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Markttage - Februar 1073
Gerade erst wieder blühte das Land um Azgir auf, es wurde reger Handel betrieben in den grossen Städten rund um die Hauptstadt und die Familien bewirtschafteten ihre Ländereien vorzüglich. Die Landsherren der einzelnen Grafschaften sorgten gut für ihre Bewohner und ein jeder schien zufrieden zu sein mit den neuen Herren. Ein Land in dem der Ruf der Freiheit stets mit dem Wind getragen wurde, dieser die Worte leise flüsterte welcher ein jeder edle Recke und jedes stolze Weibe zum zuhören zwang, das Lied welches still erklang wenn der Wind durch die Gräser der Steppe striff, sich manchesmal in kleineren Bäumen und Büschen verfing. Kalte Winter suchten diese Gegend ebenso heim wie jene weiter nördlich oder westlich von Chasarien welches sich in die kaukasische Steppe bettete zwischen Wolga und dem Kaspischen Meer. Verschiedenste Menschen lebten hier, von unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe und doch war es stets ein friedliches miteinander welches hier gelebt wurde. Feste wurden gefeiert, üblich unter den Bauern des Landes mit mächtigen Feuern und allerlei Speisen was die Natur ihnen schenkte oder die Wälder welche die Dörfer säumten. Auch war nach den Krönungsfeierlichkeiten wieder Ruhe eingekehrt in den beschaulichen Städten von Azgir und Bitik, die Turniere waren beendet und die Edlen des Landes gingen wieder ihrem Tagewerk nach, ebenso wie die Bauern welche den Aufbau ihrer Dörfer weiter in Angriff nahmen. Und doch schien so einiges anders geworden zu sein, seit dem der Khagan seine Braut heimgeführt hatte, es hatte sich etwas geändert in diesem sonst so ruhigen Völkchen. Es schien fast als ob dieser Tage etwas mehr Aufregung mit dem einstigen Gast eingekehrt war, seit die junge Frau nun Chasarien ihre Heimat nannte.
Auch dieser Tage war die junge Herrin wieder zu erblicken, geleitet von zwei Soldaten um ihr Schutz zu gewährleisten, wie Sie sich auf den Märkten herum trieb und mit den Händlern aus fernen Landen feilschte welche über die Seidenstrasse ins Land gekommen waren und feinste Stoffe feilboten oder andere exotische Güter. Der grosse Markt fand statt und man konnte die feinsten Gewürze und Früchte aus fernen Ländern erstehen, ebenso wie die Schmiede ihre Waren feilboten. Feinste Klingen, schwere Rüstungen oder einfache Parierdolche sowie Dolche mit aufwendig gearbeiteten Griffen umwoben von Gold und besetzt mit Edelsteinen konnte man hier finden ebenso wie Wolle, Vieh, Getreide und was man für das tägliche Leben sonst so brauchte. Der Duft von frischem Brot lag in der Luft, vermischte sich mancherorts mit jenem der Gewürze aus dem Orient oder jenem von getrockneten Datteln sowie frisch gebratenem Fleisch. Es lief einem förmlich das Wasser im Munde zusammen wenn man diese Gerüche vernahm, welche die Nasen umschmeichelten, ihren leisen Lockruf auf ganz eigene Weise erklingen liessen einer aus den verschiedenen Sagen und Geschichten bekannten Sirene gleich. Man konnte sich einfach nicht entziehen, schloss die Augen und sog den Duft tief in die Lungen um ihn dort für einige Sekunden zu halten und ihn auf sich wirken zu lassen. Leises Wiehern war aus der Entfernung vom anderen Ende des Marktes zu hören, vermischt mit dem blöken einiger Schafe und je näher man den Geräuschen kam umso stärker vermischte sich die Luft mit dem Geruch des Viehmarkts wo Bauern lautstark um das beste Stück Vieh feilschten, edle Recken sich Pferde erwählten aus den Zuchten des Khaganats. An einem andren Ende des Marktes bekam man Vodka und Wein zu trinken, wieder anderorts wurden feinste Geschmeide der geschicktesten Goldschmiede feil geboten, Gaukler trieben ihre Spässe um die Menschen zu erheitern und das laute fröhliche Kinderlachen erklang.
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