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An sich war es ein schöner Tag, keine Wolke am Himmel und es wehte nur ein laues Lüftchen. Die Sonne strahlte mit einer ungewöhnlich großen Kraft auf die Häupter der Dänen herab. Diese angenehme Wärme entlockte Ansgar ein zufriedenes Lächeln. Er genoss die schönen Tage des Sommers in diesem Jahr besonders intensiv, hatte sich ihm doch in letzter Zeit immer mehr sein Alter in Erinnerung gerufen. An sich ging es ihm nicht schlecht, doch jeden Monat merkte er ein wenig mehr, wie er nachließ. Und dann das große Pech beim letztem Manöver, als sie sehr nah an der Sachsenburg vorbei zogen, um wieder nach Osten zu gelangen.
Der Pfeil irgendeiner Burgwache war irgendwie durch ein Verbindungsstück in der Rüstung des Thanen gedrungen und hatte eine garstige Wunde an seiner linken Schulter hinterlassen. Gwynn beobachtete ihren Vater von der Seite. Er saß aufrecht und hoch erhobenen Hauptes auf seinem Pferd Meginleif. Doch sie kannte ihn gut und an den kleinen Gesten, die einen vertrauten Menschen manchmal verraten, erkannte sie, dass es ernster war, als Ansgar zugeben mochte.
Als sie schließlich das befestigte Feldlager von Wotans Zorn in Merseburg erreichten, rief der Thane als erstes einige seiner Krieger zusammen. Er hatte mit ihnen in den letzten Monaten viel gesprochen. Härglond , Larson von Rabenburg und Hrodgar Hammerschlag würden sicher bald eintreffen. Viel Zeit war dafür nicht, denn das Heer musste weiter nach Osten ziehen, um sich den Sachsen, welche inzwischen in Bayern standen, entgegen zu werfen. Sollten sich die restlichen Mitglieder des Heiligen rönischen Reiches nun doch hinter Sachsen stellen? Er würde es bedauern, auch gegen sie kämpfen zu müssen.
Seine bisherige Leibgarde reichte ihm einfach nicht mehr. Daher versammelte er die jungen Kämpfer um sich, auch Härglonds Sohn könnte einer von ihnen werden. Ansgar wollte eine schlagkräftige Truppe junger Dänen um sich scharen, die er nach seinen Vorstellungen formen konnte. Ja, das hörte sich gut an. Nur wenige, aber dafür umso stärkere und ambitioniertere Krieger, treu und Loyal ihrem Anführer ergeben. Noch nach seinem Tod, werden sie überall gefürchtet und respektiert sein. Da war er sich sicher. Doch dieser Gedanke spannte wieder einen Bogen zurück zum Anfang seiner Überlegungen. Er wollte sich nicht damit abfinden, diese Welt schon zu verlassen. Nein, der Thane Dänemarks war noch nicht bereit, ohne Widerstand nach Walhalla zu ziehen. Die Halle der Krieger konnte noch warten, sie würde ihm nicht davonlaufen und es gab hier noch so viel zu tun.
"Schreiber, bereit schonmal Briefe an Halfdan und Olaf Heimdallson vor, während ich auf die anderen warte."
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