Ritterheere-Forum
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THEMA: Lebenslinien
 
Andre von Taltitz

Vatikan
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Lebenslinien      28.02.2010 18:10:32 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
Mit festen schnellen Schritten eilen wir durch Schwedens Wälder. Mit festen Schritten eilen wir unseren Schwestern und Brüdern entgegen die in Blutigen Kämpgen Schwedens Freiheit verteidigten. Zusammen mit unseren Verbündeten aus Schottland, Norwegen und Island kämpfte Schweden für die Freiheit.

Mit Wut und unbändigen Hass hatten wir von dem feigen Überfall der Staufer erfahren die unsere Heimat überfallen hatten während wir noch im Osten im Feld standen. Feige und unehrenhaft war das einzige was mir dazu einviel.
Was ich über dieses ach so feine Volk dadurch hielt hatte ich an den abendlichen Feuern nur zu gerne von mir gegeben.

Mit jedem Schritt nähern wir uns nun dem Gebiet in dem der Krieg über unsere Heimat gekommen ist. Noch tragen viele meiner Kameraden frische Narben am Körper die sich in den letzten Kämpfen zugezogen haben. Vom Krieg ausruhen wollten wir uns, doch nun da feiges Christenvolk an unsere Küsten gespühlt wurden ist scheint die Müdigkeit aus unseren Knochen verschwunden zu sein.
Die Gerüchte brodeln und immer düsterer werden die Wolken die sich über Skandinavien zusammen zu ziehen scheinen.
Thule soll verwüstet wurden sein !
Truppen aus Sachsen sind angeblich gesichtet wurden !
Fremdes Kriegsvolk an anderen Stellen !
Schwedische Krieger in Kerken der Staufer auf unserem Heimatboden !

Doch auch gute Nachrichten erreichen uns. Nicht alleine stehen Norweger und Schweden in diesen Tagen. Schotten und Iren haben die alten Schwüre nicht vergessen und stehen an unsere Seite.
Es sind dunkle Tage. Es sind die Tage in denen viele Lebenslinien aufeinander treffen um eine große Geschichte zu erzählen.


 
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Veldoras

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Re:Lebenslinien      02.03.2010 01:00:49 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
Die Wochen vergingen und der anfängliche Zorn wich nur sehr langsam der Vernunft. Veldoras saß immer noch in seinem dunklen Verließ. Er hustete; seine Glieder schmerzten von den Ketten und die Kälte sowie die feuchte Umgebung taten ihr übriges ihn krank zu gemacht.

Er hatte noch nie darüber nachgedacht, wie es sein würde seine Freiheit zu verlieren. Sie war eine Selbstverständlichkeit gewesen, die ihm nun, da sie ihm genommen wurde, als höchstes Gut erschien. Die Isolation und die Ungewissheit lasteten schwer auf seinen Gemüt und drohten ihm den Verstand zu rauben. Und dann dieser Fraß... ekelhaft!

Um das miserable Essen musste er sich zumindest erstmal keine Sorgen mehr machen, da man ihm seit 3 Tagen keines mehr gebracht hatte, nachdem er einem der Wärter, der so dumm war in die Zelle zu kommen, die Nase brach. Es war eine gewisse Genugtuung, auch wenn der Wärter alsbald wiederkam um sich zu revanchieren.

Er musste lernen sich zu beherrschen, ruhig zu werden und nicht aufzufallen - sonst würde sich ihm nie eine Gelegenheit bieten aus diesem Verließ auszubrechen.

....

Es war früh am Morgen und Vel stand an dem kleinen, vergitterten Fenster das ihm erlaubte den Sonnenaufgang zu sehen. Der Sonnenaufgang, den er schon seit seiner Kindheit so liebte, war zu seiner einzigen Freude geworden. Er brachte Hoffnung - Hoffnung die jeden Tag am Morgen wuchs, nur um dann mit jeder verstreichenden Stunde wieder zu schwinden. Tag für Tag...

Wo waren seine Brüder? Was geschah in der Welt da draußern; in der Welt, die er nur durch ein kleines, mit massiven Stäben versehenes Loch in der Wand erblickte?

Er setze sich auf den Boden und begann im Stroh zu wühlen. Dabei musste er an seinen Vater denken, der stets sehr darauf erpicht war, das sein Sohn so viel lernte wie nur irgend möglich. "Du musst deine Heimat gut kennen - nur dann kannst du sie auch verteidigen.", das sagte er oft,
wenn Vel statt Karten zu studieren, lieber kämpfen wollte. Vel musste schmunzeln, als er an den strengen Blick seines Vaters dachte und nun in seiner Zelle in Romsdal eine Karte Schwedens am strohbedeckten Boden nachbaute.

Sehr sorgfälltig achtete er darauf, das er nicht beobachtet wurde und "zerstörte" die Karte sobald sich jemand näherte.

