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Re:Lebenslinien 12.03.2010 20:57:11 --- 2 Jahre, 2 Monate her
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Langsam glitt der Schleifstein über den Stahl meines Speers. Ohne darauf zu achten was ich tat musterte ich unser Heerlager. Wie ich prüften die meisten der Krieger ihre Waffen, Rüstungen oder Pferde zu überprüfen und für kommende Kämpfe bereit zu sein.
Ich sah Adan der in Gedanken versunken an einem der Feuer saß, sah Veldoras der wie so oft in den letzten Tagen dasaß und an seinen Karten arbeitete. Plötzlich schaute er auf, sein Blick ging ins Leere und verdüsterte sich.
Es waren düstere Tage für uns für uns alle. Immer mehr Anhänger des grausamen Christengottes strömten nach Schweden um Tod, Verwüstung und Elend zu bringen. Nicht das ich einen anständigen Kampf fürchte doch was an fremden Kriegsvolk in unser aller Heimat strömte sah für mich nicht nach großer Tapferkeit aus. Jedoch sagten die Gerüchte und der Tratsch des Lagers das Frieden in der Luft läge. Ich hoffte das das Christenvolk zu ernsthafteren Frieden bemüht war als einige von ihnen zu ehrenhaften Krieg. Das Volk der Staufer hatte sich jedenfalls dauerhaft in mein Gedächtnis gebrand. Ich hoffte das ich noch erfahren würde welche anderen Völker so unehrenhaft waren. Allerdings hoffte ich auch zu erfahren ob es Ehre bei den Christen gab.
Ich legte meinen Speer beiseite und griff nach meinem Schild und überprüfte ihn auf Schäden. Dabei malte ich aus das ich zusammen mit meinen Schlachtschwestern und Brüdern eines Tages nach Staufen ziehen würde um ihnen den Schrecken zu zeigen den sie über uns gebracht hatten. Wir würden ihnen zeigen das wir Nordvölker niemals verzeihen oder Vergessen !
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Re:Lebenslinien 14.03.2010 14:59:41 --- 2 Jahre, 2 Monate her
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4. März 1046 - Heerlager in der Nähe von Sandviken, Jämtland
Die Schlacht um Kopparberg war geschlagen - und sie hatten verloren. Sie hatten sich zwar gut gehalten und den Sachsen einen harten Kampf geliefert, aber der Gegner hatte seine Truppen gut koordiniert. Kurz nachdem die beiden Heere aufeinander trafen, war von Osten ein weiteres Sachsenheer dazu gestoßen. Die schwedischen Krieger hatte keine Chance.
Vel hatte in letzter Zeit so einiges einstecken müssen. Kürzlich hatte er einen Trainingskampf mit SzunTzu ausgefochten. Das Duell musste für die Zusehenden ungewöhnlich hart und verbissen gewirkt haben. SzunTzu war scheinbar niemand der halbe Sachen machte. Der Kampf war anfangs ausgeglichen, aber dann versetze er Vel einige heftige Hiebe und nach einer Weile musste dieser sich geschlagen geben. Ein guter Kampf, aber er hatte ihn viel Kraft gekostet.
Dann die Schlacht mit den Sachsen. Auch hier konnte er keinen Sieg erringen. Sie mussten sich zurückziehen. Glücklicher Weise hatte sie wenige Verluste - jedoch viele Verletze.
Sie hatten sich nach Sandviken zurückgezogen um sich dort um die Verwundeten zu kümmern und wieder zu Kräften zu kommen. Die Siedlung war groß genug um das Heer mit allem Nötigen zu versorgen. Die Angst der Einwohner war förmlich zu riechen. Die hier Lebenden, waren keine Krieger - es waren überwiegend Frauen und Kinder; alte Männer und Knaben, kaum in der Lage sich selbst zu verteidigen.
So sehr er das Beisammensein mit seinen Brüdern im Heerlager normalerweise genoss, so sehr sehnte er sich im Moment danach etwas für sich zu sein. Er wirkte auf viele Leute älter, war aber eigentlich noch recht jung und hatte in den letzten Monaten viel erlebt, das ihn noch eine ganze Weile begleiten würde. Nun brauchte er etwas Zeit dies alles zu verarbeiten.
Die klare, kalte Luft tief einatmend spazierte er gedankenversunken am Rande der Stadt auf einem kleinen Feldweg. Er kam an einem Hof vorbei und bemerkte rasch, dass ihm jemand, versteckt im nahen Feld, folgte. Er setzte seinen Weg langsam fort und ließ sich nicht anmerken, dass er seinen Verfolger bemerkt hatte.
Der Weg führte direkte am Haupthaus des Hofes vorbei und kurz bevor er es erreichte, stürmte sein Verfolger aus dem Feld heraus und rannte auf ihn zu. Er war klein, aber flink und Vel war überrascht wie kräftig er war. Der Angreifer sprang ihn an und riss ihn beinahe zu Boden. Vel brachte rasch etwas Distanz zwischen ihn und seinen Angreifer. Er hob besänftigend die Arme und musterte sein Gegenüber: Sein Haar war zerzaust und hatte die Farbe des Weizens im Feld hinter ihm. Er trug einfache Kleidung, war mit einem knorrigen, blattlosen Ast bewaffnet und höchstens 8 Jahre alt.
