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Goldmarie blinzelte, als ein heller Lichtschein auf ihr Gesicht fiel, verschwand, wiederkehrte, wieder verschwand und erneut wiederkehrte. Ein Feuer? Eine Fackel? Nein, es war die Sonne, die durch einen schmalen Spalt im Vorhang schien, der sich in einem leisen Luftzug öffnete und schloss.
Verwirrt richtete die Khagan Bek sich auf und schaute in dem Zimmer umher. Wo war sie , was war passiert? Als erstes musste dieser Vorhang weg! Sie sprang auf ... und fiel sofort wieder aufs Bett zurück. Sie fühlte sich sehr schwach, musste wohl sehr lange geschlafen haben.
So ganz allmählich kamen die Erinnerungen wieder. Sie war in Kiew - zusammen mit Leca, Finley, Charli und den Kindern. Wo waren die anderen? Ach ja, in anderen Räumen des Hauses, jeder in einem eigenen Zimmer, wegen der Ansteckungsgefahr...
Ja, natürlich, jetzt hatte sie die Bilder ihrer Ankunft wieder klar vor Augen: Die stolze Burg Kiew, Konrad III, der prächtige Festsaal, Sir Schurrstein, die vielen Blumen, der süße Wein... Sie hatte dem neuen Zaren gratuliert und viele Gespräche mit ihm und seinen Würdenträgern geführt und so den Grundstein für eine neue "alte" Freundschaft zwischen Kiew und Petschenegien gelegt. Doch was war dann geschehen? Die Tage darauf erschienen ihr wie durch einen Schleier und schienen in Träume überzugehen. Alpträume ... Fieberträume!
Goldmarie stand auf, schön vorsichtig, um nicht wieder den Halt zu verlieren, ging zum Fenster und zog die Vorhänge zur Seite. Die Überraschung war groß: Schnee lag draußen! Sie waren doch im Hochsommer angekommen und nun war Winter! Hatte sie so lange geschlafen?
Auf einem Schränkchen neben dem Fenster stand ein Krug mit Wasser, eine Schüssel und ein Becher. Das Wasser war frisch und kühl. Goldmarie trank in großen Zügen, spürte erst jetzt, wie durstig sie war, fühlte aber auch ihre Lebensgeister wiederkehren. Sie öffnete die Schranktür, fand Brot und Käse und aß mit großem Appetit. Man hatte sie und die ganze Reisegesellschaft aus der Burg in dieses Haus am Rand der Stadt gebracht, als diese seltsame Krankheit ausbrach. Ja, sie erinnerte sich, sie hatte noch versucht, sich selbst eine Kräutermedizin zuzubereiten, war dabei aber zusammengebrochen und in einem halb bewusstlosen Zustand registriert, wie andere sich um sie kümmerten.
Doch nun schien die Krankheit endlich überstanden zu sein. Goldmarie wusch sich in dem Rest des Wassers, zog ein frisches Kleid an und machte sich auf, ihre Kinder zu suchen.
Blendia zu Zukansk, Khagan Bek und Außenministerin im Staate Davids Peschenegien
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