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Grenzenlos 10.05.2010 21:38:53 --- 2 Jahre her
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Noch war es ruhig in den Gängen des trutzigen Burggemäuers von Mordwina. Vereinzelte Fackeln, die an den Wänden hingen, erhellten hier und da die Ecken mit ihrem loderden Licht. Feine Rauchschwaden tanzten über den Flammen.
Doch dann wurde die Stille von schweren Schritte unterbrochen.Schwer gerüstete Wachen biegten in den Hauptgang ein. Zwischen ihnen zwei gedukte Gestalten. In ihren feinen Gewändern machten sie augenscheinlich den Eindruck von Abgesandten, doch ihre ganze Haltung stellte dies mehr als in Frage. Vielleicht waren es wohlhabende Handelsmänner. Man wusste noch nichts genaues.
Einer der Beiden, ein kleiner abgebrochener Kerl hielt ein gedrehtes Schriftstück fest in seinen Händen und schaute mürrisch auf die vor ihm laufenden Wachposten. Der andere etwas grösser und von stabiler Statur rieb sich seine Hände. Seine zusammengekniffenen Augen liessen nichts Gutes ahnen.
Der Trupp kam vor einer grossen zweiflügeligen Eichentür zum stehen. Geschwärztes Metallgeschmiede verzierte sie. Schwerfällig und knarrend wurde einer der Flügel geöfftnet. Aus dem Raum drang Licht, mehr war nicht erkennbar.
Sowetnik Vendela. Hier sind zwei Männer, die sagten sie hätten wichtige Dokumente bei sich, die Euch interessieren könnten.
Er hielt kurz inne. Dann öffnete sich auch der zweite Türflügel und die beiden unbekannten Männer traten umringt von den Wachen in das erleuchtete Rauminnere. Die Türen schlossen sich wieder.
Eine Weile lang war nichts zu hören, dann drangen wütende Schreie und Schimpfe nach aussen. Jemand brüllte vor Schmerz. Dann wieder Stille.
Die Zeit verstrich und plötzlich öffnete sich die Tür. Die beiden Männer wurden von den Wachen in den Gang geschleift. Blut strömte an ihren Köpfen entlang und besudelte ihre feinen Gewänder.
Von Weitem sah man die Sowetnik an einem massigen Tisch stehen. Sie studierte gerade ein Schriftrolle und richtete dann das Wort an einen der Wachhabenen, der auf ihre Befehle wartend noch mitten im Raum stand.
Macht kurzen Prozess mit ihnen! Alles andere ist Zeitverschwendung. Mit Verrätern verhandle ich nicht und in unserem Reich sind sie nicht willkommen.
Mit einem kurzen Nicken ging der Wachposten zur Tür hinaus und schloss sie hinter sich. Dann setzte sich der Trupp wieder in Bewegung. Die Schritte entfernten sich und Stille kehrte ein in dem fahl erleuchteten Gang.
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Re:Grenzenlos 11.05.2010 21:16:27 --- 2 Jahre her
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Die Sonne hatte ihren höchsten Stand erreicht und strahlte nieder auf eine junge Ritterin, die im gemächlichen Trab auf einer kleinen Fuchsstute die Ebene durchritt.Die junge Reiterin war niemand geringeres als die Sowetnik Vendela.Die kleine Stute war seit dem Morgen ihr neuer Weggefährte. Der alte Wallach, mit dem sie sich nach Mordwina aufmachte, lies sie in den Stallungen zurück. Weitere Strapazen wollte sie ihm nicht mehr zumuten und ausserdem war Eile geboten.
Früh im Morgengrauen war der Aufbruch und nun hatten sie bis hierher schon eine beachtliche Strecke hinter sich gelassen.
Nachdenklich schaute die junge Sowetnik nach vorn. Fest die Zügel in den Händen wollte sie doch baldigst an ihrem Ziel ankommen.
Immer wieder ging sie die Geschehnisse des letzten Abends durch. Die beiden üblen Gestalten steckten ihr einen Beweis zu, der ganz offensichtlich ihren Heerscher in ein schlechtes Licht rückte.