"Sprich! Wer bist du und was willst du hier?", fragte er mit ernster Miene und fixierte Vel dabei.
"Mein Name ist Veldoras, ich bin ein Krieger Schwedens und nicht dein Feind, Junge", als er sprach senkte er langsam seine Arme und sah dem Jungen dabei in die hellen, blauen Augen.
Ihn immer noch genau beobachtend schien der Junge zu überlegen ob er dem Fremden vertrauen sollte oder nicht.
"Tjure! Junge! Was machst du da?", brüllte eine Frau von der kurzen Treppe des Bauernhauses herab. Sie rannte herbei und zog den Jungen zurück während Sie Vel ansah: "Entschuldigt, Herr. Mein Junge scheint nicht ganz bei Trost zu sein." Sie blickte den kleinen Tjure direkt an: "Geh sofort ins Haus, hörst du?!". "Aber Mama...", begann er zu protestieren. "Sofort!", setzte sie nach. Widerwillig gehorchte Tjure.
Vel war überrascht, die Frau war bestimmt nicht älter als 25 Jahre. Sie hatte langes, blondes, lockiges Haar und ein hübsches Gesicht.
Sie sah, das Vel nicht verärgert schien - im Gegenteil er lächelte. Sie sah zu Boden und schüttelte den Kopf ehe sie ihn leicht lächelnd wieder ansah: "Es tut mir wirklich leid. Er muss gedacht haben, ihr seid hier um... er muss eure Waffen gesehen haben und dachte bestimmt..."
"Schon gut", beruhigte Vel die junge Mutter. "Es ist ja nichts geschehen. Ein sehr kräftiger Junge - hätte mich beinahe umgeworfen. Und sehr wachsam wie mir scheint", er lächelte sie jetzt direkt an.
"Ja, kräftig ist er und wachsam auch. Nur an Vernunft und Urteilungsvermögen mangelt es ihm noch." Sie sah über ihre Schulter zum Haus zurück. Tjure stand in der Tür und beobachtete Vel immer noch ganz genau. Die Frau sah wieder zu Vel, neigte ihren Kopf etwas zur Seite und sprach weiter: "Ach bitte, bleibt doch eine Weile - seid unser Gast. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Gelegenheit geben würdet mich für das Verhalten meines Sohnes zu entschuldigen."
Vel willigte sofort ein und gemeinsam gingen sie zum Haus und nahmen an einem großen Tisch auf der Veranda Platz. Die Sonne schien, der Himmel war fast wolkenlos und es war angenehm warm für diese Jahreszeit.
Sie schloss kurz die Augen und schüttelte verlegen den Kopf: "Wie unhöflich von mir. Ich hab mich euch noch nicht mal vorgestellt. Mein Name ist Aenna. Wie heißt ihr?"
"Sein Name ist Veldoras", kam die Antwort auf ihre Frage von dem immer noch in der Tür stehenden Tjure.
Aenna drehte sich um und sah übertrieben streng zu ihrem Sohn. Dann lächelte sie ihn an und sagte: "Los, komm her 'Hüter des Hofes'. Ich glaube eine Entschuldigung bei unserem Gast wäre angebracht."
Tjure zögerte etwas, blickte verlegen zu Boden und kam dann langsam näher. Er blieb vor Veldoras stehen und hob den Kopf: "Tut... tut mir leid. Ich wollte euch nicht weh tun."
"Entschuldigung angenommen, Tjure. Möchtest du dich zu uns setzten?", fragte Vel.
Er nickte und setzte sich zu seiner Mutter. Sie unterhielten sich eine Weile und Vel genoss die friedliche Atmosphäre.
"Tjure, du blöder Kerl! Wo hast du schon wieder meine Puppen hingetan.", ein kleines Mädchen - etwas jünger als Tjure, kam aus dem Haus und erschrak etwas, als sie den Fremden da sitzen sah.
Tjure lachte laut auf und flüchte vor seiner Schwester die ihm wütend hinterherlief. Er sah den Beiden beim Spielen zu und setzte währenddessen seine Unterhaltung mit Aenna fort. Sie lebte hier mit ihren beiden Kindern und ihrem Großvater. Ihr Mann war vor etwa 2 Jahren gestorben, aber sie schienen dennoch gut zurecht zu kommen.
Vel blieb eine ganze Weile und genoss seinen Besuch hier sehr. Er fühlte sich plötzlich wie in einer anderen Welt. Die unbeschwerte Art der Kinder und die offene, freundliche Art von Aenna waren sehr erfrischend. Die Stunden vergingen und es fiel ihm sehr schwer diese Familie wieder zu verlassen. Jedoch musste er nun wieder zu seiner Familie zurückkehren. Zurück in seine Welt, zurück zum Krieg. Aber jetzt war ihm wieder klar, warum und wofür er hier in die Schlacht zog. Jeder Gegner, den er bei der Verteidigung Schwedens erschlug, trug dazu bei die unbeschwerte Kindheit eines Tjure zu behüten. Er sah im gehen noch einmal kurz über seine Schulter zu dem Hof und kehre ins Heerlager zurück.
