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Das Schiff fuhr nicht in den Hafen. Es ging im tiefen Wasser vor der Küste vor Anker.
Die Besatzung reffte die Segel. Ein paar Fischerboote kamen. Der Kapitän unterhielt sich mit den Fischern. Na kurzer Unterredung wandte er sich an die Passagiere. „ Drei Heere der Cordobaren überfallen gerade die Hafenstadt. Ich werde nicht in den Hafen fahren. Wer unbedingt an Land will, kann mit den Fischern mit. Sie bringen euch sicher an den Strand. Dann müßt ihr selber weitersehen.“ Jorge wollte unbedingt an Land, umsonst sollte die Reise übers Meer nicht sein. Er kletterte in eines der Fischerboote und lies sich an Land bringen.
Rauchwolken stiegen über der Hafenstadt auf. Jorge schnappte sich eine Mähre die auf dem Feld rumstand. Er mußte sie erst beruhigen. Sie schien in den Wirren einen Weg ins freie gefunden zu haben und war, verschreckt durch den Kampflärm, hier aufs Feld gelaufen.
Jorge ritt in Richtung Kampflärm. Stetig ebbte er ab. Als er aus einem kleinen Palmhain herausritt war vollkommene Stille. Was er vor sich sah, ließ in ihm trotz einiger selbst ausgefochtenen Schlachten immer noch Übelkeit aufsteigen.
Tode und Verletzte lagen weite verstreut. Suchend gingen Männer und Frauen über das Schlachtfeld. Man hörte leise Rufe, vor Schmerzen Stöhnende. Neben ihm ein Röcheln.
Jorge stieg vom Pferd und beugte sich zu dem Verletzten. Der da Liegende flüsterte noch etwas und starb. Jorge sprach ein Gebet für den Toden und ging weiter. Es wurde Abend.
Jorge blieb stehen, bevor es ganz dunkel war, wollte er diesen Ort verlassen haben.
Etwas Kaltes berührte seinen Knöchel. Erschrocken sah er nach unten. Der Krieger, der da lag, versuchte auf sich aufmerksam zu machen. Seine Verletzungen sahen schlimm aus. Doch beim näheren Hinsehen, stellte sich heraus, dass viel fremdes Blut es so aussehen ließ. Jorge sah dem Krieger ins Gesicht. Es war sehr zart und kein bisschen Flaum war zu entdecken. Er schien noch sehr jung zu sein. Vorsichtig nahm er den Helm vom Kopf.
Braunes langes Haar wallte ihm entgegen. Völlig überrascht brachte er keinen Ton heraus.
Was sollte er jetzt tun ? Er sah sie an. Sie durfte hier nicht sterben. Im ersten Moment etwas unbeholfen, doch dann griff er zu, nahm sie auf seine Arme und trug sie Richtung Palmenhain. Ihr Atem war flach. Immer wieder verzog sich ihr Gesicht , sie schien Schmerzen zu haben. Da kamen ihm zwei maurische Krieger entgegen. Sie hatten eine Bahre dabei und suchten nach Überlebenden. Als sie ihn sahen, kamen sie sofort und stellten die Bahre hin. Jorge legte sie sanft darauf ab. Streichelte mit der Hand noch einmal über ihr zartes Gesicht.
Ohne ein Wort trugen die Krieger die Bahre davon, als Jorge ihnen folgen wollte, gab der eine ihm unmissverständlich zu verstehen, dass er jetzt nicht im maurischen Lager erwünscht sei. Jorge blieb stehen und sah ihnen hinterher. Er hatte immer noch den Helm der maurischen Schönheit in der Hand. Er musste sie wiedersehen. Doch erst blieb ihm nichts anderes übrig, als in der Nähe der Mauren zu Rasten um sie nicht aus den Augen zu verlieren.
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