|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 21.03.2010 21:52:05 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
Unter dem Zeichen des Kriegsgottes
geschehen selbst dort angenehme Wunder
Endlich ist Svana aus ihrer Melancholie erwacht. So entflammte über die letzten Tage in den Kriegswirrungen mittendrin ein Hoffnungsschimmer.
Mit dem breitesten Lächeln, das ganz Schweden je gesehen hat, geht Svana nervös auf Thunder, ihrem Paten, zu. Wie ein kleines, unschuldiges Mädchen steht sie hippelig mit rotem Kopf vor ihm und ist am fröhlichen Lachen. Nur schwer findet sie die Worte für ihr Anliegen:
„Ich hoffe, ich störe dich nicht, doch habe ich eine für mich sehr wichtige Frage.“ Sie hält kurz inne und lacht erneut herzlich auf. Zu unwirklich erscheint ihr dieser Moment. „Würdest du mir ein Schwein, weil ich doch keins besitze, als Mitgift geben?“ Ihr ganzes Gesicht erstrahlt und ohne auf eine Antwort von Thunder abzuwarten platzt sie gleich mit der frohen Kunde heraus: „Solltest du es mir nicht geben können, dann mag mich Ante nicht mitnehmen wollen.“
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 21.03.2010 22:21:42 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
Thunder war gerade an der Front eingetroffen und wurde von einigen Kriegern und Jarle begrüßt. Eigentlich wollte er seinen Kriegshuskjarl aufsuchen und nach dem Rechten fragen, doch allein die Tatsache das Kopparberg wieder unter Schwedischem Banner stand ließ ihn hoffen. Er lächelte Elaine ab, die im vollen Ritt in das Lager geprescht war, dicht gefolgt von Thunder der sein Pferd schonte und Elaine ihr kleines Rennen gewinnen ließ. Der Ritt war lang gewesen und noch immer schmerzte ihm der Po, als ihn Svana, sein Schützling, ansprach und ein Anliegen vorbrachte. Verlegen blickte sie den ihr doch noch so fremden Krieger an und bat um ein Schwein. Thunder musste lachen, bis er hörte das es wohl eine Mitgift wäre, denn sie wollte mit einem der Jarle ziehen.
"Ante also", murmelte der Thane und setzte einen ernsten Gesichtsausdruck auf. Er wusste das Ante einer seiner besten und treuesten Jarle war, ein Krieger auf den man sich in Krieg und frieden verlassen konnte. Thunder lächelte Svana an und beglückwünschte sie zu ihrer Wahl. Schnell holte er ein Papier aus einer der Satteltaschen und eine Feder. Schnell verfasste er ein Schreiben und überreichte es Svana.
QUOTE:
Schenkungsurkunde
Hiermit übergebe ich, Thunder Thunderson, Thane Schwedens und Großthane des Nordbundes, der Schwedin Svana Gunnvaldsdottir ein Schwein aus den Ställen des Thanen, sodass es als Mitgift für ihre Vermählung dienen möge.
Zwei Ochsen sollen ihr als Brautgeschenk übergeben werden, die sie als ihr Hab und Gut mit in diese Verbindung vor den Göttern nehmen soll.
gez. und ges.
Thunder
Thane Schwedens
Großthane des Nordbundes
"Gerne will ich dir deinen Wunsch erfüllen, zögere nicht dich an mich zu wenden, wenn du Probleme hast. Mögen deine Wünsche in erfüllung gehen und mögen dir die Götter starke Erben schenken", sprach er zu ihr und lud sie noch auf ein Horn Met ein, sodass sie ihm etwas über sich erzählen konnte und die scheu verlieren würde, vor Thunder.
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 22.03.2010 01:45:09 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
Nur kurz kommt Svana ins Schwanken als Thunder sie ernst ansieht und Antes Namen murmelt. Im ersten Moment weiß sie es nicht so recht zu deuten: Hat er Bedenken? Doch sein Lächeln und der Glückwunsch verraten dann mehr und wischen sofort diese Gedanken weg. Wie konnte sie auch nur daran zweifeln?
