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THEMA: Re:Das Leben in Burgund
 
Cathy von Greifenstein

Burgund
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Re:Das Leben in Burgund      16.02.2010 21:48:07 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Sollte sie bis ans Ende ihres Lebens hier im Dunkeln sitzen und Trübsal blasen? Wo war das fröhliche Mädchen hin, dass nahezu jeden Trauerenden zum lächeln gebracht hatte? Fabienne wusste es nicht. Noch nie hatte sie sich so einsam und wütend zugleich gefühlt.
Die ganze Diplomatie, die oben auf dem Schiff herrschte interessierte sie nicht. Tag ein Tag aus blieb sie unten und lehnte sogar die Einladung ihres Herzogs ab. Sie konnten ihr alle gestohlen bleiben. Ja ganz Burgund sollte da bleiben wo es wollte. Sie wollte alleine sein.
Doch jetzt, nach vielen Wochen der salzigen Tränen, viele Wochen an denen sie kaum die Sonne gesehen hatte, wollte sie nach oben gehen. Der Zeitpunkt hätte denkbar nicht ungünstiger sein können – doch sie wusste… sobald sie an Land gehen würden, würde sie ihren Entschluss, den sie im Bauch des Schiffes gefasst hatte umsetzen… Sie konnte nicht anders… Ihn zu sehen, ja sogar sein Kind zu sehen, würde ihr das Herz zerreißen. Was sollte sie hier? War das wirklich je ihre Heimat gewesen – oder die Heimat ihrer Mutter?
Hatte sie nicht ihren Teil erfüllt in dem sie diese Reise angetreten hatte? Was hatte das alles überhaupt gebracht? Sie hatten Bauern und Räuber gejagt. War das, was für Burgund stand?
Seufzend stieg sie ans Deck… beugte sich an die Reling… Wie sollte sie das nur ihrem Herzog beibringen? Würde sie damit ihre Mutter verraten? Und wenn schon. Sie musste es einfach… denn für Fabienne gab es keine andere Wahl: Sie musste Burgund verlassen!


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Archimbald le Moine

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Vainqueur des Brigands du Bievre      16.02.2010 22:11:57 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Albert merkte den starken Gewürzwein in seinem alten Gedärm die Arbeit aufnehmen und im Kopfe die Wirkung des Alkohols.

Just in diesem Momente erschien eine blässliche junge Gräfin an Deck, die zur Gänze in ihren Gedanken aufzugehen schien und allein ihr Auftauchen in Erinnerung seines letzten verbalen Ausbruches, als auch Verlust der Selbstbeherrschung, liessen den alten Mann die Schamesröte in das Gesicht schiessen, was Gott sei dank, von den meisten in der Umgebung als Ausdruck der Wut gedeutet wurde, ob ihrer Reaktion zu schliessen, die daraus bestand einen gewissen Sicherheitsabstand zu gewinnen.

Einer der wenigen die erkannten das dem nie so sein konnte, da die Zornesadern am Kopfe fehlten, war Pierre und dieser versteckt sein überbreites Grinsen diskret hinter der Hand, sich jeglichen Kommentares ersparend.

Schnell versuchte der alternde Herzog unglaublich unauffällig abzulenken, indem der auf die letzten Neuigkeiten zu sprechen kam:

"Der wackere Graf zu Bievre hat also mit Unseren und der bretonischen Recken Hilfe die Räuber endlich dingfest gemacht?

Sogar heldenhaft hat er trotz grösster Not bis zum Schlusse standgehalten haben?

Hmmm ... sendet Unseren persönlichen Herold mit folgender gesiegelter Depesche zu ihm, in der ihm, als Zeichen unseres tiefempfundenen und ehrlichen Dankes, die Titelführung als Vainqueur des Brigands du Bievre gestattet wird. Der Secretarius wird das Schriftstück aufsetzen und Wir werden dieses mit Unserer Signatur und Siegel als wahrhaftig bekräftigen.

Der Herold soll sich mit dem schnellsten Schiffe auf den Weg machen und keine Zeit verlieren.
"

Er linste immer wieder dabei zur jungen Mademoiselle, um zu erfahren ob sie etwa diesen Ausbruch mitbekommen habe, dabei die schlechter werdenden Augen immer wieder zusammenpetzend, was der Unauffälligkeit starken Abbruch tat.