Und was glaubten die, dass die Sowetnik die beiden herzlich in die Arme schliesst, wenn sie solch tückischen Verrat begehen. Ein schönes Summchen aus der Truhe des Zarenreiches wollten sie. Pah...Pah....so weit kommts noch. Und im Umkehrschluss später das Zarenreich an seine Feinde verhökern. Die beiden hatten bekommen,was sie verdienten. Loyalität war ein Grundsatz für Vendela, deren Bruch nur eine Strafe nach sich ziehen konnte.
Doch was ist, wenn der Beweiss echt ist. Wenn die Unterschrift unter der Schriftrolle echt ist.
Befindet sich dann ein Wolf im Schaffell mitten im Zarenreich. Der Sowetnik Rainald von Hohenfelden musste unbedingt einen Blick auf die Schriftrolle werfen. Er wird wissen, was zu tun ist. Sie hoffte, sie würde nicht zu spät kommen. Vielleicht war er selbst in Gefahr...
Mit diesem Gedanken setzte sich die junge Sowetnik im Sattel auf und trieb ihr Ross zur Eile. Hohenfelden konnte auf jeden Fall nicht mehr fern sein. Und da...von weiten war die Spitze eines Kichturmes erkennbar. Sie war ihrem Ziele nah...
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Re:Grenzenlos 12.05.2010 11:08:51 --- 2 Jahre her
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Hohenfelden - Geschäftiges Treiben umgab die Sowetnik, als sie in die Burg einritt. Von ihrem erhöhten Platz aus hatte sie einen guten Überblick. Zwei kleine Mädels spielten fangen mit einem etwas älteren Burschen. Sie flitzen wie Wirbelwinde zwischen den anderen Leuten umher. Ihr Lachen schalte über den ganzen Platz. Vendela beobachtete das lustige Spiel ein Weile und ein leichtes Schmunzeln huschte über ihr Gesicht. Dann kreuzte sie den Weg der kleinen Räuber und die Kinder blieben erschrocken stehen. Das Lachen verstummte.Sie hatten sie wohl nicht bemerkt und ihre grossen leuchtenden Kinderaugen schauten erstaunt auf die Reiterin. Freundlich erwiderte die junge Frau ihre Blicke. Im Augenwinkel bemerkte sie jetzt, dass auch andere Augenpaare auf sie gerichtet waren.Sie schaute um sich. Einige Leute hielten inne und ihr fragender Blick war starr auf Vendela gerichtet. Sie beugte sich nach vorn und richtete ihr Wort freundlich an den kleinen Jungen zwischen den beiden Mädchen.
Na kleiner Mann, kannst du mir verraten wo ich den Herrn Rainald von Hohenfelden finde?
Er befindet sich im Speisesaal mit seinen Gästen.
Anwortete eine junge Männerstimme unerwartet hinter der Reiterin.Verdutzt sah sie sich um und sah einen hochgewachsenen jungen Burschen zwischen den Leuten auf sie zukommen. Forsch war sein Blick.
Soll ich Euch zu ihm bringen?
Vendela setzte mit Schwung ab und streifte die Zügel über den Kopf des Rosses.
Nein, sagt ihm nur Bescheid, dass Sowetnik Vendela auf seinem Anwesen angekommen ist! Zunächst möchte ich mein Ross verpflegen, wir hatten einen langen Ritt....hinter....uns.
Bevor sie noch ihren Satz ganz vollenden konnte, spürte sie, wie jemand ihr die Zügel aus den Händen nehmen wollte. Der kleine Junge war unbemerkt näher getreten und strahlte hilfsbereit Vendela an.
Das kann doch ich machen.
Lächelnd winkte sie ab.
Das ist lieb von dir. Aber mein Ross verpfleg ich selber. Du kannst mir aber gerne zeigen, wo hier die Stallungen sind und etwas helfen.