Aufgeregt und hoffnungsvoll sieht sie dem Thanen dabei zu, wie er das Papier samt Feder hervorholt und ein Schreiben verfasst. Zu gerne möchte sie wissen, was er nun dort niederschreibt, doch beißt sie sich auf die Unterlippe, um ihre Neugierde zu unterdrücken. Ohnehin ist es ihr unangenehm, Thunder so abzupassen, denn dieser hat sicher ganz andere Sorgen als sich um ein Schwein für eine Mitgift zu bemühen. Doch sie möchte keinen Aufschub und nutzt so die Gunst der Stunde, bevor der Thane wieder für Wochen entschwindet.
Sie ist sehr überrascht, wie der Thane ihr wohlgesinnt ist und das macht sie verlegen. Seine Worte klingen aufrecht und als er mit einem Mal von Erben spricht, steckt ihr ein großer Kloß im Halse. In aller Verliebtheit und Aufregung übersah sie diese Pflicht und rückt das Bild der Ehe mit einem Mal in ein anderes Licht. Nun kommt noch mehr Verantwortung auf sie zu. Mit weichen Knien und flauem Magen schluckt sie den Kloß hinunter. Wenn sie sich dem Krieg stellen kann, dann einer Ehe alle Male. Sie braucht sicher keine Scheu davor zu haben, Ante steht sicher neben ihr, um diese Aufgabe bewältigen zu können.
Herzlich bedankt sich Svana bei Thunder für seine Worte und nimmt die versiegelte Urkunde mit Stolz entgegen. Sie ist so erleichtert, dass sie ihn flüchtig, aber anerkennend in die Arme schließt und drückt.
Auf seine Einladung hingegen verzichtet sie jedoch. Aber nicht, um unhöflich den Thanen gegenüber zu sein oder weil er sicher tausend andere Dinge zu tun hätte, nein, sie wollte schnellst möglich zu Ante, um ihn von ihrer Begegnung mit Thunder zu berichten. Eiligst und in voller Freude verabschiedet sie sich von Thunder und sichert ihm zu, dass der Met nicht aufhoben sei. Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem Strahlen in den Augen verlässt sie den Thanen und macht sich auf den Weg zu Ante.
Der Weg durch das Kriegslager ist lang und umso näher sie an das Zelt von Ante kommt, desto höher springt ihr Herz. Sie mag nicht länger das Erlebte für sich behalten und kaum steht sie vor ihm, kommt nur eine Überschwall von unsinnigen, zusammengereimten Buchstaben, die eigentlich Worte bilden sollten. Selbst über sich erschreckt hält sie kurz inne, atmet einmal tief und antwortet sodann erneut: „Das Schwein, das sollst du haben“, und streckt ihm mit voller Kühnheit die Rolle des Thanen entgegen. Ein leichter Wind kommt bei ihrem strahlenden Lachen auf und zerzaust sanft ihr Haar.
|
|
|
|
|
|
Letzte Änderung: 2010/03/22 01:57 von Agilamundo Svanqvist.
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 22.03.2010 18:26:05 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
In einer schweren Zeit wie die des Krieges gibt es wenig Grund zur Freude neben all dem Leid und Schmerz, den die Bevölkerung Skandinaviens ertragen muss. Trotzdem gibt es eine frohe Botschaft, die das Land von den Wirren des Krieges für einen Augenblick ablenkt - Ante Hammerfall av Skaven heiratet seine erste Frau.