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Re:Das Leben in Burgund      16.02.2010 22:29:58 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Es lag wohl in ihrer Natur Entscheidungen zu ungünstigen Zeitpunkten zu treffen. Sie hatte die Spannung, die in der Luft lag fast schon spüren können. Jetzt sah sie diese auch. Ihr Herzog, sonst aufrecht, wohlbedacht die Etikette einzuhalten, schien heute nicht in der Stimmung gewesen zu sein, als dass er auch noch den Verlust einer Gräfin tragen könnte.
Sie seufzte und tat so, als hätte sie den Unmut des burgundischen Oberhaupts nicht bemerkt.
Als sein Diener einen Schritt zu Seite machte und sie die Blicke ihres Herzogs spürte, sah sie ihm direkt an. Es machte keinen Sinn es lange vor sich her zu schieben.
Noch einmal seufzte sie und ging daraufhin mit angehaltenem Atem auf Albert de Moustache zu.
Ihr Lächeln wirkte bedrückt und jeder, auch wenn er fast blind war, hätte sehen können, dass Fabienne mit einer schweren Last auf ihn zu kam.


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Ausnüchterungsrezept      16.02.2010 23:58:12 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Der angehende Greis zuckte unbewusst mit dem rechten Auge ob der inneren Anspannung, als er Fabienne auf sich zukommen sah und er wirkte noch gebeugter als schon die ganze Zeit über.

Auch der Gesichtsausdruck, der ihr hübsches Gesicht zierte, gefiel ihm ganz und gar nicht, selbst wenn die Welt um ihn herum langsam in Dunkelheit zu versinken schien, konnte er dies zumindest noch erkennen.

Der schwere Wein tat sein übriges, so das er sich schwer auf seine Truhe, die ihm als Sitzgelegenheit diente, fallen liess und, zum Zwecke der Ausnüchterung, zu einem Krug mit verdünntem Weine griff.

So harrte er, sich krampfhaft an dem Krug mit den von Gicht geplagten Fingern festhaltend, darauf das die junge Maid, nach seinem sanften Nicken, das Wort ergreifen möge und doch schwante ihm schon nichts gutes.


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Re:Das Leben in Burgund      17.02.2010 07:59:52 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Mit jedem Schritt, den sie näher kam, wuchs ihr schlechtes Gewissen. In der Zeit, in denen Burgund jede Edelfrau und jeden Edelmann brauchte, ließ sie ihr Volk in Stich. Die junge Gräfin krampfte die Lippen zusammen. Sollte sie es gerade jetzt tun? Sie roch den schweren Wein, die schlechte Stimmung und sie sah einen fast gebrochenen Mann vor sich. Ihr Herz wurde mit einem Mal so schwer, wie zu Anfang ihre Rüstung. Ihre Kehle schnürte sich und Fabienne bedauerte es in diesem Moment seit Tagen kaum etwas gegessen zu haben, denn ihre Knie schienen die Strapazen, die auf sie zu kamen kaum Stand halten wollen. Sie stand ihm gegenüber, knickste tief, sah ihm beim hochkommen in die Augen. Fabienne, du bist ein Dämon. Wie kannst du das jetzt tun? Gerade jetzt? Doch es ging nicht anders. Sie konnte nicht immer unter Deck bleiben, nur um Friedrich aus dem Weg zu gehen. Sie wollte auch nicht mehr diese Frau sehen, die sein Kind austrug. Bei dem Gedanken daran, keimte neuer Mut in ihr auf.
Es gehörte nicht zum Anstand, sich anzumaßen neben dem Herrscher zu sitzen, einfach so, noch dazu unaufgefordert. Doch sie tat es einfach. Sie setzte sich neben ihm auf die Truhe und sah in die Leere oder wie die Seeleute es nannten: Auf das weite Meer. Auch hätte sie nach einer gewissen Zeit nicht sprechen dürfen, der Anstand sagte etwas anderes. Doch Fabienne war nicht anständig. Sie wurde nicht wie eine Adelige erzogen und der späte Versuch, eine Edelfrau aus ihr zu machen war wohl hoffnungslos gescheitert.
Dort wo sie herkam, da sprach man.
„Eine schwere Zeit für Burgund und das ganze Frankenreich, nicht wahr?“ Sie verstand nichts von dem was in der Politik vor sich ging. „Mein Herzog, wie Ihr wisst, verstehe ich nichts von dem was Eure Kanzler und Grafen sagen oder gar tun. Ich verstehe nicht, warum man immer noch so viel Wut im Herzen tragen kann, obwohl so viel Blut geflossen ist.“ Sie machte eine Pause, zwängte den Klos im Hals herunter. „Doch ich sehe, dass es keinem gut tut und einem die Freude am Leben nimmt.“ Dass ihre Freude am Leben damit genommen wurde, dass der Mann den sie so sehr liebte ihr seit Monaten aus dem Weg ging und sie ihm, wollte sie nicht sagen. „Doch ich weiß, wann genug ist! Wie lange jagen wir nun einem Mythos hinterher? Wie viele Männer und Frauen haben wir dabei verloren? Wie lange wollt Ihr dies durchhalten?“ Ihr eigentliches Anliegen, den Herzog mitzuteilen, dass Burgund die Gräfin der Provence bald verlieren würde, hielt sie erst einmal für sich. Sie sollte langsam anfangen.


