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Re:Wichtige Depesche an das Zarenreich Mordwina/Kiew 05.08.2010 08:39:25 --- 1 Jahr, 9 Monate her
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Antonidas, Woschs Leibwächter, betrat das Zelt des Protosebastos und ergriff das Wort.
Mein Kaiser. Ein Bote aus dem Lager der Mordwinen ist im Heerlager angekommen. Ich glaube er hat eine Botschaft für Euch.
Botschaften fallen in den Bereich des Domestikos Logothenes, belästigt mich damit nicht und was heißt überhaupt ihr glaubt, er habe eine Nachricht für mich?
Nun mein Kaiser, um ehrlich zu sein ich verstehe den Mann nicht recht. Er scheint zwar etwas zu sprechen, dass er für griechisch hält, doch versteht man kaum ein Wort. Ich glaube er spricht eine art alt-äolischen Dialekt. Verzeiht mein Herr, aber niemand spricht mehr diese Sprache und so weiß keiner so recht sich mit ihm zu unterhalten, allerdings faselt er immer wieder etwas von Strategos und Augustus. Ich nehme an er meint Euch.
Und woher wollt ihr wissen, dass er von den Mordwinen her kommt?
Nun, unsere Späher berichten, er sei vom Süden her, auf einem alten Esel dahergeritten gekommen. Direkt aus Belgorod.
Mein Kaiser, im Übrigen. Wie soll ich sagen. Er stinkt wie ... nun ihr wisst schon was ich meine. Er riecht eben wie diese Barbaren so riechen. Er muss wohl eine Weile unter ihnen gewesen sein.
Dann lasst ihn auf keinen Fall in mein Zelt. Nehmt ihm die Botschaft ab und bringt sie mir. Was den Boten anbetrifft. Verbrennt seine Kleidung und seht zu, dass er sich waschen und neu bekleiden kann. Dann tötet den Esel und verbrennt seinen Kadaver. Wer weiß welche Krankheiten das Gespann mit sich brachte.
Einige Minuten später kehrte Antonidas mit dem Schriftstück des Boten ins Zelt des Protosebastos zurück. Das Stück Papier stank zum Himmel. Zu Woschs Überraschung war der Text aber nicht in äolisch und auch sonst keiner Sprache der Koine, sondern in Latein verfasst. Auch wenn Woschs Latein denkbar eingerostet war, machte das das Ganze erheblich einfacher. Denn sein Altgriechisch war eine Katastrophe.
Zum Verfassen einer Antwort ließ Wosch einen Logotheten rufen, der sich auf barbarische Sprachen des Ostens verstand und diktierte ihm folgenden Brief.
QUOTE: An Twenson,
Knjaz Mordwinas.
Ich grüße Euch werter Tzwenson. Es ist schon wieder eine Weile her seit mir Eure letzten Schrifstücke an meinen obersten Logotheten vorgelegt wurden und ich muss sagen, es war eine schöne Zeit. Nun da es möglich scheint, dass wir uns endlich auf einem Schlachtfeld begegnen ließ ich meinen kaiserlichen Speer mit einer Spitze mit Wiederhaken versehen um Euch eine passende Antwort für die verschiedensten Beleidigungen eurerseits, dem Volke von Byzanz, meinen Asekretai und mir gegenüber, zukommen zu lassen. Worte sind nicht meine Stärke und ich glaube nicht, dass ihr Euch meine Worte so zu Herzen nehmen würdet, wie ich euch meinen Speer wünsche, so bleibt mir wohl nur dieser Weg der Satisfaktion.
Da Ihr es nach Monaten der sinnlosen, da vermeidbaren, Plünderungen, Eurer trostlosen Heimatlande nun jedoch zu meiner Überraschung vollbracht habt diplomatische Worte zu finden, welche der Form, eines Herrschers, zumindest im Ansatz nahe kommt und ihr es geschafft habt in Eurer Botschaft von sinnlosen Beleidigungen und Hasstiraden abzusehen will ich Euch eine Antwort zukommen lassen und auf Euer Angebot eingehen, so wie es mir möglich ist.
Ich bin sehr wohl erstaunt welche Vielfalt an Flaggen und Wappen in unserer unmittelbaren Umgebung gesichtet wurden. Verzeiht, wenn ich sie nicht alle auseinanderzuhalten vermag, doch Heraldik ist die Stärke von Anderen. Da mir meine Spione aus der Heimat berichten, dass es Eure Heerscharen geschafft haben sich von der unwürdigen Inanspruchnahme durch den deutschen Kaiser zu lösen und sich unter dem Druck dieser, verzeiht, langweiligen Plünderungen, sowie dem Unmut der russischen Krieger auf dem Heimweg befinden, ist ein weiteres Vordringen von Byzanz auf russischen Boden in der Tat unnötig geworden.
Sofern es wirklich die Heimat ist, nach der sich die Truppen eures Volkes sehnen.
Es scheint mir denkbar sinnlos zu sein diese Lande zu verlassen, nur um in meiner geliebten Heimat oder an einem anderen Orte dieser Erde die Kämpfe gegen die Zarentruppen fortzusetzen, insofern werden wir dieses Spielchen noch eine Weile weiter spielen müssen, wenn es kein Frieden ist, den ihr anstrebt.
Seien wir ehrlich werter Tzwenson. Meine Truppen mit verschiedensten Flaggen einzukreisen mag einem bedrohlich erscheinen, dessen Spione nicht die Heerstärken der Heere verfolgen. Ich bin ob Eures Angebotes uns den Weg nach Süden freizuräumen sehr angetan, doch glaubt mir, wenn ich nach Süden will habe ich genug Männer dabei um ihn auch selbst freizuräumen.
Dennoch haben wir beide mehr gemeinsame Interessen als ihr meinen würdet. Redet mit mir über einen Frieden und ich rede mit Euch über einen Abzug. Redet mit mir über einen Abzug und ich rede mit Euch über einen Frieden. Eines ohne das Andere liegt nicht allein in Eurer Macht zu erreichen, erst Recht nicht zu diesem Zeitpunkt. Wenn ihr denn aber meint ich irrte mich, was meine Einschätzung der Situation angeht, belehrt mich auf dem Feld der Ehre eines Besseren.
Es grüßt,
Wosch, der Findige
Protosebastos von Byzanz
Übergebt den Brief einem unserer Meldereiter und schickt ihn in Richtung des mordwinischen Heeres. Sie dürften sich inzwischen auf dem Marsch befinden.
Herr, wie soll er dann die Mordwinen finden?
Immer der Nase nach!
-------------------------------------------------------------------------------- -------------------------------------------------------------------------------- Megas Domestikos Byzantinae Protostratega Helena Euphemia
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