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Spät in der Nacht erreichte Schtiev alleine die bayerische Burg. Die letzten Wochen war er zusammen mit seinen Männern in die Heimat marschiert. Die Kämpfe in Italien hatten ein Ende gefunden. Und das Heer wurde schließlich aufgelöst. Vor dem großen Eingangstor der Stadt stieg er vom Pferd ab und hämmerte mit seiner Faust gegen die kleine verschlossene Holztür die sich im Tor befand. Normalerweise hätte er einen seiner Knappen vorausgeschickt um dies zu erledigen, doch waren die beiden Burschen nun in einer anderen Welt, in einer besseren Welt. Sein treuer Begleiter und Freund Franz hatte den letzten Winter nicht überlebt, die Kälte und der Hunger hatten sein alten Körper ausgelaucht. So hatte auch er den Kanzler verlassen.
Nach längerem hämmern rief ein Stimme von innen: Wer ist da? Kanzler Schtiev, öffnet das Tor und lasst mich rein., antwortete Schtiev. Ein kleine Luke in der Tür wurde geöffnete und die Wache musterte den Reiter. Schließlich erkannte er den Kanzler und öffnete die Tür. Soll ich Eure Ankunft ankündigen und ein Gemach für Euch herrichten lassen? Nein, ich werde mich selbst darum kümmern.
Schtiev ging mit seinen Pferd zu den königlichen Stallungen, weckte dort einen Stahlburschen und traute diesem sein Pferd an. Danach suchte er sich ein Gasthaus um dort den Wirt zu wecken, er hatte nicht vor in der Burg zu nächtigen. Würde er dort doch einige gesellschaftliche Verpflichtungen haben.
Schließlich hämmerte der Kanzler zum zweiten mal in dieser Nacht gegen eine Tür, diesmal dauerte es auch um einiges länger bis jemand öffnete. Ein hagerer alter Mann, der wahrscheinlich der Gastwirt war, schaute verschlafen durch den schmalen geöffneten Türspalt. Wer seid Ihr und was wollt Ihr?, fragte er mit krächzender Stimmer. Ich bin ein bayerischer Ritter, erkennst du denn nicht meine Uniform, alter Mann? Ich brauch ein Zimmer für die Dauer des Turniers, ist in deinem Gasthaus noch etwas frei? Ja wir haben noch freie Zimmer, doch nur bei Bezahlung im voraus. Kein Problem, zeig mir einfach meine Unterkunft Väterchen und ich werde dir dein Geld geben. Nachdem der Mann den Kanzler im ersten Stock in ein Zimmer geführt hatte bezahlte Schtiev für das Zimmer und verschloss hinter dem Mann die Tür. Ohne sich noch weiter im Raum um zuschauen, legte er seine Kleider ab und lag sich ins Bett. Es war lange, sehr lange her, dass er in einen richtigen Bett gelegen hatte.
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