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Ismail - Geschichte der Krieger Afrikas (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Ismail - Geschichte der Krieger Afrikas
 
Ismail

Zenata
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graphgraph
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Ismail - Geschichte der Krieger Afrikas      01.01.2012 20:49:12 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Einige Jahre nun waren vergangen, seit sein Herr, Mentor und Ziehvater Andras Sarkany gestorben war und Ismail war ein erwachsener und ein wenig erfahrener Krieger geworden, der seinen Dienst dem Großemirat Zenata gegenüber ernst nahm und ihn treu erfüllte. Treue überhaupt spielte die größte Rolle in seinem Leben. Nie käme er darauf seine Anführer oder Freunde zu verraten.
Freunde, die waren ihm nicht allzuviel geblieben. Er kannte einige junge Krieger Zenatas, doch richtig angefreundet hatte er sich mit keinem. Seine Konzentration lag nunmal sehr strikt auf die Lehre der Kampfkünste, wie er sie von Gerrun MacLeod und Andras Sarkany einst gelehrt bekommen hatte. Dass nun diese beiden wichtigsten Personen seines Umfeldes ihn endgültig verlassen hatten, brachte ihn in eine neue und für ihn ungewohnte Situation. Er musste nun sehen wie er zurecht kam. Eine Lektion, die ihm sein Vater und auch sein Freund sicherlich irgendwann ohnehin gestellt hätten, doch die bittere Erkenntnis traf ihn unvorbereitet.

Als erstes nahm er sich seinen neuen Besitz in Oran zur Brust, den er von der Großemirin als Lehen erhalten hatte. Viele seiner Leibeigenen waren nun hier untergebracht, ebenso ettliches Vieh und viele Habseligkeiten, die aus Al Ali evakuiert woren waren. Sein Verwalter Abdul Omar Sedesh, ein dicklicher kleiner Kerl, von dem Ismail wusste, er arbeitete mehr in die eigenen Taschen, als in die seines Herren, war äußerst verärgert gewesen Al Ali verlassen zu müssen. In der Abgeschiedenheit der Wüste war sein Handeln keinem aufgefallen, doch hier, unmittelbar in der Nähe des Großemirspalastes, musste er obacht geben.
Ismail informierte ihn von seinem Eintreffen am Nachmittag.

Die Sonne stand hoch am Himmel und verbreitete eine trockene und fast unangenehme Sommerhitze als Ismail seinen Besitz erreichte. Er war unglaublich positiv überrascht von der Pracht der Ländereien. Sein Ritt führte ihn zusammen mit seinem Leibwächter Yussuf durch goldene Felder voller reifem Weizen. Hier und da sah er einige Leibeigene bereits mit Erntearbeiten beschäftigt und in der Ferne erkannte er bereits eine kleine Stadt, mit hohen Mauern aus Lehm und Sandstein. Heute würde er noch nicht diese kleine Stadt besichtigen, es ging ihm in erster Linie darum, seinem Verwalter auf die Finger zu klopfen oder gleich einen oder zwei ab?

