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Ein tiefes Grollen durchfuhr das schwere Holz, als das vatikanische Flaggschiff steuerbord am Pier festmachte. Schon seid einiger Zeit hatte Kardinal von Greifenfels an dessen Reling gestanden und seinen Blick auf die strahlenden Türme und Mauern der ewigen Stadt gerichtet, die im Abendrot bei gutem Wind schnell näher gekommen war. Nun legten immer mehr der wichtigsten Schiffe des Vatikans in Roms Hafen an, während ein anderer Teil der versammelten Flotte dazu genötigt war vor der Bucht zu ankern. Schwere Planken wurden geschoben und feste Taue gen Festland gespannt.
Während die Matrosen noch letzte Segel und Fahnen versorgten, formierten sich bereits wieder die verschifften Soldaten für ihren Einzug, ihre wie meist so rühmliche Wiederkehr nach Rom. Seid der Sichtung der in einen rötlichen Schimmer getauchten weiß-gelben Segel, waren die Menschen Roms auf die Straßen geströmt und erwarteten jubelnd, winkend und vor Ehrfurcht ob der Armada ihres Landes staunend, die Ankunft ihres Königs, ihres geistlichen Führers; Papst Innozenz III.
Donnernd ritt Daranion auf seinem stattlichen Ross über die Planke des Flaggschiffes, ehe er sich neben seinen einzigen Vorgesetzen gesellte und mit klarer Stimme den Aufbruch der Heere zum Einzug in die Stadt befahl. Umringt von berittenen Schweizergardisten ritt zunächst Innozenz III. durch die Tore des Zentrums seiner Heimat. Die weiße Rüstung des Heiligen Vaters strahlte im reflektierenden Licht der hellen Gassen und wurde begleitet von dem tiefen Rot der Kardinalsumhänge, die ihm mit Justus dem Gerechten, Marcus Germanicus und Daranion von Greifenfels hoch zu Ross folgten. Ihnen angeschlossen waren die höchsten Heerführer des Landes, seine Exzellenz Vincent Vom Kiez, Hochmeister der Deutschritter und seine Exzellenz Wulfgard von Diepholtz, Sennemarschall des Antoniusordens.
Während sich ein Blütenregen von den ersten Häusern der heiligen Stadt auf die ersten Einziehenden niederlegte und der Jubel ob der Heimkehr ihre Herzen erfüllte betraten auch die Offiziere zu Ross und ihnen folgend die Fußtruppen der Schweizergarde, begleitet von ihrer hoch erhobenen Standarte, die gefüllten Straßen.
Hinter ihnen marschierte das gediegene Schwarz-Weiß, welches die stolzen Erscheinungen der Deutschritter kleidete und die in gleicher Formation das Ordenskreuz in die heilige Stadt trugen.
Ein wenig bunter schlossen sich die Streiter des jungen Antoniusordens als Letzte diesem Tross an, hatten sie sich wohl bisher noch nicht für eine gewisse einheitliche Ordenstracht entschieden. Gleichsam wie die anderen ehrbaren Ritter des Vatikans wurden sie dennoch gebührend gefeiert und auch der Blütenregen wagte es nicht bis zum gar letzten Mann zu versiegen.
Von Greifenfels, dessen prunkvolle Rüstung des obersten vatikanischen Heerführers wie so oft durch den roten Wappenrock mit weißem Greif, jenes Getier seines Heimatwappens, begleitet wurde, lehnte sich den Bruchteil eines Momentes ein Stück auf seinem Pferd zurück und genoss mit geschlossenen Augen zum Himmel den Empfang.
Ein weiteres Mal war er ohne Makel und ohne Ausnahme siegreich in die heilige Stadt zurückgekehrt. Ein kurzes Lippenbekenntnis dankte Gott für seine allgegenwärtige Begleitung seiner Person. Dann sah er kurz zurück zu seinen Heerführern, nochmals zu seiner Heiligkeit; er lächelte, ehe er das Winken seines Volkes zu seinen Seiten zufrieden erwiderte.
 Caporalmaggiore der vatikanischen Armee
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