"Aber ihr
MÜSST das tun, Großfürstin. Ihr müsst einfach!"
Entnervt hatte Anastasia die Tiraden ihres Vertrauten Gregorj nun schon seit fast einer Stunde über sich ergehen lassen. Noch waren die Moskauer in weliki Nowgorod und wollten dort mit ihren ihren Freunden der Bruderschaft einen Wettstreit veranstalten, aber immer wieder hatte Gregorj gedrängt, nicht zu versäumen auch endlich einmal in Moskau ein Turnier zu veranstalten, zumal Anastasia als Großfürstin inzwischen genug Vorbereitungszeit gehabt habe, sich in die Amtsgeschäfte einzuarbeiten. Allmählich müsse man auch den Moskauern beweisen, dass man großherzig sei, sein Volk verstünde und ebenfalls die Bruderschaft, andere Freunde und auch Feinde davon in Kenntnis setzen könnte, wer nun zukünftig den Thron des Großfürsten inne habe.
"Um des Friedens Willen und damit du mich nun endlich in Ruhe lässt, dann mach. Dann verkünde meinetwegen, dass in Moskau ein Turnier stattfindet. Lass Depeschen verfassen..und sie von mir aus überall dahin schicken, von dem du glaubst, es könne ihn interessieren... Freunde, Feinde.. alle, wenn du so erpicht darauf bist."
Ihre Worte klangen etwas gereizt, aber sie verstand durchaus das Ansinnen Gregorjs. Es war Zeit aus dem Schatten zu treten und sich bekannt zu machen, ob sie nun wollte oder nicht. Und vielleicht würde das Ganze ja sogar einen positiven Nebeneffekt haben, den aber verriet die ehemalige Räubertochter Gregorj nicht, sondern komplimentierte ihn dann nur stillschweigend mit einem sanften Winken hinaus.
Einige Tage später verließen dann in der Tat berittene Herolde das Lager Anastasias, verstreut in alle der ihnen bekannten Länder, um die Kunde über das bevorstehende Turnier vorzutragen.
QUOTE:
An unsere Freunde und Feinde,
Jeder sei hiermit eingeladen, an dem kommenden Turnier zu Ehren der Neuen Großfürstin Anastasia Evgenia Sorkina, in Moskau teilzunehmen. Jeder sei eingeladen, sich in den tagen des Turniers miteinander zu messen, ob Freund oder Feind, sei in diesem Fall außen vor. Jedoch wird im Sinne des Turnierfriedens eindringlich darum gebeten, sich einander gegenüber ehrenvoll und friedlich zu verhalten.
Wer sich also berufen fühlt, seine Ehre und Stärke zu offenbaren, keinen Kampf scheut, der hat die Möglichkeiten dies im Melée, im Tjosten oder im Duell unter Beweis zu stellen.
Für ausreichend Speis und Trank sei gesorgt, denn kein Streiter solle Hunger und Durst leiden müssen.
gez.
Anastasia Evgenia Sorkina
Velikaja Knjaginja von Moskau