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Noch war es ruhig in den Gängen des trutzigen Burggemäuers von Mordwina. Vereinzelte Fackeln, die an den Wänden hingen, erhellten hier und da die Ecken mit ihrem loderden Licht. Feine Rauchschwaden tanzten über den Flammen.
Doch dann wurde die Stille von schweren Schritte unterbrochen.Schwer gerüstete Wachen biegten in den Hauptgang ein. Zwischen ihnen zwei gedukte Gestalten. In ihren feinen Gewändern machten sie augenscheinlich den Eindruck von Abgesandten, doch ihre ganze Haltung stellte dies mehr als in Frage. Vielleicht waren es wohlhabende Handelsmänner. Man wusste noch nichts genaues.
Einer der Beiden, ein kleiner abgebrochener Kerl hielt ein gedrehtes Schriftstück fest in seinen Händen und schaute mürrisch auf die vor ihm laufenden Wachposten. Der andere etwas grösser und von stabiler Statur rieb sich seine Hände. Seine zusammengekniffenen Augen liessen nichts Gutes ahnen.
Der Trupp kam vor einer grossen zweiflügeligen Eichentür zum stehen. Geschwärztes Metallgeschmiede verzierte sie. Schwerfällig und knarrend wurde einer der Flügel geöfftnet. Aus dem Raum drang Licht, mehr war nicht erkennbar.
Sowetnik Vendela. Hier sind zwei Männer, die sagten sie hätten wichtige Dokumente bei sich, die Euch interessieren könnten.
Er hielt kurz inne. Dann öffnete sich auch der zweite Türflügel und die beiden unbekannten Männer traten umringt von den Wachen in das erleuchtete Rauminnere. Die Türen schlossen sich wieder.
Eine Weile lang war nichts zu hören, dann drangen wütende Schreie und Schimpfe nach aussen. Jemand brüllte vor Schmerz. Dann wieder Stille.
Die Zeit verstrich und plötzlich öffnete sich die Tür. Die beiden Männer wurden von den Wachen in den Gang geschleift. Blut strömte an ihren Köpfen entlang und besudelte ihre feinen Gewänder.
Von Weitem sah man die Sowetnik an einem massigen Tisch stehen. Sie studierte gerade ein Schriftrolle und richtete dann das Wort an einen der Wachhabenen, der auf ihre Befehle wartend noch mitten im Raum stand.
Macht kurzen Prozess mit ihnen! Alles andere ist Zeitverschwendung. Mit Verrätern verhandle ich nicht und in unserem Reich sind sie nicht willkommen.
Mit einem kurzen Nicken ging der Wachposten zur Tür hinaus und schloss sie hinter sich. Dann setzte sich der Trupp wieder in Bewegung. Die Schritte entfernten sich und Stille kehrte ein in dem fahl erleuchteten Gang.
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