Sehnsucht nach seiner geliebten Heimat größer sodass er schließlich erneut die beschwerliche Reise unternahm und glücklich, wenn auch als alter Mann in Konstantinopel ankam.

Kaum dort eingetroffen hörte er vom Krieg gegen die Reitervölker des Nordens und eilte mit seiner Mähre seinen tapferen Waffenbrüdern und -schwestern hinterher um sie gegen die Susdaler Rus zu unterstützen. Sein Schlachtross erlag in Skandinavien seinen schweren Verletzungen, als ein Pfeil eines Susdalers die Flanke durchbohrte. Nun hatte er genügend Gelegenheit sich für diese Tat zu revanchieren. Die Schlachten zogen sich hin, Heere kamen und gingen unter doch niemals gaben die Byzantiner auf. Diesen unbändigen eisernen Willen scheinen sie also noch immer von ihren Vorfahren, den Wikingern in ihrem Blut zu haben.

Bedächtig nippte er an seinem Glas dunkelrotem kappadokischen Weines. Wie er den süsslichen Geschmack liebte. Die Russen hatten diesen wunderschönen Flecken Erde entweiht. Das verlangte nach Wiedergutmachung. Ihr Blut würde den Boden tränken und so die Schmach hinwegwischen und ihn die Greuel vergessen lassen, die sie gegen die Nicomedianischen Bauern begingen. Wehrlose byzantinische Frauen, Kinder und Greise.

Auch wenn Bluewolf schon selbst fast ein Greis war, so war sein Arm noch stark und sein Ehrgefühl ungebrochen. Voller Bewunderung sah er in die Gesichter seiner Gefährten - alter wie neuer Waffenbrüder und nickte Ioannes Kantakouzenos aufmunternd zu.

Bald.

Die Schlacht ist nicht mehr fern und die Russen formieren sich bereits am Ufer.

Sollen sie nur. Unsere Speere werden sie durchbohren, unsere Pfeile niederstrecken und die Rache der Byzantiner wird über sie kommen wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Komm Knappe, richte meine Rüstung und bring mir meine Waffen.


 
Letzte Änderung: 2012/02/20 17:13 von Grimwulfson der Finstere.
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Ioannes Kantakouzenos

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Re: Nikomedia und Krim      26.02.2012 11:11:56 --- 2 Monate, 3 Wochen her  
Dank einer armenischen Flotte hatten es die Heere Susdals tatsächlich bis nach Nikomedia geschafft. Damit hatten sie die Ehre errungen, zumindest einmal in diesem Kriege ihren Fuß auf Feindesland gesetzt zu haben. Bulgaren und Byzantiner hatten sich sofort an die Fersen der Susdaler geheftet und ihnen in Nikomedia eine böse Überraschung bereitet. Es musste sehr schlimm um deren Moral gestanden haben, so rasch als sie wieder auf ihre armenischen Leih- und Pachtschiffe flüchteten. Die Bauern der Umgebung hatten die Susdaler mit großem Fleiß nieder gemetzelt, aber den Anblick der Waffen ihrer Feinde nur wenige Minuten ertragen. Das waren nicht mehr die gefürchteten Krieger von einst, nur noch ein verschreckter Haufen.

Sofort danach wurden bulgarische und byzantinische Flottengeschwader zur Verfolgung aufgeboten. In ihrer Not teilten sich die Feinde und schlugen Haken wie Kaninchen in panischer Flucht vor dem Fuchs. Das schwächere Heer landete in Moldawien und wurde dort von den Makedonen geschlagen. Das stärkere auf der schutzlosen Krimhalbinsel wo sie immerhin noch in der Lage waren Unbewaffnete zu erschlagen. Das byzantinische Heer landete an und bot dem Heer der susdaler Druschniki die Schlacht an. Es war ähnlich wie das zusammentreiben von Schafen. Die eigenen Verluste waren gering und bald hatten sie die Susdaler am laufen. Ioannes lächelte grimmig, wartete vor der Küste doch schon die bulgarische Flotte um den Susdalern den Rest zu geben.

Während er in Gedanken an den, durch den maßlosen Machtwahn der Susdaler herbei geführten, endlosen Krieg dachte, erblickte er eine Gestalt auf dem Schlachtfeld, die ihn in Bann schlug. Der Kaiser vertrieb die Frage, wie es möglich war dass Dimitri Dolgoruki Armenien und Antiochien, Chasarien und Georgien als "Russland" und damit seinem Diktat zugehörig beanspruchen konnte. Er lenkte den Schritt seines Pferdes zu der Gestalt. Es war ein byzantinischer Krieger, der sich müde auf seinen Speer stützte. Unter dem Helm wallte graues Haar nach Art der Nordmänner in zwei Zöpfen gebunden hervor. Der lange volle Bart war ebenfalls grau und bei genauem Hinsehen erkannte der Kaiser die Falten des Alters im Gesicht des greisen Kriegers. Ioannes wurde neugierig und stieg neben dem Mann vom Pferd. Mit einem Kopfnicken grüßte der Kaiser den Kämpfer und sprach ihn an.