Eifrig nickte der kleine Bursche und zog Vendela an der Hand den Platz hinunter. Den Mädels, die bis dahin wie angewurzelt auf einer Stelle standen, war der erste Schreck durch Neugierde gewichen und folgten den Beiden nun mit fröhlichem Lachen. Das übrige Gesinde ging wieder seiner Tätigkeiten nach.
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Re:Grenzenlos 16.05.2010 20:36:23 --- 2 Jahre her
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Mmmm....Wie gut es hier nach frischen Heu roch. Geräumig und luftig waren die Stallungen. Man spürte, dass sich nicht nur um das Wohl der Zweibeiner auf diesem Anwesen, sondern auch um das der Vierbeiner gesorgt wurde.
Vendela ging zielstrebig auf eine abgelegene Ecke des Stalles zu, gefolgt von ihrer kleinen Fuchsstute und den beiden Mädchen. Still sind die Beiden geworden seit sie das Stallgebäude betreten haben. Sie beobachteten die junge Frau neugierig bei jeder Handbewegung, doch etwas zu sagen fiel ihnen nicht ein.
Vendela hatte bereits den Sattel bei Seite gelegt und rieb ihr Ross mit etwas Stroh trocken, als plötzlich ein leicht schlürfendes Geräusch vom Eingang her näher kam. Schwer ächsend hiefte der kleine Junge einen schweren Holsbottich heran. Er war randvoll mit Wasser gefüllt, zumindest war er das vermutlich als man ihn auffüllte. Er war noch halb voll und der Weg, den er gebracht wurde war mit Wasserpfützen gesäumt.
Voller Stolz stellte der Junge den Bottich vor dem Ross ab, das auch gleich den Kopf senkte und in grossen Zügen daraus trank. Zufrieden, dass seine Mühe sich gelohnt hatte, tätschelte er den Hals der Stute. Als er zu Vendela schaute lächelte sie ihn anerkennend an.
Und Ihr seid eine Richtige Ritterin? Woher kommt ihr denn? Was macht ihr denn hier?
Sprudelte es über seine Lippen.Neugierig schaute er auf Vendela und wartete gespannt, dass sie ihm antwortete. Sie wollte es auch gerade tun, als von draussen her eine Frauenstimme zwei Namen rief.
Aljona? Julenka? Wo seid ihr? Kommt her?
Die beiden Mädchen neben Vendela machten erschrockene Augen und fingen an zu tuscheln. Verlegen kicherten sie und rannten dann zusammen zum Ausgang.
Dumme Hühner. Immer sind die am Kichern.
Winkte der Junge schnippisch ab. Vendela konnte sich ein Schmunzeln ihrerseits nicht verkneifen, während sie das Ross weiter trockenrieb. Der kleine Mann hingegen hatte wohl plötzlich einen Einfall und rannte um eine Ecke um gleich darauf mit frischen Heu in den Händen wieder vor dem Ross zu stehen.
Du hast sicher auch Hunger, nicht wahr?
Fragte er forsch das Zotteltier vor sich. Und es antwortete mit einem freudigen Wiehern und Kopfnicken.
Die Beiden mussten lachten und wenig später machte sich auch in Vendelas Magen ein flaues Gefühl breit. Es war doch schon eine Ewigkeit her, dass sie eine feste Mahlzeit zu sich nahm. Magenknurren wurde hörbar.Der Junge schaute erstaunt auf die junge Frau und sie erwiderte seinen Blick.
Ihr seid wohl auch hungrig? Kommt! Ich zeig Euch wo ihr was zu Essen bekommt.
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Re:Grenzenlos 16.05.2010 22:12:34 --- 2 Jahre her
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Rainald hatte kaum den Burghof betreten als auch schon der Stallbursche auf ihn zustürmte.
Aufgeregt erzählte er ihm, dass eine hochwohlgeborene Frau angekommen sei, dass sie mit ihm und den beiden Töchtern der Köchin gesprochen habe und dass sie sehr freundlich zu ihnen war und dass er sie in die Küche gebracht, weil sie hungrig gewesen.
Die Gedanken des Jungen waren deutlich schneller als sie seine Zunge in Worte formen konnte und so musste Rainald mehrmals nachfragen um Klarheit zu erlangen.
