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Es war soweit, der Tag war angebrochen. Es war der Tag an dem das große Turnier in Konstantinopel stattfinden würde. Aber nicht nur das, die Kaiserin würde auch die Mitglieder der Horde vereidigen.
Uther schaute gespannt aus seinem Fenster im Palast der Kaiserin. Er weilte jetzt nun schon einige Tage auf der Burg. Nach diesem Turnier würde er auf seine Grafschaft Rodopen zurückkehren um die Amtsgeschäfte eines Strategos wiederaufnehmen. Sein Sohn war mittlerweile auch schon im Palast eingetroffen und würde sich ebenfalls die Wettkämpfe anschauen, bevor er sich zum Hause Perturabo begeben würde.
Es klopfte an der Tür und ein Diener trat ein. Schnell verbeugte er sich und legte sein Anliegen dar.
"Strategos Pendragon ich sollte euch rechtzeitig aufmerksam machen, dass das Turnier beginnt. Wenn ihr mir nun folgen würdet, dann füre ich euch zu euren Plätzen."
Uther nickte stumm und warf sich schnell den Mantel um, bevor er sich auf dem Weg zum Turnierplatz machte.
Der Strategos war einer der ersten Würdenträger von Byzanz am Platz des Turniers. Der Diener verbeugte sich und begann den Weg zurück zum Palast. Bevor er auf seinen Sitzplatz ging betrat er vorher den innersten Teil des Turnierplatzes. Änhlich eingegrenzt wie eine Koppel, nur aus edel gefertigtem Holz war dies das Herzstück der Arena. Die Tribünen waren rund um diesen aufgebaut und man konnte von jedem Platz genausogut die Kämpfe beobachten wie die Kaiserin. Vorsichtig strich er mit seiner rechten Hand den oberen Teil der Begrenzung ab und spürte die eingeschnitzten Symbole und Buchstaben. In unregelmäßigen Abständen war etwas Holz als Erinnerung an den Wettkampf der hier abgehalten wurde abgesplittert.
Ja er war sich sicher, dies war genau der richtige Ort um die Mitglieder der Horde auf die Kaiserin zu vereidigen. Es würde ihnen gefallen in einer Kampfarena und nicht in irgendwelchen edlen Hallen ihren Eid abzulegen.
Bei dem Gedanken musste Uther schmunzeln, besonders auf das Gesicht von Widar war er gespannt, wenn dieser vor der Unmenge an Zuschauern auf dem Boden der Arena stehend den Eid sprechen würde.
Der Strategos seufzte etwas traurig und begab sich zu seinem Platz nicht unweit dessen der Kaiserin.
Die Plätze welche für die einfache Bevölkerung geöffnet waren, bersteten schon fast vor neugierigen Menschen. Der ein oder andere warf ihm einen sehnsüchtigen Blick zu.
Es war komisch, den Leuten in Byzanz ging es gut. Sie mussten nicht Hunger leiden und auch nicht hart arbeiten im Gegensatz zu anderen Regionen dieser Welt. Dennoch sehnten sich die meisten danach adlig zu sein. Was sie aber nicht kannten waren die Schattenseiten des Daseins als Adliger, die Last der Macht die auf den Schultern eines jeden von ihnen lastete und mit dem Alter immer mehr auf das Kreuz ging bis man fast gekrümmt lief. Ja das Alter. Er lief zwar immernoch hocherhobenen Hauptes, dennoch zerrann ihm die restliche Zeit seines Lebens durch die Finger wie Sand. In seinem letzten Turnier konnte er nicht wirklich glänzen. Er war schon in den Vorrunden ausgeschieden, was ihm vorher nie passiert war. Er hatte zwar Erfahrung mit der er die ungezähmte Kraft der Jungritter halbwegs bändigen konnte, aber das gelang ihm immer seltener.
Uther musste schmunzeln als er sich an das Duell mit der Kaiserin am gestrigen Tag erinnerte. Sie beide waren gehörig ins Schwitzen geraten und das Duell war denkbar knapp ausgegangen. Uther war kurz davor aufgeben zu müssen, aber er hielt eine Sekunde länger durch und erhaschte sich den Sieg. Auch an der Kaiserin nagte das Alter. Man sag es ihr zwar nicht an, aber Uther wusste aus glaubwürdigen Quellen, dass diese genauso alt war wie er.
Die Ränge hatten sich mittlerweile gefüllt und immer mehr adligen kamen auf die Tribüne und begrüßten den Strategos freudig. Auch sie freuten sich schon auf das bevorstehende Turnier. Da es eine Altersbegrenzung gab, waren viele der hochrangigen Mitglieder der Byzantinischen Führung auf den Tribünen anwesend.
Kurze Zeit später, die Arena war zum bersten gefüllt, betraten die Mitglieder der Horde den Kampfplatz. Schon voll gerüstet für das nach der Verieidigung stattfindende Melee, gaben sie ein stattliches und um ehrlich zu sein furchterregendes Bild ab. Sie mussten einen Moment warten bis auch die Kaiserin den Kampfplatz betrat, begleitet von Jubelrufen und Beifall. Mit einigen Dienern trat sie vor die Hordler. Jeden Moment würde sie den Rittern den Eid abnehmen und das Turnier für eröffnet erklären. Uther wartete gespannt auf das kommende. Vor allem auf den Ausgang des Melee war er gespannt. Wie sich Widar wohl schlagen würde und die restlichen Jungritter von Byzanz?
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