Er nahm kleine, grobe Steine um die ihm zuletzt bekannten Positionen der feindlichen und die der eigenen Heere darzustellen und ging für Stunden alle möglichen Heerzüge durch, die ihm logisch erschienen. Er hatte gestern zwei der Wachleute belauschen können, die sich darüber unterhielten, das die Hauptstreitmacht
der Staufer nach Trondelag aufbrach. Er überlegte welches Heer sich ihnen entgegenstellen könnte. Würde der Feind seine Armee teilen um Romsdal zu halten?

Wenn sie das taten und dann Romsdal und Trondelag, so sie es erobern können, halten wollen, würden ihre einzelnen Heere schwächer und schwächer werden. Wie könnten dann die nächsten Bewegungen aussehen? Was wenn sie zusammenblieben? Sie konnten nicht hoffen Länderein im Norden zu erobern und zu halten - das würde den zerrütteten Nordbund einen, denn kein Nordmann und keine Frau würde christliche Besatzer auf nordischem Boden dulden. Egal ob Schwede, Däne, Norweger, Same oder Isländer. Niemand!

Es wurde zu einer regelrechten Obsession alle nur erdenklichen Heerzüge und mögliche Schlachtausgänge durchzudenken. Mit der Zeit begann er sogar, sowohl fiktive, als auch historische Schlachten nachzubauen und eigene Strategien zu erarbeiten.

Jede Nacht betete er zu seinen heidnischen Göttern und bat sie um Kraft und Mut - um Vergebung und Rache...
 
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Agilamundo Svanqvist

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Träume sind Schäume oder doch Wahrheit?      06.03.2010 11:43:34 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
~*~ Leben ist, was einem begegnet, während man auf seine Träume wartet. ~*~
Verfasser unbekannt

Anno 1045

Erst seit Kurzem verwaltet Svana das Lehen Nybro in Småland, der Grafschaft von Lawinia. Nun schlendert sie durch das noch sehr kleine Dorf. Ein Fischer mit seiner Familie siedelte sich bereits an neben einen Bauern mit Familie, der das Feld bestellt. Sie ist zufrieden, sehen doch die Hütten beschaulich, sauber und gepflegt aus. Die zwei kleinen Kinder vom Fischer spielen friedlich miteinander auf der Straße. Svana lächelt in sich hin und atmet tief durch.
Sie geht weiter die Straße zum Fluss entlang, der an Nybro vorbeifließt. Der Fluss trägt einen hübschen Namen: Lindåsabäcken. Und unweit von hier gibt einen See, der Linnéasjön genannt wird. Svana ist häufig auf Erkundungstour, um ihr Lehen besser kennenzulernen.
Am Fluss angelangt setzt sie sich dort nieder. Die Sonne steht noch nicht sehr hoch am Himmel und die Luft ist frisch, doch das würde sich bald ändern. Der Fluss rauscht an Svana vorbei und glitzert einladend zum Baden. Doch sie schaut wehmütig das Wasser an. Oft stellt sie sich die Frage: Was wäre, wenn ihre Eltern nicht das Leben einst im Unwetter ließen. Sie kann sich nur an Erzählungen von anderen ihre Eltern erinnern. Das ist nicht viel.
Sie weiß nur, dass ihre Mutter sehr hübsch gewesen sein soll, sie den Namen Yrr Oddsdottir trug und eine hervorragende Weberin war und sich gut mit Kräutern auskannte. Letzteres soll wohl der Grund gewesen sein, weshalb ihr Vater Gunnvaldr Ivarsson sie unbedingt heiraten wollte. Ihr Vater war nach Erzählungen Händler und züchtete nach der Heirat mit Yrr wundervolle Pferde. ‚Er muss weit gereist sein’, denkt Svana über ihn nach. Wie schön es wohl geworden wäre, hätte sie ihn erleben und mit ihm mitreisen können. Doch es sollte nicht sein, dass ihre Eltern ihr Wissen auf sie weiter übertrugen und so fühlt Svana sich meist leer, wenn sie ihrer Eltern gedenkt. Beklagen kann sie sich jedoch nicht, denn sie hatte in dem Dorf, wo sie aufwuchs, nette Leute um sich und sie alle gaben ihr Bestes. Aber sie waren alle kein Elternersatz gewesen. Eine Zeit lang überlegten sogar die Leute, sie fortzuschicken zu ihren Großeltern noch weiter im Norden. Aber niemand wusste, ob diese noch lebten und so behielt man sie als Kind einfach da wo sie war.
Mit einem tiefen Seufzer lehnt sich Svana zurück und lässt sich ins kühle Gras sinken. Ein angenehmes Gefühl wenn man weiß, dass der Tag wieder heiß werden würde. Ihr Blick wandert gegen Himmel und eiligst wandern die Wolken fort. Svana schmunzelt bei dem Gedanken: ‚Nehmt meine Gedanken und meine Grüße mit hinfort. Ich wünsche euch eine gute Reise.’ Svana wurde schläfrig, nichts drängte sie heute und so schließt sie die Augen.

