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Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott
 
Franz von Tepl

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Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      09.05.2010 20:31:14 --- 1 Jahr, 9 Monate her  
Es hieß immer, wenn man erst einer Arbeit nachginge, die für Gold, Ehre und Stress sorgen würde, so würde der angeborene Forschungsdrang immer unwichtiger werden, bis die Dunkelheit des Vergessens ihn schließlich ganz umhülle und man leben würde, um das eigene Hab und Gut zu erweitern.
Von klein auf hatte man Franz erläutert, sein Interesse für die Welt würde schwinden und das Verlangen nach Gold, Land und - nicht zuletzt - Weib würde dann den Platz dessen einnehmen. Dies sei eine Erfahrung, der jedes Volk auf Gottes Erdenscheibe sich hatte unterwerfen müssen, ein Erlebnis, de, sich jede Generation hatte fügen müssen...Ja, dies hatte Franz öfter gehört, als das "Vater Unser" und - Bei Gott - er wuchs in einem Kloster auf...

Nun, Franz hatte sich auf diese Weisheit erst vor einem Monat besonnen und seitdem eiligst versucht sich aus den Fesseln des Besitzes zu befreien. Denn, er war immerhin schon seit zwei Jahren im Schlafe der Arbeit versunken, für ihn eine untragbare Tatsache.
Sein Aufstieg zum Kardinal Kiews hatte ihn eher weiter zurückgeworfen, auf seinem charakterlichen Weg, als nach oben gebracht. Stets, sogar dieser Tage, wo er im Heeresverband umher zog, gab es neue Papierstücke, die es zu beurteilen und signieren galt. - Natürluch nur "Zum Wohle des Volkes und der Kirche"...die Wahrheit aber war: Seitdem er Kardinal war, hatte der den Bezug zum Volk absolut verloren, sein Arbeitstisch war sein Heim. Wahrlich, wie lange lag eigentlich sein letzter Kirchenbesuch zurück?
Wie auch immer, in letzter Zeit regte es sich wieder um ihn: Sein Diener war nun schon seit mehr als 2 Wochen rastlos unterwegs gewesen und erst diesen abend zurückgekehrt, seinem Herrn berichtete er - In Geheim, versteht sich - der Auftrag sei vollendet, er habe gefunden wonach er gesucht.
Nun wurde eben die darauf folgende Nacht auserkoren...auserkoren um, das in die Hände Franz' zu bringen, was er begehrte...ein Objekt, von dem er sich Erkenntnis versprach.

Nun, es war eine typische russische Nacht, die Kälte drang durch die dickste Kleidung und auch die Wälder wurden von einem eiskalten Wind erfasst, doch der Kiefernwald östlich des Heerlagers lag ruhig da. Wind hätte Franz sowieso nicht gespürt, war sein Körper doch zu angespannt und sein Geist zu weit abgedriftet. Auf dem Weg zum Wilkrijfluss (eher ein Bach) dachte er über so Manches nach. HempInvader...würde er ihn irgendwann einmal wieder sehen? Das Bedürfnis dazu hatte er...Doch...egal. Er schüttelte seinen Kopf, konzentrierte sich und lauschte in die Dunkelheit ringsum, eine Verfolgung durfte und wollte er nicht riskieren.
Er hielt kurz inne und sein Wappenrock baumelte hin und her...nein, keine Geräusche auszumachen.
Er rückte sein Fell wieder zurecht und lief weiter.
...
Nach einer Weile hatte er den Bach erreicht und verlor keine Zeit. Wendig sprang er auf einen Felsen, mitten im Bachlauf, legte sein Fell ab und betrachtete das Wasser. Der unwahrscheinlich helle Mond ließ aufspritzende Wassertropfem erstrahlen und schenkte ihnen - zumindest für eine Sekunde - Besonderheit, in diesem Moment war jeder Tropfen einzigartog, herausgelöst aus der Masse, aber schnell verschwand er wieder...wurde unbedeutend und nur ein Glied in der endlosen Kette.
Er schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern - Er musste ein Zeichen geben.
Dann sprach er laut und klar, um sich vom Rauschen des Baches abzuheben.
"Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Fels...", er bekreuzigte sich, "so schweige doch nicht, dass ich nicht wenn du schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Tempel."
Sofort erschallte eine Antwort: "Wie, Herr? Ihr kommt ohne Waffen? Kommt ohne etwas, dass mich niederwerfe?", Franz hielt die Augen geschlossen "Ja, dies ist kein Waffengang, ich kam nicht, dich zu demütigen."
Nach diesen Worten kam ein kleiner Mann aus dem Gebüsch. Unrasiert...höchstwahrscheinlich stinkend...aber egal, in diesem Moment zählten andere Dinge. Humpelnd näherte er sich bis auf 10 Fuß. "Habt ihr was ich will?" Franz zögerte nicht, klimpernd landete ein Beutel vor des Mannes Füßen und mit einer unglaublichen Agilität stürzte sich der Mann darauf...Wasser spritzte auf und verschwand wieder in der Menge.
Seinerseits warf der Mann Franz nun ein Bündel zu.
Lächelnd sagte er "Seid vorsichtig, es ist schwer zu bekommen, steht es doch weit oben auf dem Index. Allein der Besitz kostet euch erst euer Ansehen und dann...das Leben. Lasst sie nie erfahren, dass ihr euch im Besitz des Evangelium de..." Franz erhob die Hand. "Schweigt, schweigt wie ich es auch tun will. Ich danke euch, doch nun sollten wir uns trennen.