Nachdem er geendet, klopfte Rainald ihm wohlwollend auf die Schulter und eilte in die Küche.
Auf halbem Wege kamen ihm die beiden Mädchen seiner Köchin entgegen. Obwohl erst kurze Zeit hier, war ihm doch zu Ohren gekommen, dass sie immer wieder Streiche ausheckten und für so manchen Verdruss bei ihrer Mutter sorgten was regelmäßig dazu führte, dass diese sie über das Knie legte.
Rainald war das gleich, doch erkannte er, dass sie nun in einem Alter waren in denen sie mehr tun sollten als gelegentlich in der Küche auszuhelfen. Da alle Frauen, die nicht auf der Burg gebraucht wurden auf den Feldern der Umgebung arbeiteten, hatte er auch schon eine Aufgabe für sie.
„Aljona! Julenka!“ Die Angesprochenen erstarrten zu Salzsäulen als Rainald sie ansprach.
„Folgt mir in die Küche, ich brauche eure Dienste!“
Die beiden machten brav einen Knicks und eilten ihrem Herrn nach.
Er öffnete die Tür.
Obwohl er sie noch nie zuvor gesehen hatte, war Rainald sofort klar wer sich dort am Tisch eine Suppe schmecken ließ.
Vendela.
Schon viel hatte er von der Sowetnik gehört.
So wie er für die äußeren Belange des Reiches, diente sie dem Reich im Inneren. Auch wenn noch jung an Jahren hatte ihr der Zar dies wichtige Amt übertragen. Doch war sie, wie Rainald sah, nicht nur jung sondern auch von edler Schönheit. Er verneigte sich tief.
Als er hörte wie sein Gast sich erhob, schaute er ihr in die Augen.
„Seid willkommen, Edle Vendela. Bitte verzeiht, dass Euch kein Eurem Amte und Stande gemäßer Empfang bereitet wurde. Ich werde versuchen, dieses Versäumnis wieder gutzumachen. Aljona und Julenka hier, werden Euch, so ihr Euer Mahl beendet, auf Euer Zimmer begleiten. Sie werden Euch Tag und Nacht zur Verfügung stehen und all Eure Wünsche erfüllen. Ich aber würde mich geehrt fühlen, so ihr mich, wenn ihr Euch denn von Eurer Reise erholt habt, in meinem Zimmer aufsuchtet, auf dass wir sprechen können über die uns beiden bekannten Anliegen und denen die neu sind für einen von uns.“
Noch einmal verbeugt sich Rainald vor seinem schönen Gast.
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Re:Grenzenlos 18.05.2010 23:44:29 --- 2 Jahre her
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Vendela ging aus dem Stall, dem Jungen nach. Er war wirklich ein hilfsbereiter kleiner Kerl. Anscheinend kam sie ihm nicht schnell genug hinterher oder er hatte grosse Sorge, dass sie verhungern würde. Jedenfalls kam er zurückgelaufen, um sie bei der Hand zur Eile zu bitten. Sie legte ohne Widerworte einen Schritt zu und folgte ihm wortlos. Die beiden nahmen einen Seiteneingang in das Burggebäude. Der Gang war wenig hergerichtet und hier und dort standen einfachste Möbel und Gebrauchsgegenstände. Feiner, würziger Geruch stieg der jungen Frau in die Nase. Ganz in der Nähe musste jemand Essen kochen. Wie gut das roch. Und das flaue Gefühl in Vendelas Magen verstärkte sich immer mehr. Ja - sie hatte nun wirklich Hunger.
Als die beiden um eine Ecke bogen, stand Vendela in einem riesigen Raum. Eine Frau, etwas fülliger von der Gestalt her, rührte mit einem Holzlöffel in einem grossen gusseisernen Topf über einem lustigen Feuer in einem raumhohen offenen Kamin. Russgefärbt war die Decke nah der Feuerstelle und der Dampf, der aus dem Topf stieg transportierte den Duft von Zwiebeln, guten Kräutern und Gewürzen durch die Luft. Vendela atmete einen tiefen Zug des Duftes ein und trat langsam in den Raum hinein. Währenddessen war der Junge bereits zur Köchin gelaufen und zupfte ihr an dem hochgesteckten Rockzipfel.