Nach alter Tradition der Wikinger handeln die Familien vor der Zeremonie eine Mitgift aus, die die Braut mit in die Ehe bringen muss. Antes grösster Wunsch war ein Schwein. In Gedanken vertieft sass Ante am Feuer vor seinem Zelt und überlegte, welche Arbeiten auf den Getreidefeldern seines Lehens er seinem neuen staufischen Sklaven geben kann. Ob ein Staufer wohl in der Lage ist, Getreide zu ernten oder gar eine Kuh zu melken? Seine grösste Sorge dabei war, dass ein Staufer womöglich seinen Ochsen melkt. "Ach das wird doch nie etwas..." dachte Ante, "ich nehm lieber einen polnischen Sklaven." Die Bauern von Skaven hatten alles, was man für die Landwirtschaft in Skandinavien braucht, bis auf ein Schwein.
Plötzlich stand Svana hinter Ante am Feuer. Sie war etwas ausser Atem und reichte Ante die Rolle des Thanen. "Endlich hab ich mein Schwein!" schrie er und lachte laut. "Nun steht unserer Hochzeit nichts mehr im Wege. Rasch wollen wir mit den Vorbereitungen für ein Fest, dass Skandinavien noch nicht gesehen hat, beginnen. Lass uns alle in mein Langhaus auf Skaven einladen. Aber Bernd wird nicht gegrillt!" Bernd nannte Ante sein neues Haustier, nach dem grossen Bodolf, Jarl von Skaraborg.
"Aber jetzt wollen wir die Hörner heben!"
Du gamla, Du fria, Du fjällhöga nord Du tysta, Du glädjerika sköna! Jag hälsar Dig, vänaste land uppå jord, Din sol, Din himmel, Dina ängder gröna.
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 05.04.2010 15:18:00 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
Bis lange in die Nacht dauerten die Besprechungen mit den Heerführern, den anderen Königen und dann auch noch die Absprachen mit den Jarlen, deren Aufgabe es war, die Krieger zu motivieren und sie einzuteilen. Je mehr Christen jedoch in das Land kamen, je mehr begannen einige mit dem Gedanken zu spielen, dass es eine Strafe der Götter wäre. Thunder und seine Mannen kämpften seit jeher unter dem Zeichen des Kriegsgott. Er hatte Prüfungen bestehen müssen und doch war es so, dass er auch diesmal auf die Götter vertrauen konnte. Händler hatten ihm berichtet, dass vor wenigen Wochen erst, als die Christenheere im Norden standen, weite Teile Staufens und Sachsens von der Pest heimgesucht wurden. Für Thunder war klar das sich der schwache Gott der Christen nun auf die Seite der standhaften Nordleute stellte. Der Norden war zwar gebeutelt von Unruhen in den eigenen Reihen, doch war er stark im Herzen und ein jeder Krieger trug ein Feuer in sich, das für den Norden brannte.
Das einfache Volk war angehalten, sich hinter die dicken Mauern der Schwedenfestung zu flüchten und alles an Lebensmitteln mit zu bringen, das sie noch aufbringen konnten. Zahlreiche Männer waren ausgehoben worden, einige zu wenige, andere zu viele Winter hinter sich gebracht, doch die Flüchtlinge mussten versorgt werden und so wurden einige der Drachenschiffe zum Fischen missbraucht. Andere Trupps gingen wiederum auf die Jagd um Trockenfleisch erzeugen zu können, welches eingelagert wurde.
Endlich hatte er alle Amtsgeschäfte erledigt und könnte sich in sein vorübergehendes Heim zurückziehen. Schon als er sein Pferd anband, sah er, dass Elaine noch nicht zurückgekommen war. Also machte er sich daran, einen Hasen den er von einem der Krieger aus den Jagdtrupps erhalten hatte, in einen kräftigenden Eintopf zu verwandeln. Auch wenn man es den Nordmännern nicht ansah, so wussten doch viele sich ein wohlschmeckendes Mahl zu bereiten, auch wenn die Mittel nur begrenzt waren. Meist mussten sie sich längere Zeit in Heerverbänden herumtreiben, weit weg von ihren Weibern die ihnen das Essen kochten, und mit einem guten Essen war das triste Lagerleben auch leichter zu ertragen.