Nun, so geschah es auch. Damit endete diese Nacht. Damit endete dieses Treffen, damit endete der erste Schritt von Vielen.
Damit erhielt Franz ein Objekt, das ihm endlich Wissen über schattige Plätze in seinem Glauben bringen sollte.
Damit begann ein neuer Weg.
 
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Franz von Tepl

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Re:Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      12.05.2010 15:54:43 --- 1 Jahr, 9 Monate her  
Die Illusion der Wahrheit wurde vom ersten Tage seit Menschheitsgedenken, seit Adam, immer wieder angewandt und kein Tag verging, an dem niemand getäuscht worden wäre. Zwar wurden die, die es am Ärgsten trieben stets ausgelöscht, so wie Soddom und Gomorra, doch der Parasit, das Krebsgeschwür der unseligen Lüge konnte nie ganz aus dem Angesichte der Erde geschnitten werden. Nie schafften es die Menschen ihr eigenes Netz aus Betrug wirklich zu durchdringen.
Eine kleine Minderheit schaffte es immer wieder, dem Volk die Wahrheit so zu formen, wie es gebraucht wurde. Dabei war nie wichtig gewesen, wer diese führende Minderheit war, ob König, Priester oder reicher Händler, alle nutzten sie ihre Chane, um das Glück auf ihrer Seite zu bewahren, kein Einzelner widerstand diesem Drang. Selbst der, der sich heilig gab, ja, gar der, der heilig gesprochen ward, hätte die Kraft gehabt, der Macht zu widerstehen. Aus diesem Grund kannte auch jede Kultur der Erde die Weisheit "Gib einem Menschen macht, so du seinen wahren Charakter sehen willst."
Doch, es soll auch Edelmänner und -frauen gegeben haben, die sich diesem Drang irgendwie widersetzen konnten, zumindest bis zu einem gewissen Punkt.
Denn die Geschichten dieser Menschen endeten damit, dass sie von einer Welle des Widerstandes überrollt wurden, oder aber sie fanden die Wahrheit, konnten sie aber nicht akzeptieren, da sie zu grausam war.
Franz wusste von einigen dieser Freidenker, dennoch setzte sich seine Naivität durch und er verblieb in dem Glauben, das Streben nach Wahrheit könne Erfolg haben und die Welt verbessern.
Der Höhepunkt seines Strebens zeigte sich in der Nacht, indem er eine verbotene Schrift erhielt, er war damit am Ziel seines Projektes "Fall Judas", doch nun stellte sich die Frage, wie er mit der traurigen Wahrheit umgehen würde...

Kampfeslustig wirkten dieser Tage die Kiewer, ging es doch um ihr Land. Sie wollten, vereint mit den Mordwinen die Invasoren, die Tempelritter, alsbald vom hohen Ross des Stolzes werfen und sich so den Sieg sichern.
Nur einer von ihnen hatte sich zurückgezogen und mied die Vorbereitungen, sein Zelt stand 10 Schritt entfernt vom sonstigen Lager und der Besitzer des Zeltes hätte nicht unterschiedlicher denken können, von allen die nahe Odesskaja kampierten...
Was Franz in seinem Zelt tat, dass Äußerte sich, als zwei Boten in unterschiedliche Richtungen aus dem Eingang schritten. Keiner der anderen würde erfahren, wohin sie eilten.
Martinus, der Hagere, Franz Diener - Er wusste es.
"Herr, warum habt ihr dieses Schreiben an den Zaren gesandt? Ich kann dies nicht nachvollziehen?"
Franz blickte von seinem Stuhl finster in die Ecke, in der Martinus unauffällig im Halbschatten stand.
"Martinus. Könnt ihr mir ein Gefallen tun? Das Evangelium ist fertig übersetzt. Wäre es euch möglich es heute zu verbrennen?"
Martinus stutzte. "Was sagt ihr da? Ihr wolltet es unbedingt besitzen! Brachte es euch nicht die nötigen Antworten, oder wi...", Franz gebot ihm zu schweigen "Ach. Es gab mir mehr als nur die Einsichten, die ich wollte. Mein Verdacht, er...er bestätigte sich. Eben deshalb soll es verbrannt werden."
Franz strahlte eine gewisse Kälte aus, das tat er immer, wenn er mit einer Situation nicht zu verfahren wusste, so wollte er seine Unsicherheit überspielen.
"Herr, erläutert mir bitte euren Gedankengang, damit ich es verstehe. Damit ich auch euren Brief an den Zaren verstehen möge..."
"Gut. Die 4 Evangelien...sie unterscheiden sich in Schriftart, Wortwahl und Länge. Aber an einem Punkt, und nur an diesem Punkt sind sie wirklich gleich: "Der Verrat des Judas". Die Wortwahl ist nahezu gleich...grotesk, vorallem, weil jedes Evangelium eine andere Note besitzt, nur bei diesem Teil nicht - Dort ist eine fremde Note vorhanden...nur bei Johannes nicht! Er spricht viel eher davon, dass Judas den Auftrag von Jesu' erhielt, den Verrat zu begehen.", er hob ein Stück Pergament hoch, "Ich musste wissen, ob an meinem Verdacht etwas dran war. Hier: Aus dem Evangelium des Judas: 'Es musste geschehen, da der Rabbi es forderte. Die Prophezeiung des Jesaja musste erfüllt werden.' Wisst ihr von welcher Prophezeiung er sprach?", Martinus schwieg, "er sprach von Jesaja, dem Propheten. Er sagte, der Menschensohn, würde als Verbrecher verkannt sterben, deswegen MUSSTE Judas Jesus verraten, nicht wegen Geldgier!
Das ist weitaus logischer...als die Geschichte, Judas hätte seinen Meister wegen Geld verraten, nicht?
Und wisst ihr, die Kirche will nicht, dass man Judas in diesem Lichte sieht. Darum verbot sie die einzige Schrift, die die Seele dieses Mannes rein waschen könnte...Damit verfälschte sie die heilige Schrift, weil sie blind war, die Wahrheit zu erkennen.
Hörst du? Meine Welt ist zerschellt an diesem Berg, der die Kirche belastet. Ich habe mein Vertrauen verloren, deswegen zerstört diese Schrift! Die Ordnung des Abendlandes darf nicht ebenso zerspringen, wie die meine...
Versteht ihr nun mein Rücktrittsgesuch an den Zaren? Ich kann nicht als Kardinal agieren, wenn ich vom Glauben in die Institution abfalle...
Ich muss mich zurückziehen und nachsinnen...kommt ihr mit mir?"
Franz hatte hastig und schnell gesprochen, er wollte es los werden. Doch nun hatte er ein dumpfes Gefühl. Ihm wurde leicht übel, da er sich erst bewusst wurde, dass nichts mehr war wie ehemals.
Martinus blieb gelassen..."Befehlt, ich folge! Ich schwor euch die Treue und so werde ich sie halten. Ich werde es verbrennen...wohin wollt ihr nun gehen?"
Franz schüttelte den Kopf "Ich weiß es nicht. Erst einmal hinaus aus Kiew...vielleicht in petschenegisches Gebiet, die Hauptstadt hat einen Hafen. So kann ich das unsegliche Land verlassen, neue Weiten aufsuchen. Wo...das weiß ich nicht."