Svana erwacht und hört in der Ferne Stimmen. Eiligst erhebt sie sich und dreht sich um, um zu sehen, was in Nybro gerade passiert. Ein Ritter kommt im kleinen Dorf an und steigt von seinem edlen Ross ab. Neugierig steht Svana auf und geht aufgeregt dem Geschehen entgegen. Als der Fischer bereits in der Ferne sieht, dass Svana herbei kommt, macht er dem Ritter verständlich, dass sie die Herrin des Dorfes ist. Geduldig wartet der Ritter auf ihre Ankunft und grüßt sie freundlich. Er kommt von weit her, denn seine Stimme hat einen fremden Akzent, und bittet um Obdach für die Nacht. Svana ist erstaunt, denn die Sonne steht noch nicht sehr weit am Himmel und der Ritter schafft es locker bis zur nächst größeren Stadt, aber da dies sein Wunsch ist, gewährt sie ihm diesen. Ein wenig Abwechslung ist ihr natürlich auch sehr willkommen.
Svana bedankt sich beim Fischer um seine Fürsorge. Sodann bittet sie dem Ritter ihr zu folgen. Einen großen Komfort für Pferde kann sie noch nicht bieten, aber einen kleinen Unterstand und eine lange Kette zum Grasen. Svana fühlt sich mit einem Mal sehr wohl in der Nähe des Ritters, ein Gefühl der Geborgenheit kommt auf. Schweigend sieht sie ihm dabei zu, wie er sein Ross umsorgt.
Anschließend lädt sie ihn auf einen Met bei sich in der Hütte ein. Dieser nimmt dankend an. Noch wagt es Svana nicht, ihn mit Fragen zu löchern, aber der Met löst alsbald ihre Zunge. Und so geht ein langes, abenteuerliches und unterhaltsames Gespräch los, wo gescherzt, gelacht und gesungen wird bis in die Nacht hinein. Der Ritter hat viel aus fremden Ländern zu erzählen und spricht mitreißend von den Abenteuern, die er dabei erlebte. Es muss wohl das Händlerblut ihres Vaters sein, welches die Worte des Ritters in Svana wie ein Schwamm aufsaugt und Fernweh vermittelt. Gern würde sie mit dem Ritter am nächsten Tag mitreiten und die Welt erkunden. Aber da ist noch so ein Gefühl in seiner Gegenwart dabei, welches sie nicht deuten kann. Ein Gefühl des Wunsches, er möge für immer bleiben …
Der Abschied naht schneller als gewünscht. Schon am Morgen sattelt er das Pferd. Er bedankt sich aufrichtig für die Gastfreundschaft und steigt auf sein edles Tier. „Lebt wohl, Svana Gunnvaldsdottir av Nybro“, sind seine sanften Worte zum Abschied ehe er in einer hellen Nebelwolke entschwindet. Nach und nach nimmt der gleißende Nebel von allem Besitz und entreißt Svana die Wiesen, den Fluss, die Bäume, den Acker, die Menschen, die Hütten, die Straße. Nun ist sie allein und fühlt sich wieder unendlich leer - ehe auch sie der Nebel verschlingt.

Die Sonne steht nun oben im Zenit und blendet Svana. Mit einem seltsamen Gefühl liegt sie nach wie vor auf dem Rücken und blickt gen Himmel. Die Wolken haben es nun weniger eilig. Auch wenn gleich der Ritter aus ihrem Traum weder einen Namen noch ein Gesicht hatte, so kommt er Svana doch sehr vertraut vor. Und sie weiß, als er fort ging, trug er ihr Herz mit sich.
Mit einer Träne im Auge schaut sie weiter zum Himmel auf und lächelt den Wolken entgegen: „So lebt wohl.“


 
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Veldoras

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Re:Lebenslinien      06.03.2010 14:16:33 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
4. November 1045 - immer noch im Kerker von Romsdal

Die Tage wurden kürzer und kürzer und die Situation immer unerträglicher.

Veldoras hatte sich in letzter Zeit außerordentlich bemüht sich ruhig zu verhalten und nicht aufzufallen. Seine Wachen, im Glauben seinen Willen letztlich doch gebrochen zu haben, waren mit sich zufrieden und schenkten ihm nur noch wenig Beachtung. Sie wirkten gelangweilt und wurden unvorsichtig.

Die Wache zu überwältigen wäre zwar möglich, aber wie ging es dann weiter? Er war hierher gebracht worden, nachdem er in der Schlacht um Romsdal das Bewusstsein verloren hatte - er hatte also keine Ahnung wo genau er war. Monate waren vergangen und keine Hilfe kam.

Mittlerweile war er zu allem Übel auch noch krank geworden. Fieber, Kopfschmerzen und Husten plagten ihn. "So begann es auch bei Bartholome", dachte er, "...vor einem Monat hat man seinen leblosen Körper dann aus seiner Zelle getragen." Es würde schwierig werden, aber er musste es versuchen sonst würde er hier über kurz oder lang auch sterben.