Er wärmte etwas Met und deckte den Tisch, ehe er sich trockene Kleider aus den Satteltaschen holte und sich wusch. Als er zurück kam, nach dem Eintopf zu sehen, fand er Elaine vor, die sich am Feuer eingefunden hatte. Leise näherte er sich ihr und nahm sie mit dem Mantel umschließend in den Arm. "Na, alles erledigt was du erledigen wolltest?", fragte er sie leise ehe er ihren Nacken küsste. Sie drehte sich um und Thunder blieb der Mund beinahe offen stehen. Sie sah so geschafft aus, war am Ende ihrer Kräfte und ihm schien es, als würde er in das Gesicht einer Fremden blicken. "Schatz, was ist mit euch passiert, gehts dir gut, kann ich was für dich tun", fragte er sie besorgt und hielt sie fest im Arm. Gerade als sie antworten wollte, stürmte ein Mann herein, den er von der Burgwache her kannte. Böse blickte Thunder den noch jungen Krieger an und hoffte für ihn, dass die Nachricht eine dringende war.
"Mein Herr, Herrin, Ragnar schickt mich, es geht um Thargor, euren Erstgeborenen", sprach der Krieger noch nach Luft ringend, doch hatte er die Aufmerksamkeit der beiden erlangt.
"Letzte Nacht wurde der Waffenmeister und zwei Wachen niedergeschlagen. Aus der Waffenkammer wurde ein Schwert, ein Schild, eine Axt, ein Reiterbogen und zahlreiche Pfeile sowie ein Dolch gestohlen. Aus den Ställen der Reiterei wurde eines der besten Pferde genommen. Die Wachen erzählen, dass die Staufer sie überfallen hätten um den Erstgeborenen zu entführen, um sich somit einen Vertrag zu erzwingen.", erklärte er ausführlich und war schockiert als Thunder laut zu lachen begann.
"Alle Achtung, der Kleine ist ein größerer Spinner als ich.", erwiderte Thunder noch immer lachend darauf und gab der erbleichten Elaine einen Kuss auf die Wange, ehe er dem Krieger ein Met einschenkte. "Sag Ragnar, ich werde meinen Sohn zurück zur Burg schicken, sobald er hier eingetroffen ist.", ergänzte er und wischte sich die Tränen aus den Augen, die sich vor Lachen gebildet hatten. Schnell trank der Krieger den Met und verabschiedete sich, sollte er sich doch beeilen.
Thunder holte nun den Eintopf vom Feuer und stellte den Kessel auf den Tisch, füllte die zwei Teller, schnitt gleichmäßige Stücke von einem Laib Brot und nahm Elaine den nassen Umhang ab. Er nahm seinen vorgewärmten Mantel ab und legte ihn ihr um. "Das Essen ist fertig, mein Herz, du musst wieder zu Kräften kommen.", sagte er leise zu ihr und setzte sich hin.
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 05.04.2010 15:41:24 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
*In Überprüfung durch die Moderation*
Nehmen wir mal an, es würde irgendwo eine dunkle Gestalt, vielleicht ein Staufer Spion, ganz in schwarz gekleidet, sich in der Nähe aufhalten. Zufällig würde er den Bericht des hereinstürmenden Wachmannes mitbekommen.
Er würde lächeln und denken, dass der Schwedenthane auch wirklich jeden Scheiss glaubt. Natürlich, die Staufer versuchen kleine Kinder zu entführen, um einen Friedensvertrag zu erzwingen. Fehlte nur noch, dass sie aus diesen Wikingerschnitzel machen und essen würden. Was für einen großen Haufen Pferdedung man sich doch alles ausdenken konnte und dem Schwedenthanen erzählen konnte.
Leider war kein Stauferspion beim Thanenmahl anwesend und somit konnte man sich diese lustige Anekdote nicht im Stauferlager erzählen. Schade eigentlich ...
|
|
|
|
|
|
Letzte Änderung: 2010/04/05 19:14 von Leonid Hempejevitsch.