Und so wie er's sagte, so geschah es.
Petschenegien war das nächste Ziel Franz'.
Er hoffte darauf sich in der Fremde zu besinnen, um den wahren Weg zu erkennen...in Wahrheit aber rannte er weg, er hatte Angst vor dem, was er da entdeckte hatte...er war gescheitert, so wie alle vor ihm auch...
 
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Franz von Tepl

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Re:Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      12.05.2010 19:31:27 --- 1 Jahr, 9 Monate her  
Die Schrift ward zerstört, der Glauben ward belastet, die Heimat verloren.
Während Martinus das Zelt herrichtete saß Franz mit einer Karte auf dem Boden, wo würde ihn das Schiff, dass er bald besteigen würde, wieder absetzen? An welchem Kai würde er letztendlich stehen?
Entgegen seinen ersten Gedanken fand er schnell einen Wunschort. Sein Vater, Johannes, hatte ihm oft von Cordoba erzählt. Philosophische Muslime, deren Land kulturelle Blüten trieben, ja dies wäre das perfekte Land für eine Besinnung. Aber Franz war Christ...würde man ihn aufnehmen?
Zumindest wollte er es versuchen.

QUOTE:
Werter zorK,
Kalif von Cordoba
Herrscher über die Emirate Zenata und Zirid,
Herr über die Gläubigen Allahs in Westafrika, deren Prophet Mohammed ist,

ich bin lediglich Staub, der von eurer Hoheit keinerlei Beachtung verdient, so kann ich nur hoffen, ihr, Herr der Perle Afrikas, werdet meine Depesche in eurer unendlichen Gnade dennoch lesen, obwohl ihr mit weit wichtigeren Personen Kontakt halten müsst.

Nun wahrlich, ich will des Kalifen Augen nicht viel länger mit meinen trägen Worten ermüden, auf das ihr euch schnell wieder wichtigeren Dingen zuwenden könnt.
Vor recht kurzer Zeit, wenn euch dieses Schreiben erreicht wohl 14 Tage, war ich Kardinal der katholischen Kirche in Kiew. Jezt aber habe ich dieses Amt nicht mehr inne, da in mir ernste Zweifel über die Rechtmäßigkeit des Schaffens des Vatikans aufkamen. Und ihr, Herr Westafrikas, sollt wissen, dass ich keine Heuchelei ausübte, ich glaubte wahrlich, was ich predigte und als sich mir das Gegenteil eröffnete war ich zutiefst erschüttert und mein Bild der Welt zersprang in tausend kleine Scherben, doch genug von den Problemen eines Narren, so ihr es erlaubt, will ich euch eine Bitte vortragen.

Um mich auf die Wahrheit zu besinnen und Klarheit zu schaffen, wöllte ich mich zurückziehen, um die reine Sprache der Vernunft zu verstehen, welches stolze Land wäre zu diesem Zwecke besser, als das Eure? Ein Land, das Kunst und Kultur stets bewahrte.
Und nun, ich kenne die Probleme, die mit mir kommen könnten. Ich war nicht bei dem wahnsinnigen Treiben der Christen in Westafrika anwesend, doch kann ich mir gut vorstellen, wie viel Hass diese stumpfsinnigen Bestien gesät haben müssen, in Folge dessen kann ich die Abneigung eures Volkes, die es nun sicher hat, gegen Christen verstehen und, solltet ihr mir die Reise gestatten, ich werde mich auch bedeckt halten, niemandem sagen, das ich Christ bin, auf das ich nicht zu einem Ärgernis werden würde.
Ich will lediglich das großartige Cordoba besuchen, um den Sturm in mir zu bekämpfen.

Würdet ihr mir dies gewähren, so würde ich euch nie wieder mit solch einer Nichtigkeit belästigen und ich würde ewig in eurer Schuld stehen.