"Gott mit euch, tapferer Krieger. Verzeiht meine Direktheit, doch packte mich die Neugier, wie ein Mann eures Alters noch das Schlachtfeld suchen und ehrenvoll behaupten kann."

Mit diesem Worten bot er dem Krieger seinen Weinschlauch an.


Es war wirklich ein Drama, ein menschliches Drama in dem zufällig Füchse eine Rolle spielten. Aber wir sollten nicht alles aus unserer beengten menschlichen Perspektive sehen. In der Welt der Füchse war dies ein Fuchsdrama in dem einige Menschen eine unbedeutende Rolle spielten.

 
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Grimwulfson der Finstere

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Re: Nikomedia und Krim      08.03.2012 16:19:03 --- 2 Monate, 2 Wochen her  
Gedankenverloren und fast schon geistesabwesend trottet die Mähre durch die Einöde. Was die Nordvölker und Russen nur an dieser Steppe finden? An seinem Sattel baumelt ein Weinschlauch und als sein Blick diesen streift entsinnt er sich der Begebenheit, derer er ihn verdankt.

In der großen Schlacht auf der Krim wurde er schwer verwundet und so konnte er den Sieg nicht wirklich genießen. Ionnes persönlich reichte ihm damals diesen Weinschlauch zur Stärkung und er hatte völlig vergessen ihm ebendiesen zurückzugeben. Die Wunde wollte nicht verheilen und der Staub auf ihrem Weg tat sein Übriges dazu, dass es ihm immer schlechter ging. Doch ein Tod auf dem Krankenbett in Byzanz, nein das wollte er auf keinen Fall. So sterben nur Krämer und Feiglinge - als Sohn der Waräger und studierter Wikinger war sein Platz an der Seite seiner Waffenbrüder und sollte er sterben, so auf dem Schlachtfeld oder einem Heereszug. Die Eiseskälte half ihm wieder klar zu sehen und er genoss diesen Wintertag.

Ioannes, als Krieger sah ich viele Könige kommen und gehen. So auch Wosch den Findigen und dessen Vorgänger. Deren Zeit war gekommen und auch meine neigt sich dem Ende zu. Ihr habt euch als würdiger Nachfolger ebendieser erwiesen und sie wären stolz auf euch, auf Byzanz und die byzantinischen Heere. Trotz meines hohen Alters erfasst mich noch immer die Kampfeslust wenn ich das Glühen in den Augen der jungen und alten Krieger erblicke und sehe, wie sie sich tapfer und mutig gegen jeden Feind werfen der Byzanz und dessen Freunde bedroht. Möget ihr noch lange das Andenken an unsere Wikingervorfahren in Ehren halten. Gebt gut acht auf meinen Sohn und lehrt ihn den alten Weg, denn er hat nunmehr niemanden außer euch meine Waffenbrüder - alte und neue Gefährten. Ich weiß, er ist bei euch bestens aufgehoben und wird in die Fussstapfen seines Vaters treten, so wie es sich für einen Wikinger und byzantinisch-kappadokischen Panzerritter gehört. Eine letzte Bitte hätte ich noch mein König. Bitte begrabt mich nicht in dieser Einöde. Legt mich vielmehr mit meinen Waffen in ein Langschiff, lasst dieses auf's schwarze Meer hinausfahren und entzündet die Segel mit einem brennenden Pfeil. Mein ganzes Leben widmete ich den Wikingern und nun dem Tode nah möchte ich auf Wikingerart bestattet werden - im Feuer und der See zugleich.

Mit diesen Worten wandte Bluewolf sich ab, schloss ein letztes Mal die Augen und sein Leben flog an ihm vorbei wie ein Traum. Die Zeit in Byzanz als Jüngling, die beschwerliche Reise nach Skandinavien, das harte und ungewohnte Leben bei den Wikingern, die Sehnsucht nach den Hängen seiner Heimat, dem süssen Wein und dem schwarzen Meer, seine Rückkehr nach Byzanz und die Heereszüge, die kein Ende nehmen wollten. Ohja er hatte ein bewegtes und erfülltes Leben, wie man es sich als Krieger nur wünschen kann.

Die zwei Boten bereiteten sich auf die lange und beschwerliche Reise gen Norwegen und Schweden vor. Schließlich sollten sie deren Könige vom Ableben Bluewolf unterrichten, der ihr Kriegshandwerk und Traditionen in Byzanz stets in Ehren hielt. Bluewolf hatte auch die einfachen Wikinger nicht vergessen, die ihn so herzlich aufnahmen und mit ihren rauen Sitten und Späßen des öfteren das Fürchten gelehrt hatten. Als Dank an diese unvergessliche Zeit sendete er den ersten Met aus Karvunischem Honig, den es in diesen Breiten je gegeben hatte auf dass der leicht süssliche Geschmack den Wikingern schmecken möge.

Seine Mähre trotete noch immer unbeirrt vor sich hin und das gleichmäßige Schunkeln ließ ihn sehr müde werden. Die Augen schlossen sich und einen Atemzug lang verharrte Bluewolf in völliger Stille bis er schließlich friedlich einschlief.