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En ny vänskap* 15.03.2010 17:17:23 --- 2 Jahre, 2 Monate her
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* Eine neue Freundschaft
>> Freundschaft ist die Seele in zwei Körpern. <<
Aristoteles (384 vChr – 322 vChr)
Anno Mai 1045
Ein Manches geht seltsame, verschlungene Wege in den Lebenslinien der verschiedenen Krieger, doch vieles kehrt wieder und wieder. So pflastern nicht nur Tod und Verderben die Pfade, auf denen sie wandern, sondern auch Freundschaften, Hoffnungen, Liebe und Glück.
~*~
Die Krieger ziehen gerade von Svana’s heimatlichen Dorf in Uppland aus weiter als sie diese auf den Weg schicken, um ihr Lehen in Småland entgegen zu nehmen und zu bewirtschaften, denn sie gehört ja nun mit zum Kreis der Krieger Schwedens und hat somit Verpflichtungen übernommen. Mit den besten Wünschen ihrer Zieheltern und den anderen Dorfbewohnern macht sie sich im Mai auf den mühsamen Weg durch Uppland, um ihre Aufgabe zu erfüllen.
Das Land ist üppig bewaldet und ist reichhaltig an Flüssen, Seen und Mooren. Für die Füße ist das kalte Bad zwischendurch immer wieder eine Wohltat und die Bäume bieten Schutz vor der Mittagssonne. Nachts findet Svana Schutz bei den Bauern, wobei die Nächte immer kürzer, wärmer und heller werden. Ihr Marsch dauert nun über einen halben Monat an ehe sie an der Burg Schwedens vorbeikommt. Dort verweilt sie eine kurze Zeit.
Es ist ein herrlicher Morgen im späten Mai, wo Svana neugierig um die Burg schleicht. Wenn sie schon einmal hier ist, muss sie einfach alles entdecken und saugt sämtliche Eindrücke wie ein Kleinkind in sich auf. Begierig sieht sie dem Treiben der Leute zu und befragt den Einen oder Anderen danach, was dieser gerade tut. Nicht jeder erwidert ihr daraufhin freundlich, sondern geht murrend weiter seiner Beschäftigung nach. Das betrübt aber Svana keinesfalls, sondern sie sucht sich neue Reize, um ihren Wissenshunger zu stillen. Das Burgleben erscheint ihr aufregend und verlockend.
Überall ist Gewusel und ihre Augen folgen jede noch so kleinste Bewegung; überall sind Gerüche und ihre Nase folgt dem Wohlgeruch; überall sind Töne und ihre Ohren nehmen jedes noch so leiseste Geräusch wahr und locken die Augen eiligst an den Ort des Gehörten. So entgeht ihren wachen Sinnen nichts, selbst als ein reicher Kaufmann unbemerkt eine Münze verliert, welche unter einen abgestellten Karren voll mit Stroh belanden rollt. Eiligst läuft der kleine Wildfang hinterher, um diese zu erhaschen. Doch als sie unter den Karren krabbelt, um die Münze zu erreichen, ist da schon jemand und prompt stoßen zwei harte Dickschädel aufeinander. Auf diesen Schreck folgt sogleich eine zweite Beule, denn der Karren ist recht niedrig, so dass ein Aufblicken in Windeseile seine Einbuße fordert.
Flink wie ein Wiesel kommt Svana hervor, um den neuen Besitzer der Münze zu betrachten. Mit einem wohlgesonnenen, verschmitzten Lächeln mustert sie forschend ihr Gegenüber. Zwei strahlend blaue Augen kommen zum Hervorschein und blinzeln Svana ebenso neugierig an. Der Frühlingswind verfängt sich leicht in den langen blonden Haaren eines jungen Mädchens. Svana fühlt sich sogleich mit ihr seelisch verbunden, so wohlig erscheint ihr Angesicht. Ob dies der Beginn einer neuen Freundschaft ist?
Nach Sekunden des Staunens und Prüfens gewinnt Svana ihre Sprache wieder und stellt sich dem Mädchen vor. Jene erwidert ihren Namen: Yira.
Ohne weitere große Worte grinsen sich beide eine zeitlang einfach nur an und dann bricht gleichzeitig aus beider Munde ein Wortschwall hervor. Als kennen sie sich bereits schon von Geburt an und sind sich über Jahre so vertraut, tauschen die Beiden ihre Geschichten und Erfahrungen aus. Eigentlich brauchen sie es nicht tun, denn die Antworten sind stets die Gleichen: „Was, du auch?“ oder „Wie, bei mir ist das genauso!“ oder „Mhm, das kenne ich zu gut.“ Selbst der fremdländische Akzent von Yira stellt keine Hürde dar und befremdet Svana in keinster Weise.