Vel lag am strohbedeckten Boden, hustete und atmete schwer. Die Wache vor seiner Zelle blickte kurz zu ihm und widmete sich dann wieder seinem Essen. Es war ein junger Mann; nicht sehr kräftig, mit kurzen braunen Haaren. Er trug eine alte Lederrüstung und ein Langmesser hing an seinem Gürtel.

Nach einer Weile bemerkte der Mann, dass der Gefangene aufgehört hatte zu husten. Er ließ den Löffel in die Holzschale sinken und schob sie dann langsam beiseite. Das Verließ war schlecht beleuchtet, sowohl in den Zellen als auch im Gang der sie miteinander verband und er musste sich bemühen etwas zu erkennen.

Er stand auf und ging näher an die Zelle heran. Misstrauisch neigte er den Kopf zur Seite und begutachtete den regungslosen Körper in der Zelle: "Hey!" Eine kurze Pause und dann: "Hey, Schwede, nicht sterben! Wir brauchen dich vielleicht noch". Er wartete kurz; dann zu sich selbst: "Verdammt". Er ging zurück zu seinem Tisch und holte einen Schlüssel. "War ja klar, dass der Idiot ausgerechnet während meiner Wache den Löffel abgibt." Bevor er aufsperrte rief er noch etwas in den Gang hinter sich.

Eine weitere Wache kam herüber. "Was ist los?"
"Der da ist glaube ich tot."
"Na großartig.", sagte er genervt. Nach einer kurzen Pause: "Naja, dann schaffen wir ihn halt weg."

Die Tür wurde geöffnet und die Beiden traten in die Zelle.

Vel konnte kaum ein Wort verstehen, ihm war aber schnell klar, dass das Ganze überhaupt nicht so lief wie geplant - aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Eine der Wachen gab ihm einen Tritt und er musste sich sehr beherrschen nicht aufzuschreien. Auch fiel es ihm schwer seine Hustenanfälle zu unterdrücken und den Atem flach zu halten.

Mit seinem Fuß, drehte die Wache den am Bauch liegenden Gefangenen auf den Rücken. Vel achtete darauf seinen rechten Arm so zum liegen zu bringen, dass sein Handrücken nach oben zeigte und so der kleine, spitze Stein in seiner Hand nicht zu sehen war. Die Wache beugte sich über ihn und Vel schlug den Stein mit aller Kraft gegen seinen Kopf. Der Mann brach zuckend über ihm zusammen. Vel hatte einige Mühe ihn von sich zu schieben.

Er ergriff die Waffe des Toten und kam auf die Beine - gerade rechtzeitig um einen Hieb des zweiten Staufers abzuwehren.

Noch ein Hieb. Und dann noch Einer. Der Staufer prügelte mit aller Kraft auf ihn ein und Vel, geschwächt vom Fieber, hatte große Mühe die Schläge zu parieren. Er taumelte zurück. Die Wache rammte ihm sein Knie in den Magen und setze sofort mit dem Knauf seines Schwertes nach. Vel ging wieder zu Boden; er kniete nun und bekam kaum Luft. Um sicher zu gehen, schlug die Wache gleich noch mal mit der Linken zu. Seine Faust traf Vel mitten ins Gesicht als er hochblickte und raubte ihm damit die letzte Kraft. Blut lief ihm aus Nase und Mund. Er stützte sich auf seine Arme und atmete schnell.

Unsanft griff der Mann nach Vel's Kinn und hob dessen Kopf so an, dass er in sein Gesicht blicken konnte als er sprach: "Und jetzt schicke ich dich zu deinen Göttern, du Hund! ... Jetzt wirst du ..."
"... sterben". Aber es war nicht der Staufer der den Satz beendete - statt Worten kam ein Blutschwall aus seinem Mund.

Vel sah in sein Gesicht, das sich zu einer grotesken Fratze verzerrt hatte. Im schwachen Licht der Fackeln erblickte er einen Hünen von einem Mann hinter dem Wärter - seine Waffe tief im Nacken des Staufers versenkt. Er riss sie mit einem Ruck heraus und der Gegner fiel in sich zusammen.

Der Mann, der den Staufer erschlug war groß gewachsen, mit breiten Schultern und nordischen Zügen. Er sah kurz zu dem leblosen Körpern hinüber, kurz über seine Schulter nach hinten und reichte Vel dann seine Hand um ihm auf die Beine zu helfen.

"Sie haben derzeit leider keine freien Plätze in Walhall - du wirst also noch etwas bei uns bleiben müssen.", scherzte der Krieger mit kräftiger Stimme.
 
