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Es hieß immer, wenn man erst einer Arbeit nachginge, die für Gold, Ehre und Stress sorgen würde, so würde der angeborene Forschungsdrang immer unwichtiger werden, bis die Dunkelheit des Vergessens ihn schließlich ganz umhülle und man leben würde, um das eigene Hab und Gut zu erweitern.
Von klein auf hatte man Franz erläutert, sein Interesse für die Welt würde schwinden und das Verlangen nach Gold, Land und - nicht zuletzt - Weib würde dann den Platz dessen einnehmen. Dies sei eine Erfahrung, der jedes Volk auf Gottes Erdenscheibe sich hatte unterwerfen müssen, ein Erlebnis, de, sich jede Generation hatte fügen müssen...Ja, dies hatte Franz öfter gehört, als das "Vater Unser" und - Bei Gott - er wuchs in einem Kloster auf...
Nun, Franz hatte sich auf diese Weisheit erst vor einem Monat besonnen und seitdem eiligst versucht sich aus den Fesseln des Besitzes zu befreien. Denn, er war immerhin schon seit zwei Jahren im Schlafe der Arbeit versunken, für ihn eine untragbare Tatsache.
Sein Aufstieg zum Kardinal Kiews hatte ihn eher weiter zurückgeworfen, auf seinem charakterlichen Weg, als nach oben gebracht. Stets, sogar dieser Tage, wo er im Heeresverband umher zog, gab es neue Papierstücke, die es zu beurteilen und signieren galt. - Natürluch nur "Zum Wohle des Volkes und der Kirche"...die Wahrheit aber war: Seitdem er Kardinal war, hatte der den Bezug zum Volk absolut verloren, sein Arbeitstisch war sein Heim. Wahrlich, wie lange lag eigentlich sein letzter Kirchenbesuch zurück?
Wie auch immer, in letzter Zeit regte es sich wieder um ihn: Sein Diener war nun schon seit mehr als 2 Wochen rastlos unterwegs gewesen und erst diesen abend zurückgekehrt, seinem Herrn berichtete er - In Geheim, versteht sich - der Auftrag sei vollendet, er habe gefunden wonach er gesucht.
Nun wurde eben die darauf folgende Nacht auserkoren...auserkoren um, das in die Hände Franz' zu bringen, was er begehrte...ein Objekt, von dem er sich Erkenntnis versprach.
Nun, es war eine typische russische Nacht, die Kälte drang durch die dickste Kleidung und auch die Wälder wurden von einem eiskalten Wind erfasst, doch der Kiefernwald östlich des Heerlagers lag ruhig da. Wind hätte Franz sowieso nicht gespürt, war sein Körper doch zu angespannt und sein Geist zu weit abgedriftet. Auf dem Weg zum Wilkrijfluss (eher ein Bach) dachte er über so Manches nach. HempInvader...würde er ihn irgendwann einmal wieder sehen? Das Bedürfnis dazu hatte er...Doch...egal. Er schüttelte seinen Kopf, konzentrierte sich und lauschte in die Dunkelheit ringsum, eine Verfolgung durfte und wollte er nicht riskieren.
Er hielt kurz inne und sein Wappenrock baumelte hin und her...nein, keine Geräusche auszumachen.
Er rückte sein Fell wieder zurecht und lief weiter.
...
Nach einer Weile hatte er den Bach erreicht und verlor keine Zeit. Wendig sprang er auf einen Felsen, mitten im Bachlauf, legte sein Fell ab und betrachtete das Wasser. Der unwahrscheinlich helle Mond ließ aufspritzende Wassertropfem erstrahlen und schenkte ihnen - zumindest für eine Sekunde - Besonderheit, in diesem Moment war jeder Tropfen einzigartog, herausgelöst aus der Masse, aber schnell verschwand er wieder...wurde unbedeutend und nur ein Glied in der endlosen Kette.
Er schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern - Er musste ein Zeichen geben.
Dann sprach er laut und klar, um sich vom Rauschen des Baches abzuheben.
"Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Fels...", er bekreuzigte sich, "so schweige doch nicht, dass ich nicht wenn du schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Tempel."
Sofort erschallte eine Antwort: "Wie, Herr? Ihr kommt ohne Waffen? Kommt ohne etwas, dass mich niederwerfe?", Franz hielt die Augen geschlossen "Ja, dies ist kein Waffengang, ich kam nicht, dich zu demütigen."
Nach diesen Worten kam ein kleiner Mann aus dem Gebüsch. Unrasiert...höchstwahrscheinlich stinkend...aber egal, in diesem Moment zählten andere Dinge. Humpelnd näherte er sich bis auf 10 Fuß. "Habt ihr was ich will?" Franz zögerte nicht, klimpernd landete ein Beutel vor des Mannes Füßen und mit einer unglaublichen Agilität stürzte sich der Mann darauf...Wasser spritzte auf und verschwand wieder in der Menge.
Seinerseits warf der Mann Franz nun ein Bündel zu.
Lächelnd sagte er "Seid vorsichtig, es ist schwer zu bekommen, steht es doch weit oben auf dem Index. Allein der Besitz kostet euch erst euer Ansehen und dann...das Leben. Lasst sie nie erfahren, dass ihr euch im Besitz des Evangelium de..." Franz erhob die Hand. "Schweigt, schweigt wie ich es auch tun will. Ich danke euch, doch nun sollten wir uns trennen.
Nun, so geschah es auch. Damit endete diese Nacht. Damit endete dieses Treffen, damit endete der erste Schritt von Vielen.
Damit erhielt Franz ein Objekt, das ihm endlich Wissen über schattige Plätze in seinem Glauben bringen sollte.
Damit begann ein neuer Weg.
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