So vergeht mit einem Wimpernschlag der ganze Vormittag und mit einem Mal kehrt Ruhe ein. Doch ihnen gehen etwa nicht die Worte aus, wie man nun meinen könnte, nein, den Beiden sitzt plötzlich der Schalk im Nacken und wie es bei Jungrittern so üblich ist, werden auch sie übermütig und suchen sich eine versteckte Ecke, um ihre Kräfte zu messen.
So recht weiß Svana eigentlich gar nicht wie ihr geschieht, denn sie besitzt noch keinerlei Ausbildung und Kampferfahrung, während die anderthalb Jahre ältere Yira bereits mit den Umgang von Waffen vertraut ist. Doch Svana lässt sich davon nicht entmutigen. Für sie ist es ein abwechslungsreicher Zeitvertreib, sich nach einer so langen Reise durch Schweden zu raufen und zu tollen. Selbst witzelnde Kommentare fallen, wenn Svana abermals wieder am Boden liegt und Sand ihren Mund austrocknet, doch stets sind fröhliche Gesichter in beiden zu erkennen.
Den Rest des Tages stecken Beide die Köpfe zusammen und erkunden die Burg gemeinsam. Ein Blick in die Küche bleibt nicht ungestraft, denn sie mopsen sich dort Obst, welches für die Tafel bestimmt ist. Miesepetrig setzt ihnen der Koch nach, doch mit seiner fetten Wampe kommt er nicht sehr weit und sie verlaufen sich in der Masse der Menschen. Später am Abend erkennt sie der Koch auf dem Hof doch wieder und zieht ihnen die Ohren lang. Zunächst gerügt ziehen sie Kleinlaut von dannen, aber gleich hinter der nächsten Ecke ertönt ein schallendes Gelächter. Den Abend vertreiben sie sich mit dem Brettspiel Hnefatafl und nehmen auch so gern manchen Gegner auf Korn, der mit ihnen spielen mag.
Die wenigen Tage vergehen zu schnell und Svana muss weiterziehen. Wehmütig liegen sich nun die beiden Freundinnen zum Abschied lange in den Armen und zum lebensfrohen Lachen kommen feuchte Augen hinzu. Keine von ihnen weiß, wann sie sich je wieder sehen würden. Und so blickt Svana noch lange zur Burg zurück und setzt schweren Herzens ihre Wanderung fort.
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Re:Lebenslinien 21.03.2010 12:18:22 --- 2 Jahre, 2 Monate her
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22. Juni 1046 - Heerlager, Jaemtland
Man hatte Vel in einem größeren Zelt untergebracht - dem Zelt eines Jarls. Draußen wehte das gemeinsame Banner aller Schweden, daneben das Banner von Vaermland und ein weiteres, einfaches von Czibor, dem Lehen welches man ihm vor einigen Jahren zur Verwaltung überließ. Sein Blick verweilte auf diesem dritten Banner. Czibor war vor wenigen Tagen gefallen, so wie vermutlich ganz Kronoberg. Die Staufer waren erneut gelandet.
Er konnte sich gut vorstellen wie sie ihren Sieg feierten. Aus den befreiten Jarltümern erhielten sie Berichte darüber, wie die Staufer zu feiern pflegten - plündernd, schändend und brandschatzend. Fast wie Wikinger, dachte er, nur mit dem Unterschied, das sie Ihrem Gott vorwinselten, es für ihn und in seinem Namen zu tun - Heuchler, allesamt!
Ihren Kindern, die sie mit großen Augen ansehen werden - bewundernd - vergötternd - würden sie jedoch gewiss Geschichten von Heldentaten erzählen. Erzählen wie sie gut befestigte Städte, gegen unzählige schwedische Krieger mit nur einer handvoll Männer erstürmten.
Die Wahrheit jedoch war, das es einfache Bauerndörfer waren. Die Männer der Siedlungen anderswo in Heeren gebunden, um an einer anderen Front gegen andere Christenheere zu kämpfen. Verteidigt wurden diese Jarltümer von Frauen und Kindern und einer kleinen Miliz. Angegriffen wurden sie von erfahrenen, gut ausgerüsteten Rittern, vermutlich sogar Fürsten unter ihnen. Vel musste schmunzeln, vermutlich hatte die Staufer dennoch große Mühe sie zu bezwingen.
Helden... wahre Helden standen hier - vor ihm auf dem staubigen Trainingsplatz. Er ließ seinen Blick über die Trainierenden schweifen: Thorkill, Weor, Svana, Torwin, Gotrek, Heimdalll, Rothgar, Sven, Hussis, Aealdwulf und viele, viele andere. Diese Krieger, manche von Ihnen fast noch Kinder - sie waren Helden. Sie trainierten hart, unermüdlich, Tag für Tag, wissend was auf dem Spiel stand. Sie zogen bereits jetzt von Schlacht zu Schlacht - und sie schlugen sich gut. Er konnte nur erahnen, welch große Taten sie in ihren Leben noch vollbringen würden.
Der Krieg war ein grausamer Lehrer, aber er würde sie hart machen - er würde Schweden hervorbringen, über die man in Liedern singt und die letztlich ihre Heimat zurückerobern werden.