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Andre von Taltitz

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Re:Lebenslinien      06.03.2010 16:46:23 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
Es war kalt. Sehr kalt.
Tags über waren wir marschiert. in den Nächten saßen wir an unseren Feuern und schliefen oft da ein wo wir uns nieder gesetzt hatten. Der Hunger nach dem Kampf gegen die Staufer ließ uns die Entbehrungen vergessen.
Dann waren wir in Trondelag ankommen.
Ich erinnere mich jetzt noch an die nieder gebrannten Dörfer. Ich erinnere mich an den Geruch des verbrannten Fleisches. Erinnerte mich an die erbärmlich aussehenden frischen Gräber.
Am letzten Abend vor der Schlacht hatte ich mich etwas abseits der anderen gesetzt und aus dicken Holzbrettern Kreuze gearbeitet wie sie das Christenpack für ihre Gräber so gerne benutzte. Mit der Zeit beobachteten mich meine Kameraden immer misstrauischer deswegen bis schließlich zwei Norwegische Krieger den Mut fanden mich danach zu fragen.
"Warum machst du das ?"
Mit meinem Messer zeigte ich auf das zugespitzte untere Ende
"Das meine Freunde werde ich jedem Totem Staufer den ich finde in sein feiges Herz rammen damit ein jeder Christ weiß was ihn erwartet wenn er Odins Volk heimtückisch und feige angreift"
Sie sahen erst mich an, dann sich gegenseitig. Mit einem Grinsen begaben sie sich zurück zu ihrem Feuer.

Der nächste Morgen sollte für so viele der letzte werden.
Mit Faszination beobachte ich die Pfeile die unsere Schützen auf den Feind abschossen. Sah wie ein Staufischer gemeiner einen Pfeil fast senkrecht in die Schulter bekam.
Mit Schrecken sah ich die Pfeile der Feinde in unsere Reihe einschlagen. Eine mir fremde Kriegerin die nur ein paar Meter neben mir stand ging leise fluchend zu Boden als zwei Pfeile ihren rechten Fuß auf den Boden festnagelten. Gerade als ich ihr helfen wollten stürmten unsere Reihen dem Staufern entgegen. Nichts und niemand konnte mich aufhalten. Selbst ich nicht wenn ich gewollt hätte.
Mit einem Krachen, Donnern, Aufschrei trafen die beiden Heere aufeinander als wenn alle unsere Götter ihren Hass und ihre Wut hinaus brüllten hätten.
Es ist mir auch jetzt, Stunden danach nicht möglich die Schlacht in ihrer Gänze zu beschreiben. Zu groß war das Hauen und Stechen, das Schreien und Keuchen, das Töten und Getötet werden.
Ich erinnere mich an einen Staufer dem ich meinen Speer in die Leiste rammte und ihn schreiend wie ein Schwein zu Boden gehen. Gerade als ich ihn mit seinem Schwert den letzten Stoß geben wollte wurde ich von drei anderen Rittern und ein paar Gemeinen abgedrängt. Es gelang mir noch einen der Gemeinen das Schwert in den Brustkorb zu stoßen bevor ich selber zu Boden ging.
Stunden, die wie Tage schienen, später erwachte ich auf dem Feld. Aus meiner rechten Hüfte sickerte immer noch Blut und mein rechter arm war nur noch ein einziger großer Schmerz. Nur mit großer Mühe gelang es mir mich aufzurichten. Beinah wäre ich wieder gestürzt hätten mich nicht zwei starke Arme festgehalten.
Ante Hammerfall av Skaven, mit dem ich ab morgen vor der Schlacht noch einmal das Kämpfen geübt hatte stütze mich und brachte mich zu den Feldscheren die sich in der nähe eines kleinen Baches um die verletzten kümmerten.
"Ruhig, wir haben gewonnen. Romsdal wurde ebenfalls befreit und ebenso all unsere Brüder und Schwestern die in den Kerkern festgehalten wurden." redete Ante leise auf mich ein, mehr um mich abzulenken wie mir schien.

Kurz bevor wir das Feldlazarett erreichten sah ich noch ein paar Norwegische Krieger die Hölzerne Kreuze in die Leichen der Staufer stießen


 
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Agilamundo Svanqvist

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Verbrannte Seelen, verbranntes Land      07.03.2010 19:17:31 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
>> Im Frieden werden die Väter von ihren Kindern begraben,
im Krieg aber die Kinder von den Vätern. <<
von Krösus (um 595 vChr - 546 vChr)

Anno 1045

In Schweden tobt der Krieg. Von allen Seiten fallen die Feinde in das Land ein. Selbst Svana muss erleben, wie die Sachsen Einzug im Osten halten. Und so wird nun auch in ihrer Lebensgeschichte die Idylle des Friedens gebrochen.

~*~

Schon von weitem sieht man den Acker, eine der beiden Hütten und den Stall brennen. Wenige Menschen eilen dort hektisch herum, um das Feuer zu löschen. Dass es aussichtslos ist, kann ein jeder sehen, nur dringt die Wahrheit noch nicht in den Köpfen ein.

