|
Verflucht sei der Krieg in Iberien. Sie war der Ritterschaft beigetreten, um gegen Cordoba, den Erzfeind und ungläubigen in Afrika zu kämpfen. Und was war nun? Piraten und Räuber müssen sie jagen, fast wie eine Straflegion. Unwisssentlich fühlte sie sich an Hannibal erinnert. Nur hatte Hannibal mehr Truppen... aber dafür nicht diese verfluchte Burg. Ein gigantisches Machtzentrum, eine Festungsanlage, die mit einer Handvoll alten Männern gegen ganz Europa verteidigt werden konnte. Und genau diese alten Männer hatte sie auf den Zinnen gesehen, einst stolze Christen, der sizilianische Adel, welcher in der Heimat wache schoben, beraubt von der Macht über ihr eigenes Land und ihres eigenen Glaubens. Innerlich schämte sie sich ihres sizilianischen Erbes.
Und dann die Schlachten. Die Horde griff an und lies nur Bauern zurück. Ein paar Dissidenten wurden niedergemacht, das war für eine Kriegerschar beschämend. Kaum näherte sich die Streitkraft des Vatikans, verschwanden sie hinter sizilianischen Mauern, sich selber verspottend ihrer Feigheit. Und damit es nicht genug war, zerbarst ihr Speer im Bauch eines gallurischen Bauers. Ihrer Reparaturversuche zum Trotz war er als Waffe nicht mehr brauchbar. Trotzdem sie ihn Stolz in den Farben der Deutschritter. Ein Seemann machte sich nur kurz darüber lustig, bevor sie ihn in das Meer beförderte. Sie hatte den Kampf mit den Fäusten noch nicht verlernt...
In der Formation ihrer Kampfkameraden trat sie aus dem Schlachtschiff, um emotionslos den Blumenregen über sich ergehen zu lassen. Sie fühlte sich nicht wie eine Siegerin... gewiss nicht. Gerade mit einem Krieger wie Doranion an der Spitze. Sie hatte seine Anwesenheit gemieden, nicht weil er unfreundlich war. Er war es, aber daran war sie gewohnt. Sie wusste nicht genau, was sie an ihm so aufregte....
Eine Straßenecke weiter stahl sie sich aus der Formation, verschwand durch eine Gasse an jubelnden Menschen vorbei, sie lief und lief, bis kein Jubel mehr ertönte. Den Wappenrock ihres Regimentes wurde in dem Unterschlupf, den sie in Rom bewohnte, kurzzeitig eingelagert. Anscheinend gab es etwas Zeit für eine Ruhepause in Rom, da musste eine neue Waffe her.... aber diesmal etwas besseres.... ein besserer Speer. Hatten die Makedonier nicht einen sehr guten Speer? Sie würde gleich einen Brief aufsetzen, an den König des Nachtbarlandes. Und ein Boot war zu mieten für die lange Überfahrt. Nur wo hatte sie von der Speerkunst der Makedonier gehört....
Sie fluchte laut, als sie sich erinnerte, wer ihn erwähnte.
|