Gut gelaunt beendete er sein Morgenmahl und ergriff dann seine Axt und seinen Schild um sich zu den anderen zu begeben...
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Re:Lebenslinien 21.03.2010 13:12:34 --- 2 Jahre, 2 Monate her
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Wir kämpften. Wir feierten unsere Siege. Wir feierten unter Überleben wenn wir ein Niederlage einsteckten. Wir begruben unsere Toten. Wir besangen unsere Helden und feierten ihre Taten zu Lebenszeiten. Wir lachten.
Aber unsere Augen lachten nicht. Unsere Augen waren hart geworden. Die langen Märsche bei Wind und Sturm, Sonne und Hitze, die Schlachten die wir schlugen, die Siege und Niederlagen, die Toten Freunde und Kameraden die wieder zu Schlamm geworden waren, die niedergebrannten Dörfer an denen wir vorbei gezogen waren und die Blicke der Menschen für die wir kämpften hatten unsere Augen hart werden lassen.
Hart waren unsere Augen aber Stolz und ungebrochen unser Blick. Wir kämpften nicht für Ehre, Ruhm oder Beute wie die Christen. Wir kämpften nicht für einen grausamen Gott und seine heuchlerischen Lakaien. Wir kämpften für die Freiheit der Menschen die wir liebten und zu beschützen geschworen hatten. Wir fochten nicht für fette Mönche und ihre Gier nach Macht, Reichtum und Gold. Es interessierte Sie nicht das ihre Gier mit dem Blut vieler Menschen bezahlt werden musste.
Aber wir würden den feigen Staufern eine harte Lektion erteilen. Feige waren sie in unseren Ländereien eingefallen. Feige hat sie um Hilfe geschrienen als wir und unsere Freunde sie in die Schranken verwiesen hatten. Jetzt fochten die Sachsen viele harte Waffengänge mit uns während die Staufer feige davon gesegelt waren nur um an anderen Ufern wieder anzulanden. Tapfer waren sie sehr wohl wie sie Heldenhaft Dörfer nieder brannten und Schwedensvolk schändeten während die wahren Kämpfe hier an unserer Front geführt wurden. Schon viele Blutschwüre waren geleistet wurden die den Staufern keine gute Zukunft voraus sagten.
Schwedens Krieger würden nicht vergessen und nicht verzeihen. Die faulen und feigen waren längst schon geflohen. Nur die treuen, nur die Tapferen waren geblieben. Diese Kriegerinnen und Krieger wussten wo ihre Pflicht lag und würden diese bis an das Ende ihre Tage erfüllen.
Sollten gar die Gerüchte über die Verhandlungen war sein und sich die Arroganz der Staufer sich für wahr beweisen würden die Stauferbrut noch in Jahrhunderten mit Grauen an den Tag erinnern als sie Schwedischen Boten mit ihren Füßen entweihten. Noch Generationen Staufischer Kinder würden mit den Schreckgeschichten über diesen Krieg in ihre Betten gescheucht werden.
"Hütet euch von Schwedens Zorn" flüsterte ich in den Nordwind auf das er diese Warnung bis ins Letzte Stauferdorf tragen möge.
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Die Flut des roten Meeres 27.03.2010 13:44:19 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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>> Wenn man Liebe hat im Kampf, dann siegt man,
hat man sie bei der Verteidigung, ist man unbezwingbar. <<
Laotse
Anno 1045-1046
Seit nunmehr einem Jahr tobt der Krieg im schönen Schwedenlande. Krieger marschieren Tagein, Tagaus, Woche um Woche, Monat für Monat von einem Schlachtfeld auf das Nächste … und einige kehren nie mehr Heim.
~ * ~
Anno Juli 1046
Bilder brennen sich in Svanas Gedächtnis: Bilder von entstellten Kriegern, liegend auf dem Schlachtfeld in einem Meer aus rotem Blut. Die mächtige Flutwelle des Todes überkam sie alle, die da liegen.
Es ist Abend und die Sonne wirft bereits lange Schatten. Svana kniet oben auf einem Hügel. Ihre Haut ist bleich und die Kleidung nicht nur mit dem Blut ihrer Feinde bespritzt. Bittersüß ist der Geschmack des Blutes, den sie nun oft im Kampfe kosten durfte. Wie geistesabwesend starrt sie hinunter auf das menschenübersäte Feld. Zu unwirklich ist diese Welt und die Stille ringsum ruft zum Mahnmal. Wenige Krieger suchen noch nach Überlebenden, Sippenmitgliedern, Freunden oder gar nach ihren Kindern, um ihre Wunden zu vorsorgen oder sie in die Welt der Toten überzuleiten. Sie hat niemanden, den sie dort suchen könnte, denn sie steht für sich allein.
Melancholisch nimmt sie das stille Treiben wahr und es stimmt sie nicht glücklicher, wenn ein Krieger einen Überlebenden findet, denn zu viele tote Leiber werden davon getragen und in Tücher gehüllt. Starke Männer heben in Reihen Gräber aus, worin die Toten ihre letzte Ruhe finden werden. Ihnen wird ihr Hab und Gut, welches sie mit in die Schlacht trugen, beigelegt wie auch ihr letzter Sold, ehe alles unter der fruchtbaren Erde und aus den Blicken der Krieger von dieser Welt verschwindet.