Seht! Wir haben hohen Besuch. Und sie hat hunger.
Die Köchin klopfte ihren Löffel am Topfrand ab und gab ein kurzes leicht genervtes "Jadoch" wieder. Erst jetzt schaute sie sich um zu Vendela und erfasste, was der Junge eigentlich von ihr wollte. Etwas beschämt durch ihre eigene Art senkte sie kurz den Blick und verneigte sich, während sie ihre Hände am Rockzipfel trockenrieb.
Oh, verzeiht! Ich wusste ja nicht...
Ist schon in Ordnung. Ich sehe, dass Ihr gerade eine warme Mahlzeit zubereitet?
Wechselte Vendela das Thema. Die Köchin schaute kurz auf den Topf und winkte dann ab.
Ach, das ist nur eine ganz einfache Suppe. Nichts besonderes. Wenn Ihr etwas essen möchtet, kann Euch ein Bediensteter in den Speisesaal geleiten und ich mach Euch was angemessenes zum Mahle.
Doch Vendela wollte ehrlich gesagt nicht länger warten und alleine in einem Saal wollte sie auch nicht sitzen. Sie wollte keine Umstände bereiten, nur endlich etwas warmes im Magen haben und die wohlriechende Suppe war sehr verlockend.
Macht meinetwegen keine Umstände. Ich setze mich hier an den Tisch und genehmige mir hier an Ort und Stelle einen Teller Eurer Suppe. Ich bin mir sicher, sie wird so gut schmecken wie sie duftet.
Vendela setzte ihre Worte in Taten um und setzte sich an den Tisch. Der Junge war bereits so eifrig und holte einen Teller, während die Köchin noch etwas verdutzt auf die Unbekannte schaute bis sie sich fing und mit einer Kelle die Suppe auf den Teller füllte. Sie hatte nicht mit der ungezwungenen Art, die ihr die junge Frau entgegenbrachte gerechnet, doch mit deren freundlichen Art liess sich die Köchin schnell erweichen. Sie reichte Vendela den Teller und wüschte ihr lächelnd einen "Guten Appetit". Und den hatte Vendela.
Die Suppe schmeckte köstlich und während die Köchin einigen Mägden Arbeitsanweisungen gab und den Jungen darauf hinwies, dass er sicher noch etwas zu tun hätte, statt hier herumzustehen, liess Vendela sich die Mahlzeit schmecken.
Plötzlich wurden alle rings um sie still und blickten in Richtung Eingang. Vendela bemerkte es wohl und folgte ihren Blicken. Jemand hatte die Küche betreten.
Und da stand er. Durch sein Erscheinungbild und sein Auftreten wusste Vendela gleich, dass nur er es sein konnte. Rainald von Hohenfelden. Seine sehr gute Umgangsform machte sie etwas verlegen. War ihr dies doch noch nicht sehr geläufig. Doch sie war insgeheim schwer beeindruckt von ihrem Gegenüber. Er entschuldigte sich bei ihr, dass sie mit keinem grossen Empfang begrüsst wurde und gesellte ihr zwei Mädchen als Kammerzofen zur Seite. Sie standen schüchtern hinter ihm und als er sie beim Namen nannte lächelten sie zaghaft und machten einen höflichen Knicks. Vendela schielte zu ihnen. Die beiden kannte sie doch schon? Das waren doch die Mädels von vorhin? Sie war einverstanden und als er sie um ein Treffen zur späteren Stunde bat, willigte sie nochmals ein.
Darafhin entschuldigte sich der Herr von Hohenfelden bei ihr und verliess die Burgküche.
Es war nur ein kurzer Augenblick, den Vendela Rainald von Hohenfelden gegenüber stand, doch seine sympathische Art gefiel ihr wohl.
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Letzte Änderung: 2010/05/18 23:46 von .