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Der Hirte und die Wölfe      17.02.2010 23:51:20 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Verdattert schaute er die junge freche Göre an und musste sich erst sammeln ehe er zu einer Antwort anheben konnte, dabei aber schon wieder ein Grinsen auf den Lippen, denn er hatte ihre forsche Art doch recht lieb gewonnen. Wenige Edle hatten den Mumm dieses Mädchens und es gab wenig mehr mit dem man den Respekt des Herzogs sich dermassen schnell verdienen konnte wie Mut.

Auch wenn die Worte aus dem alten Munde, in dem trotz des Alters kein Zahn fehlte, was wohl der Mutter zu verdanken war, ausser denen durch Gewalteinwirkung verlustig gegangene, bestimmt nicht die waren die Fabienne zu hören erwartete.

"Junge Demoiselle lasst es Euch mit einem Beispiel aus Eurer einfachen Vergangenheit erklären ... was würdet ihr von einem Hirten halten der seine Schafherde bei einem Wolfsmeutenangriff, sich feige auf den Baum verkriechend, im Stich liesse?

Wahlweise könntet ihr auch gerne die Schafherde durch ein Kind ersetzen ... und eben genau dieses Kind ist für Uns das geliebte Burgund.

Genau wie jeder gute Hirte sind Wir bereit Unser Leben zu opfern, wenn es einen Sinn hat!

Nicht mehr und nicht weniger verlangen Wir auch von Unseren Edlen.

Als Beispiel sei der Vainqueur des Brigands du Bievre Timo, der nicht zu Unrecht den Beinamen der Schreckliche trägt, erwähnt, der als letzter Manne standhaft einer üblen Räuberhorde, nicht allein aber dennoch mit grossem Anteile, den Garaus machte.
"

Er wollte noch mehr erklären doch ihm war bewusst das gerade alte Menschen wie er zu Monologen neigten und damit bei der Jugend nur Ungeduld hervorrief, so das er gelernt hatte seine Lektionen kurz und einprägsam zu halten.

"Aber um auf Eure letzte Frage zurück zu kommen ... solange Gott diesem Körper genug Kraft gibt eine Waffe zu halten und im Zweifel darüber hinaus, werden Wir das Liebste zu schützen versuchen und sei es nur mit unserem alternden Corpus, der die Waffe des Feindes gefangen hält auf das ihn einer der Unsrigen Edlen erschlagen vermöge.

Aber von dem stetten Schwall an Worten ist die Kehle uns ausgedörrt ... der junge Knappe ... sein Name entfällt Uns leider immer wieder ... soll verdünnten Weine kredenzen ... an die Gräfin und Uns ... und ... ihr Mademoiselle scheint selbst eine Last zu tragen die auch Unsere erblindenden Augen nicht verbergen können.
"

Ein mildes Lächeln, wie seit langer Weile nicht mehr gesehen, stahl sich auf die Lippen des Herzogs, die von dem buschigen Oberlippenbarte der mittlerweile seitlich am Munde fast auf die Brust wuchs, dennoch nicht verdeckt wurde.