Lautlos werden Fackeln entzündet und die letzen Gräber zugeschüttet. Langsam beginnen die Krieger ihre Toten zu besingen. Svana kennt mittlerweile einige von den Kriegern aus ihrem Heer, die dort das Lied anstimmen, so ist auch Szun Tzu unter ihnen. Doch lässt dies wenig Hoffnung zur Mahnung, denn ein neuer Morgen wird anbrechen, wo erneut Krieger aufeinanderprallen und erbittert miteinander kämpfen, um anschließend abermals ihre Toten zu besingen.
Unmerklich gesellt sich ein Mann an Svanas Seite. Mit ihm gemeinsam sieht sie über das rote Meer der für diesen Tag sterbenden Sonne entgegen.
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Letzte Änderung: 2010/03/27 13:48 von Agilamundo Svanqvist.
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Re:Lebenslinien 28.03.2010 12:23:47 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Wenn man dem Großteil der Berichte glauben wollte, die mit den Flüchtlingen aus dem Norden zu uns kamen, so befand sich zwischen der eben aufgehenden Sonnenscheibe und mir an diesem Morgen der neue Reichskaiser und seine Flotte auf dem Meer gen Süden. Thomas der Streitbare, um den sich inzwischen eben so viele Mythen rankten wie um Tomte oder Huldra. Es war schwierig, die Wahrheit herausfiltern zu wollen aus den Erzählungen der Menschen, die über mehrere Monde hinweg die „Gesellschaft“ der Sachsen hatten ertragen müssen.
Allein die Tatsache, dass sie inzwischen mehrere schwedische Winter überlebt hatten, rang mir jedoch ein gewisses Maß an Respekt ab. Zudem schienen sie sich weniger an der Bevölkerung vergangen zu haben als befürchtet. Noch gab es wenige Bastarde, was aber auch daran liegen konnte, dass die Frauen diese Kinder nicht zur Welt bringen wollten.
Ich stand vor dem Langhaus des Huskjarls von Kopparberg. Es war früher Morgen und der Nebel enthüllte nur gelegentlich die anderen Häuser. Kalte Nässe kroch mir in den Kragen und trockene braune Blätter tanzten vor meinen Füssen. Die Luft roch faulig nach modrigem Herbstboden. Gelegentlich schlurften Schritte vorbei, klirrte Geschirr oder Eisen. Ich stampfte mit den Füssen auf der Stelle, um die Müdigkeit aus den Beinen zu vertreiben und gähnte.
Einst war Kopparberg mein Jarlstum gewesen. Stolz war ich in den Sommern durch die Gegend geritten, hatte nach dem Rechten gesehen, hatte mit den Menschen gesprochen, war von ihnen nach anfänglichem Argwohn wegen meines südländischen Aussehens bewirtet worden.
Nun lag es in Trümmern. Männer, die ihr Land verteidigt hatten, waren gefallen, Häuser zerstört, Vieh geschlachtet, Vorratsschuppen geplündert, Felder abgebrannt. Alles war durcheinander geraten, als würde man nach Hause kommen und erkennen müssen, dass Einbrecher das Haus geplündert hatten, Schränke durchwühlt, Mägde in Panik versetzt, das Innerste nach Außen gekehrt, in Privates und Heiliges eingedrungen waren. So fühlte es sich an, in diesem kalten Augenblick an dem kalten Tag, der vor mir lag.
Nun war Od Loptrskald Jarl von Kopparberg, doch er focht noch im Süden. Daher war es unsere Aufgabe, nach dem Rechten zu sehen. Wir befragten die Menschen nach den Geschehnissen, um herauszufinden, ob sich noch irgendwo ein Sachse versteckt halten könnte, wo die Not wohl am Größten sei, ob es irgendwo auf einem Hof Kinder geben könnte, denen die Eltern entrissen worden waren, ob man von Krankheiten berichtete.
Wir mussten Arbeiter zusammenbekommen, um das Land wieder aufzubauen, zerstörte Kornkammern wieder aufrichten, Vorräte sammeln und verteilen. Und alles in der Hoffnung, dass die Menschen hier wenigstens diesen Winter in Frieden verbringen konnten.
An diesem Tag wollte ich zu mehreren Gehöften im Landesinneren reiten, um dort nach dem Grad des Leidens zu sehen und eventuell versteckte Sachsen aufzuspüren. Manch einer war verwundet zurückgeblieben und manch einer mochte aufgenommen worden sein, von verzweifelten Frauen, die plötzlich ohne Mann da standen. Doch wir konnten das nicht dulden. Er würde das schwedische Blut verwässern und er würde eines Tages anfangen, von seinem Gott zu reden.