Demütigst gez. von
Franz von Tepl


Der Bote eilte.
 
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Mahdi Ibn zorK

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Re:Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      14.05.2010 10:54:08 --- 1 Jahr, 9 Monate her  
Die Tage waren dunkel, dunkler.
zorK besann sich gerade, auf sein menschliches Ich, auf seine Hoffnungen deren Grenzen immer wieder an die Ignoranz und Dummheit der Christen stießen. Als ihm sein Kriegsminister einen Brief überreichte.

QUOTE:
as-salamu aleikum Franz von Tepl, Aussenstehender zwischen den Welten,

Ich kenne Stürme im Herzen, es sind jene die uns den entscheidenden Impuls zum vorwärtsgehen zeigen. Ihr scheint mir einen großen Konflikt auszuleben, wenn ihr euch von den irdischen Zwängen eurer Religion lossagen wollt, von eurem Volke.

So ihr mir als freier Mensch schreibt, möchte ich euch als interessierter antworten.
Es gibt helle Tage und jene dunkle, die auf mein geliebtes Land hinein brechen. Vielleicht ist es die List. Eine weitere Demütigung, die uns das Abendland sendet. Aber als freier Mensch werde ich nie aufhören jene Rufe zu erhören, deren Botschaft wahres Interesse bekunden.

Ich gewähre euch das Betreten Afrikas, welcher nicht vielen Menschen offen steht. Befolgt aber meine Anweisungen, sonst verliert ihr euer Leben.

Findet euch in Tunis ein, dem Tor zu Westafrika. Dort werden Diener auf euch warten, die euch einerseits beschützen werden, als euch ein erstes Gefühl von Afrika vermitteln werden. Solltet ihr euch geschickt anstellen, werde ich euch den Zugang zu Westafrika im Gesamten gewähren.

Bismillah arahmani arahim
zorK, Kalif Córdobas


Lasst den Boten versorgen. Er hatte einen weiten Weg.


 
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Franz von Tepl

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Re:Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      14.05.2010 15:10:35 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Das Meer war seit jeher ein Symbol für Freiheit, Ungebundenheit und Kampfeswille, vielleicht war es sogar recht symbolisch zu verstehen, als die Juden eine Heimstätte auf der Halbinsel Krim bezogen, war diese doch fast ganz von der freien See umschlossen.
Immer hatten die Juden einen ewigen Kampf zu kämpfen, einerseits mit sich selbst, andererseits mit Außenstehenden. So wurden sie doch schon im Altertum von anderen Völkern bedrängt - Seien es nun die Babylonier oder die Römer, stets mussten sie um ihr Land bangen, immer wieder gab es Versuche ihre Vorherrschaft im Heiligen Land zu brechen...bis es schließlich gelang und der Islam die Heiligen Stätten der Juden im Sturm nahm - Das Gottesland war verloren.
Doch auch religiöse Kämpfe existierten immer. Wie oft verfielen die Juden dem Götzenkult? Selbst Mose sah sein Volk ein goldenes Tier anbeten, quasi ein seelenloses Geschöpf.
Wie oft scheiterten die Juden an den harten Regeln, die sie sich auferlegten? So hatten sie gar einmal schon wider ihrem Gott gefrevelt, als sie Könige ernannten...
Doch trotz dieser Fehlschläge, obgleich sie sich als "Mörder Jesu" beschimpft sahen, stets erbauten sie ihre Existenz wieder auf und immer fanden sie ihren Glauben wieder, wie nasse Schafe ihren Herren. Wie die See war ihr Wille immer schon unendlich weit.
Zu Franz' Zeiten drückte sich dieser Wille im Land der Petschenegen unter dem Regenten Zuka von Zungenschlang aus: Ein prächtiges Land im Norden des Schwarzen Meeres wollten sie errichten, zwar immernoch im Gedanken an Judäa, aber dennoch in der Vorraussicht, ihr gelobtes Land vielleicht nie wieder zu sehen.
So hatten die Juden also mit der Errichtung ihres Landes wieder ihren Weg gefunden - Weil sie es nie müde waren zu kämpfen.