Sie erreichten die kleine Burg kurz nach der Mittagszeit. Eine Vorburg schützte einen Teil eines tiefen Grabens, der vielleicht im Winter einmal Wasser führen würde, nun jedoch nur ein ausgetrocknetes Grabenbett war. Doch auch ohne Wasser war er mit Sicherheit ein wehrhaftes Bollwerk, denn mit etwa 2 Metern Tiefe und einer steilen Kante war er kaum leicht zu durchschreiten. Sie passierten das offene Tor, an dem keine Wache stand, vermutlich sah man es nicht für notwendig an, die Besitzungen des Emirs ausreichens zu sichern. Der Groll in Ismail nahm ungeahnte Größe an.
Im Innenhof der kleinen Burg übergaben sie die Pferde dem Stallknecht, der eilig damit verschwand. Ismail stieg die Treppen zum Turm hinauf und ließ sich die Tür von Yussuf öffnen. Als sie in die schattigen Hallen traten, die nur durch kleine Öffnungen unterhalb der Decke aber trotzdem ausreichend mit Licht versorgt wurden, fiel ihr Blick auf den kleinen, dicken Verwalter, der soeben an einer langen Tafel am Kopfende speiste und vor sich etliche Gerichte aufgetischt hatte. Ein solches Festmal hatte Ismail noch nie zu sich genommen. Seit seiner Aufnahme in die Ritterschaft Zenatas aber auch davor führte er ein sehr karges Leben. Die Akademie hatte durch strenge Rationen die Zähigkeit der Burschen auf die Probe gestellt und nun sah er, dass sein Diener vor ihm speiste wie ein König.
Als Abdul die beiden Ankömmlinge endlich wahrnahm - er schaute kurz von einem halben Hähnchen auf und verschluckte sich fürchterlich - sprang er auf und warf dabei eine große Kanne Wein, die laut scheppernd zu Boden fiel. Ähnlich wie die Kanne wollte auch Abdul sich vor seinem Herrn, wie es Sitte war, zu Boden werfen, doch sein dicker Bauch und das Stück Huhn, dass offenbar noch in seinem Hals steckte, erschwerten es ihm. Prustend kniete er vor seinem Herrn, und versuchte seine Verbeugung möglichst tief gehen zu lassen.
Mein Herr, welch große Ehre wird mir zu Teil euch an diesem wunderbaren Tag so früh schon auf eurem Besitz begrüßen zu dürfen, ihr werdet mit Sicherheit begeistert..
Ismail jedoch war durch solcherlei Gesten nicht zu beeindrucken geschweigedenn zu besänftigen. Wütend fuhr er seinem Diener ins Wort.
Sei ruhig. bellte er und starrte ihn finster an. Steh auf! befahl er ihm in knappem Ton und verfolgte dann den eiligen Versuch Abduls sich aufzurichten. Ismail beobachtete ihn genau.
Hör auf zu Schwafeln, ich bin nicht hier um Huldigungen entgegen zu nehmen, sondern um zu überprüfen, ob all mein Besitz in den richtigen Händen ist. Mir kommt es so vor, als würde ungewöhnlich viel von den Erträgen verschwinden.
Mein Herr! wollte Abdul protestieren als er erkannt hatte, worauf Ismail da anspielte, Ich würde niemals...
Schweig! donnerte Ismail noch einmal. Habe ich dir befohlen zu sprechen? Nein? Dann halt deine Zunge im Zaum. In ihm kochte es. Es ging ihm gar nicht um das Silber, dass der Verwalter scheinbar gefressen hatte, es ging ihm auch nichtmal so sehr um die mangelnde Sicherheit. Das Zusammenspiel aus dem Ärger der letzten Monate, gepaart mit dem Verschwinden Gerruns und dem kürzlich erkundeten Gebiet von Al Ali, brachte ihn zum rasen. Und er ließ seine Wut an diesem armen Tölpel aus.
Hol das Buch! Ich will die Finanzen sehen. Ich will wissen wie groß mein Besitz ist. Die Großemirin verlangt nach starken Kriegern, die den christlichen Rittern in nichts nachstehen. Ich habe Ungarn gesehen, die in den stärksten Rüstungen steckten und die man kaum verwunden konnte. Mein Wille ist es dem in nichts nachzustehen.
Der Diener verbeugte sich und rannte so schnell er konnte davon. Für Ismail oder Yussuf wäre es ein schneller Gang gewesen, was der Verwalter hier als Spurt betrachtete..