Mit leerem Blick und ausdruckslosem Gesicht steht Svana unweit vor Nybro. Dieser Anblick ist neu für sie und sie weiß nicht so recht, was sie im Dorf erwartet. Ihr Atem geht schwer, aber ruhig - sie ist bereit jenes zu sehen, was die Sachsen ihr hinterlassen haben. Steif und mit flauem Gefühl im Magen setzt sie langsam, aber bestimmt ihren Weg fort.
Es gleicht einem Trauermarsch eines Einzelnen – nein, Svana fühlt sich schuldig, diese Menschen je im Stich gelassen zu haben und kehrt nun reumütig Heim. Die Einwohner von Nybro tragen die viel größere Last als sie – das ist Gewissheit.
Umso näher sie nun kommt, desto größer wird der Kloß in ihrem Hals, der ihr die Luft abschnürt. Der Acker liegt ihr zuerst vor Füßen: schwarz, abgebrannt. Die ganze Arbeit ist dahin und befindet sich nun in den Armen der ungnädigen Göttin Hel. Mit einem Mal verschwimmt die Welt vor ihren Augen und nun rollen Tränen über das Gesicht. Sie kann nicht weiter an sich halten, das Herz zerspringt ihr in der Brust und rennt nun auf das Dorf zu. Jetzt will sie das Ausmaß ganz kennen. Es sind die Männer und Knaben von Nybro, die Wasser herantragen. ‚Wo sind die Frauen und Kinder?’, ist Svana erster, schreckensvoller Gedanke. Nach Sekunden ihrer Starre ist es der Fischer, der Svana bemerkt und auf sie bedächtig zukommt. Er sieht ihr tränengetränktes Gesicht und lächelt sie beruhigend an: „Wir sind alle wohlauf. Als wir die Sachsen von weitem kommen sahen, nahmen wir alle unsere Beine in die Hände und rannten um unser Leben.“
Svana schließt die Augen und atmet einmal kräftig durch. ‚Das ist eine gute Botschaft.’
Der Fischer spricht nach einer kurzen Pause weiter: „Die Hütte und den Stall bauen wir wieder auf. Der Bauer sagte mir selbst, er kann den Acker wieder bestellen. Die verbrannte Erde sei gar nicht mal so schlecht“, beschwichtigt dieser. „Also sei unbekümmert und kehre zum Heer zurück. Man wird dich dort brauchen. Wir schaffen das hier schon.“
Sie weiß, der Fischer hat Recht. Hier kann sie nicht sehr viel ausrichten. Mit einem erleichterten Gefühl verabschiedet sich Svana und gibt das Versprechen, künftig besser über sie zuwachen. Jetzt wird es Zeit, dass sie an ihren Aufgaben wächst.


 
Letzte Änderung: 2010/03/07 19:25 von Agilamundo Svanqvist.
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Weor

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Re:Verbrannte Seelen, verbranntes Land      07.03.2010 23:11:23 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
15 Midsommerfeste war er erst alt.
Es kam ihm wie Gestern vor, als er im Fischerdorf so vor sich hin döste.
Da kam ein Heer in das Dorf und lagerte dort. 2 Männer kamen zu dem Fischerhaus, indem er wohnte, und verlangten den gesamten Fang für das Heer.
Nein, dachte er. Das ist für das Dorf , das brauchen wir für uns zum Überleben.
Er widersetzte sich den Soldaten, worauf die ihn begannen zu schlagen. Er parierte gut, konnte auch einige gute Treffer landen.Einen schlug er zu Boden, den anderen in der Mangel vernahm er plötzlich" Hört auf, sofort!"
Ein großer Krieger stand vor ihm, Veldoras, so stellte er sich vor.
" Du kämpfst sehr gut, hast gute Reflexe" sagte er
"Ich nehm dich deiner an und lehr dich ein guter Krieger zu werden. Du erhälst ein Lehen von mir und ich zeig dir wie man kämpft. Bewirtschafte dein Lehen gut, erbringe mir reichlich Ernte und kämpfe treu für unseren Thanen."
So schloss ich mich ihm an und er wurde mein Lehrmeister.
Wir zogen mit dem Heer gen Westen, den Staufern entgegen.
Vel brachte mir während der Reise viel bei und dann kam der Tag der ersten Schlacht.
Während ich versuchte, nur mein Leben zu wahren, verlor ich Vel aus den Augen.
Später erfuhr ich, das die Staufer ihn eingekerkert hatten.

Seitdem hab ich nun 3 Schlachten geschlagen. Ich wurde eingekerkert, befreit, verwundet, gedemütigt und doch habenwir mit unseren Vebündeten die Staufer zurückdrängen können.
Auf unserem Vormarsch gabelten wir den vewundeten Veldoras auf, der sofort versorgt wurde.
Da ereilte uns die Nachricht, das im Osten des Landes die Sachsen eingefallen seien.
Bei Odin, jetzt brauchen wir den Beistand der Götter.
Unser Land wird von 2 Seiten eingenommen.
Aber wir sind Nordmänner, erst der Anblick einer Walküre verheisst uns die Erlösung.
So kämpfen wir Schweden um jeden Grashalm in der Heimat.


Echte Männer essen keinen Honig,
Echte Männer kauen Bienen.

 
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Veldoras

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Re:Lebenslinien      09.03.2010 17:50:49 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
20. November 1045 - Romsdal

Vel ergriff die ihm gebotene Hand und kam auf die Beine. Er taumelte und spukte Blut.