Franz lernte den Kampfgeist der Juden kennen, als er sich mit einem Juden duellierte, dabei floss allerdings kein Blut, hatte Franz doch nicht vor als Gast in einem fremden Land den Besitzer zu denunzieren.
Vielmehr war es ein Kampf des Denkens, der über den Orient nach Europa kam. - Schach
Um sich die Zeit zu vertreiben hatte Franz ein Schachspielhaus aufgesucht, hatte er diese Kunst doch lange nicht mehr üben können. Bei Tee und Datteln begann dann die Schlacht der Denker und der Jude - Ein Rabbi - lehrte Franz den Kampfgeist der Juden zu schätzen.
Nach mehr als zwei Stunden erschien Martinus, er war aus dem Gasthaus herbeigeeilt, um seinen Herren zu benachrichtigen. Leise näherte er sich dem Geschehen an: "Herr, verzeiht die Störung aber ich habe zwei Depeschen für euch...wenn ich..." - "Wartet noch kurz. Das Spiel endet eben..."
Der kräftige Rabbi hatte aus Anstand aus dem Fenster gestarrt, um nicht mitzuhören, was Franz' Privatssphäre betraf, als er aber hörte, das Spiel sei vorbei, blickte er nachdenklich auf das Brett, war er tatsächlich nicht mehr Herr der Lage? Doch dann erblickte er Franz gestürzten König und begann zu lächeln.
"Ihr gebt auf? Empfindet ihr dies nicht als Schmach?" Franz schüttelte bedächtig den Kopf "Nein, nein. Ich bewahre meine Mannen vor dem schmerzlichen Untergang. Ich richte nicht mehr Schaden an, als ich bereits tat." - "Fürwahr, eine kluge Einstellung. Blickt doch bitte zum Hafen...seht ihr die Schiffe? Das sind Tempelritter. Vielleicht hätte das Zarenreich auch aufgeben sollen...nun bricht ein Sturm auf sie herein..."
Franz starrte nach draußen, tatsächlich. Flaggen der Templer. "Aber, aber...Rabbi. Ich mache mir eher Sorgen um die Tempelritter. Sie kommen einer Feindschaft wegen, sie kommen um ihre Feinde zu morden. Wie wird es ihnen gehen, wenn sie es taten? Ihre Herzen werden durch die Schmerzen zerbrechen. Unrecht mit Unrecht vergelten und erwarten, dass Recht entstehe...das ist nicht logisch..."
Der Rabbi kratzte sich am Bart und stimmte ihm zu.
Nun meldete sich Martinus wieder. "Herr, lest doch..."
Die erste Nachricht stammte aus Nowgorod, Anya, Franz' Tochter war wohlbehütet angekommen und sollte nun dort wohnen, auf dem Hab und Gut der Familie Tepl in Nowgorod.
Die zweite Depesche war interessanter. Sie stammte von zorK, dem Kalifen der Cordobaren.
"Nun wahrlich. Ich hoffe ich kann mich beweisen, nicht als Unheilsbringer, sondern als Freidenker...Martinus? Habt ihr das Schiff schon gemietet? Gut...wir reisen nach Tunis. Dort erwarten und cordobarische Männer.
Unser Auftreten bestimmt über Weiterreise oder Heimkehr."

So ließen sie den Rabbi sitzen und reisten gen Tunis - Für Martinus war das vom Regen in die Taufe. Er war zu katholisch erzogen, als das er Franz' Interesse an Muslimen und Juden verstehen könnte...oder wöllte...
 
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Franz von Tepl

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Traue niemandem      26.05.2010 17:08:25 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Unmut hatte sich langsam den Geiste Martinus' erobert. Zuerst musste er sich, ein guter Christ, mit Juden umgeben und nun sollte er also mit seinem Herren nach Nordafrika gehen.
Die Zeit auf dem Schiff war insofern für ihn befriedigend, da sie bedeutete, sich nicht mit Heiden umgeben zu müssen, doch mit dem Erreichen Tunis erreichte seine Bereitschaft seinem Herrn zu dienen den Nullpunkt. Daran konnte auch die großartige muslimische Architektur nichts ändern.
So trug sich Folgendes in Tunis zu.

Als Franz und Martinus gerade das Schiff verließen (worüber Franz höchst glücklich war, die See war nicht seine Umgebung...) schritt ein Mann langsam und würdevoll auf sie zu.
"Allahu Akbar. Willkomme in Tunis. Seied ihr Franz von Tepl?" Franz blickte recht verwirrt drein. Ein Afrikaner, der ihn in Latein ansprach? Recht sonderbar.
"Gott zum Gruße. Ich bin der, den ihr suchtet. Doch, wer seid ihr und woher kennt ihr meinen Namen? Seied ihr denn der Gesandte des Kalifen?", der Fremde musterte eingehend Martinus, schüttelte nur den Kopf und äußerte sich dann, in einem recht höflichen Latein: "Verzeihet. Mein Name ist Mehmed, unterwürfiger Diener des Kalifen zu Córdoba. Ich wurde gesandt, um euch zu empfangen. Woher ich wusste, wer ihr seied? Nur Christen sprechen Latein und dann auch noch so laut wie ihr es tatet. Wenn ihr unbemerkt durch unsere Lande reisen wollt, so solltet ihr euch leiseres Sprechen angewöhnen. Aber, was heißt unbemerkt? Eure Herkunft ist längst verraten, betrachtet man eure Hautfarbe...", der Abgesandte lächelte, "aber dies soll euch nicht zur Last gelegt werden. Höret, ich habe euch noch mehr zu sagen. Ich wurde geschickt, um euch zu beobachten und um euch in den Traditionen des cordobarischen Hofes zu lehren." Auf diese Worte reagierten die beiden Zuhörer höchst unterschiedlich. Martinus blickte noch finstrer drein (was den Gesandten zu amüsieren schien) und Franz sah leicht irritiert aus. "Aber, Mehmed, was habe ich nun mit dem Hofe zu schaffen? Ich bin nicht mehr als ein einfacher Reisender, der...", Mehmed unterbrach ihn mit einem Handzeichen.
"Schweigt. Es ekelt, Zurückhaltung zu sehen, wo man trockene Vernunft erwartet. Ihr wart einst Kardinal, also habt ihr ein hohes Amt bekleidet. Der Kalif, Allah möge ihn beschützen, will nun erfahren, was genau eure Beweggründe waren. Doch sollt ihr ihm mit einer gewissen Schulung gegenübertreten können."
Franz blickte zu Boden. Sollte er dem Kalifen von seinem neuen Wissen berichten oder würde ihn dieser nicht nur verlachen? "Verzeiht. Doch was geschähe, wenn ich dem Kalifen meine Beweggründe nicht nennen könnte?" - "Dies liegt nicht in meinem Ermessen. Ich bin nur für dich Sicherstellung eures Vorankommens beauftragt worden. Wie der Kalif mit euch umgeht, das ist eine andere Sache."
Franz nickte langsam, das Thema bereitete ihm Unbehagen. "Gut, gut. Doch bevor ihr mir etwas lehrt...kann ich mir zuerst Tunis betrachten? Ich will die schönen Stätten dieser Stadt bereits gesehen haben, damit mich Marakesh nicht in Ohnmacht lässt kippen." - "Wie ihr es wünscht."
...
Die Stadt war ein Traum, ein Traum für sämtliche Befürworter der Kultur.
Mehmed nutzte die Kulturlust Franz, um ihm die Muslimische näher zu bringen. Er sprach von den großen Moscheen und von der Alhambra, dem ehemaligen Stolz Al Andalus', die ihm christlichen Kampf wider Rogar niedergebrannt wurde.
Die christliche Kultur interessierte Mehmed dafür keineswegs und so unterdrückte er jeden Versuch Martinus' über die Heimat zu reden mit einem neuen Fakt über die muslimische Lebensweise.
So sah Franz die große Moschee, den Palast des Seraphons und den großen Basar - Eine neue Welt tat sich ihm auf. Die zweifelsohne große Kultur der Muslime rückte nun näher an ihn heran und Afrika erschien ihm unglaublich.
Nach einer gewissen Zeit erreichten sie ein Teehaus - Franz bat darum, zu rasten, um das Gesehene weiter zu verarbeiten können und Mehmed willigte ein.
Martinus lief nun nur noch, angeekelt von der fremden, unchristlichen Kultur, zaghaft hinter Franz her.
Unbeeindruckt davon, das die drei ungleichen Männer von allen Seiten angestarrt wurden setzte Franz das Gespräch (selbstverständlich in Latein) fort und sollte damit schnell die Aufmerksamkeit eines Reisenden auf sich ziehen, der wohl ebenfalls dem Lateinischen mächtig war.
"Nun, Mehmed. Was trinkt man hier so? Zeigt mir doch auch hier die Kultur eurer Heimat, auf das ich sie noch mehr zu schätzen weiß.", Mehmed lächelte, er freute sich darüber, Franz gewonnen zu haben - "Nun, seht her, was ich euch bestellen will. Ihr werdet es nicht bereuen."
....
 