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Re:Das Leben in Burgund      18.02.2010 08:37:10 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
So recht verstand Fabienne die Worte des Herzogs nicht. Wenn sie ein Hirte wäre und ihre Schafe angegriffen würden, so würde sie sich einen anderen Platz zum weiden suchen. Natürlich konnte man das nicht mit seinem geliebten Land vergleichen, denn das sollte Burgund doch auch gar nicht aufgeben. Nein sie würde es anders angehen. Natürlich würde sie für jedes Schaf, das sie verloren hätte Zorn hegen. Doch es würde nicht zurückkommen indem sie dem Wolf hinterherjagt. Zudem, hier ging es nicht um einen Wolf, hier ging es um so viele. Wölfe waren dumm, denen hätte man wenigstens Fallen aufstellen können. Was die Nordleute anging, so wusste sie, dass sie nicht gerade ungeschickt waren, gerade was die Kampfkunst anging.
Wenn Wort und Diplomatie wirklich nichts mehr brachten, dann das Hinterherjagen? Zumal diese Nordleute ihnen auf dem Wasser mehr als überlegen waren.
Nein, sie hätte Burgund nicht verlassen. Sie hätte die Wälle weiter ausgebaut, ihre Ritter um so mehr trainiert und sich zu Hause, dort wo sie sich wohlfühlte und in Sicherheit war, etwas überlegt, wie man den Feind abwehren konnte, wenn er denn käme. Doch damit hätte es natürlich keine Vergeltung gegeben. In diesem Moment musste Fabienne sich eingestehen, dass sie das Gefühl der Rache einfach nicht kannte. Sie konnte es nicht nachvollziehen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie gelernt, das Beste daraus zu machen. Wieder zu lächeln, auch wenn der Tod uns die Menschen genommen hatte, die uns am liebsten waren. Trotzdem zur Kirche
zu gehen und dem Herrn zu danken, obwohl die Ernte schlecht und der Winter so hart war.
Es war jener Moment, der Wind strich am jenen Tage sanft über ihr Gesicht und einer Sonnenstrahl zwang sich durch das Dickicht der grauen See -Wand, als Fabienne erkannte, dass sie ihr eigentliches Wesen fast lebendig begraben hätte.
Sie wollte ihrem Herzog sagen, dass er das Problem am Schopfe packen solle und verging in Selbstmitleid? Oh Fabienne, wie dumm und unerfahren du noch bist, tadelte sie sich.
Würde ihr Problem damit gelöst, wenn sie ginge? Friedrich würde trotzdem Kinder haben, es würde sich nichts ändern. Und sie könnte auch nichts daran ändern, dass das Leben so war, wie es eben war. Sie musste sich damit abfinden und Gott für die schöne Zeit, die sie mit ihm erleben durfte danken.
Mit einem Mal bemerkte sie, dass sie in ihrem Gedankenschwall untergegangen war und ihr geschätzter Herzog immer noch neben ihr saß und dem sie eine Antwort schuldete.
Fabienne sah zur Seite und ihr Herz wurde erneut schwer. Er war mehr als nur ein Hirte, der seine Schäfchen behüten wollte. Er war sogar mehr, als ein Vater, der nur das Beste für seine Kinder will – Er war der Vater Burgunds, dem es nicht nur um die Seelen, sondern um so vieles mehr ging.
„Mein Herzog. Mit Bewunderung sehe ich Euren Mut und ich bin stolz darauf an Eurer Seite kämpfen zu können. Auch wenn ich das Gefühl der Vergeltung nicht wahrlich nachvollziehen kann, so sollt Ihr wissen, dass ich mit meinem Schwert neben Euch stehe und für Burgund kämpfen werde.
Was meine Last angeht, so sind es wohl die Strapazen der letzten Monate. Verzeiht mir.“

