Man konnte es förmlich riechen, wie der Angstschweiss den einfachen Wachen auf die Stirne und nicht nur dort trat, als die bayrischen Feiglinge mal wieder einer Schlacht aus dem Wege gingen nur um weitere Verwüstung in seine geliebte Heimat zu tragen.
Doch zurück blieben die zum Heeresdienst gepressten Bauern, die den hereinstürzenden bretonisch-fränkischen Waffenbrüdern nur mehr als Strohpuppe für Fechtübungen dienten denn als Kontrahenten. Der Seneschall hatte kein Mitleid mit ihnen, hätten sie lieber gegen die Eindringlinge weiter kämpfen sollen, statt diesen dienstbar zu sein.
Kaum befreit galt es eiligst neue Befehle zu erteilen und die Verteidigung zu organisieren, auf das der Feind sich die Zähne daran ausbeissen sollte und auch galt es aus den ausgemergelten Gefangenen, die einst stolze Edlen Burgunds waren, aufs Schnellste ein neues Heer zu formieren.
Hernach ging es Schlag auf Schlag und er fand keine Zeit zwischen den ganzen militärisch und diplomatisch bedeutenden Dingen, auch noch an seine Herzensdame zu schreiben, vor allem durch den schmerzhaften Verlust von seinem Knappen Malvoisin d´Arles, war er stärker eingeschränkt als er es je vermutet hätte.
Er würde sich wohl oder übel die neuen Anwärter für diese Aufgabe bei Gelegenheit anschauen müssen, auch wenn ihm dies so gar nicht behagte, so kurz nach dem Tode des Getreuen, der nie die Ritterweihe erhalten hatte.
Endlich als das Heer der Jungritter unter seiner Führung gen Tessin strebte und die Späher berichteten das wiedermals italienische Räuber, den Wunsch seiner Heiligkeit nach Frieden missachtend, auf burgundischem Boden gesichtet wurden, die tapferen jungen Kämpfer unter dem Banner Burgunds sich bereit machten zur Verteidigung, da fand er Zeit und etwas Muse zum aufsetzen einer Depesche an die Maid die sein Herz im Sturme erobert hatte.
QUOTE:
Meine heissgeliebte Vanessa de Montpellier,
Mein Herz schmerzte als ich Euch fallen sah und allein die Ungewissheit nichts über Eueren Gesundheitszustand in Erfahrung bringen zu können, machte mir die Kerkerhaft schlimmer, als es irgendeine Folter je vermocht hätte.
Allzuoft nach meiner Befreiung wollte ich den treuen Malvoisin, ihr erinnert Euch doch noch hoffentlich an den quirligen Bengel, auf die Suche nach Euch senden, doch allein sein Verscheiden auf dem Schlachtfelde für seinen Seneschall verhinderte dies.
Auch so wurde mir zugetragen, das ihr noch am Leben seid und so wollte ich vor der erneuten Schlacht im Tessin Euch wissen lassen, das ich mich auf dem Wege der Besserung befinde, seid diesem unglückseligen Tage.
Desweiteren habe ich nach dieser Schlacht mich entschieden einen nichtchristlichen Leibwächter zu nehmen, sind doch unsere angeblich so guten Christenbrüderreihen der Bayuwaren gespickt mit Nordmännern und ich traue nachdem Überfall ohne formelle Kriegserklärung und das Missachten der Neutralität Anderer, diesem schändlichen Habsburg jedewede Gemeinheit zu.
So dürft ihr Euch etwas weniger Sorgen um die Unversehrtheit meines Leibes machen.
In Liebe schmachtend
Albert de Moustache
Seneschall Burgunds
Aussenminister Burgunds
Baron des verwüsteten Troyes
*Gesiegelt als Seneschall Burgunds, Aussenminister Burgunds und Baron des verwüsteten Troyes*
Nachdem der Bote sich aufmachte das befestigte Heereslager zu verlassen, kniete sich Albert hin und sprach ein Gebet in dem er für alle seine Ritter um die Hilfe der Heiligen bat, bevor er sich die Rüstung anlegte um den Italienern entgegen zu treten.