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Re:Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      29.05.2010 13:43:53 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Es kam also so, das Mehmed den besten Schwarzen Tee des Hauses bestellte und Franz schnell auf ein neues Thema hinwies.
"Nun, was denkt ihr. Wie reagierten die Christen auf euer Verschwinden und das Niederlegen eures Amtes?", Franz zuckte mit den Schultern, "Ach, so schwer werden sie es nicht genommen haben. Ich war nur einer von Vielen und was habe ich schon getan? Es ist kein Verbrechen sein Amt niederzulegen und mehr weiß wohl auch niemand im Abendland..."
Mehmed lächelte und zog ein Stück Pergament hervor "Seht. Das ist ein Schreiben von Erzbischof Rainald aus Mordwinia. Er sandte es an all Jene, die weltliche Herrscher in euren Landen sind und diese wiederum veröffentlichten es vor ihrem Volke, auf das die 'gerechte' Strafe wider euch vollzogen werden würde. Wir Cordobaren bekamen durch unsere Händler dies Schreiben in die Hand...aber lest am Besten selbst."
Franz nahm das Schreiben in die Hand, das seine Zukunft bestimmen sollte und las einige Textstellen laut vor
"...Hochverrats und der Gotteslästerung in besonders schwerem Falle für schuldig befunden...legte sein Amt nieder aus niederen Gründen, verließ seine Heimat wie ein gemeiner Dieb...schloss sich an den ungläubigen, dem falschen Propheten Mohamad folgenden Cordobaren...Nie hörte man von einem ähnlich abscheulichen Verrat an Gott, unserem Herrn...gesamte Christenheit auf, Franz von Tepl für vogelfrei zu erklären..."

Franz zögerte, dann nahm er seine Kreuzkette in die Hand: "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun. Die hohen Herren verblenden ihre Augen und so sehen sie nur den Zorn Gottes, der auf deine Feinde prasseln soll. Vergib ihnen, denn sie sind nicht alle so weise wie dein Sohn hoch im Himmel und doch sind sie alle deine Söhne hier auf Erden. Vergib ihrer Menschlichkeit."
Martinus zitterte.
"Martinus, ihr waret mir stets treu, doch als ich wider eurem Gott redete, da war euer Fanatismus zu stark, da habt ihr den Sinn hinter meinen Worten nicht mehr hören wollen, da verschlosset ihr eure Ohren und seid mit der Akzeptanz über die Gewaltherrschaft in die tiefste Stufe eures Daseins gesunken. Widersprecht mir nicht. Ich habe darum gebetet, das euer Schreiben, das ihr in Petschenegien aufsetztet etwas anderes wäre, doch nun hat es sich bewahrheitet. - Ihr habt mich verraten
Nun, sehet was ihr geschaffen habt: Ich verriet nicht meinen Gott, aber alle glauben es, ich wollte nicht ewig in Cordoba verweilen, sondern zurückkehren und womöglich meine Tochter in Nowgorod aufziehen, doch nun ist mir eine Rückkehr verwehrt. Ich habe nun die Christenheit wider mir...
Ich wünsche, das ihr ewig lebt. Nehmt meine Kette und bewahrt sie gut auf, sie vermag euch ewig an diesen Verrat zu erinnern."
Mehmed lächelte, dieser garstige Christ musste gehen, dies war mehr als er erwartet hatte. Nun konnte er Franz Denken neu beeinflussen, unabhängig vom Christentum - Neue Lehren konnten alte Plätze einnehmen...