Ich atmete tief ein und ging zum Stall, mein Pferd zu füttern und zu satteln. Dort waren bereits einige am Werke. Unter anderem sah ich einen jungen Krieger, den ich bereits vom Russlandfeldzug kannte. Er hatte sich immer wie ein Berserker in die Schlacht gestürzt und war ebenso wieder herausgekommen. Nie war er zufrieden gewesen mit seiner Leistung, selbst am Feuer umhüllte ihn noch ein Zorn. Viele Krieger hatten wir verloren im Osten, viele alte Kämpen hatten uns verlassen und so hatten wir junge Krieger wie ihn zu Jarlen ernannt und in den nächsten Krieg geschickt.
Ihren Verdienst für Schweden konnte man nicht ermessen und ich hoffte sehr, die Nornen mochten ihren Lebensfaden lange genug gesponnen haben, dass sie ihren Ruhm ernten durften.
Ich grübelte kurz nach seinem Namen, dann ging ich zu ihm.
„Szun Tzu, nicht wahr?“
Er blickte überrascht von dem Huf des Pferdes auf, den er eben auskratzte und nickte. Langsam liess er das Pferd den Huf aufstellen und richtet sich dann auf. Er mochte um die 20 Sommer zählen, hatte die Hände eines Kriegers und den direkten Blick der Nordmänner.
„Besorg uns Verpflegung für einen Tag und begleite mich. Nimm deine Waffe und Seile mit, und ein extra Pferd belade mit Getreidesäcken. Heute Abend werden wir wieder zurück sein.“
Es wurde Zeit, dass ich herausfand, was hinter dem Zorn steckte und inwieweit man ihn wirklich belasten konnte.
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Letzte Änderung: 2010/03/28 12:27 von Silje Livström.
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Re:Lebenslinien 28.03.2010 15:00:02 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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" Der raue Nordwind schuf die Wikinger "
Wie Blumen im Frühling aus der Erde wuchsen und ihr Köpfe in die wärmer werdende Luft streckten kamen die Bauern mit ihren Familien aus den Wäldern und Bergen zurück um ihre Höfe auf zu suchen. Und wie die Natur im Frühling immer wieder begann die Spuren des Winters zu tilgen und Leben zu erneuern begangen die Menschen nach dem Krieg die Spuren des selbigen beiseite zu räumen. Sie deckten zerstörten Dächer, bauten niedergebrannte Scheunen wieder auf, halfen einander in dieser schwerer Zeiten so gut sie konnten.
Aber die Spuren waren unübersehbar.
Die vielen neuen Gräber. Die leeren Gehöfte in denen kein Leben zurückgekehrt war. Der gerufene Name nach einem Freund oder geliebten Menschen der nicht erhört wurde. Die ängstlichen Blicke die immer wieder zum Horizont schweiften um nach feindlichen Kämpfern Ausschau zu halten.
Ich war diesen Morgen in das Badehaus gegangen. Zuerst war ich verwundert das es die Kriegswirren so gut überstanden hatte aber dann war mir klar geworden das das Christenpack einfach nichts damit anzufangen wusste. Aber man konnte auch nicht erwarten das dieses feine Volk sich auf das Niveau von uns Barbaren herab lassen würde indem es mehr als einmal im Monat badete.
Zwei Knaben, ich schätzte sie auf 13 oder 14 Jahre, heizten die Öfen im Badehaus, wechselten das Wasser der Wannen und sorgten dafür das man Speise und Trank erhielt wenn man danach verlangte. Ihre Blicke vielen immer wieder auf mich und die Zeichen die der Krieg mir aufgedrückt hatte. Die Narbe eines Russischen Pfeils der meine linke Hand durchschlagen hatte, was mich zum Kauf eines Schildes bewogen hatte. Die lange gerade Linie die mehr leicht schräg über den Brustkorb von einem Sächsischen Schwert gezogen wurden war. Die Faustgroße, noch nicht ganz verheilte wunde an meinem rechten Oberschenkel die meine Familienplanung beinah ein wenig lustiges Ende bereitet hatte. Wie Schwedens Boden und Volk trugen seine Kämpfer die Spuren des Krieges mit sich.
Für Immer.
Nach dem Baden machte ich mich an die Versorgung der Pferde da ich noch immer den anderen Kriegerinnen und Kriegern lieber aus dem Weg ging. Als ich einmal aufblickte sah ich die junge Svana mit einem unsere Ritter am Stall vorbei gehen. Ich konnte nicht erkennen wer dieser Kamerad war aber das Strahlen ihre Augen und das Lächeln das ihr aus dem Herzen zu kommen schienen waren Zeichen genug um ihr Glück zu erkennen.
Ja, Schweden würde sich erholen. Unser Volk würde sich erholen. Stärker und Stolzer als zu fuhr würden wir weiter leben. Kein Christ hatte uns brechen können. Wir waren immer noch hier und wie der raue Nordwind würden wir einst über das mehr kommen und den Christen unsere Aufwartung machen und ihnen unseren Dank für ihren Besuch überbringen. Und der Zorn Schwedens war furchtbar.
„Szun Tzu, nicht wahr?“ wurde ich angesprochen und aus meinen Gedanken gerissen.
Ich ließ das Pferd seinen Huf wieder aufstellen und nickte der Frau die im Tor stand zu. Mit zwei Schritten kam sie in den Stall und verließ den helleren Bereich des Torbogens so das ich sie erkennen konnte.
