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So hatte sich Coraline ihre Rückkehr nach Rom sicher nie vorgestellt. Sie hatte von einem gemeinsamen Ritt geträumt, im Dunkel der Nacht, verborgen und gleichsam einfach. Schließlich war sie Jemand, der auch damals bei ihrem Weggang mehr oder unauffällig verschwunden war. Viele Jahre waren seitdem vergangen, so viel war geschehen und erlebt worden und am Wenigsten hatte sie gerechnet gemeinsam mit dem Heerzug des Vatikans diesen Weg zu beschreiten.
Beeindruckt wanderte ihr Blick immer wieder nach vorne zu den Anführern des Trosses, dort wo der Papst, Daranion und schlussendlich natürlich auch Marcus voranritten, gemeinsam mit den höheren Rittern des Vatikans, wechselte ab und an nach links oder rechts, um sich selbst zu überzeugen, dass dies kein Traum war, dem sie erlag. Das Volk feierte seine Streiter, seinen Anführer und letzten Endes somit auch sich selbst. Und sie hatten Recht dies zu tun. Mit jedem Schritt, den ihre Stute zurücklegte und dem sie ihrem ganz eigenen Traum aus Jugendtagen entgegen kam, schien auch die junge Frau aufgeregter denn je.
So viel würde sich noch verändern, ein vager Blick nach hinten, sich vergewissernd, dass es ihrem jüngsten Sohn gut ging, der, der dank des doch recht gütigen Einschreitens Innozenz‘ seit wenigen Monaten auf dieser Welt weilte und als Marcus‘ Sohn sein zukünftiges Leben beschreiten sollte. Doch die vergangenen Monate in Avignon waren bereits lange schon Geschichte, kaum dass man sie aufgefordert hatte, sich dem Heer erneut wieder anzuschließen. Kein leichtes Unterfangen, aber Gottes Prüfungen und Wege waren für sie nie in Frage gestellt worden. Alles hatte seit je her seinen Sinn gehabt. Und dass sie nun auf diesem, offiziellen Wege als Teil des Vatikans zurück in die ewige Stadt getragen wurde, würde auch seinen Sinn haben. Sie war zurück im Schoße der Kirche, ihrer Familie, und natürlich nun fortan auch ihrer ganz privaten und persönlichen Familie.
Stolz kehrte ihr Blick wieder nach vorn, sanft klopfte ihre Rechte über die Mähne ihres Pferdes, das sie inzwischen sehr zu schätzen gelernt hatte. Wie so vieles. Ein Lächeln bahnte sich einen Weg auf ihre Züge, umrahmt von den hellblonden, inzwischen zu einem einfachen Zopf geflochtenen Haaren, von dem einzelne Strähnen immer wieder heraus fielen. Straff die Haltung ihres Körpers, der inzwischen wieder einigermaßen in Form, unter der Rekrutenuniform verborgen war, die inzwischen zu ihrem Leben gehörte wie Marcus, ihr gemeinsamer Sohn und die Liebe zu Gott selbst.
Vergessen war in diesem Augenblick jener Tag, der sie von genau eben jenem Ort fortgezogen hatte, und auf vielen Umwegen wieder zurück geführt hatte. Erleichterung, die sie immer wieder durchfloss, endlich wieder angekommen zu sein.
Zuhause…
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