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 05.04.2010 18:45:14 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
Während Thunder mit der Burgwache geredet hatte, hatte ich versucht, meine Hände sauber zu bekommen von dem Brand- und Leichengeruch, der immer noch an mir zu haften schien.
Pflichtschuldig aß ich sodann ein paar Bissen von dem sicher köstlichen Eintopf, doch er vermochte mir nicht zu munden. Allenfalls wärmte er mich von innen, ebenso wie der Met, dem ich dagegen umso üppiger zusprach.
Danach berichtete ich meinem Mann, was Szun Tzu und ich gesehen hatten und er hörte mir aufmerksam und mit gerunzelten Brauen zu.
„Die anderen beiden Gehöfte konnten wir nicht mehr überprüfen, aber ich schätze, dass es dort nicht besser aussieht“, beendete ich meinen Bericht.
Es war Krieg und so sah er aus. Hässlich und grausam. Dennoch musste man wenigstes den Sachsen zu Gute halten, dass sie versucht hatten, nicht alles zu zerstören. Es würde wieder möglich sein, die Grafschaften aufzubauen, die Menschen, die überlebt hatten, würden als stolze Schweden weiterleben können. Die Staufer jedoch – und daher konnte ich die Burgwachen auch verstehen, dass sie von ihnen das schlimmste annahmen - führten einen schmutzigen Krieg. Sie zerstörten die Grafschaften so sehr, dass es einige Zeit in Anspruch nehmen würde, sie wieder unter Kontrolle zu bekommen, sie streuten Argwohn unter den Überlebenden gegenüber unseren Verbündeten und es hingen nicht wenige Körper in den Bäumen von Jungkriegern, die sich als Staufer Spione herausgestellt hatten. Wie ein Ehrenmann war er aufgetreten, der Staufer König, ein Soldat durch und durch. Doch ich kannte sie ja, die Ehrenmänner, hinter deren perfektem Äusseren und Gebahren auch ein Vatermörder stecken konnte.
Ich seufzte und lehnte mich in Thunders Arm. „Hoffentlich ist der Junge schlau genug, zu uns zu reiten und versucht nichts auf eigene Faust“, meinte ich und streichelte seine Hand. Ich lächelte. „Aber was will man schon von einem Jungen erwarten, der uns beide als Eltern hat…“
__________________________________________________________________________________________
"free your mind and the rest will follow"
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 06.04.2010 22:52:00 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
Svana schwelgt für einen Moment in ihren Gedanken, zurück zu jener Nacht, wo sie und Ante das vertraute Gespräch miteinander fanden:
Es war längst nicht das erste Gespräch, welches sie führten, denn die lange Zeit gemeinsam im Heer ließ sie einander stets begegnen. Doch dieses Mal war es anders als sonst. Denn in dem langen und amüsanten Gespräch, wo viele Worte über Vergangenes gewechselt wurden, regte sich schließlich etwas in Svana. Ein Gemisch aus Verliebtheit und Hoffnung erwärmten ihr das Herz. In seiner Nähe fühlte sie sich wohl und sie wollte es nicht mehr missen. Aber dann stieg die Angst auf, getrieben durch den Krieg, wieder allein in der nächsten Schlacht dastehen zu müssen. Man könnte es den Wahnsinn eines jungen Mädchens nennen, das versucht ist, sich am Leben zu erhalten. So kam es in jener Nacht, dass sie als Erstes dieses neue Kapitel in einem Leben aufschlug und Ante fragte, ob er um sie werben würde wollen. Ihr Gesicht war frohlockend, aber auch ehern und ängstlich. Während beide die Dunkelheit umgab und nur das lodernde Feuer ihre Gesichter beleuchtete, gab er schließlich jene Worte von sich preis: „Möchtest du, die bezauberndste Schwedin, mein Weib werden?“ Unbeschreiblich war jener Moment für Svana, denn ihr Herz sprang jauchzend in die Höhe und sie war unendlich erleichtert.
