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Ein sich majestätisch erhebender Flammenvogel. Jardar fand das Symbol für das Turnier in ihrer Hauptstadt Prikubanskaja durchaus gelungen. Ein Geschichtenerzähler hatte am georgischen Hof die Sage von einem Vogel verbreitet, der aus seiner eigenen Asche immer wieder neu geboren wurde, jedesmal schöner als vorher. Eine bessere Metapher für das durch susdaler "Heldenmut" zerstörte Georgien konnte Jardar sich nicht vorstellen.
Depressionen, Trauer und Niedergeschlagenheit kennzeichneten Georgien nach dem Krieg. Sie hatten viel Güter, Land, aber vor allem und am Schlimmsten, viele Menschen verloren. Nachbarn, Freunde, Väter, Mütter, Brüder, Schwestern, Töchter und Söhne. Sie alle waren dem Krieg zum Opfer gefallen. Nur sehr langsam und zaghaft wagte sich das georgische Volk wieder an einen normalen Tagesablauf. Jardar hatte das Turnier ausgerufen, um für das Ende der Aschezeit ein Zeichen zu setzen. Für das Ende der dunklen Zeit und den Beginn einer flammend hellen Zukunft. Wie ein Phönix.
Das Turnier an sich verlief für Jardar schlecht. Im Tjosten scheiterte er in der ersten Runde. Sein Wallach Baldur war erfahren. Er auch. Baldur wusste, wie er sich zu verhalten hatte. Er auch. Baldur war stark, gut gepanzert und entschlossen. Jardar auch.
Nur leider war sein Gegner niemand geringerer als Thassilo. Thassilo, der schon zu den Lebzeiten von Jardars Vater gefochten und gerittern war. Gegen so einen starken und erfahrenen Ritter musste selbst Jardar mit Baldur sich geschlagen geben.
Das Melee verlief wie immer: Ein hektisches Hauen und Stechen. Und wie immer scheiterte Jardar am letzten noch verbliebenen Gegner. Ubba, ein Armene, gewann das Turnier. Leider ein Armene. Kein Georgier.
Die schlimmste Niederlage ereilte ihn jedoch bei den Duellen. Und das sogar vor dem Beginn des Kampfes. Durch die Auslosung war er gezwungen, gegen seine Schwester Ary anzutreten. Das Los bescherte ihm kein Glück, Sie wollten sich beide nichts tun, irgendwann verfielen sie trotzdem in einen zaghaften "Kampf", aus dem er als Sieger hervor ging.
Gleich nach dem Ende der ersten Runde lief er zu dem Zelt seiner Schwester, um sie zu trösten. "Ary, bist Du da?" Ohne abzuwarten, ging er in das Zelt seiner kleinen Schwester.
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