So geschah es nun, das Martinus in Tunis blieb und dort auf den Straßen leben musste, zusammen mit den Menschen, die er so hasste, während Franz sich mit Mehmed auf nach Marakesh machte - Um dem Kalifen endlich gegenüber zu stehen.
 
Letzte Änderung: 2010/05/29 13:44 von .
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Franz von Tepl

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Re:Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      01.06.2010 15:47:33 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Memorandum des Mehmed, Diener zorKs.

QUOTE:
Allah, ich preise dich, in deiner erlauchten Barmherzigkeit, die du mich und meinesgleichen jeden einzelnen Tag auf deiner Erde spüren lässt.
Ich halte jedes deiner Gebote ein, handle nur nach deinem Ermessen und bin dir treu ergeben.
Und siehe: Deine Gnade ereilt mich und weist mir den rechten Weg, du bist es, der mich rettet vor der Versuchung, der mich erinnert an meine Pflichten, kein anderer.
Dir zu dienen ist meine Bestimmung und du wirst mich vor der Verdammnis erretten.
Allah, höchster Richter, dein Gesandter Mohammed, der von Gabriel Ereilte, er sprach, wir sollten dein Wort in alle Lande tragen, deine Gnade auch in den entlegendsten Winkeln deiner Ländereien verbreiten; und siehe: Wir taten wie geheißen und kein Ungläubiger, kein Götzendiener lebt mehr unter uns und alle erkannten sie deine göttliche Herrschaft an, ein Jeder wendete sich dir zu, alle baten sie darum, deine Diener zu sein.
Und wirklich, du zeigtest uns stets deinen vollen Glanz, nie verhülltest du deine Absichten, deine Versprechungen waren den Taten gleich und deine Worte waren stets die Wahrheit.
So sprachest du nun auch zu mir die Wahrheit, selbst die, die die Lehre verfälschten, die deine reine Absicht trübten, sie eilen nun zu uns und wollen dir dienen.

Siehe, mir ward befohlen einen Christen aus der Nabelstadt des Lebens zu eskortieren und ich zweifelte an der Absicht meines Kalifen zorK, dem Gerechten, ich zweifelte daran, das er von dir beseelt sei. Oh, ich Tor, ich Narr!
Du hast mich eines besseren belehrt und mir den rechten Weg gezeigt und wahrlich: Dein Werk zeigt sich in diesem Christen, er verlässt die Irrpfade und betritt den Weg der Läuterung, drum frage ich dich: Kannst du nicht in deiner Großmütigkeit auch die anderen Irrlehrer verdammen und sie reinigen? Kannst du sie nicht auch auf die wahren Tatsachen bringen?
Bitte, erlöse auch diese Menschen bald von den Schmerzen der zahlreichen Irrlehren, wie du es gerade mit Franz von Tepl tust.

Ich danke dir, dein treuer Diener sein zu dürfen.
 
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Franz von Tepl

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Re:Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      03.06.2010 16:20:21 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Was war Marrakesch nur für eine Stadt, prächtig erstreckte sie sich über eine riesige Fläche und es bestand kein Zweifel, das hier das Kalifat zu Córdoba regiert wurde.
Die Kultur schien um die restlichen, eher ländlichen Gebiete einen Bogen gemacht zu haben, um dann mit aller Kraft in Marrakesch zu 'rasten'.
Als Franz mit Mehmed durch die Menschenmassen lief betrachtete er interessiert jedes Detail dieser fremden Umgebung. "Gibt es hier denn nur Moslems? Ist keiner von ihnen einer anderen Religion zugehörig? So sprich doch, Freund Mehmed."
Mehmed räusperte sich leicht, es war ihm unangenehm, über diese (durchaus vorhandene) Monotonie in dieser Weltstadt zu reden: "Nun, Juden gibt es hier. Sie flohen aus Al Andalus, als dies christianisiert wurde, aus Angst vor Progromen, doch Christen ... Nun, wohl nur auf dem Sklavenmarkt", zuerst wollte er laut auflachen, ob seines Witzes, doch als er sah, wie sich Franz' Stirn kraus legte fügte er schnell hinzu, "aber dort werden auch Moslems feilgeboten, so sie wider den Gesetzen handelten. Ihr seht also, wir messen keineswegs mit zweierlei Maß. Aber es stimmt schon, Christen sind wohl recht unerwünscht ..."
"Mich beschleicht das Gefühl, dies ist nicht wirklich gerecht. Bedenkt doch, wenn ihr die Lehren Christi und die Worte Allahs miteinander vergleicht, so seht ihr, sie ähneln sich stark. Wo ist der Unterschied, auf das ihr euch das Recht nehmt, Christen als unerwünscht zu empfinden?"
Mehmed stieß einen Bettler beiseite und zwängte sich durch die Massen: "Wo der Unterschied ist, fragt ihr mich? Nun, hört ihr denn die Rufe nicht?", Franz hielt kurz inne und lauschte, tatsächlich hörte er durch das Marktgetose hindurch Rufe erschallfen, "Dies bedeutet, wir sollen uns in die Moschee begeben, wir beten sehr oft, müsst ihr wissen. Dies tun wir, um unsere Ergebenheit gegenüber Gott zu beweisen. Diesen Teil der Lehre, beispielsweise, verfälschten die Nachfolger Jesu. Aber, um euch einen greifbaren und denkbar einfachen Grund zu geben: Der Papst.
Er mutet sich an, Gottes Stellvertreter zu sein, doch begeht er wohl weit mehr Sünden als jeder arme Bauerntropf, obwohl der Bauer doch wohl (so ist anzunehmen) sehr weit von Gott entfernt sein müsse ... Sehet: Dies ist Nonsens."
Kampfeslustig sah Mehmed zurück zu Franz, während sich beide durch die Massen kämpften, hoffte er doch eine Diskussion über Rechtmäßigkeit zu führen, wollte er Franz doch so für den Islam gewinnen, doch Franz nickte, wider Erwartens, nur und wagte es nicht das Wort zu erheben - Langsam aber sicher hatte ihn der Eunuch überzeugt (natürlich wusste er nicht, das Mehmed ein Eunuch war, doch es soll an dieser Stelle zumindest genannt werden).
Auf diese Unterhaltung folgte ein langer schweigsamer Gang durch Marrakesch, bis sie zu einem großen Gebäude kamen, der Baustil war atemberaubend. Mehmed wandte sich zu Franz um "Nun, wie bereits erwähnt: Es ist Zeit zu beten.
Ihr habt die Wahl, bleibt hier und wartet, oder kommt mit hinein und sehet wie Muslime beten.", ehrerbietig verbeugte Mehmed sich, "Zeit genug haben wir, wie ich erfuhr, verweilt der Kalif in Granada."
Franz' Interesse war merklich gestiegen: "In Granada sagt ihr? Attackiert Cordoba erneut Iberien, wie zu alten Zeiten?"
Obwohl er diese Sätze förmlich spie, um so das makellose Cordoba im Gegensatz zu Kiew nicht ganz makellos darzustellen bleib Mehmed ruhig und erwiderte lediglich, das der Kalif des Krieges müde sei und wandte sich dann um und ging ins Gebetshaus - Franz folgte ihm und würde nun wohl sein erstes Gebet erleben.
 