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Re:Grenzenlos 20.05.2010 17:51:46 --- 2 Jahre her
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Wie spät war es? Vendela setzte sich auf und streckte ihre Arme in die Höhe. Sie hielt sich ihre Hand vor dem Mund und gähnte.Nach der Mahlzeit liess sie sich von den Mädchen ihre Räumlichkeiten zeigen und die beiden halfen ihr sich hier einzurichten und frisch zu machen. Eigentlich wollte sie sich nur etwas ausruhen, doch sie musste wohl eingeschlafen sein. Im Zimmer war es schon recht dunkel und es war still. Keiner ausser Vendela war im Raum. Leise knarrte das Holz vom Bettgestell als sie von diesem kletterte. Langsam schritt sie barrfüssig zum Fenster um einen Blick nach draussen zu werfen. Ja – die Dämmerung hatte sich bereits eingestellt.Auf dem Burghof war es recht ruhig geworden und nur vereinzelnt huschten noch einige Gestalten unter ihrem Fenster vorbei.
Plötzlich fiel ihr ein, dass der Herr von Hohenfelden doch um ein Gesräch gebeten hatte. Der Gedanke machte sie munter und sie suchte im fahlen Licht nach ihren Stiefeln. Wo hatte sie sie bloss gelassen? Sie suchte den ganzen Boden ab, aber keine Spur von ihnen. Grübelnd stand sie im Raum und ein letztes mal suchte sie noch unter ihrem Bett. Na endlich, da lagen sie. Zufrieden zog sie sich die Stiefel an und griff sich noch schnell die Schriftrolle beim Vorbeigehen. Dann machte sie vorsichtig die grosse Holztür auf. Leise knarrte sie an den Schanieren. Vendela huschte auf den Gang und lies die Tür wieder zurück ins Schloss fallen. Der Gang war nur spärlich beleuchtet, aber es war so viel Licht vorhanden, dass man sich orientieren konnte. An den Wänden hingen kunstvolle Teppiche mit verschiedenen Motiven. Auf einem war ein christliches, auf einem anderen war eine Jagdszene und auf wieder einem anderen eine Liebesszene abgebildet. Vendela betrachtete sie mit grosser Freude und die Zeit verrann.
Als sie an einer Fensteröffnung vorbeikommt, stellt sie überrascht fest wie dunkel es doch schon geworden ist. Sie ging den Gang weiter und eigentlich wusste sie gar nicht so recht, wo sie Rainald von Hohenfelden finden sollte. Einige Meter vor ihr schien Licht aus einem Raum durch eine Tür. Neugierig ging sie darauf zu und schaute in den Raum. In einem grossen Kamin brannte Feuer und das aufgeschichtete Holz knackte fröhlich unter den tanzenden Flammen. An einem grossen Holztisch, der sich auf der anderen Seite des Raumes befand, stand ein kunstvoll geschnitzter Holzstuhl mit hoher Rückenlehne und darin sass....Rainald von Hohenfelden. Er war anscheinend versunken in Gedanken und hatte sie noch nicht bemerkt, denn als sie den Raum betritt und langsam auf ihn zugeht, reagiert er nicht. Unsicher bleibt sie stehen und macht sich mit einem Huster bemerkbar.
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Re:Grenzenlos 20.05.2010 19:39:25 --- 2 Jahre her
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Rainald wandte sich zur Tür und war augenblicklich auf den Beinen.
Nach einer tiefen Verbeugung begrüßte er seinen späten Gast:
„Seid Willkommen, Vendela, es ist mir eine große Ehre Euch hier empfangen zu dürfen.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Euch noch einmal um Vergebung zu bitten für den unstandesgemäßen Empfang auf Hohenfelden.
Bitte nehmt doch Platz!“
Als sie seiner Aufforderung nachgekommen war, fuhr er fort:
„Ich hoffe jetzt ist alles zu Eurer Zufriedenheit gerichtet. Wie machen sich Eure neuen Dienerinnen. Sollten die Beiden Euch Anlass zur Klage geben, so sagt es nur frei heraus. Ich werde der Köchin sagen, sie soll den großen Kochlöffel tanzen lassen.“
Lachend reichte Rainald der Ministerin einen Pokal mit Wein.
