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So begab es sich, dass Piotrek der Bauer sich aufmachte, die Botschaft der Akriten zu überbringen.
Nur, wohin sollte er sein Pferd lenken? Feindliche Heere durchstreiften die Lande wie Krähenschwärme, und über vielen Ländereien seines geliebten Königreiches wehten fremde Flaggen, die er nie zuvor gesehen hatte.
In seiner Not lenkte er sein Pferd gen Westen statt gen Osten, war er doch nicht bewandert im Wissen von der Wildnis, und schaffte es den dänischen und makedonischen Plünderen so gut es eben ging aus dem Wege zu gehen. Nach zwanzig Tagen und Nächten endlich erspähte er ein Banner, welches ihm das Herz aufgehen liess: den weißen Adler auf rotem Grund Polens!
Voller frischen Mutes ritt er ans Tor der nächsten Stadt, und gab sich zwei polnischen Fußknechten zu erkennen.
Verwirrt über die Parlamentärsflagge fragten sie: "Ho, Bauer, was ist Dein Begehr?"
"Herren, mein Name ist Piotrek aus Krakau. Der König der Akriten nahm mein Weib und meinen Sohn als Geisel, und zwang mich in dieser unwürdigen Aufmachung diese Botschaft zu überbringen. Nun habe ich mich verirrt, und habe Gott sei es gedankt hierher gefunden. Sagt, welchen Namen trägt dieses Land?"
Der Ältere der Wachsoldaten lachte ohne Humor: "Du bist in der Lausitz, und gut abgekommen von Deinem Weg, wenn Du nach Kleinpolen an den Hof wolltest. Michal, geh, hol den Grafen, ich wette er wird mit dem Burschen plaudern wollen, wenn er wirklich aus Krakau kommt."
Keine halbe Stunde später stand Piotrek vor dem derzeitigen Grafen der Lausitz. Graf Gareth von Krakau schaute verwirrt auf die Aufmachung des Bauern, und als dieser ihm von seinem Schicksal berichtete, verdüsterte sich seine Miene.
"Mich wundert das Handeln des Akriten nicht, ist doch jeder polnische Bauer von höherem Stand als seine ungläubigen Hunde. Da ist es nur folgerichtig, dass er Dich zu seinem Herold erkoren hat, und Dir die noble Bürde auferlegt hat, sein Botschafter zu sein.
Ich habe indes das Schreiben gelesen, und unserer heiligen Majestät, dem König von Polen meinen treuesten Boten Mateusz geschickt, ihn über die Herausforderung der räudigen Esel in Kenntnis zu setzen. Einen Grund, seine edlen Augen mit diesem Geschmiere zu beleidigen, sehe ich nicht." sprach der Graf, und legte das Schriftstück beiseite.
"Schon jetzt marschieren die Heere unserer christlichen Brüder des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in unsere Richtung, und wir selbst führen den Kampf wo immer wir den Feind treffen. Sei unbesorgt, vor einem Zehntag hat unser Heer Krakau befreit, und wird es bald befriedet haben. Dann können wir beide wieder in unsere Heimat zurückkehren. Deinem Weib und Deinen Sohn wird es gut gehen, wenn der Akrite auch nur einen Funken Ehrgefühl im Leibe trägt." Mit diesen Worten entließ er Piotrek, und wies seinen Kämmerer an, ihn waschen zu lassen und neue Kleidung zu geben.
Was die Akriten betraf, so nahm er den Schandbrief erneut in die Hand, überflog ihn ein weiteres Mal, und schwor beim heiligen Wladislaw, dass sie für diese Unverschäntheit einmal mehr mit Blut bezahlen würden. Morgen würde er sich wieder dem polnischen Heerbann in Krakau anschließen, und der erste Ungläubige stürbe mit einem Fluch auf Haldon den in seinen Ohren.
Währenddessen ritt Mateusz, die Kunde Gareths in der Satteltasche, Richtung Kleinpolen...
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