Sie hatte geschwindelt. Auch sah man es ihr gleich an, denn es stieg Röte in das blasse Gesicht. Doch zum einen hatte Albert de Moustache mehr als nur andere Sorgen, zum anderen wollte sie ihre Last heute ablegen und den Kopf für wichtigeres frei halten.
Wieder einmal bedauerte sie es, dass der Adel Gefühlsausbrüche unterband, denn zu gerne hätte sie ihren alten Herzog einfach in die Arme genommen, ihn gedrückt und ihm gesagt, dass sie es gemeinsam schaffen würden. Dass es dem Nordvolk nicht gelingen würde ein solch stolzes Volk, wie das ihre, in die Knie zu zwingen. Verfluchter Adel…., dachte sie sich. Doch auf diesen pfiff sie und griff nach der Hand des Herzogs. „Mit Gottes Hilfe und Eurem Geschick, werden wir einen Weg finden!“ sie drückte ihm die Hand sanft, lächelte bestätigend und ließ dann wieder von ihr ab.
Der Knappe kam mit weiteren Krügen. Doch für Fabienne war es nun an der Zeit zu gehen.
Sie hatte zu trainieren. In den letzten Wochen waren ihre Knochen wohl etwas eingerostet. Wortlos stand sie auf, drehte sich zum Herzog, knickste zum Abschied und huschte davon.
Was Albert de Moustache nun von ihr denken mochte? Vermutlich war er entsetzt. Doch Fabienne konnte nichts dafür, so wie sie war. Sie war eben keine Adelige. Ihre Mutter hatte dafür gesorgt, dass sie als Bauerstochter groß wurde…. Was sie sich dabei gedacht hatte und ob das gut für Burgund war, das würde sich eines Tages noch herausstellen.


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Die Flieg im Aug      18.02.2010 11:06:25 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Der ergraute Herzog machte wohl ein Gesicht wie ein von der Saufeder überraschend aufgespiesstem Schweine, denn die vorher ängstlich zurückgewichenen, mussten nun alle grinsen und der getreue Leibdiener brach sogar in lautes Lachen aus.

Darob etwas verägert fing sich der Knappe an seiner Statt eine Maulschelle ein, die aber diesesmal mehr symbolischen Charakter hatte als denn wirklich Schmerz zufügte, so das der für seine Zurechtweisung dankende Knabe sogar beim Bückling feixen konnte.

Recht sprachlos, kamen mehr nur Wortfetzen denn verständliche ganze Sätze heraus aus dem vom Barte fast zur Gänze umrahmten Munde:"Mon dieu ... dieses Kind ... unglaublich ... merde ... Fliege im Auge ... "

Vermeintlich verstohlen wischte er eine einsame Träne mit seinem Handrücken fort.

Albert wirst du weich in deinem Alter? Wo ist der Schrecken der Rekruten geblieben? Oder wirst du einfach nur schrullig? Ach sie erinnert mich einfach zu sehr an meine Älteste ... die hoffentlich endlich in Burgund eingetroffen sein wird wenn du zurück kommst. Wie lange hast du sie nicht gesehen? Wird sie ihrer Mutter ähneln oder hat sie bedauerlicherweise mehr von dir mitbekommen? Lenk dich ab und zeig den Jungspunden, das mit dir immer noch zu rechnen ist!

"Piiiiiierre, wer der Edlen stellt sich heute Uns zum Training zur Verfügung?"

"Messire der werte Graf zu Savoien Balian von und zu Ibelin, gibt sich die Ehre."

"Ahja, der Herr des schönen Savoien, einst heiss umkämpfter Landstrich ... nun richtet ihm aus, Wir wären soweit und freuen uns auf ein ritterliches Kräftemessen."

Behender als viele dies dem alten Manne zugestehen würden, erhob er sich, wohlwissend das er im Streite sich noch immer auf den durchtrainierten Leib verlassen konnte, über den im Zweifelsfalle die jahrelang antrainierten Kampfreflexe Besitz ergriffen, ohne das er gross nachzudenken brauchte.


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Heimatgefühle      19.02.2010 13:08:36 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Das Deck der Dromone schwankte nur leicht und dennoch rief dies bei Albert Unwohlsein der schlimmsten Sorte hervor, die sich in dem blassgrünlichen Teint nach Aussen hin manifestierte.

Dies wiederum hatte meist zur Folge das der Herzog zu unfreundlichen Reaktion beziehungsweise Aktionen sich verleiten liess und die meisten an Bord genug Erfahrungswerte dahingehend gesammelt hatten, so das sie ihm in solchen Momenten aus dem Weg gingen.

Da er solcherart seiner Vasallen keine Angriffsfläche fand, kam er sinnierend auf eine, seiner Meinung nach, hervorragende Idee und er liess einen Secretarius kommen, dem man sein Unbehagen sichtlich anmerkte, doch dieses Male nur eine Depesche aufzunehmen hatte.