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Re:Die Aufgehängten sind verflucht vor Gott      04.06.2010 15:45:20 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Das Gebet erschien ihm, wie eine einzige Tortur. Nicht, das er sich nicht schrecklich für die Zeremonie interessierte, ganz im Gegenteil, er wollte Mehmed mehrmals mit Fragen löchern, doch dieser war irgendwo in der Masse der Männer verschwunden und betete, so wie alle, sämtliche Worte nach, die der Mann am Raumende aussprach. Das Schlimmste war wohl, das Franz nicht ein Wort verstand ...
. . .
"Sagt, wieviele Jahre musste der Mann studieren, um hier in der Moschee die Gläubigen anleiten zu dürfen?"
Mehmed sah verwirrt drein. "Der Mann? Ihr meint den heutigen Vorbeter? Er hat nicht studiert, ein Wunder das er lesen kann - Er ist nur Händler. Franz, warum wisst ihr rein gar nichts über den Islam? Euer Grundwissen ist wohl nur, das ihr wisst: Unser Gott heißt Allah und wir sind Muslime. Wahrlich, man legt kein Wert auf umfassende Bildung, wo ihr herkommt.
Nun, ich will es euch erklären: Jeder Gläubige darf Vorbeter sein, so er offiziell Moslem ist. Der Stand und das Studium sind für Allah nicht von Belang."
In Franz begannen sich Rädchen zu drehen. "Das heißt, jeder Gläubige versteht die Sprache der Predigten und somit ... somit ist es möglich, das JEDER Mittler zwischen Allah und seinen Dienern ist. Wahrlich, das ist eine wundersam gute Idee. In Europa würdet ihr verlacht ..."
Mehmed lächelte; als er den Auftrag erhielt, Franz zu eskortieren, da ward ihm ebenso die Aufgabe zuteil (ob von Allah oder von zorK sei hier nicht erwähnt), Franz zu bekehren. Also nahm er nun Franz Gesprächsfaden auf.
"Ja, jeder Gläubige versteht arabisch. Ihr nicht, nehme ich an." Franz schwieg und Mehmed erkannte seinen Vorteil, um Franz weiter an Cordoba zu binden sofort. "Nun, ich bin gewillt, euch einen Vorschlag zu machen.
Ihr seid mehr oder weniger gezwungen vorerst hier in Cordoba zu leben. Ich schätze, in Europa fändet ihr einen frühen, unfreiwilligen Tod. Doch, wenn ihr euch wahrlich länger hier aufhalten wollt, so solltet ihr auch lebensfähig sein. - Also unsere Sprache verstehen." - "Könnt ihr denn nicht bei mir bleiben und als Übersetzer dienen?" - "Leider Gottes ist mir dies verwehrt. Bis zu dem Treffen mit dem Kalifen soll ich bei euch verweilen, doch danach ... Höret also: Ich will euch arabisch lehren und euch den Koran näherbringen. Vielleicht glaubt ihr es nicht, aber viele eurer Eigenschaften machen euch für mich bereits zum Muslime. Nehmet ihr an?"
Franz strahlte, er sollte arabisch lernen? Ja, dies war wohl der einzige Weg um in Cordoba verweilen zu können und den Koran, dies freute ihn gar noch mehr - Der Islam war für ihn nun ein extremer Interessenpunkt geworden.
"So sei es."
. . . . . . . .
Ein Auszug aus einer Denkschrift Mehmeds.
QUOTE:
... und so sage ich, wer Arabisch spricht und denkt, der ist Araber und Moslem. Nicht lang, dann ist's er auch. Sein Wissensdurst ehrt Allah und ...
 
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