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Für alle die, die sich ein wenig für die mittelalterliche Küche interessieren ... oder ihre/n Koch/Köchin mal einen Schubs in diese Richtung geben möchten, würde ich hier gern ein neues Thema eröffnen.
Fangen wir doch einfach mal mit den verschiedenen Lebensmitteln an, die es damals schon gab bzw. nicht gab:
Getreide:
Das feine Weißbrot ist dem Herrentisch reserviert, während Hafer- oder Roggenbrot auf dem bäuerlichen Tisch zu finden sind. Dort ergänzen Getreidebreie vor allem aus Gerste oder Hafer, seltener aus Hirse oder Dinkel, die Grundnahrung. Einziges Importgetreide auf dem Herrentisch scheint Reis gewesen zu sein, obwohl ich da immer noch nach sicheren Nachweisen suche. Buchweizen gelangt erst im 15. Jahrhundert allmählich aus Asien nach Mitteleuropa.
Gemüse:
Alle Sorten von heimischem Gemüse werden gegessen, vor allem Rüben und verschiedene Sorten Kohl, daneben aber auch Lauch, Möhren, Zwiebeln, Rettich, Kürbisse und Gurken. Fenchel, verschiedene wie etwa Rapunzel, ferner Erbsen, Linsen und dicke Bohnen (Saubohnen). Die weißen und die grünen Bohnen kamen erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa. Besonders Rüben und Kohl gelten als Bauernspeise, sind aber ab und an auch auf den Herrentischen zu finden.
Fleisch:
Das Wild ist dem Herrentisch vorbehalten, weil der Adel das Jagdprivileg innehat. Wildschwein, Reh, Dachs, Hase, Bär, Steinbock, Gemse, Eichhorn, Igel und viele Federwildarten (Wachteln, Rebhühner, Fasanen, Wildenten, Tauben, Kiebitze, Krammetsvögel, Drosseln, Sperlinge, Reiher, Kraniche) werden gegessen. Allerdings beträgt der Anteil des Wilds an der fleischlichen Nahrung auf ländlichen Adelssitzen kaum mehr als 5 %.
Der Großteil des Fleisches wird von Haustieren geliefert. Auf dem Herrentisch landen davon Kalb, Rind und Schwein, aber auch Schafe und Ziegen, ferner Schweser sowie an Innereien Hirn, Leber und Bries. Es landen dort weiterhin Hühner, Kapaune, Enten und Gänse, auch Schwäne und Pfauen. Bei den Bauern werden Schweinespeck, Würste, Schaf- und Ziegenfleisch sowie an Innereien auch Lunge und Niere verwertet. Geflügel wird dort zwar gehalten, aber ist zum Großteil für die Naturalabgaben bestimmt. Dennoch werden Hühner, Enten und Gänse auch in der bäuerlichen Küche verarbeitet.
(nach Trude Ehlert, Fortsetzung mit Eiern, Milch und Obst folgt noch)
Ein Isländer friert nicht ... er zittert nur vor Wut, weil es noch nicht kalt genug ist.
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