QUOTE:
Wertgeschätzter und geliebter Innenkanzler Gachmuret,

Wir vermissen Euch auf der Expedition, doch musstet ihr aufgrund Eures Ranges und als jüngster Kanzler, neben dem ältesten, in Unseren Diensten, die Aufgaben in der Heimat erfüllen, die ansonsten brachgelegen hätten.

Nun vermissen Wir seit geraumer Zeit allerdings Eure Berichte und so hoffen Wir doch das Euch nichts ernsthaftes zugestossen sei, sondern ihr nur unter Arbeitsunwilligkeit leidet, die aber in Eurem Posten sich schnell zu einer ernsthaften Bedrohung der Gesundheit ausufern könnte.

So möchten Wir Euch daran erinnern, das ihr in Unseren Diensten steht und Wir doch erwarten dürfen, ab und an, Neuigkeiten aus der Heimat zu erfahren.

So wollen Wir verbleiben, Euch beste Gesundheit wünschen und das die Heiligen ihre schützende Hände über Euch ausbreiten

Gezeichnet, gesiegelt und für wahr befunden

Albert de Moustache

Herzog Burgunds
Graf zu Burgund
Baron zu Troyes


So ging die Depesche gen Heimat, mit einem zuverlässigen und verschwiegenen Boten auf dem schnellsten Schiffe der kleinen Flotille.


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Gachmuret

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Re:Heimatgefühle      20.02.2010 09:08:10 --- 2 Jahre, 3 Monate her  
Nach dem Scharmützel in der Bievre war das Heer unter dem Befehl des Grafen Timo nun ans Meer in die Ligurie gezogen. Dort erreichte den Kanzler eine Botschaft des Herzogs.
"Achja, Herzog, richtig. Man krönt sich ja neuerdings auch ohne Anwesenheit aller Würdenträger." dachte Gachmuret bei sich.
Die Lektüre der Botschaft ließ ihn nun jedoch das Blut zu Kopfe steigen. "Soso, der Herr vermißt meine Berichte. ist ja mal ganz was Neues." murmelte er vor sich hin. "Gut, soll er einen Bericht bekommen."

QUOTE:
Edelster Herzog,

ich erhielt soeben Eure Depesche, die ich nicht ohne Verwunderung las. Immerhin scheint Ihr Euch ja noch meines Namens zu entsinnen, das ist eine Ehre, auf die ich kaum noch zu hoffen wagte.
Wenn Ihr keine Berichte von mir erhalten habt, so liegt das im Wesentlichen daran, daß es nichts zu berichten gäbe, womit ich unwürdiger Diener Eurer Großartigkeit Eure wertvolle Zeit belasten mochte.
Zudem erhielten wir hier in der Heimat auch keine Berichte von Euch, so daß ich annehmen mußte, daß die Wege nicht sicher genug sind, um Interna an Euch zu schicken. Es ist ja wohl kaum anzunehmen, daß Ihr Uns nichts von Eurer Krönung oder vom Verlaufe des Feldzuges berichten wolltet, wenn es Euch schon nicht ratsam erschien, meine Unwichtigkeit daran teilhaben haben zu lassen.
Solltet Ihr also mit meiner Amtsführung derart unzufrieden sein, so sei daran erinnert, daß es Eure Entscheidung war, einen siebzehnjährigen Jüngling in dieses Amt einzusetzen - es liegt also ganz in Eurer Hand, dies auch wieder zu ändern.

es grüßt Euch,

Gachmuret.
Kanzler für innere Angelegenheiten
im Dienste des Herzogs zu Burgund.
Baron von Giaveno


Ohne weiteres Nachdenken verschloß und versiegelte Gachmuret die Botschaft und ließ den Boten holen, um sie ihm als Antwort mitzugeben.

Anschließend verbat er sich weitere Störungen und widmete sich wieder dem Studium der Chroniken, Akten und Urkunden. Ihm war da etwas aufgefallen.
 
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Christian Johannsen: schlaf gut
Andre von Taltitz: also entweder ihr unterhaltet mich ein wenig ich oder ich geh pennen
Andre von Taltitz: youtube.com/watch?v=Z8rZqkmN5bw&feature=g-u-u
Alix von Thylen: also, du kennst tugenden?
Christian Johannsen: re und so
Christian Johannsen: ja haben sie andre ;)
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