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Ah, die Küste. Diese Luft. Sie riecht ganz anders als in Umbart, obwohl das Schwarze Meer auch nicht weit weg ist. Der frische Wind bringt Gerüche mit sich, die man im Landesinnern nicht vor die Nase bekommt. Die Hafenstadt ist nicht riesig, macht aber ein geschäftigten Eindruck. Der Wohlstand ist hier meßbar an der Anzahl der Frachtschiffe die hier An- und Ablegen, und er muß um einiges größer sein als in meinem Lehen. Nachdem ich Quartier bezogen hatte, begab ich mich zum Hafen und suchte nach einem Schiff, dass mich übers Wasser bringen sollte.
Als ich mich dem Hafen näher bemerke ich eine Gestalt zwischen den Menschen, die mir zur Folgen schien. Er oder Sie trug einen langen braunen Mantel, und das trotz der Wärme, die dieser Tag auszustrahlen begann. Die Kapuze war noch über den Kopf gezogen und damit das Gesicht nicht erkennbar. Um festzustellen ob ich tatsächlich verfolgt wurde wählte ich nicht mehr den direkten Weg zum Hafen. Ich begab mich erst nach Westen zum Markt und bewegte mich ziellos durch die Reihen der aufgebauten Marktstände. Welche Vielzahl von Waren hier angeboten wurden. Diese Vielfalt kannte ich nur aus Jerusalem, aber die 2 Jahre die ich auf meinem Lehen verbrachte beschenkten mich nicht mit solch reicher Vielfalt. Gewürze,Tuch, Gewänder, Fisch, Fleisch, Obst, Geschirr, Krüge, Vasen, Waffen und Rüstzeug, alles da und in großer Vielfalt.
Auch die Gestalt. Sie bewegt sich in ausreichenden Abstand zu mir, aber man bemerkte sehr deutlich, dass sie bemüht war mir zu folgen und mich nicht aus den Augen zu verlieren, in diesem Gedränge. Ich bewegte mich in eine dunkle Seitengasse, beschleunigte meinen Schritt bis zum rennen. Am Ende der Gasse wand ich mich nach rechts und gleich wieder nach links in die nächste Gasse. Dort wartete ich verdeckt von einigen Fässern auf meinen Schatten. Nach kurzem Warten erschien er ebenfalls am Ende der ersten Gasse. Er war kleiner als ich, vielleicht nur 1, 70 Meter. Er bewegte sich von mir weg in die andere Richtung um mich zu finden. Als ich mich aufmachen wollte um ihm zu folgen ertönte hinter mir eine leise, heisere und dunkle Stimme. "Geld oder Leben!" "Ich nehm dein Geld, dass ist mir lieber." "Ein kleiner Narr, willst woll´witzig sein." Ich drehte mich langsam um. Ich wollte niemanden auf den dummen Gedanken bringen mich vorzeitig zu meinem Herrn zu schicken. "Was heißt hier klein. Du bist doch der Zwerg hier." Tatsächlich hatte ich keinen Liliputaner vor mir, aber mehr als 1,50 Meter maß der ungepflegte Zwerg nicht. Bekleidet war er mit dreckigen und fleckigen Lumpen. Und wenn ich mir die Flecken genauer besah, so sahen einige davon aus als wären sie getrocknete Blutflecken.
Er hielt in der rechten Hand eine Dolch, seine Linke war bandagiert mit einem dreckigen Verband. Wenn er sich davon nicht mal ´ne Blutvergiftung holte. Aber es weckte Hoffung, dass mein Gegenüber eigentlich Linkshänder war und er den Dolch in der für Ihn ungewohnten rechten Hand hielt. Der Platz den ich mir ausgesucht hatte war dunkel, durch die aufgestapelten Fässer drang kaum Licht in die Gasse. Sie führte 5 Meter weiter hinein und machte dann einen scharfen Linksknick. Von dort kam ein Geräusch, ein kurzes Schaben. Mein Räuber wand sich kurz um, um sicher zu gehen, dass dort niemand war der ihm bei seinem Geschäft stören konnte. Und er witterte ein einträgliches Geschäft. Er trete sich wieder zu mir, in diesem Moment trat ich zu, mit voller Wucht. Er flog förmlich die nächsten 3-4 Meter schlug nach hinten um und machte eine Rolle rückwärts die an der Mauer zur Linkskurve ihr Ende fand. Er rappelte sich auf. In diesen Sekunden hatte ich mein Schwert gezogen und bewegt mich langsam auf Ihn zu. Vielleicht war ja noch ein weiterer Ganove hier und das Geräusch kam von seinem Kumpanen.
Er sah seine Fälle davon schwimmen und begann dem Knick folgend reisaus zu nehmen. Ich bewegt mich auf den Knick der Gasse zu, als ich ein röcheln hörte. Ich war an der Abzweigung und sah um die Ecke, als mir mein Räuber am Boden liegend sofort ins Auge fiel. Er lag am Ausgang der Gasse, aber so dass sein Körper in die Gasse zeigte und er damit im im Schatten der hohen Mauern lag. Aus seinem Kopf ragte ein Pfeil. Er hatte ihn mitten ins Gesicht getroffen. Er war tot und ich hatte keine Lust der Wache unangenehme Fragen zu beantworten. Ich steckte mein Schwert weg und verließ die Gasse bei den Fässern, wo ich sie auch betreten hatte. Allerdings hatte ich mir vorher alle Gebäude angesehen, ob nicht auch auf mich so eine Überraschung warten würde. Vielleicht war sie ja auch für mich gedachte gewesen, hatte nur den falschen getroffen.
Ich begab mich zum Hafen, diesesmal den direkten Weg nehmend. Niemand folgte mir. Mein Schatten kam nicht zurück. Am Hafen suchte ich nach einem Schiff welches mich, möglichst bald, aufnehmen würde und auslaufen würde.
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