Wenig später saß Ismail in einem gemütlichen Stuhl an der langen, nun gänzlich von Speisen geleerten Tafel und beugte sich prüfend über ein großes Rechnungsbuch in der alle Ausgaben der Burg und der Ländereien verzeichnet waren. Sein Groll wurde ein wenig gemindert, als er sah, dass der Verwalter trotz aller Schlemmereien und offenkundigen Diebstähle vorzügliche Arbeit leistete. Die wichtigsten Gebäude des Besitzes waren jederzeit gut in Stand gehalten und es wurde viel in neue Geldquellen investiert. Selbst der Warenhandel blühte offenbar. Doch trotz allem war Ismail unzufrieden. Nach einigen Stunden klappte er geräuschvoll das Buch zu. Abdul erschrak und wäre beinah umgefallen, doch Yussuf regte sich nicht. Er war einer dieser vorzeigbaren Eliteleibwachen, die einem Eunuchen gleich dienten.
Du hast mich bestohlen! knurrte Ismail in wütendem, jedoch ruhigem Ton. Er hob die Hand, als Abdul sich verzweifelt zu Rechtfertigen suchte.
Wie lautet die Strafe für Diebstahl Yussuf? fragte er bösartig lächelnd und wandte seinen Kopf dem Leibwächter zu, der ohne eine Miene zu verziehen antwortete: Man hackt ihm die rechte Hand ab, Herr.
Der Verwalter wurde merklich weiß im Gesicht und sein Blick verriet, dass er eine Möglichkeit suchte aus diesen Hallen mit beiden Händen zu fliehen, doch ebenso schnell erkannte er, dass Yussuf ihn getötet hätte, sobald er Anstalten machte zu fliehen. So schwieg er, weiß im Gesicht und zu Boden starrend, oder auf seinen dicken Bauch.
Sehr richtig Yussuf. Doch in diesem Fall machen wir eine Ausnahme. Wir werden ihm nicht die Rechte Hand abhacken und auch seine linke soll er behalten. Ismail nickte beinah unbemerkt Yussuf zu, der mit einem Satz hinter dem Verwalter stand und dessen Arme packte. Dieser erschrak so heftig, dass ihm die Luft wegzubleiben schien. Er vergaß sich zu wehren und regte erst Widerstand an, als Yussuf seine Rechte Hand mit aller Kraft auf den Tisch knallte und Ismail den Dolch seines Leibwächters aus dessen Gürtel zog.
Abdul Omar Sedesh. Rief er lauf und deutlich. Weil du deinen Herren bestohlen hast und er dich dabei erwischte, soll dir zur Reue dein rechter Zeigefinger abgeschnitten werden. Er spreizte die Hand des Verwalters und zog den Zeigefinger von den anderen gewaltsam weg. Dann legte er den Dolch darauf und lehnte sich mit seinem gesamten Gewicht auf die Klinge.
Der Verwalter schrie auf und heulte als die Waffe langsam durch Knochen und Fleisch schnitt. Dann steckte Ismail den Dolch zurück an den Gürtel Yussufs und wandte sich dem Dieb erneut zu.
Du wirst weiterhin für mich arbeiten und dich um diesen Besitz kümmern, meinen Reichtum mehren und mir die Mittel erwirtschaften, die ich benötige. Sollte ich noch einmal solche Auffälligkeiten entdecken, wird es mehr als nur ein Finger sein, den du verlierst.
Yussuf lies den Mann los und folgte seinem Herrn, der hinauf in die obersten Gemächer ging, seinen Gemächern, in denen er sich ausruhen wollte bis zum Abend, wenn er seine Stadt besichtigen würde.


 
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Ismail - Geschichte der Krieger Afrikas
Ismail 2012/01/01 20:49
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Ismail 2012/01/02 16:26
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Ismail 2012/01/18 01:18
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Ismail 2012/01/18 17:31
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Blanka von Schwarzenberg 2012/01/20 16:30
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Ismail 2012/01/20 16:53
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Blanka von Schwarzenberg 2012/01/20 20:03
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Ismail 2012/01/21 00:24
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Blanka von Schwarzenberg 2012/01/21 21:16
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Ismail 2012/01/22 01:55
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Blanka von Schwarzenberg 2012/01/24 10:18
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Ismail 2012/01/26 15:32
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