 
Letzte Änderung: 2012/03/08 16:19 von Grimwulfson der Finstere.
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Ioannes Kantakouzenos

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Re:Tod eines aufrechten Wikingers      09.03.2012 10:14:31 --- 2 Monate, 1 Woche her  
Erschüttert hörte der Kaiser die Worte des alten Normannen, der seinen Worten nach schon unter Kaiser Markus von Langenfelden dem Ostreich gedient hatte. Von diesem alten Haudegen so vertraulich angesprochen zu werden, erfüllte Ioannes mit Stolz. Gerne wollte er dem Krieger, der sein Leben dem Ostreich, seine Seele aber den heidnischen Göttern gewidmet hatte, dessen letzte Bitte erfüllen.

Gleich nachdem Bluewolf der Wikinger nach seinem letzten siegreichen Kampf entschlafen war, ließ der Kaiser einige seiner Kuriere durch das Heerlager eilen und alle Normannen, die tapfer für Byzanz fochten, zusammenrufen. Sie sollten in einer abgelegenen Bucht der Krim ihren Waffenbruder nach Wikingerart verabschieden. Da weder Christen noch Juden Zuseher sein sollten, wählten die Wikinger einen verlassenen Strand. Ioannes hatte alle Informationen des Heeresarchivs über ihn gelesen und war erstaunt. Gut vierzig Jahre auf den verschiedensten Schlachtfeldern, keine Tat die es zu verbergen gegeben hätte, alles zeugte von einem besonderen Charakter.

Aus seinem Privatvermögen hatte der Kaiser mangels eines vorhandenen Langbootes eine auf einem Trockendock liegende Bireme gekauft, auf das die Nordleute einen Scheiterhaufen aufschichteten. Ioannes hatte sich als einziger Christ unter sie gemischt und hörte sie voll Respekt von Bluewolfs Taten reden. Er musste ein Häuptling unter den Wikingern gewesen sein.

Mangels Zeit konnten sie die normalerweise zehn Tage dauernden Vorbereitungen nicht ausführen. Sie kleideten den edlen Toten in dessen prächtigste Gewänder, legten ihm die Rüstung an und legten ihm Schwert und Speer zu beiden Seiten. Den Schild hatten sie unter seinen Kopf gelegt. Manch einer unter ihnen kam mit einem Abschiedsgeschenk und so wurden Becher, kleine Metfäßchen, Früchte, Trockenfleisch, Eßgeschirr, Pelze und andere Gebrauchsgegenstände vor dem Scheiterhaufen in das Schiff gelegt.

Auf dem Strand tranken sie Bier und Met und sangen laut Bluewolfs Heldentaten. Ein Wikinger erzählte dem Kaiser dass die Seele Bluewolfs durch die Verbrennung befreit würde und von Odins Wind nach oben in das große grüne Paradies der Normannen geführt würde. Dies sei auch der Grund weshalb die Wikinger im Heere des Kaisers ihre Gefallenen immer auf dem Schlachtfeld verbrennen würden, ehe die Totengräber kämen. Ioannes hatte nur genickt, was hätte er als fest im orthoxen Glauben verwurzelter Mensch auch dazu sagen sollen?

Mit Booten zogen sie die Bireme hinaus auf die Strömung des Schwarzen Meeres, während die Wikinger nun mit Holzknüppeln in einem wilden Rhythmus auf ihre Schilde schlugen, dass der Lärm ohrenbetäubend wurde. Dabei sangen sie heidnische Lieder. draußen auf dem Meer lösten die Bootsruderer die Schleppseile und warfen zahlreiche Fackeln über Bord auf den Scheiterhaufen. Danach ruderten sie rasch zurück zum Strand. Schon nach wenigen Minuten züngelten die Flammen hoch und umloderten den nur mehr zu erahnenden Leichnam Bluewolfs. Nach nicht einmal einer Stunde war nichts mehr von dem Schiff zu sehen. Die Wikinger tranken ihrem verstorbenen Häuptling und Waffenbruder einen letzten Gruß zu und marschierten zurück zum Heerlager der Byzantiner. Ioannes blieb noch ein wenig und betete.

"Herr mein Gott, ich, der durch Deine Gnade erhabener Kaiser von Byzanz, flehe zu Dir, die Seele dieses Mannes namens Bluewolf zu Dir zu nehmen auch wenn er einem heidnischen Glauben verfallen war. Seine Taten waren stets im Einklang mit Deinen Geboten und er war von edlem Gemüt. Versage ihm nicht Dein Paradies."

Dann wandte er sich ab zu seinem Pferd und ritt allein und gedankenversunken zurück.


Es war wirklich ein Drama, ein menschliches Drama in dem zufällig Füchse eine Rolle spielten. Aber wir sollten nicht alles aus unserer beengten menschlichen Perspektive sehen. In der Welt der Füchse war dies ein Fuchsdrama in dem einige Menschen eine unbedeutende Rolle spielten.

 
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