Zurück aus ihren Gedanken freut sie sich sehr, dass nun einer Heirat nichts mehr im Wege steht und Ante gerne einwilligt. Doch als jener von Vorbereitungen und einem Fest spricht, erwidert sie mit gesenktem Blick leicht kopfschüttelnd: „Zu gern würde ich mich noch heute mit dir einen wollen, hier am Rande des Schlachtfelds. Denn wer weiß, was bereits am nächsten Tag, hinter dem nächsten Hügel auf uns wartet. Und was wären wir für ein Volk, das den Krieg nicht trotzt, aber der Ehe Aufschub gewährt. Ist nicht beides ein Kampf, der sofort gerungen werden sollte?“ Sie hält kurz inne und seufzt lächelnd, ehe sie weiterredet: „Und doch weiß ich, wäre alles zu übereilt. Dann lass es uns so machen wie du es sagtest und auf das baldige Ende des Krieges hoffen.“
Und so geschieht es, dass der Krieg gnadenlos das Paar von einander trennt und ein jeder mit seinem Heer seiner Wege zieht. Im Ungewissen, ob man sich je wieder sieht.
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 17.04.2010 19:40:00 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
Der Verteidigungskrieg hatte die Truppen nun zur Westküste Schwedens getrieben. Zunächst hatten sie die Nordküste Norwegens verteidigt, ehe sie die Truppen neu formiert hatten und nun die von den Staufern zerstörten Landstriche wieder unter schwedische Banner setzten. Schon als die Heere von der Burg aus losmarschierten konnte man anhand der Flüchtlingsströme sagen wie groß das Ausmaß der Zerstörung sein musste. Thunder wusste was Krieg bedeutete und wurde immer abgestumpfter, je länger der Krieg andauerte. Der verletzten und flüchtenden Bevölkerung zu helfen, Christen zu richten, sofern noch welche erwischt wurden, und eintönige Lagerleben gehörten zum Täglichen Ablauf wie das morgendliche Aufstehen mit schmerzenden Muskeln und Knochen, dass sich zum Pferd schleppen um es für den Ritt fertig zu machen oder das hastige Essen vor dem Weitermarsch. Keiner der Krieger hatte ein Problem mit diesen Dingen, doch war die Eintönigkeit der Dinge das Problem, welches die Moral im Verband drückte.
Thargor war vor wenigen Wochen den Burgwachen entkommen um sich dem Heer um Thunder und Elaine an zu schließen. Er konnte sich noch gut an den Abend erinnern, als Thargor im Lager eintraf. Elaine war gerade von ihrer Besichtigung zurückgekehrt und war furchtbar erschöpft. An jenem Abend waren sie noch vor dem Kamin eingeschlafen und Thunder wurde aufgeweckt als ihr Sohn sich in das Haus schlich. Vorsichtig hatte er Elaine zur Seite gelegt und begrüßte den Jungen mit verstellter Stimme aus der Dunkelheit heraus. Als er die Tür hereinkam blicke er einer Speerspitze entgegen. "Diebe werden dieser Tage nicht gerne gesehen und haben auch keine Gnade zu erwarten", sprach Thunder zu ihm, doch der Knabe vorzog keine Miene. Er zog das Schwert und schlug den Speer zur Seite.
"Man nennt mich Thargor, Sohn des Thunder, und nun sprich schnell und sag mir wo mein Vater zu finden ist, oder blickte dem Tod in die Augen", antwortete der kleine wild entschlossen sich bis zu seinen Eltern durch zu schlagen. Thunder drehte den Speer und schlug mit dem Schaft so auf die Hand des Jungen, dass er die Waffe fallen ließ. "Niemals die Waffe loslassen im Kampf", sprach Thunder nun mahnend mit seiner Stimme und nahm Thargor in den Arm. Noch am nächsten Tag hatten Thunder und Elaine ihn zur Burg zurückbringen lassen, um ihn in Sicherheit zu wissen.