Der Krieger, der ihm soeben das Leben gerettet hatte, war etwas größer und älter als er. Er hatte langes, hellbraunes, fast blondes Haar; dichte, tiefsitzende Augenbrauen und ein breites, bartloses Kinn.

Er wartete einen Moment und sprach dann weiter: "Sei gegrüßt Veldoras, mein Name ist Hjalmar. *er machte eine kurze, andächtige Pause* Man schickt mich den weiten Weg aus Västmansland zu euch, um über euer Leben zu wachen ... gerade zur rechten Zeit wie mir scheint", fügte er leicht lächelnd hinzu.

Veldoras ging langsam neben Hjalmar durch den dunklen Kerker, der für die letzten Wochen und Monate sein unwirtliches Zuhause war. Unterwegs sah er, das auch seine Freunde befreit wurden. Die Norweger waren endlich eingetroffen und haben Romsdal zurückerobert.

"Du bist sicher neugierig was sich so zugetragen hat. Ich will euch berichten."

Noch zu benommen um seine Gedanken zu ordnen und Fragen zu stellen, ging Vel, den Ausführungen Hjalmar's lauschend, die grob gehauene Steintreppe nach oben.

"Die Staufer, die euer Heer vor einigen Monaten aufgerieben haben, haben danach auch noch Thule und Trondelag verwüstet. Soweit ich gehört habe, wurde Trondelag jedoch wieder befreit und die nächste Schlacht um Thule steht an.

Im Südosten des Landes sind die Sachsen mit 3 Heeren eingefallen. Italiener, Franken, und weitere Christen sind angeblich auf dem Weg."


Vel war noch immer benommen und die Worte Hjalmars trafen ihn, als wären es weitere Schläge des staufischen Wärters gewesen. Er kämpfte damit, nicht das Bewusstsein zu verlieren. Alles drehte sich. Er war verwirrt. Wie konnte es nur soweit kommen?

Er war weniger darüber verwundert, das sich der Feind, feige wie er war, nur mit einer überwältigenden Übermacht in den Norden traute, als vielmehr darüber, das er es überhaupt tat.

Selbst den geistig Verwirrten, müsste doch wohl klar sein, das sie Schweden nicht in die Knie zwingen könnten. Sie konnten Grafschaften besetzen, so viele sie wollten, aber die würde man wieder befreien. Sie konnten Felder in Brand stecken und Dörfer verwüsten - man würde sie wieder aufbauen. Wer hier oben im Norden geboren ist, ist ein hartes Leben gewohnt und so etwas wie Kriegsmüdigkeit gibt es unter Nordmännern nicht. Aber sei es wie es sei. Sie würden wohl kaum zur Vernunft kommen.

Das sich nun jedoch auch etliche andere christliche Völker dem Feldzug der Staufer - wie Aasgeier - angeschlossen hatten, war dagegen leider wenig überraschend. Feiges Pack! Und uns nennen sie plündernde Barbaren?!

"Gibt es vielleicht auch eine gute Nachricht, Hjalmar?", fragte Vel schließlich.

"Wenige - eigentlich Keine.", sagte er trocken, blieb dann stehen, kramte in seinen Sachen und reichte Veldoras ein Trinkhorn. "Aber ich habe hier noch etwas Met für euch."

Vel nahm das ihm Gebotene lächelnd an.

"Was... was meinst du überhaupt... du wurdest geschickt? Von wem?", fragte Vel weiter.

Hjalmar überlegte kurz und erwiderte dann: "Natürlich. Entschuldigt - woher solltet ihr das Wissen. Unser Thane und seine Huskjarle haben entschieden euch zum Jarl von Värmland zu ernennen."

"Zum Jarl!", fragte Vel ungläubig nach.

Hjalmar zog die Schultern hoch und schmunzelte: "Naja, wird schon einen Grund haben."

Vel freute sich sehr über das ihm offenbar entgegengebrachte Vertrauen, auch wenn die neue Situation seine Sorgen derzeit nur noch mehrte.

Sie verließen gemeinsam den Kerker und Vel verbrachte unter Protest die Nacht im Heerlager der Norweger. Lieber wäre er sofort aufgebrochen.


29. November 1045 - Thule

Seiner Jugend war es wohl zu verdanken, dass er sich so rasch erholte und am Abend des 29. Novembers im Jahre 1045 erreichten sie das Feldlager in Thule.

Was er hier sah, erfüllte sein Herz mit Freude: Schweden und Norweger, Iren und Schotten bereiteten sich gemeinsam auf die kommende Schlacht vor. Die Schotten und die Iren - fern der Heimat, ohne Aussicht auf Silber, nicht wissend ob Sie ihre Familien jemals wieder sehen würden. Sogar Könige, Kanzler und Grafen waren gekommen! Er hoffte er würde den Tag erleben, an dem er seinerseits diesen Verbündeten zur Seite stehen durfte.