„Besorge uns Verpflegung für einen Tag und begleite mich. Nimm deine Waffe und Seile mit, und ein extra Pferd belade mit Getreidesäcken. Heute Abend werden wir wieder zurück sein.“ trug mir Elaine, die Gemahlin unseres Thane auf. Ich nickte erneut und machte mich Wortlos daran ihren Anweisungen folge zu leisten. Erst als ich sicher war das sie mich nicht mehr sehen konnte ließ ich die Hand von meinen Dolch gleiten nach dem ich instinktiv gegriffen hatte. Ich konnte nur hoffen das ihr das nicht aufgefallen war.
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Re:Lebenslinien 28.03.2010 17:55:52 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Ich ging zurück in das Langhaus, um meine Tasche zu holen. Darin fanden sich Leinenstreifen und ein Tiegel mit Heilsalbe, die wichtigsten Heilkräuter, Papier, Tinte und Feder und eine Auswahl von gut gearbeiteten Messern. Ich verabschiedete mich von Thunder und sagte ihm, wer mich begleiten würde und kehrte schliesslich zum Stall zurück.
Szun Tzu hatte inzwischen mein Pferd und zwei weitere nach draussen geführt und verschnürte eben die Säcke auf dem Packpferd. Anerkennend nickte ich ihm zu, sattelte und zäumte meinen Schwarzen und saß auf. Sobald auch mein Begleiter im Sattel saß, stiess ich die Fersen in die Seite des Tieres und wir ritten los.
Ein feiner Nieselregen hatte begonnen und durchtränkte schnell den wollenen Umhang. Der Wind liess die Nässe auf den Wangen noch kälter erscheinen. Anfangs galoppierten wir, bis die Pferde von sich aus langsamer wurden, dann liess ich sie eine Weile im Schritt gehen. Ich band mir das Tuch fester um den Hals und die Ohren und steckte abwechselnd eine Hand unter den Arm, um sie zu wärmen.
Braun und Grau war die Welt und schwarz und kahl die Bäume. Schon streckte der Winter seine klammen Finger über das Land und drohte mit Dunkelheit und Gnadenlosigkeit.
Ich zog die Schultern hoch und schniefte, sah dann zu dem schweigsamen Krieger neben mir, der bis jetzt noch kein Wort gesagt hatte.
„Erzähl mir von dir“, forderte ich ihn auf. „Wo kommst du her? Wer war dein Vater?“
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Re:Lebenslinien 28.03.2010 22:23:15 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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„Erzähl mir von dir!“
„Wo kommst du her?“
„Wer war dein Vater?“
Bei diesen Worten versteifte ich mich auf dem Sattel des Pferdes. Um Zeit zu gewinnen ließ ich meinen Blick über die Felder und Wiesen schweifen.
„Mein Vater arbeitete Zeit seines Lebens in einem Sägewerk in einem Dorf in Gaevleborg. Er war ein sehr stolzer Mann mit einem glühenden Patriotismus im Herzen. Meine Mutter war im Kindbett gestorben was mein Vater zu einem sehr düsteren Mann hat werden lassen.“
Ich zog mein Hemd aus und stopfte es in meine Satteltasche. Auf den befremdlichen Blick meiner Begleiterin musste ich etwas lächeln und erwiderte ich „ Ob ich das Hemd nun anlasse oder nicht, bei diesem Wetter werde ich nass und so habe ich zumindest nach dem Regen ein trockenes Hemd haben. Für euch habe ich leider nur einen Überwurf zur Verfügung, aber warm sollte euch etwas halten.“
Wir ritten eine Weile schweigsam nebeneinander her aber die Blicke die mir Elaine mit unter zu warf machte mir klar das sie noch weitere Antworten von mir wollte.
„Mein Vater hatte mich immer sehr viel Arbeiten lassen was mich etwas zu Kräften kommen lies. Als ich vierzehn Jahre alt war in etwa starb mein Vater bei einer sinnlosen Kneipenschlägerei. Danach, nun danach geschahen Dinge die es notwendig machten mein Heimatdorf zu verlassen. Kämpfen viel mir schon immer leicht dank der Arbeit im Sägewerk. Kämpfen brachte mich aber auch schon immer schnell in Probleme.“
Mit schaudern erinnerte ich mich zurück an die Geschehnisse von damals.
„Da das Kämpfen mir zu liegen schien folgte ich dem Ruf zu Waffen und zog mit nach Russland in den Krieg. Ich denke ich muss euch nicht viel erzählen über die Zeit dort. Aber inzwischen besitze ich ein Lehen in Bergland und war Jarl in drei Grafschaften, die letzte liegt ist Halland hier in Schweden selbst. Wie ich zu diesen Aufgaben oder Pflichten gekommen bin solltet ihr euren Gemahl fragen, er weiß es wahrscheinlich besser als ich.“
Ich blickte ihr fest in die Augen.
„Reicht euch dies als Antwort?“
Leicht stieß ich meinem Reittier in die Fersen an die Seite und setzte mich leicht vor Elaine.
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