Nun standen sie in Westschweden und die Zeit war vergangen. Es war wieder einer dieser Lauen Sommertage, an denen man nicht wusste, welche Launen die Götter noch haben würden. Und so war es auch diesmal, als die Krieger trainierten. Der Hitze wegen hatte auch Thunder seinen Oberkörper frei gemacht und den Kriegern ein Narbenmeer offenbart. Einige große Narben zierten den Oberkörper, einige große die Arme, verziert von unzähligen kleinen. Sie waren Stille Zeugen längst vergangener Schlachten und Kriege, zu tragen wie eine Zeittafel, oder Landkarte. Wie aus dem nichts zogen ein paar Wolken auf und sein Sommergewitter verteilte warme Regentropfen über das Land. Die Arme ausgestreckt und nach oben blickend empfing Thunder den Regen und den Donnergott.
In jenem Moment überkam es ihn und der erste Gedanke der ihn durch den Kopf schoss, war das Kennenlernen mit Elaine. Schon einmal war er hier gewesen, allerdings nicht mit seiner Gemahlin, und von diesem Mal kannte er einen wunderschönen Wasserfall in der Nähe des Lagers. Nur eine Hose aus schwarzen Leder und die schweren Stiefel an, machte er sich auf den Weg zu seinem Pferd. Legte sich einen Umhang um. Beim Vorratszelt packte er einige Speisen und Getränke ein, die er in den Satteltaschen verstaute. Im Eiltempo machte er sich auf zum Zelt der Frauen, wo Elaine mit den anderen versammelt war. Vor dem Zelt sprang er ab, grüßte die Wachen mit einem Kopfnicken und trat ein. Ohne zu zögern ging er zu Elaine, hob sie hoch und küsste sie. "Schatz, ich liebe dich von ganzem Herzen, würde dir die Sterne vom Himmel holen und dir die Welt zu Füßen legen. Verzeih mir wenn ich zu wenig Zeit für dich habe, doch vergiss das bitte nie", sprach er zu ihr und hatte die Aufmerksamkeit der anderen Frauen erlangt. Einige kicherten ob der Worte des Thanen, dieser jedoch lächelte die Frauen an und nickte ihnen zu. "Ich grüße die Damen, mögt ihr meine Gemahlin entschuldigen, ich werde sie für den Rest des Tages entführen.", sprach er schmunzelnd in die Runde blickten und machte sich auf den Weg zu seinem Pferd.
Wie früher hob er seinen Schatz auf das Pferd und schwang sich dahinter auf. Er küsste ihren Nacken und flüsterte ihr zu, dass sie sich gut festhalten solle, ehe er die Färsen in die Seiten des Pferdes drückte und aus dem Lager preschte. Das schwere Schlachtross war seit dem letzten Mal als sie zusammen geritten waren viel stärker geworden, wurde der Wallach auch jeden Tag trainiert. Die Sonne im Rücken ging es im vollen Galopp zu dem Wasserfall, zu dem er Elaine ausführen wollte, und vor hatte, ihr einen Abend der Zweisamkeit und Ruhe zu schenken. "Los åska, tritt auf deinen eigenen Schatten", spornte er das Pferd an, einen Arm um Elaine gelegt.
Wie lange es doch nun schon her war, als sie so das erste Mal zusammen geritten waren. Trotzdem spürte Thunder in jenem Moment das alte Feuer in sich, wie er es spürte als er Elaine zum Ersten Mal sah. Nie hatte er aufgehört Elaine zu lieben. Alles würde er für sie tun, doch schon länger hatten die Geschäfte jegliches Feuer in ihm erstickt. Er spürte eine Leidenschaft in sich, die nur sie in ihm wecken konnte, kein Kampf, keine Schlacht, nur die Liebe seines Lebens vermochte dies zu tun.
