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Ostfriesland, Januar 1068
Ostfriesland war eingenommen und etliche fragende Gesichter starrten Svana enttäuscht an und sie konnte förmlich die Frage daraus ablesen:
Wo sind die sächsischen Ritter, denen wir uns kampfesmutig entgegen stellen wollten?
Svana hatte darauf keine Antwort und hob nur hilflos die Schultern. Sie wunderte sich selbst, warum sie nur auf die Milizen trafen, auch wenn es ihr ehrlicherweise so ganz recht war, denn sie hasste den Krieg und wäre lieber bei ihrer Tochter daheim gewesen. Und so hielt sie zudem ihre protestierenden Finnen an, jeden Sachsen laufen zu lassen, der nur davon laufen konnte, anstatt weiter auf der Grafschaft zu morden oder zu versklaven. Aber was war nun Geschehen? War die Information unwahr gewesen, die sie erreicht hatte, dass die sächsischen Ritter daheim seien? Oder spielte da wer mit den Finnen ein abgekartetes Spiel und dies war ein Hinterhalt? Oder kamen sie einfach zum falschen Zeitpunkt?
Immer noch verdutzt verlangte Svana nach einem Sachsen, der dem Dänischen oder Schwedischen mächtig war und es verging einige Zeit, bis sie einen solchen Sachsen fanden, der Svana schwerverständlich wissen lassen konnte, dass die Ritter Sachsens seit Monaten aufgebrochen waren, um Nahe des Konflikts auf der Insel sein zu können. Damit war der Punkt geklärt: die Finnen waren entweder zu spät dran oder ihrer Zeit weit voraus. Aber es beruhigte zu wissen, dass die Sachsen ganz in ihrer Nähe waren und damit schnell zu Hause sein konnten. Denn Svana war sich sicher, dass sie von dem Überfall eiligst erfahren würden und war ebenso gespannt, wie viel Ehre die als unehrhaft verrufenen Sachsen noch besaßen.
Doch half es kaum über den Trost hinweg, dass Karju mit diesem Unwissen den Auftrag erhalten hatte, auf Bremen anzulegen, um nun dort die nicht vorhandenen sächsischen Ritter zu begrüßen. Denn der Plan von einem finnischen Gegenbesuch bei den Sachsen war lange geplante gewesen. Svana musste über diese Ausgangslage nachdenken und heizte ihre Finnen an, eine Sauna aufzubauen. Inzwischen genoss sie diese Art der Entspannung und Erholung, wo es sich gut nachdenken ließ, denn vor ihnen lag ein scheinbar schutzloses Sachsen, wo der Wunsch groß war, Sachsens Ritter zu finden.
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