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Eine seltsame Geschäftigkeit störte diese Nacht den Schlaf der Vögel. Verstört hoben sie die Schnäbel aus dem Gefieder und wagte ein erstes sanftes Piepen als die Schritte schwerer Stiefel auf den Holzplanken dröhnten und unter dem letzen Funkeln der Sterne Pferde unruhig schnaubten. Eisen schlug auf Eisen, knappe Befehle aus Männerkehlen weckten nun auch die Jungvögel. Verschlafen und verdutzt schüttelten sie ihr Gefieder, kurz bevor die Äste unter ihren Nestern erbebten als die Reiter die Stadt verliessen und dem Hafen zustrebten.
Tief und schwer beladen lagen die Drachenboote im Wasser. Ihr Rand senkte sich nun noch weiter der Oberfläche des herrlichen, ruhig bewegten Meeres zu, als die Pferde auf die Schiffe geführt wurden. Gut geschulte, gehorsame Streitrösser aus dem Dänenland, stoische Steppenpferdchen aus den weiten Ebenen des Nordens und nervöse Gäule, die die Ohren anlegten und mit den Augen rollten, als der Boden unter ihnen nachgab.
Schon hellte sich die Welt auf. Die letzten Sterne verblassten. Nur im Osten, wo sich der Himmel in einem hellen Taubenblau bereits vom Meer getrennt hatte, blinkte verschwörerisch der Morgenstern.
Wie der Kopf eines Pferdes kurz vor dem Tjost wogten die geschnitzten und bemalten Häupter der Schiffe gen Süden, bleckten die Zähne, erblösten im immer heller werdenden Tag die mordlüsternen Augen.
Ich sah die Reihe der Schiffe entlang.
Vorneweg die der Jarle, unverwechselbar und eigen. Gleich neben der riesigen und alles überragenden pechschwarzen svarta drake das Schiff von Inkubus, nun angeführt von seinem Sohn, der keinen Zweifel daran liess, ein ebenso großer und zuverlässiger Kämpfer wie sein Vater zu werden. Daneben lag das relativ neue Schiff vom jungen Veldoras. Ruhig und aufmerksam sah ich ihn am Steven stehen und das Beladen seines Bootes überwachen. Kurz kreuzten sich unsere Blicke und ich nickte ihm zu.
Schiff um Schiff setzte sich die Reihe fort.
Die Schwedische Flotte war bereit. Bereit, den Winter abzuschütteln, der sich mal wieder viel zu lange hingezogen hatte. Bereit, den Frühlingsstürmen zu trotzen. Bereit, Rache zu nehmen. Die Zeit war gekommen. Schweden war wieder so weit, der Welt seine Anwesenheit zu zeigen.
Und nun flimmerte die Luft am Ende des Meeres und der Morgenstern erzitterte noch einmal, bevor ihm die Macht der Sonnenscheibe, die sich nun langsam langsam über den Rand der Welt schob – atemberaubend schön und von unirdischem Rot – die Kraft nahm und er kapitulierte. Und wie ein Begrüßungskomitee übernahmen die kleinen tiefhängenden Wolken nun die Farbe der Sonne, reichten ihr Rot über den ganzen Himmel hinweg, während diese sich weiter und weiter in die Höhe schob, majestätisch, ihre lebensspendende Anwesenheit verkündend und uns wieder einmal mit der Ahnung zu berühren, dass sie alleine es ist, die uns leben lässt.
Erst als sie in voller Pracht über dem Meer schwebte und ihr Blutrot gegen Orange tauschte, schickte sie den Wind.
Und wie der oberste aller Heerführer blähte er mit einem Schlag die Segel. Das schwarze der svarta drake schwang sich auf mit einem einzigen gewaltigen Knall, der Schiffsrumpf erzitterte und geschmeidig und wie von selbst glitt sie aus dem Hafen.
Ich sah, wie sich überall die Gesichter in den Wind drehten und die Vorfreude auf das was kommen würde der Geschäftigkeit den Rang ablief.
Noch einmal warf ich einen Blick auf Vaestmansland, das nun erstrahlte in der Morgensonne, dachte an meine Kinder und sah noch eine Gestalt den Steg entlang laufen und auf das letzte Schiff im Hafen springen. Es war Ante – mit zwei Ferkeln unterm Arm.
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"free your mind and the rest will follow"
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