Soweit ihm bekannt war, hatten sich die Samen und die Dänen bis jetzt aus dem Konflikt raus gehalten. Er schätze vor allem die Dänen sehr, war doch sein Mutter als eine von Ihnen geboren worden. Und so wollte er sich seine Enttäuschung nicht eingestehen - sie hatten bestimmt ihre Gründe. Und es waren gewiss gute Gründe.

So denkend, schritt er durch das Lager und begrüßte Freunde und Gefährten. Er war erleichtert, das kaum einer der ihm vertrauten Schweden fehlte. Besonders erleichtert war er, das Weor, wenn auch etwas mitgenommen, unter den Kriegern war. Es ist nicht lange her, dass sie sich zuletzt gesehen hatten, dennoch schien er verändert. Seine Haltung, sein Blick. Vel ging gerade auf ihn zu, als einer der Heerführer den jungen Weor lauthals zu einer Waffenübung bestellte.

Sie würden bestimmt später noch Gelegenheit haben miteinander zu reden...
 
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Adan

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Re:Lebenslinien      11.03.2010 20:45:45 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
Adan öffnete die Augen, streckte sich und gähnte laut.
Blinzelnd schaute er sich um. Er lag in einem Schlafsack in einem Zelt.

Er erinnerte sich wie die ganzen Tage davor, wo er war: Im Krieg gegen die Staufen.
Die Götter haben die nordischen Heere aus dem Osten von den Mordwinen zurück zum Heimatland geleitet. Die Staufen sind in das Land eingerannt und wurden kurz nach den Grenzen wieder zurückgeschlagen.
Trotzdem hatten es die feindliche Heere geschafft, auch Adan´s Lehen in Trondelag zu überrennen und einzunehmen. Nun bewahrten es die Norweger für ein gewisse Zeit.

Langsam wälzte er sich aus dem Schlafsack und zog sich seine Kleidung an. Schließlich schlüpfte er in seine Stiefel und stand auf.
Kaum als er das Zelt verließ, verfingen sich schon die ersten kleinen Schneeflocken in seinem kleineren Bart und in seinen Haaren, sodass Adan schon fröstelte.
Er schlenderte, seinen wärmenden Mantel um sich schlingend, zur nächsten Feuerstelle des Lagers und setzte sich auf einen Baumstamm.
Adan schaute gedankenverloren auf die Glut und dachte über seine Verganheit nach. Viel war schon passiert und viel würde noch passieren...
 
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Veldoras

Schweden
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Re:Lebenslinien      12.03.2010 18:35:24 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
12. Februar 1046 - ein Feldlager im Norden Schwedens

Während man sich anderswo auf die Verhandlungen zwischen dem Nordbund und den Völkern der Christen vorbereitete, hockte Vel schon früh am Morgen in seinem Zelt und konnte nicht mehr schlafen.

Die letzen Schlachten in Thule und Trondelag waren unerwartet einfach gewesen. Die Schlacht um Thule war gar so rasch vorbei, das er den Feind kaum zu Gesicht bekommen hatte.

Den Berichten zufolge, die ihm zu Ohren gekommen waren, schien der Gegner in keinster Weise darauf bedacht, Jarltümer hier im Norden zu halten, sondern sie einfach zu verwüsten und so den Druck aufrecht zu erhalten um eine bessere Verhandlungsposition zu erringen.

Er hatte vor einigen Tagen von einem fahrenden Händler einige Rollen Pergament gekauft und hatte damit begonnen Karten zu zeichnen. Über diesen, teilweise noch ungenauen Karten, saß er nun und studierte die Situation soweit sie ihm bekannt war.

Nach einer Weile musste er innerlich Lachen. Auf den Karten sah all das wie ein Spiel aus, auf dem man Truppen von Punkt A nach Punkt B verschob, Ländereien eroberte, sie verlor, nur um sie dann erneut zurückzugewinnen. Was man auf den Karten aber nicht erahnen konnte war, wie sehr das einfache Volk unter diesem Spiel litt.

Aber so war das nun mal. Auch die Nordmänner führten Kriege. Aber zumindest nicht unter dem scheinheiligen Vorwand damit einen Frieden erreichen zu wollen. ...einen Krieg vom Zaum zu brechen um Frieden zu erzielen - der Gedanke war geradezu absurd.

Er dachte an sein Lehen auf Kronoberg und an das ihm zur Verwaltung überlassene Jarltum Värmland, welches er noch nie gesehen hatte; dachte an die Menschen dort und an Freunde die sich weit weg in anderen Heeren befanden. Auch daran, dass viele von ihnen vermutlich bereits tot waren, weil sich der christliche Gott und seine irdischen Anhänger nach Frieden sehnten.

Ihm war nicht mehr nach Lachen und er beschloss nach draußen zu gehen und sich den Sonnenaufgang anzusehen. Davon erwartete er sich innere Ruhe und neuen Mut.

Er verließ sein Zelt, aber zu seiner Enttäuschung gab es keinen Sonnenaufgang - der Himmel in der Ferne war Wolkenverhangen und düster...
 
Letzte Änderung: 2010/03/12 18:37 von Veldoras.
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