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Auf die ziehende Handelskarawane bewegen sich zwei Gestalten zu. Der Karawanenführer erkennt sofort, dass sich um Fremde handelt. Als man sie zu ihm führt, betrachtet er sie misstrauisch. Eine der Gestalten spricht ihn an:
Verzeiht, wenn ich das Wort ergreife. Aber ich erkenne Euren misstrauischen Blick. Fürwahr, wir sind Fremde. Wir wollen zur Hauptstadt Arabiens reisen und sind vom Weg abgekommen. Mein Name ist Rigel. Ich bitte Euch, zeigt uns den richtigen Weg.
Als der Karawanenführer den Namen Rigel hört, wird sein Blick hellwach.
Rigel ... endlich finde ich Euch! Ich habe schon lange eine Botschaft bei mir, die ich Euch überbringen soll. Aber immer wo ich ankam, wart ihr schon längst weitergezogen. Mein Name ist Malik. Da ich Eure Sprache spreche, wurde ich für gutes Silber beauftragt, Euch die Botschaften aus Sachsen zu überbringen. Hier ist der Brief... Ihr könnt gern mit uns reisen. Wir ziehen zur Hauptstadt. Ich bitte Euch, seid mein Gäste!
Rigel ist hocherfreut. Er ist als Gast eingeladen und kann mit der Karawane zur arabischen Hauptstadt ziehen. Achja, da ist ja noch die Botschaft. Beim genaueren Hinsehen erkennt Rigel das dänische Siegel. Sofort öffnet er den Brief und beginnt zu lesen. Zeit zum Lesen und Antworten hat er ja jetzt genug.
In den nächsten Tagen und Wochen zieht die Karawane von Ort zu Ort. Schließlich kommt der Handelszug in der arabischen Hauptstadt an. Rigel sucht den Karawanenführer auf, um sich von ihm zu verabschieden.
Malik, habt dank für Eure Gastfreundschaft! Ich habe mein Ziel endlich erreicht und werde Euch hier verlassen. Bevor wir uns trennen, bitte ich Euch diesen Brief mitzunehmen und an geeigneter Stelle an meinen dänischen Freund Malte von Buttensoll abzuschicken. Ich würde mich freuen, Euch eines Tages als meinen Gast begrüßen zu dürfen! ... Gern auch mit einer neuen Botschaft!
Mit diesen Worten trennen sich die Beiden.
Im Brief an Malte von Buttensoll steht geschrieben:
Verehrter Freund Malte von Buttensoll!
In meinem letzten Brief berichtete ich Dir, dass ich, zusammen mir meinem gleichnamigen Sohn, Sachsen zu einer Reise verlassen werde. Ich verlies Sachsen Richtung Südosten. Glaube mir, es war nicht einfach Ämter und Titel aufzugeben sowie Hab und Gut zurückzulassen. Aber der Drang des Reisens war am Ende größer, so dass ich mich zu diesem Schritt entschloss. Trotzdem bleibt es mein innigster Wunsch, eines Tages zusammen mit meinem Sohn wieder nach Sachsen zurückzukehren.
Mittlerweile vergingen viele Wochen, als mich dann Deine Botschaft erreichte. Ja, es ist manchmal nicht so einfach Korrespondenz per Taube zu führen, wenn man in der weiten Ferne unterwegs ist. Ein Karawanenführer, mit Namen Malik, überbrachte mir Deine Nachricht.
Meine Reise nach Arabien verlief ohne Schwierigkeiten. Zuerst zog ich durch sächsische Grafschaften bis nach Moldawien. So hatte ich noch einmal Gelegenheit, Eindrücke von meiner Heimat mitzunehmen. In Moldawien ging es auf dem Seeweg über das Schwarze Meer. Dank Deiner Rezeptur verlief die Schiffsreise ohne kränkliche Nebenwirkungen (nicht so wie damals bei Island). Nach Überquerung des Schwarzen Meeres kam ich wohlbehalten in einem arabischen Hafen an.
Im letzten Brief schriebst Du von Jerusalem. Mit Jerusalem lagst Du nicht schlecht, denn es gehört zu Arabien. Und Arabien war mein Reiseziel. Jetzt gehöre ich zum Volk der Araber. Die Aufnahme erfolgte ohne Fragen und bürokratischen Aufwand. Aus den bisherigen gesammelten Erfahrungen kann ich gern bestätigen, dass die Araber ein freundliches Volk sind.
Als ich Dir diese Zeilen schrieb, war ich gerade mit einer Handelskarawane in die arabische Hauptstadt unterwegs. Mein Sohn und ich hatten unterwegs die Richtung verloren. Zum Glück trafen wir auf die Karawane und Malik nahm uns als Gast auf. Hier erhielt ich, dank des Zufalls, auch Deine Botschaft.
Nun sind wir wohlbehalten in der arabischen Hauptstadt angekommen. Als nächstes werden wir uns nach einer Bleibe umsehen und eine Anstellung suchen. Schließlich reicht unser Geld nicht ewig und der Lebensunterhalt will finanziert sein. Demnächst kann ich Dir sicher mehr mitteilen.
Ich hoffe, es weckt in Deinem dänischen Volk keinen Argwohn, wenn sich ein Wikinger nun mit einem "Araber sächsischer Abstammung" schreibt. Auch wenn es sich nun auf unbestimmte Zeit verschiebt, ich hoffe dass wir uns eines Tages persönlich gegenüberstehen können. Teile mir einfach mit, wenn Du in der südlichsten dänischen Grafschaft weilst. Für heute sei erst einmal gegrüßt!
In Freundschaft
Rigel
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