Dann wurde er wieder ernst.
„ Ihr seid aber sicher nicht hier um Euch über Euer Personal zu unterhalten. Sagt, habt Ihr Informationen, was den mysteriösen Überfall auf Königin Milonja und ihre Kinder betrifft? Ich selbst habe mir über diese Sache schon den Kopf zerbrochen und überlegt, wer wohl ein Motiv für eine so schändliche Tat haben könnte. Bevor ich aber darüber spreche, so sagt mir, was habt Ihr in Erfahrung bringen können?“
Gespannt wartete Rainald auf das, was ihm Vendela wohl berichten würde.
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Letzte Änderung: 2010/05/20 19:40 von .
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Re:Grenzenlos 21.05.2010 21:41:01 --- 2 Jahre her
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Sein Lachen war so herzlich, dass auch Vendelas Unsicherheit in Heiterkeit umschwenkte.
Nicht doch, die Mädels machen das ganz grossartig.
Sie nahm vorsichtig den Weinkelch an sich, den Rainald ihr reichte, und genoss einige Schlucke des köstlichen Getränkes. Selten hatte sie so etwas Gutes getrunken.
Dann schaute er sie mit ernster Miene an und sie war wieder ganz in ihrem Amte. Sie stellte den Wein bei Seite,erhob sich von ihrem Platz und ging zum Tisch, um ihre Schriftrolle darauf auszurollen. Ganz ausführlich erzählte sie von den Geschehnissen auf Mordwina während er die Schriftrolle studierte.
....Ihr mit Eurer Erfahrung könnt doch sicher besser beurteilen, ob diese Unterschrift wirklich echt ist. Und wenn sie es ist, welche Beweggründe kann er für diesen teuflischen Plan gehabt haben. Die Spiessgesellen, die mir dieses Schreiben vorgelegt haben, waren jedenfalls nicht aus seinem Lande. Sie kamen weit aus dem Süden her. Übers Meer. Ich würde mir gerne die Hinterlassenschaften der Banditen anschauen, welche das Königspaar überfallen haben. Ich hab so die Ahnung, dass auch sie aus der Region kamen.
Sie schaute ihn eindringlich mit ihren dunklen blauen Augen an und hoffte inständig, dass er ihrer Bitte zustimmte.
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Re:Grenzenlos 22.05.2010 07:16:34 --- 2 Jahre her
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Für einen Augenblick vergaß er, um was genau sie ihn eben gebeten hatte.
Er fühlte sich in ihren Bann gezogen.
Sie war noch so jung, so liebeswert. Ihre wundervollen Augen schauten ihn an und……mit einem Räuspern holte sich Rainald selbst wieder in die Wirklichkeit zurück.
„Ja, natürlich, selbstverständlich…..;er hasste es unsicher zu wirken, aber genau das war er in diesem Moment, ...gleich morgen, stammelte er,
wir haben die Leichen der Attentäter hier.“
Er hoffte Vendela fand sein Verhalten nicht gar zu lächerlich.
Aus Verlegenheit und um Zeit zu gewinnen schenkte er Wein nach.
„Ob diese Unterschrift eine Fälschung ist, kann ich auch nicht mit Bestimmtheit sagen. Wir sollten das Schriftstück prüfen lassen. Im Gefolge des Zaren gibt es sicher jemanden, der dazu in der Lage ist.“
Rainald war froh wieder Boden unter die Füße zu bekommen und fuhr fort: „Wenn wir die Untersuchungen hier abgeschlossen haben, möchte ich Euch bitten, mich zu begleiten. Ich hätte Euch gern dabei, wenn wir Seine Majestät über diese Angelegenheit in Kenntnis setzen.
Jetzt aber ist es schon spät und ich denke wir sollten den Tag mit Angenehmeren ausklingen lassen. Gebt mir die Ehre und setzt Euch zu mir!“
Als sie seiner Bitte nachkam wünschte Rainald, dass dieser Abend nie enden möge.
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