|
Eine Botschaft erreichte das Heerlager der Litauer in Livland kurz vor ihrem Abmarsch.
"Fürst. Eine Nachricht aus Litauen. Es ist..." Man konnte dem Boten ansehen, dass er mit den Worten rang.
"Gebt schon her, es wird schon kein weiteres friedliches Verhandlungsangebot sein."
"Nein. Es ist etwas anderes, auch wenn es absehbar war."
"Nun faselt nicht so rum, worum geht es ?"
Die Nachricht wurde schweigend übergeben und schon mit den ersten Zeilen wußte Wulfgar II was das bedeutete.....seinem sonst so starren Gesichtsausdruck waren Tränen und Trauer zu entnehmen.
"Danke für die Botschaft. Ich werde mich zu gegebener Zeit darum kümmern. Geht jetzt bitte und lasst mich alleine."
Alleine in seinem Zelt trauerte nun Wulfgar II um einen Freund der Familie. Als er sich wieder im Griff hatte rief er die Männer vor dem Kommandozelt zusammen und stellte sich auf eine kleine Kiste, damit jeder ihn sehen und hören konnte.
"Männer und Frauen Litauens. Unser Herr hat in den letzten Tagen Kanzler Synithor zu sich geholt. Er starb mit einem Lächeln auf dem Gesicht und an den Nachwirkungen der Behandlung in seiner Gefangenschaft bei Barbaren und den Kämpfen, trotz seines Alters. Bis zum letzten Atemzug stand er im Dienste Litauens und damit von jedem von euch. Kniet nieder und ehrt einen großen Streiter für unser Volk und für unsere Freiheit."
Die Anwesenden waren noch geschockt, doch dann taten sie wie geheissen. Erst langsam, dann immer bestimmter.
In Stille und Andacht beteten die Soldaten Litauens für ihren Kanzler Synithor, ihren Freund, ihren Weggefährten. Zum Herren gerufen im Jahre 1053 nach Schlachten gegen Heiden und langer Gefangenschaft.
|