Tief gruben sich die Hufe des Pferdes in das feuchte Erdreich, als sie den Wasserfall erreicht hatten und Thunder an den Zügeln gezogen hatte. Er den Arm um sie gelegt blickten sie auf dieses idyllische Fleckchen Erde, ehe Thunder absteigt und Elaine ebenso runter hebt, wie er es immer tat. Ihre Küsse schmeckten so viel süßer in jenem Augenblick, waren so viel Leidenschaftlicher, so wundervoll das sie den Anreiz des Verbotenen hatten.
Er zog eine mit Runen bestickte Decke aus einer Satteltasche, breitete sie aus und holte die Speisen und Getränke hervor.
"Dieser Abend soll nur uns gehören, mein Herz. Keine Heere, keine Verpflichtungen, keine Kinder, nur wir beide", flüsterte er ihr, sie im Arm haltend, ins Ohr und küsste sie.
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Unter dem Zeichen des Kriegsgotts 17.04.2010 21:53:13 --- 1 Jahr, 10 Monate her
|
|
|
In dem Zelt war es drückend warm.
Obwohl der Tag erst angefangen hatte, hatte sich die Luft bereits von den Leibern der Frauen, von ihrer Geschäftigkeit und von ihren endlosen Worten ebenso aufgeheizt wie von der Sommersonne, die von aussen auf die Planen schien. Ich hatte mich zu ihnen gesellt, da ich mal wieder etwas anderes sehen wollte als schwitzende Männer und Waffen. Doch allmählich dämmerte es mir, dass dies nicht die Ablenkung war, die ich gesucht hatte. Hatte ich anfangs noch versucht, mich während leichterer Arbeiten an den Leder- und Stoffausrüstungen an den Gesprächen zu beteiligen, so schweiften meine Gedanken immer mehr ab zu den Kindern, zur Burg, zu meiner lieben Sveid, von deren schweren Schicksalsschlag ich gerüchteweise gehört hatte. Krig war verschwunden. Eine Mischung aus Mitgefühl und Schrecken durchströmte mich jedesmal, wenn ich daran dachte. Ich wüsste nicht, was ich täte, würde Thunder plötzlich nicht mehr in meinem Leben sein.
Ich hatte gehört, sie wäre nicht weit von uns mit ihren Truppen, vielleicht würde es sich ergeben, dass wir uns träfen, andererseits, was könnte ich schon sagen…? Gedankenverloren wischte ich mir eine Haarsträhne aus der Stirn und beschmierte mich dabei mit Lederfett von den Stiefeln, die ich eben putzte. Seufzend legte ich die Arbeit aus der Hand und rieb mir die Stirn mit dem Unterarm sauber. Das Lagerleben war nicht wirklich geeignet für die Hervorhebung weiblicher Reize. Ein Bad wäre mal wieder schön, saubere Kleidung, ein Spiegel, ich konnte es nur ahnen, aber ich war der sicheren Meinung, dass ich im Moment kein reizvolles Bild für meinen Mann abgab. Anders konnte ich mir seine Zurückgezogenheit in letzter Zeit nicht erklären.
Plötzlich verdunkelte etwas die Zeltöffnung. Ich blickte auf und sah mich bereits im nächsten Moment in Thunders Armen und hörte ihn unglaubliche Dinge sagen. Ich lachte und mit mir die Frauen um mich herum. Immernoch lachend liess ich mich von ihm davonziehen und auf das Pferd heben. Da dämmerte mir, dass mich die Götter erhört hatten und mir meinen Mann gesandt hatten, wie schon so oft.
Er führte uns an einen wunderschönen Ort, wie verzaubert, und von einem Moment zum nächsten war ich in einer anderen Welt. Nachdem sich unsere Lippen wieder voneinander gelöst hatten, nahm ich seine Hand. „Ich danke dir. Das ist wunderschön hier. Aber das wunderbarste in meinem Leben bist du und wirst es immer bleiben.“
__________________________________________________________________________________________
"free your mind and the rest will follow"
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|